Wunschanalyse Petrochina – Asiens größter Ölkonzern von Liquidität getrieben

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Rainer Hahn von EMFIS.com. Für die Chartanalyse haben wir Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse von Petrochina gewünscht.

Petrochina laut Sharewise.com:

Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
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Petrochina (WKN A0M 4YQ, ISIN CNE1000003W8)


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1.) China und Rohstoffe

China und Rohstoffe können in der Tat in eine enge Verbindung gebracht werden. Durch die teilweise über 10%ige Wachstumsraten der chinesischen Wirtschaft sind Rohstoffe stark nachgefragt worden und haben eine Rally bei Rohstoffen ausgelöst. Im letzten Jahr führte dies im Juli beim Rohölpreis zu einem Rekordhoch bei fast 150 US$ je Barrel. Und auch die Aluminium-, Gas-, Kupfer- und Stahlpreise sind auf Rekordhöhen geschossen. Seit dem Peak im Sommer 2008 haben die Rohstoffpreise aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise jedoch massive Einbrüche erlitten. Die Ausgaben im Infrastrukturbereich nehmen aktuell Dank der staatlichen Finanzspritzen wieder deutlich zu. Deshalb gehen wir bei EMFIS.com auch davon aus, dass sich das Konjunkturprogramm positiv auf die Rohstoffpreise auswirken wird. Öl, Kupfer und andere Industriemetalle sind bereits angesprungen.

So stark die Übertreibung der Rally zuvor war, so stark sind die Preise dann jedoch auch eingebrochen. Öl notierte zu Jahresbeginn auf einem Tiefstand von unter 35 US$ je Barrel. Jetzt, seit Mitte März, erholen sich die Preise wieder und das Barrel Öl wird nahe der 55 US$-Marke gehandelt.

In China ist die Rohstoffnachfrage – und hierbei vor allem die Ölnachfrage – im ersten Quartal erstmals seit acht Jahren zurückgegangen. Jedoch bereits im März zeichnete sich in der chinesischen Wirtschaft eine erste Trendwende ab. Somit dürfte auch die Ölnachfrage innerhalb Chinas wieder anziehen, was sich in der Folge auch bereits am Öl-Future-Markt ausgewirkt hat. Die durchschnittliche Ölpreiserwartung liegt bei den Analysten zwischen 60 US$ und 70 US$ je Barrel für das laufende Geschäftsjahr.

China will in diesem Jahr um 8% wachsen. Die Anzeichen stehen nach den Konjunkturdaten vom April gut. Vor allem der wichtige Einkaufsmanager-Index des verarbeitenden Gewerbes hat sich positiv über die 50-Punkte-Marke (53,5 Punkte) entwickelt. Ein Wert über 50 deutet auf Wachstum hin. Er ist erstmals seit neun Monaten über diese Schwelle gesprungen. Auch der Binnenkonsum bleibt mit einem Anstieg von knapp 10% stark.

Die Ölnachfrage sollte in China daher wieder steigen. Der Energiebedarf hat seinen Turnaround wohl gefunden, die Produktion springt wieder an und die Anzahl der verkauften Autos wächst trotz der „Krise“ weiter. Das sollte vor allem die Ölkonzerne mit Raffinerieanbindung stimulieren. In China ist der Raffineriebereich durch staatliche Bestimmungen nicht frei. Das heißt konkret, dass der Staat die Preisspanne für den Verkauf von Benzin und Diesel vorgibt. Die Preisspanne wurde zur Entlastung der Raffineriebetreiber in diesem Jahr erhöht. Dadurch entstanden höhere Endverbraucherpreise und Umsätze. Allerdings stieg gleichzeitig auch der Steuerstatz.

2.) Petrochina

2.1.) Unternehmensprofil

Petrochina ist Asiens größter Ölkonzern und am chinesischen Inlandsmarkt (A-Aktien) sowie an der Börse Hongkong (H-Aktien) handelbar. Petrochina ist in den Bereichen Öl-Exploration, Raffinerie und Gas tätig. Die Ölförderung ist der größte Geschäftsbereich und wird weltweit auf den Kontinenten Afrika, Amerika, Asien und Europa (Osteuropa) betrieben.

2.2.) Ergebnisentwicklung

Im ersten Quartal ist der Nettogewinn um 36% eingebrochen. Im selben Zeitraum ist der Ölpreis gegenüber dem Vorjahr allerdings auch um 58% eingeknickt. Positiv entwickelte sich für Petrochina die Raffineriesparte. China hat den Raffineriebetreibern eine Preiserhöhung erlaubt, was die Rückgänge aus dem Explorationsgeschäft teilweise auffangen konnte.

Die Ölnachfrage ging bei Petrochina erstmals seit acht Jahren zurück. Im Vorjahresvergleich produzierte Petrochina 5,7% weniger Öl. Die Gasnachfrage ging währenddessen um 7,9% nach oben. Zuvor stieg die jährliche Nachfrage um durchschnittlich 19%.

