Wunschanalyse Human Genome Sciences/MediGene AG

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Rainer Hahn von EMFIS.com. Für die Chartanalyse haben wir Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Human Genome Sciences und auch der MediGene AG gewünscht.

Human Genome Sciences laut Sharewise.com:

Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
2 Mitglieder Ø 1,71 € 2 0
0 Analysten Ø kein 0 0 0

Human Genome Sciences (WKN 889 323, ISIN US4449031081)

MediGene AG laut Sharewise.com:

Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
6 Mitglieder Ø 6,97 € 6 0
2 Analysten Ø 8,15 € 2 0 0

MediGene AG (WKN 502 090, ISIN DE0005020903)

  

Human Genome Sciences                                               MediGene AG

Heute haben wir zum ersten Mal den Fall, dass es zwei „Gewinner“ unserer Sharewise Wunschanalyse gibt, nämlich auf der einen Seite das amerikanische Biotechunternehmen Human Genome Sciences Inc. und auf der anderen Seite das deutsche Biotechunternehmen MediGene AG. Zudem ist der Zweitplatzierte, nämlich das deutsche Logistikunternehmen D.Logistics AG gerade einmal eine Stimme hinter den beiden Gewinnern und selbst die beiden eCommerce Software Unternehmen Broadvision und Intershop waren nicht wirklich weit abgeschlagen. Da aber Human Genome Sciences und MediGene AG, also die beiden Gewinner, als Biotechwerte recht gut zueinander passen, habe ich mich dazu entschieden Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, auch beide Wünsche zu erfüllen, so dass die heutige Wunschanalyse zum allerersten Mal eine „Doppel Wunschanalyse“ darstellt.

1.) Fundamentale Analyse(n)

Human Genome Sciences Inc.

Die Human Genome Sciences Inc. ist ein amerikanisches Biotechunternehmen, welches im Jahre 1992 in Rockville im US-Bundesstaat Maryland gegründet wurde. Ziel des Unternehmens ist die „Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Medikamenten, basierend auf der Protein- und Antikörperforschung“. Stand 2008 hat Human Genome Sciences Inc. Medikamente zur Behandlung von Krankheiten wie Hepatitis C, Lupus, Milzbrand, Krebs, rheumatoider Arthritis sowie AIDS/HIV in der Pipeline. Dabei verfügt die Human Genome Sciences Inc., die nicht mit dem einstmals von Craig Venter/Celera Genomics betriebenem „Humanen Genomprojekt“ zu verwechseln ist, über drei Medikamente in Phase-III-Tests am Menschen, nämlich LymphoStat-B (Belimumab) gegen Lupus, Albuferon gegen Hepatitis C und Abthrax (Raxibacumab) gegen Milzbrand. Dabei entwickelt man Belimumab in Zusammenarbeit mit GlaxoSmithKline, Albuferon in Zusammenarbeit mit Novartis und Abthrax in enger Kooperation mit der US-Regierung und derem Projekt BioShield.

Das Unternehmen wurde seinerzeit gegründet von dem bekannten Harvard-Professor und AIDS-Forscher William A. Haseltine und arbeitete jahrelang mit dem eben bereits angesprochenen Craig Venter und dessen TIGR Projekt zusammen. Dank einiger vielversprechender Forschungserfolge stieg der Aktienkurs in der Technologiehausse des Jahres 2000, angeheizt von sehr optimistischen Aussagen des damaligen CEO Prof. Haseltine, in schwindelerregende Höhen. Doch die damals hochgepriesenen Medikamentenkandidaten fielen durch und der Aktienkurs in den Keller. Nachdem dann im Jahr 2004 auch noch der Medikamentenkandidat Repifermin in klinischen Studien durchfiel (es wurde keine größere Wirksamkeit als bei Placebos festgestellt und die Entwicklung daraufhin eingestellt) musste CEO Prof. Haseltime endgültig seinen Hut nehmen und der auch heute noch amtierende CEO H. Thomas Watkins übernahm die Aufgaben als CEO und Präsident der Gesellschaft.


