Wunschanalyse Phoenix Solar AG

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Rainer Hahn von EMFIS.com. Für die Chartanalyse haben wir Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Phoenix Solar AG gewünscht.

Phoenix Solar AG laut Sharewise.com:

  Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
10 Mitglieder Ø 40,98 € 7 3
8 Analysten Ø 39,71 € 5 3 0

Phoenix Solar AG (WKN A0B VU9, ISIN DE000A0BVU93)


Firmenlogo Phoenix Solar AG

VON DER INITIATIVE ZUM PROFITABLEN KONZERN

Der Bund der Energieverbraucher e. V. gründete 1994 die Phoenix Solarinitiative, mit der die Entwicklung des deutschen Solarmarktes gefördert werden sollte. Aus der Initiative wurde 1999 das Unternehmen Phoenix Sonnenstrom gegründet, das sich später in Phoenix Solar umbenannte. Insbesondere die Wirtschaftlichkeit von qualitativ hochwertigen Solaranlagen wird von Phoenix Solar vorangetrieben: Als Großabnehmer erzielt Phoenix Solar günstige Einkaufspreise und kann Standardlösungen anbieten, die bislang durch das EEG – und später vielleicht auch einmal ohne das EEG – profitabel sind.

Als Projektentwickler kümmert sich die Phoenix Solar um die Planung, Finanzierung und Durchführung von Solarparkprojekten. Selbst der anschließende Betrieb oder auch ein Verkauf wird von Phoenix begleitet.

 

FONDSGESELLSCHAFT GROßER AUFTRAGGEBER

Insbesondere durch die enge Kooperation mit der Fondsgesellschaft KG Allgemeine Leasing (KGAL) erhält Phoenix Solar immer wieder Großaufträge. KGAL sammelt Gelder von Investoren aus dem institutionellen, als auch aus dem privaten Bereich ein und beauftragt Phoenix Solar mit der Investition dieser Gelder in Solarparks. Je mehr Anleger Geld an die KGAL geben, desto mehr Aufträge wird Phoenix Solar erhalten.

Erst in der vergangenen Woche haben die KGAL und Phoenix Solar ihre strategische Kooperation erneuert. In einem Rahmenvertrag sichert die KGAL der Phoenix Soalr ein Auftragsvolumen für Solarparks von 525 Mio. Euro bis 2012 zu.

 

FÜHRENDE TECHNOLOGIE

Als Projektentwickler kann Phoenix Solar verschiedenste Solarparks in Auftrag geben. So wird stets die modernste Technologie eingekauft, so dass eine hohe Wirtschaftlichkeit bei den Projekten gegeben ist. Aktuell können beispielsweise mit „Concentrating Solar Power“ – Kraftwerken (CCP) Stromgestehungskosten von 23 Cents je kWh erzielt werden. Herkömmliche Solarparks schaffen derzeit nur 30 Cents je kWh. Die CCP Technologie nutzt fokussierende Reflektorflächen, die das Sonnenlicht auf einen Absorber bündeln.

 

PHOENIX SOLAR SITZT AM DRÜCKER

Als Händler und Projektentwickler kann Phoenix Solar nicht nur die Technologie auswählen, sondern auch scharfe Preisverhandlungen führen. Derzeit strömen günstige Solarmodule aus China auf den Markt, zusätzlich revolutioniert die Dünnschichttechnologie die herkömmlichen Kraftwerksanlagen so dass Überkapazitäten insbesondere in Deutschland bestehen. Solon beispielsweise produziert derzeit mit einer Kapazitätsauslastung von nur 20%. Da ist die Preisverhandlungsmacht eines Projektentwicklers wie Phoenix Solar groß während der Abnahmepreis für die Solarparks durch die gesicherte Einspeisevergütung relativ stabil ist. Die Gewinnmarge steigt also.