In China muss man die staatlich vorgegebenen Spritpreise beachten. In diesem Jahr wurde die Preisspanne für die Raffineriebetreiber deutlich erhöht. Das hat auch Petrochina in seiner Raffineriesparte positiv beflügeln können. Wir bei EMFIS.com gehen nicht davon aus, dass die chinesische Regierung eine neue Regelung schaffen wird. Die Steuern für raffinierte Produkte sind gerade erst angehoben worden. Somit wird China kein Interesse an einer Erneuerung haben.

2.3.) Petrochina: Aktienkursentwicklung

Für Petrochinas Entwicklung an der Börse ist sicherlich der Ölpreis entscheidend. Raffieriegetriebene Informationen sollten eher den Mitbewerber Sinopec betreffen. Grundsätzlich muss man bei Petrochina bedenken, dass das Unternehmen mittlerweile zu einem der weltweit größten Unternehmen geworden ist. Die Kursentwicklung hängt also sehr stark von der verfügbaren Liquidität im Markt ab.

2.4.) Aktuelle Bewertung bleibt attraktiv

Die Petrochina Aktie hat wie beschreiben im ersten Quartal einen 35%igen Gewinneinbruch verzeichnet. Trotz des starken Kursanstiegs seit der EMFIS-Empfehlung im März bei 5,12 HKD auf heute 7,40 HKD liegt das erwartete KGV bei rund 11. Entscheidend bleibt die Entscheidung der Anleger, wohin der Ölpreis gehen wird. Je höher Sie diesen Wert schätzen, desto stärker fällt das erwartete KGV. Die Durchschnitts-KGV-Erwartung setzt auf einen Ölpreis von 60 bis 70 US$ je Barrel.

Schauen wir nun einmal, was die Charttechnik von Herrn Kämmerer von www.TA4YOU.com zu dem Wert sagt.

3.) Charttechnische Analyse

Die Chartanalyse wird in Zusammenarbeit mit Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) erstellt:

Petrochina – besitzt durchaus noch weiteres Kurspotenzial

Einleitung:
Wie aus den letzten Analysen bekannt, möchte ich heute wieder mit einem so bezeichneten „Big Picture“ starten. Im Fall der heutigen Petrochina nutze ich dafür den 9-Jahres-Chart in US$ um mögliche Unterstützungs- und Widerstandszonen definieren zu können. Dem 9-Jahres-Chart folgend, ergänze ich die Analyse um einen 2-Jahres-Chart, um Ableitungen zur zukünftigen Entwicklung anhand zweier Szenarien zu skizzieren. Hintergrund der Szenarien ist die Tatsache, dass die Technische Analyse nicht statisch ist und es sich zudem um eine Momentaufnahme der Aktie handelt. Im Grunde müsste jedes Verhalten der Aktie fortlaufend kommentiert und analysiert werden. Um dies zu vermeiden gebe ich dem Chart selbst die Chance sich zu entwickeln und folglich entsprechende Szenarien abzuarbeiten.

Ich nutze dabei, wie bereits angesprochen, den Chart der in den USA notierten American Depositary Receipt (ADR), da diese Daten leichter zugänglich waren/sind, als die Daten direkt aus Hongkong oder gar China und die Liquidität der Aktie im US-Handel höher ist als z.B. in Deutschland. Dabei ist zu beachten, dass ein in den USA gehandelter ADR 100 Petrochina Aktien repräsentiert, so dass die von mir genannten US$ Marken eigentlich immer durch 100 dividiert und anhand des Euro/US$ Wechselkurses in Euro umgerechnet werden müssten.
Petrochina, Chart, 9 Jahre

(Quelle: Der dargestellte Chart wurde mit TradeSignal -Webedition- erstellt.)

Zum 9-Jahreschart:
Noch vor den vorläufigen Allzeithochs an den internationalen Ölmärkten im Jahr 2008 markierte die Aktie von Petrochina bereits im Oktober 2007 ihr vorläufiges Allzeithoch. Seit diesen Höchstkursen im Bereich von rund 288 US$ (2,88 US$ = 2,16 Euro) geriet auch der chinesische Riese ins Wanken und erführ Rückschläge in der Dimension zahlreicher Ölmultis mit eben Abschlägen von mehr als 80% in der Spitze. Diese Talfahrt führte den Aktienkurs exakt bis an den Bereich des 50,00%-Fibonacci-Retracements im Bereich um ca. 61 US$ (0,61 US$ = 0,46 Euro). Seither erholt sich die Aktie – im Umfeld sich wieder stabilisierender Ölpreise – kräftig und erreichte in diesem Zusammenhang zwischenzeitlich bereits wieder Kurse oberhalb von 100 US$ (1 US$ = 0,75 Euro). Im Zuge dieser Stabilisierung gelang Petrochina im April des laufenden Jahres der Ausbruch aus der als maßgeblich zu bezeichnenden sowie seit 2007 bestehenden Abwärtstrendlinie. Dieser Ausbruch, welcher zugleich per erfolgten Rücklauf bestätigte wurde, hebelt die Aktie derzeit direkt an den allerdings immer noch fallenden 200-Tage-Durchschnitt bei aktuell rund 98 US$ (0,98 US$ = 0,73 Euro). Eine Etablierung über diesen gleitenden Durchschnitt sollte mittel- bis langfristig eine Umkehrbewegung in Richtung alter Höchststände einleiten.
Petrochina, Chart, 2 Jahre