Human Genome Sciences, Hauptquartier in Rockville, Maryland, USA

Das Unternehmen hat aufgrund zahlreicher Mißerfolge in der Vergangenheit sämtliches Vertrauen am Kapitalmarkt verspielt und nur so ist zu erklären, dass die Gesellschaft trotz gleich dreier PhaseIII Medikamente derzeit nur mit einer Marktkapitalisierung von ca. 175 Mio. US$ bewertet wird. Schaut man auf KUV bzw. das nicht vorhandene KGV, so mag dies natürlich immer noch sehr teuer erscheinen, aber bitte bedenken Sie, dass man ein Biotechunternehmen nicht nach diesen klassischen Kriterien bewerten kann. Denn sollte auch nur eines der drei aktuell in Phase III befindlichen Medikamente zur Marktreife gelangen, was ich unter der neuen Führung als fast sicher ansehen würde, so könnten die Umsätze und Gewinne innerhalb kurzer Zeit explodieren. Insofern ist die Aktie der Human Genome Sciences Inc. zwar mit Sicherheit kein Papier für konservative Investoren, aber durchaus eine Investition für hartgesottene Spekulanten!

MediGene AG

Kommen wir damit zum zweiten Unternehmen, dass ich heute für Sie an dieser Stelle analysieren darf, nämlich zu der in Martinsried bei München ansessigen MediGene AG. Die MediGene AG wurde 1994 gegründet und war damals eine Ausgründung des Münchener Genzentrums. Einer der Gründer war dabei der Biochemieprofessor Horst Domdey. Der Börsengang der Gesellschaft erfolgte dann zur Boomzeit des Neuen Marktes im Jahr 2000.

Die MediGene AG hat sich auf die Erforschung und Entwicklung von Medikamenten zur Bekämpfung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen spezialisiert. Dabei wurde die MediGene AG das erste deutsche Biotechnologieunternehmen, dass ein Medikament erfolgreich durch die Arzneimittelzulassung bringen konnte. Ferner sicherte sich die MediGene AG im Jahr 2001 die Vermarktungsrechte für das Medikament Eligard mit dem Wirkstoff Leuprorelin-Acetat gegen Prostata Krebs für Europa. 2004 erhielt die MediGene AG dann die Zulassung dieses Medikamentes für 24 europäische Länder, so dass man den Vertriebspartner Astellas gewinnen konnte, der dieses Medikament in ganz Europa vertreibt.

Seit dem Börsengang akquirierte die MediGene AG zudem drei Unternehmen, nämlich im Jahre 2001 die amerikanische Biotechcompany NeuroVir aus San Diego, USA, im Jahre 2004 die Produkte und Technologien der insolventen Munich Biotech AG aus Deutschland sowie im Jahre 2006 die Avidex Ltd. aus Oxford, Großbritannien.

Die MediGene AG gab für das Geschäftsjahr 2008 auf Basis von IFRS folgende Geschäftszahlen bekannt. Der Umsatz des Unternehmens wuchs von 2007 auf 2008 von 23,9 Mio. Euro um 66% auf 39,6 Mio. Euro. Dabei wurde zugleich der EBITDA-Verlust von 30,3 Mio. Euro um 19% auf 24,6 Mio. Euro eingedämmt. Dies lag beides leicht über den eigenen Prognosen die bei einem Umsatz von 38 Mio. Euro einen EBITDA-Verlust von 26 Mio. Euro vorsahen. Zum Stichtag 31. Dezember 2008 verfügte die MediGene AG über liquide Mittel in Höhe von 25,1 Mio. Euro, was bei gleichbleibendem Barmittelverbrauch von 2,3 Mio. Euro pro Monat nur noch für etwa 11 Monate reichen würde.

Da die MediGene AG jedoch im Jahr 2008 eine Phase II Studie für EndoTAG®-1 gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs erfolgreich abschließen konnte, wird es von zwei Seiten eine spürbare Verbesserung der Finanzsituation geben. Zum einen werden die in 2008 angefallenen Kosten für die inzwischen ja abgeschlossene Phase II Studie entfallen, zum anderen sucht die MediGene AG nach einem Vermarktungspartner für das Medikament EndoTAG®-1. Sollte es hier zu einem Abschluss kommen, so dürften einige Millionen in die Kassen des Unternehmens fließen, zumal die Gesellschaft in einer sehr guten Verhandlungsposition scheint. Denn selbst der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer soll Insidern zufolge zu zahlreichen Interessenten an EndoTAG®-1 zählen. Und dies ist immerhin ein sogenanntes Blockbustermedikament, also ein Medikament mit einem Umsatzpotential von mehr als 1 Mrd. Euro (Experten rechnen sogar mit einem Potential von bis zu 1,5 Mrd. Euro) pro Jahr.