Ich habe eine Solarstudie erstellt, in der ich auf diese Hintergründe näher eingehe. Darüber hinaus werden dort auch die Solarmodulhersteller miteinander verglichen. Der Preiskampf wird in meinen Augen dazu führen, dass in einigen Jahren nur noch wenige Modulhersteller existieren. Diese werden jedoch in ihrer Größe mit Intel vergleichbar sein. Die drei aussichtsreichsten Unternehmen (eines aus den USA, eines aus China und eines aus Deutschland) habe ich in der Solarstudie identifiziert. Näheres dazu finden Sie auf meiner Webseite Heibel-Unplugged.

 

BILANZANALYSE: GESUNDE BILANZ ABER HOHER LAGERBESTAND

Mit einer Eigenkapitalquote von 50% ist Phoenix Solar solide aufgestellt. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten liegen bei 53 Mio. Euro, dem stehen 31,5 Mio. Euro liquide Mittel gegenüber. Ich sehe kein Problem für Phoenix Solar, weitere Finanzierungen zu erhalten.

Allerdings schleppt Phoenix Solar Lagerbestände im Wert von 50% der Bilanzsumme mit sich rum. Vor dem Hintergrund der fallenden Modulpreise fürchte ich hier kräftigen Abschreibungsbedarf. Ein Umstand, der in den Schätzungen von Analysten offensichtlich bereits enthalten ist, denn für das laufende Jahr ein Anstieg des KGVs von 11 auf 25 geschätzt. Beim Umsatzwachstum ist jedoch von Krise nichts zu sehen, im laufenden Jahr springt der Umsatz meinen Schätzungen zufolge um 25% auf 500 Mio. Euro an.

So wäre selbst das KGV 09e von 25 für meinen Geschmack nicht zu hoch. Doch bereits im nächsten Jahr steigt der Gewinn überproportional an und es wird ein KGV von 11% erwartet – bei einem Umsatzwachstum von weiterhin 25%. Das ist extrem günstig und ich würde den hohen Lagerbestand daher zwar als Problem sehen, nicht jedoch als K.O.-Kriterium.

 

MÄCHTIGER WETTBEWERB IN SICHT

Solarparks planen, bauen und betreiben, das können inzwischen auch unsere Versorger wie E.ON oder RWE. Mit Hilfe von Pilotprojekten haben sich die Giganten das notwendige Know-How im eigenen Hause herangezüchtet. Nun ist in meinen Augen darauf zu achten, ob die Versorger nur für den Eigenbedarf Projekte entwickeln, oder auch auf dem Markt als Projektentwickler auftreten.

Letzteres wäre für Phoenix Solar ein Zeichen dafür, dass die Preishoheit, die dem Unternehmen derzeit noch zusteht, auf absehbare Zeit beendet wird. Ein Preiskampf würde dann auch bei der Projektentwicklung erfolgen. Wenn ich mich hier also positiv für die Zukunft von Phoenix Solar äußere, dann betrifft das eher die kurz- und mittelfristige Aussicht, von dem Preiskampf im Modulmarkt zu profitieren. Langfristig sind die Karten noch nicht verteilt.

Werfen wir, bevor ich zu meinem Schlussfazit komme, noch einen kurzen Blick auf die Charttechnik, wozu ich an meinen Kollegen Christian Kämmerer, Technischer Analyst, abgebe.

 

CHARTTECHNIK

Phoenix Solar – intakte Trendbewegung mit Lust auf mehr!

Einleitung:
Beginnen  möchte ich heute wieder mit einer so bezeichneten „Big Picture Analyse“. Jedoch werde ich mich hierbei nicht nur eines längeren Zeitraums bedienen, sondern auch die Option der Wochendarstellung nutzen werde. Im Fall der heutigen Phoenix Solar Aktie nutze ich dafür den 4-Jahres-Chart in Euro auf Wochenbasis (eine Kerze stellt hierbei eine komplette Handelswoche dar) um mögliche Unterstützungs- und Widerstandszonen definieren zu können. Diesem 4-Jahres-Chart folgend, ergänze ich die Analyse mit einem 1-Jahres-Chart um Ableitungen zur zukünftigen Entwicklung anhand möglicher Szenarien zu skizzieren. Hintergrund der Szenarien ist die Tatsache, dass die Technische Analyse nicht statisch ist und es sich zudem um eine Momentaufnahme der Aktie handelt. Im Grunde müsste jedes Verhalten der Aktie fortlaufend kommentiert und analysiert werden. Um dies zu vermeiden gebe ich dem Chart selbst die Chance sich zu entwickeln und folglich entsprechende Szenarien abzuarbeiten.