(Quelle: Der dargestellte Chart wurde mit TradeSignal -Webedition- erstellt.)

Zum 2-Jahreschart:
Chance-Risiko-Verhältnis: 75/25 – die Aktie liefert aus charttechnischer Betrachtung ein bullisches Setup. Dementsprechend sind in Kürze Kurse oberhalb von 100 US$ äußerst wahrscheinlich. Ob zuvor nochmals ein Rücklauf bis ca. 85 US$ (0,85 US$ = 0,64 Euro)aufgrund der Kurslücke (Gap) vom Beginn dieser Woche erfolgt, bleibt anzuwarten. Dieser würde jedoch keinesfalls das laufende Setup gefährden, solange Petrochina oberhalb von 80 US$ (0,80 US$ = 0,60 Euro) bzw. insbesondere von 70 US$ (0,70 US$ = 0,52 Euro)notieren würde. Der Stoppkurs sollte im Falle eines Investments bei spätestens 69,50 US$ (0,695 US$ = 0,52 Euro) platziert werden, um größere Verluste zu vermeiden.

LONG-Szenario:
Petrochina setzt den Anstieg mit dem erfolgten Bruch der Abwärtstrendlinie fort und erzeugt mit der Etablierung über dem 200-Tage-Durchschnitt (aktuell bei rund 98 US$ (0,98 US$ = 0,73 Euro)) ein weiteres bestätigendes Kaufsignal mit einem Kursziel von zunächst 133 US$ (1,33 US$ = 1,00 Euro). Über 133 US$ (1,33 US$ = 1,00 Euro) locken mittelfristig Niveaus von zunächst 185 US$ (1,85 US$ = 1,39 Euro) sowie längerfristig Kurse im Bereich nahe der Allzeithochs bei rund 290 US$ (2,90 US$ = 2,17 Euro). „The trend is your friend“ und folglich bleibt bei Kursen über 70/80 US$ (0,70/0,80 US$ = 0,52/0,60 Euro) die Lage fortwährend bullisch.

SHORT-Szenario:
Wider erwarten vollzieht Petrochina nicht nur die Schließung der entstandenen Kurslücke (Gap)im Bereich von rund 90 bis 95 US$ (0,90 US$ bis 0,95 US$ = 0,67 Euro bis 0,71 Euro), sondern durchbricht zugleich den Unterstützungsbereich von 85 US$ (0,85 US$ = 0,64 Euro). Weitere Rückschläge bis zunächst etwa 75 US$ (0,75 US$ = 0,56 Euro) werden dadurch höchstwahrscheinlich und sofern die Aktie selbst diese Niveaus nicht Halten kann, rückt mit einem Tages- bzw. Wochenschlusskurs unterhalb von 70 US$ (0,70 US$ = 0,52 Euro) ein Test der Tiefststände von 2008 auf die Agenda. Neue Tiefstkurse bis in den Bereich von 45 US$ (0,45 US$ = 0,34 Euro) sollten in diesem Fall aufgrund der wieder eingetretenen Kursschwäche keinesfalls überraschen.

Soweit die Charttechnik von Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com).

4.) Fazit

Als Bluechip ist Petrochina nicht nur von der Entwicklung seines Ergebnisses abhängig, sondern auch von der im Markt verfügbaren Liquidität. Seit dem Jahrestief bei (in Euro) 0,51 konnte sich die Aktie schon auf 0,75 Euro erholen. Mittel- bis langfristigen Investoren raten wir weiterhin in Petrochina investiert zu bleiben. Bei einem steigenden Ölpreis sollte man zusätzlich Positionen aufbauen, da dann die Hebelwirkung durch die Förderung gesteigert wird. Und besonders im Raffineriegeschäft sieht es weiterhin positiv aus.

Über den Autor

EMFIS.com ist Deutschlands führender Anbieter von Börseninformationen zu den Emerging Markets und Asien. Die EMFIS-Experten sind dabei für verschiedene Investmentbanken beratend tätig und zudem aufgrund ihrer langjährigen Asien-Erfahrung auch häufig gefragte Interviewpartner in TV- und Printmedien. Das bereits im Jahr 2000 gegründete Unternehmen betreibt die Finanzplattformen www.EMFIS.com und www.Rohstoffe-go.de.

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