Auf den ersten Blick scheint die MediGene AG daher vielleicht dem ein oder anderen sogar insolvenzgefährdet, aber dies ist angesichts der o.g. Fakten mit Sicherheit ausgeschlossen. Mit Eligard hat man bereits ein Medikament am Markt, dass für regelmäßige Umsätze und Einnahmen sorgt, mit EndoTAG®-1 soll und kann nun aber der eigentliche große Coup gelingen. Wenngleich die Aktie daher auf den ersten Blick mit einer Marktkapitalisierung von fast 160 Mio. Euro teuer erscheint, relativiert sich dies bei genauerem Hinsehen und dank EndoTAG®-1 sehr schnell. Da es aber, wie bei Biotechunternehmen immer, durchaus auch gewisse Risiken gibt, eignet sich natürlich auch eine MediGene Aktie nicht unbedingt für konservative Anleger, aber auch hier können hartgesottene Spekulanten durchaus zugreifen.

Vergleich Human Genome Sciences und MediGene AG

Vergleicht man Human Genome Sciences und die MediGene AG, so ist aus meiner Sicht die MediGene Aktie für den spekulativ orientierten deutschen Anleger etwas besser geeignet. Allerdings nicht etwa weil bei der amerikanischen Human Genome Sciences die Risiken viel höher wären als bei der MediGene AG (die halten sich in etwa die Waage), sondern einzig und allein aus dem Grund, dass man sich über MediGene leichter Informationen, wie zum Beispiel den Geschäftsbericht, besorgen kann. Zudem erscheint MediGene kurzfristig aussichtsreicher, da ein EndoTAG®-1 Deal unmittelbar bevorstehen soll, was die Aktie beflügeln könnte.

Quellenverzeichnis: Die Unternehmensgeschichte der MediGene AG wurde auszugsweise entnommen bei: http://de.wikipedia.org/wiki/MediGene

Werfen wir damit nun einen Blick auf die Charttechnik der beiden Aktien!

2.) Charttechnische Analyse(n)

Heute ist Herr Kämmerer von TA4YOU.de leider beruflich bedingt in Frankfurt am Main, so dass ich die Chartanalyse selbst übernehme. Kommen wir gleich zu Human Genome Sciences!

Human Genome Sciences Inc.

Das Allzeithoch der Human Genome Aktie lag Anfang des Jahres 2000 bei über 112 US$ (hier im Chart nicht zu sehen). Seit diesem Hoch hat die Aktie dann in der Spitze sagenhafte 99,57% an Wert verloren und erst vor wenigen Wochen bei 0,4810 US$ ein neues Allzeittief erreicht. Seit diesem Tief wiederum konnte die Aktie, wie Sie im Chart nun sehen können, mehr als 160% zulegen können. Nichtsdestotrotz kann man damit aus charttechnischer Sicht noch keinerlei Entwarnung geben, denn trotz dieser Gegenbewegung sind nach wie vor alle Abwärtstrend, ob langfristiger oder eher kurzfristiger Natur, unverändert voll intakt.

Nichtsdestotrotz hat diese zuletzt gesehene Gegenbewegung jedoch durchaus das Chartbild ein wenig aufhellen können. So wurde der GD38 von unten nach oben gebrochen, bevor die Aktie dann jedoch am GD50 scheiterte. Trotz dieses Scheitern im ersten Versuch konnte die Aktie aber einen Großteil der vorangegangenen Kursgewinne verteidigen, was auf eine Zwischenkonsolidierung hindeutet. Auf dem schwierigen weiteren Weg nach oben stehen nun jedoch immer noch etliche Widerstände im Weg. So der GD50 bei ca. 1,50 US$, der GD90 sowie der GD100 bei 1,75 US$ und auch der GD200 bei ca. 3,75 US$. Der erste primäre Abwärtstrend wurde bei der Gegenbewegung zuletzt gebrochen, jedoch liegt der entscheidende Widerstand, um den langfristigen Bärenmarkt in der Aktie zu beenden, bei ca. 4 US$.