Phoenix Solar AG, Chart, 4 Jahre

Zum 4-Jahres-Chart:
Der zwar noch recht junge Chartverlauf der Phoenix Solar Aktie kennzeichnet sich dennoch durch klare und eindrucksvolle Trendphasen, wie die sich grob etablierten Trendkanäle verdeutlichen. Demnach folgte nach kurzen und heftigen Kursabschlägen in Form eines temporären Abwärtstrendkanals auch immer wieder eine entsprechend Aufwärtsbewegung mit selbiger Ummantelung in Form eines Aufwärtstrendkanals. Wie kann es daher auch anders sein, dass sich die Aktie derzeit in einem etablierten Aufwärtstrendkanal befindet, welcher sich durch eine obere Begrenzung bei rund 52 Euro sowie einer unteren Begrenzung bei derzeit ca. 35 Euro kennzeichnet. Verweilt Phoenix Solar daher weiterhin innerhalb dieses Kanals, stehen die Chancen für einen Angriff auf die Allzeithochs im Bereich von 53,20 Euro bis zum Jahreswechsel äußerst gut. Betrachten wir daher das kürzere Zeitfenster um weitere Anhaltspunkte zu erhalten.

Phoenix Solar AG, Chart, 1 Jahr

Zum 1-Jahres-Chart:
Chance-Risiko-Verhältnis: 80/20 – solange die Aktie das Kurslevel von 33 Euro auf Wochenschlusskursbasis nicht unterschreitet. Zudem die Aktie erst kürzlich wieder von der unteren Kanalkante abprallte und seither mit einem stetigen Anstieg glänzt. Überwindet Phoenix Solar nunmehr auch noch dass Widerstandslevel von 42,50 Euro, ist der weitere Weg frei für eine Anschlussperformance bis oberhalb von 50 Euro. Dementsprechend locken mehr als 30% Kurspotenzial bei einem maximalen Risiko von 18%. Wer weniger Risiko eingehen möchte, wartet den klaren Ausbruch über das Widerstandslevel ab und setzt hierbei den Stop-Loss recht eng bei idealerweise 37 Euro. Der Hintergrund liegt in der Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs bei Kursen unterhalb von 37 Euro auf bis zu maximal 33 Euro. Fängt sich die Aktie nicht abermals bei bzw. noch vor diesem Kursbereich, besteht das Risiko weiterer Rückschläge bis wenigstens 25 Euro. Hingegen oberhalb von 54 Euro anhand von diversen Projektionen und Extensions die nächsten Kursziele bei rund 70 bzw. 82 Euro liegen.

 

FAZIT

Die Aktie ist nach der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung mit KGAL bereits angesprungen und ich würde mit einem Kauf auf einen Rücksetzer warten. Dieser könnte meiner Einschätzung nach schon bald erfolgen und der Kurs unter 38,50 Euro drücken (aktuell 41 Euro).

Sodann würde ich die nächsten Monate mit der Aktie mitfahren, als Kursziel bis zum nächsten Frühjahr sehe ich die alten Hochs aus dem Jahr 2008 bei 50 Euro. Stets würde ich jedoch auf die Aktivitäten der großen Versorger achten. Wenn sich ein Preiskampf bei den Projektentwicklern von Solarparks abzeichnet, dann würde ich der Aktie den Rücken kehren.

Über den Autor

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter

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