Wunschanalyse Panasonic Corp.

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de). Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse des 3D-TV-Herstellers Panasonic Corp. gewünscht.

Panasonic Corp. laut Sharewise.com:

Prognostiziertes Kursziel kaufen halten verkaufen
4 Mitglieder Ø 12,94 € 4 0
0 Analysten Ø kein 0 0 0

Panasonic Corp. (WKN 853 666, ISIN JP3866800000, Marktkapitalisierung: ca. 25,57 Mrd. Euro, ca. 34,72 Mrd. US$)


Firmenlogo Panasonic Corp.

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RENAISSANCE DER 3D TECHNOLOGIE

Begeisterung bei den einen, Skepsis bei den anderen. Das Thema 3D Filme wird derzeit sehr kontrovers diskutiert. Filmstudios und Kinobetreiber feiern Besucherrekorde bei gleichzeitig höheren Eintrittspreisen wobei die Technologie, die für das Abspielen der 3D-Filme notwendig ist, inzwischen günstig zu haben ist. Spielefans freuen sich auf ein viel realistischeres Spielerlebnis. Und TV-Hersteller versprechen, 3D in die Wohnzimmer der Privathaushalte zu bringen.

Der Hype um 3D wird von manchem vorschnell auf zu viele Bereiche übertragen, 3D-TVs für das Wohnzimmer brauchen meiner Einschätzung nach noch eine Weile, bis sie zur Realität werden. Ich halte das Thema jedoch für so interessant, dass ich die nächste Ausgabe meines Börsenbriefes „Heibel Ticker“ diesem Thema widme. Ich werde dort die verschiedenen Entwicklungen aufzeigen und genau analysieren, welche Unternehmen von diesem neuen Trend profitieren, welche Aktien schon zu hoch bewertet sind und mit welchen Aktien Sie gute Chancen auf Gewinne haben. Sie können sich hier kostenfrei und unverbindlich anmelden.

Doch heute haben Sie sich Panasonic Corp. gewünscht, der japanische Vorzeigekonzern, der nach eigener Aussage über 50% Marktanteil bei 3D-TVs besitzt. Schauen wir uns diesen innovativen Japaner daher nun einmal genauer an.

PANASONIC, DER MERCEDES UNTER DEN TECHNOLOGIEFIRMEN

Bis vor zwei Jahren hieß der Mutterkonzern noch Matsushita, doch weil die Marke Panasonic weltweit bekannter war änderte man den Namen. Ich selbst bin vor einigen Jahren eher durch Zufall auf Panasonic aufmerksam geworden: Als Technikfreak (immerhin bin ich Deutschlands erster Internetnutzer) habe ich stets kleine, leistungsfähige Laptops gesucht.

Diese fand ich vor sechs Jahren bei JVC, dort gab es den kleinsten, leichtesten aber dennoch vollwertigen Laptop der Welt. Nach einigen Jahren zufriedenen Arbeitens mit diesem Laptop (MPC-3210) ging mir der laute Lüfter auf den Keks und ich schaute mich nach den dann modernsten Laptops um: Es gewann Panasonic mit seinem CF-T4 das Rennen, denn dieser Laptop kam ohne Ventilator aus (passive Kühlung) und machte dennoch keine Abstriche bei der Leistung. Immerhin setzt das US-Militär auf Panasonic Laptops.

Ich schaute mir also Matsushita genauer an und fand heraus, dass dieses Unternehmen nur wenige Bereiche anfasst, dort aber die Marktführerschaft anstrebt und häufig auch inne hat. So ist Panasonic Marktführer bei Plasma-TVs. Da die LCD-Technologie aus Kostensicht bei großen Flachbildschirmen ihre Grenzen hatte wurden dort Plasma-TVs eingesetzt. Und dort war Panasonic führend unterwegs, der Marktanteil liegt heute bei etwa 40%.

Neben dem Plasma-TV und den Laptops hat Panasonic als drittes Standbein die Blue-ray Technologie. Noch mehr Daten auf der guten alten CD lautet die Devise. Die Blue-ray Lösungen von Panasonic gelten bei dieser fehleranfälligen Technologie als die sichersten und qualitativ hochwertigsten.

BLUE-RAY UND PLASMA-TV VEREINEN SICH BEI 3D

Es ist leicht zu verstehen, dass Panasonic sich mit ganzem Herzen der 3D Technologie verschreibt: Die großen Datenmengen, die 3D-Filme beanspruchen, passen nur auf Blue-ray DVDs. Und wer ein annehmbares 3D-Erlebnis zu Hause haben möchte, der braucht große Bildschirme, wie sie Panasonic mit seinen Plasma-TVs anbietet. Wäre dumm, wenn Panasonic auf diesen Zug nicht aufspringen würde. Doch ist das sinnvoll?

Im Kino sehen Sie 3D Filme mit der Polfilterbrille. Diese einfache Brille (Pfennigartikel) hat in einem Glas senkrechte und in dem anderen waagerechte Schraffierungen, die Sie mit bloßem Auge nicht erkennen. Doch das führt dazu, dass bei dem senkrecht schraffierten Glas anderen Lichtwellen durchgelassen werden als bei dem waagerecht schraffierten Glas. Auf der Kinoleinwand werden bei 3D Filmen zwei unterschiedliche Bilder gezeigt. Ihre Augen, die jeweils eines dieser unterschiedlichen Bilder durch die Polfilterbrille sehen, bauen das ganze im Gehirn dann zu einem 3D-Bild zusammen.