Die Aktie ist somit charttechnisch kaum einzuschätzen. Kurzfristig könnte die Aktie bis zum harten Widerstand bei 1,50 US$ laufen und bei Bruch dieses Widerstandes besteht weiteres Potential bis ca. 1,75 US$. Hier dürfte es dann wohl wieder zu einer Konsolidierungsphase kommen, bevor die Aktie in Richtung 3,50 US$ bis 4 US$ ansteigen kann, wo dann die langfristige Richtungsentscheidung ansteht. Aufgrund der vielen Unabwägbarkeiten kann man die Aktie daher aus charttechnischer Sicht weder zum Kauf noch zum Halten noch zum Verkauf empfehlen, sondern man muss bei der Aktie quasi täglich überprüfen, wie es um sie steht. Von daher sicherlich eine Aktie, die etwas „tricky“ ist und in der sich nur erfahrene Anleger hineintrauen sollten. Denn von exorbitant hohen Kursgewinnen bis zum Totalverlust scheint hier alles möglich.

Human Genome Sciences Inc., Chart, 1 Jahr

Kurzfristig – und das kann man dem obigen Chart sehr schön entnehmen – kommt aber noch eine sehr interessante Konstellation hinzu. Denn die Aktie ist in eine sogenannte Dreiecksformation hineingelaufen und sollte hier ein Ausbruch nach oben gelingen, so eröffnet das der Aktie kurzfristig ein deutliches Aufwärtspotential. Entscheidend ist hierfür die Marke von etwa 1,30 US$. Derzeit spricht vieles dafür, dass dieser Ausbruch gelingen wird, denn trotz der Kursrally in den letzten Wochen kann sich die Aktie derzeit auf dem erhöhten Niveau sehr schön stabilisieren. Noch zeigt der RSI zwar ein leicht überkauftes Niveau an, aber durch die Konsolidierung zuletzt ist der Indikator bereits auf dem Rückzug. Kurzfristig läge bei Ausbruch über 1,30 US$ daher ein Kursziel von 1,75 US$ und somit ein Kursgewinn von rund 30% im Bereich des Möglichen.

MediGene AG

Damit genug zu Human Genome Sciences und zur MediGene AG. Der Verlauf der Aktie ist im Prinzip ähnlich wie bei der eben analysierten MediGene AG. Zwar kam der Börsengang der MediGene AG kurz vor dem Höhepunkt des damaligen Booms am Neuen Markt recht spät, aber er kam noch früh genug um die Aktie auf ein Allzeithoch über 120,00 Euro zu katapultieren – wohlgemerkt bei einer Bookbuildingspanne von 35,00 Euro bis 42,00 Euro, einem Ausgabepreis von 42,00 Euro und einem ersten Börsenkurs von 55,00 Euro. Typisch Neuer Markt eben…

In der Folge verlor die Aktie dann, wie viele Aktien des Neuen Marktes, ca. 97,90% an Wert und notierte Mitte 2003 auf dem bisherigen Allzeittief von 2,55 Euro. Und die Berg- und Talfahrt ging munter weiter, so dass sich die Aktie bis Mitte 2005 auf knapp 12 Euro erholen konnte. Seitdem hat sich jedoch wieder ein Abwärtstrend etabliert, der die Aktie auf 3,14 Euro Anfang diesen Jahres zurückführte.

MediGene AG, Chart, 1 Jahr

Seit diesem Tief im März zog die Aktie inzwischen fast 40% an und das nachdem zuvor ein Doppelboden ausgebildet wurde mit Tiefs Anfang Dezember und Anfang März. Auch hier zeigt der RSI noch eine überkaufte Situation an, die aber zuletzt schon langsam abgebaut wurde. Auch hier bildet sich derzeit ein Dreieck aus, dass bei einem Durchbruch nach oben enormes Aufwärtspotential eröffnen würde. Zumal mit einem Durchbruch durch die Dreiecksformation zugleich der längerfristige Abwärtstrend, der aktuell knapp unter 5 Euro verläuft, geknackt wäre. Nach unten hin lässt sich das Risiko zudem sehr eng begrenzen, da alle Gleitenden Durchschnitte (GD38, GD50, GD90, GD100, GD200) bei ziemlich genau 4 Euro verlaufen, so dass sich ein Stoppkurs knapp unter 4 Euro anbieten würde, sprich z.B. bei 3,87 Euro.

Damit wäre das Risiko auf etwa 16% begrenzt, bei einer Kurschance nach oben von etwa 40% bis etwa 6,50 Euro, was bei einem Durchbruch durch den Abwärtstrend das Mindestkursziel wäre. Das Chance/Risiko-Verhältnis liegt somit bei 40%:16% oder anders ausgedrückt bei 2,5:1. Durchaus kaufenswert also…

3.) Sentimenttechnische Analyse(n)

Die Sentimentanalyse bei diesen beiden Aktien kann man getrost kurz fassen. So gibt es bei der Aktie von Human Genome Sciences nur 2 Mitgliederempfehlungen und keine Analystenempfehlung. Bei nur zwei Empfehlungen hat man natürlich keine ausreichend breite Datenbasis um sagen zu können das Sentiment ist positiv oder negativ. Bei der MediGene AG ist die Datenbasis zwar etwas breiter, aber 6 Mitgliederempfehlungen und 2 Analystenempfehlungen sind ebenfalls nicht gerade eine breite Datenbasis. Dennoch lässt sich hieraus noch eher ein positives Sentiment ableiten. Dies würde ich jedoch nicht zu negativ werten, da dieses positive Sentiment zu der Kursentwicklung der Aktie zuletzt passt. Zudem wissen natürlich auch viele Anleger um den wohl kurz bevorstehenden EndoTag-Deal und spekulieren darauf. Daher ist das Ergebnis der Sentimentanalyse bei beiden Aktien nicht so entscheidend…

4.) Zusammenfassung(en)

Human Genome Sciences Inc.

Human Genome Sciences Inc. hat viele Aktionäre in den letzten Jahren immer wieder enttäuscht, weshalb der Kurs ins Bodenlose abgestürzt ist. Vertrauen verspielt eben! Aber: Das Unternehmen hat derzeit gleich drei verschiedene und sehr aussichtsreiche Medikamente in der klinischen Testphase III und damit unmittelbar vor der Zulassung. Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn alle drei Medikamente scheitern. Natürlich ist das Medikament gegen Hepatitis C wichtiger als zum Beispiel das Medikament gegen Lupus, da es sich um einen potentiellen Blockbuster (Medikamente mit einem Umsatzpotential von mehr als 1 Mrd. Euro), aber die Aussichten sind vielversprechend. Und für diese Chancen ist der Kurs aufgrund des zuvor verspielten Vertrauens sehr niedrig. Man stelle sich vor wo der Kurs der Aktie hinlaufen könnte, wenn sogar alle drei Medikamente zur Marktreife geführt werden könnten. Insofern ist die Aktie von Human Genome Sciences aus unserer Sicht auf dem aktuellen Niveau durchaus kaufenswert, jedoch sollte man auch das Risiko das bei Biotechunternehmen stets vorhanden ist, beachten. Insofern eignet sich die Aktie wirklich nur für sehr spekulativ ausgerichtete Investoren oder aber als kleine Depotbeimischung. Es sollte daher niemand auf die Idee kommen sein ganzes Vermögen auf die Aktie zu setzen…

MediGene AG

Bei MediGene verhält es sich ähnlich! Auch hier erscheinen die Aussichten dank EndoTAG positiv und die Kurschancen sind hoch. Jedoch natürlicherweise, wie bei Biotechunternehmen immer, auch das Risiko. Daher gilt auch hier, dass sich die Aktie nur für sehr spekulativ ausgerichtete Investoren oder eben als kleine spekulative Depotbeimischung eignet. Auch hier sollte daher bitte niemand auf die absurde Idee kommen, womöglich sein ganzes Vermögen in diese Aktie zu investieren…

Wenngleich ich daher beide Aktien positiv bewerte, möchte ich an dieser Stelle noch einmal explizit darauf hinweisen, dass beide Aktien als Biotechaktien zu den sehr spekulativen Werten gehören und jeder Anleger für eine eventuelle Investitionsentscheidung selbst verantwortlich ist!

Über den Autor

Sascha Huber, Jahrgang 1978 und wohnhaft in Trier, ist schon seit Zeiten des damaligen Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightechbranche bekannt. Er betrieb in den Jahren 1998 bis 2001 zusammen mit einem Partner eine der damals führenden Börsenhotlines sowie eines der damals führenden Börsenportale und gehörte damit zu den Ersten, die das Potential von Aktien wie Amazon.com, eBay oder Intershop Communications erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er allerdings rechtzeitig im März 2000 zum Ausstieg aus dem Neuen Markt und warnte sehr frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec. Mittlerweile gehört er zu den aktivsten Sharewise Mitgliedern und zeichnet sich dabei durch exzellentes Börsen Know How aus. Dabei liegt seine Spezialität unverändert im Hightechsektor, den er aufgrund eines Informatikstudiums auch bestens einschätzen kann.

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