Auf dem Plasma-TV funktioniert diese Technologie heute noch nicht. Dort können die zwei unterschiedlichen Bilder nicht mit unterschiedlichen Wellen ausgestrahlt werden. So hat man eine alternative Technologie entwickelt: Die unterschiedlichen Bilder werden immer abwechseln gezeigt. Zum 3D-Schauen brauchen Sie dann eine LCD-Brille, die einen LCD-Monitor auf jeder Seite hat (Batterie, dick & schwer), der jeweils abwechseln die eine und dann die andere Seite öffnet. Diese Brille wird mit dem 3D-Plasma-TV abgestimmt, so dass die Frequenzen identisch sind.

Die Kritik an dieser Technologie ist schnell aufgezeigt: Nicht nur das Gewicht der Brille, die Batterie und die komplexe Technologie sind wenig bequem, sondern auch das Flimmern wird zum Problem. Wer Dauerfernsehen möchte, dem könnte das Flimmern irgendwann unangenehm werden.

ZUKUNFTSFÄHIGKEIT VON 3D-TVs FÜR DEN HAUSHALT

Ich möchte mir hier kein Urteil darüber erlauben, ob diese Technologie irgendwann in allen Haushalten verfügbar sein könnte. Die Frequenz kann natürlich erhöht werden, so dass das Flimmern weg fällt. Die Brillen können kleiner und leichter werden. Oder aber es wird demnächst Bildschirme geben, die unterschiedliche Wellen (horizontal & vertikal) ausstrahlen können, so dass auch zu Hause die einfache Polfilterbrille ausreicht. Ich weiß es nicht. Doch in meinen Augen ist es zu früh, die 3D-Euphorie der Kinos auf in die heimischen Wohnzimmer zu übertragen.

Neben den Filmen wären natürlich die Spielehersteller interessiert an einem realistischeren Spieleerlebnis zu Hause. Ich vermute, dass sich die Spieleindustrie in diese Entwicklung einschalten wird. Doch wer einen schönen 3D-Film sehen möchte, der wird sich auch in den kommenden Jahren den Gang zum Kino nicht nehmen lassen. Ich halte daher die Vehemenz, mit der Panasonic den 3D-Plasma-TV in Kombination mit Blue-ray DVD-Player anpreist, als opportunistisch und verfrüht.

Dieses Frühjahr wird in Deutschland die erste entsprechende Lösung zu kaufen sein. Es wird ein entsprechendes Preisschild von 800 Euro für den Blue-ray DVD-Spieler erwartet und von 2.400 Euro für den 50 Zoll 3D-Plasma-TV. Im Sommer soll dann noch ein 65 Zoll 3D-Plasma-TV folgen.

Panasonic ist hier aufgrund der starken Marktposition bei den großen Plasma-TVs Marktführer und technikverliebt wie die Japaner sind auch so ziemlich der erste, der solche Produkte auf den Markt bringt. Da ist es also nicht schwer, vom Start weg von einem Marktanteil von über 50% zu sprechen.

BEWERTUNG DER PANASONIC AKTIE

So gut die Produkte von Panasonic auch sein mögen, auf den internationalen Märkten hat der im vergangenen Jahr starke Yen die Gewinne ausgelöscht. Den langfristigen Schulden von 17 Mrd. US$ stehen 13 Mrd. US$ liquide Mittel gegenüber, so dass die Bilanz unterm Strich recht gut aussieht. Dennoch erwirtschaftet das Unternehmen derzeit keine Gewinne und sieht sich großen Investitionen gegenüber, um seine Wettbewerbsposition zu halten: LCD Flachbildschirme werden immer günstiger und graben den Plasma-TVs so langsam den Markt ab.

Die 75 Mrd. US$ Jahresumsatz werden mit ca. 35 Mrd. US$ Marktkapitalisierung bezahlt. Da ist ein Großteil der Unsicherheit aus Währungsschwankungen und LCD-Wettbewerb wohl schon im Aktienkurs enthalten. Der Umsatz stagniert schon seit Jahren.

Aus dieser Betrachtung wird deutlich, dass Panasonic die High-End 3D-Plasma-TV-Lösung nicht aus einer Position der Stärke heraus propagiert sondern bereits mit dem Rücken zur Wand steht. Dies wird um so deutlicher als auch die Blue-ray Technologie in meinen Augen nicht ein Zukunftsmarkt ist, sondern lediglich ein Lückenbüßer bis zu dem Zeitpunkt, wo die Speicherkarten (bspw. SD, Flashcards, NAND-Memory) ausreichend Datenmengen tragen können, um die Blue-Rays abzulösen. Die Kapazität ist heute schon vorhanden, die Preise werden bald dort sein.

FAZIT

Panasonic könnte es vorziehen eher in Schönheit zu sterben, als sich dem marktwirtschaftlichen Druck preis zu geben und einfachere, dafür aber profitablere Märkte zu erschließen. Meinen Ausführungen haben Sie entnommen, dass ich absoluter Fan von Panasonic-Produkten bin. Ich habe noch nicht erwähnt, dass die Digitalkamera in unserem Haushalt von Panasonic stammt. Aber wenn es um die Aktie geht würde ich die Finger davon lassen.

Wie oben angekündigt auch ier nochmals der Hinweis: Am Freitag werde ich in meinem Börsenbrief „Heibel Ticker“ die 3D-Branche genauer unter die Lupe nehmen und das eine oder andere Unternehmen vorstellen, bei dem die 3D-Euphorie auch zu einem steigenden Aktienkurs führen kann. Sie können sich über diesen diesen Link kostenfrei und unverbindlich anmelden.

Über den Autor

Stephan Heibel ist Autor und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefes, der wöchentlich kostenfrei per E-Mail verschickt wird. Darin werden die Hintergründe zu Kursbewegungen an den Finanzmärkten aufgezeigt und erklärt. Interessante Tradingideen werden daraus abgeleitet. Sie können sich unter:

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Stephan Heibel

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