Wunschanalyse Deutsche Telekom AG

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de). Für die Chartanalyse haben wir Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com) um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Deutschen Telekom AG gewünscht.

Deutsche Telekom AG laut Sharewise.com:

Prognositiertes Kursziel kaufen halten verkaufen
11 Mitglieder Ø 12,22 € 9 2
15 Analysten Ø 13,09 € 6 9 0

Deutsche Telekom AG (WKN 555 750, ISIN DE0005557508)


Firmenlogo der Deutschen Telekom AG

DIVIDENDENSTAR OHNE ZUKUNFT

8,6% Dividende, gesicherter Cashflow und mit 30% mittelbar in Staatsbesitz ist auch die Refinanzierung der 37 Mrd. Euro Schulden gesichert. Wenn Sie Rentner sind und aus Ihrem Vermögen regelmäßig eine schöne Dividendenzahlung erwarten, dann ist die Telekom die richtige Aktie für Sie.

Doch wenn Sie auf Kurssteigerungen setzen, dann sollten Sie sich lieber eine Wachstumsaktie suchen. Denn Wachstum ist bei der Telekom Mangelware. Die drei Geschäftsbereiche Festnetztelefon, Mobilfunk und Breitbandzugänge bieten keine wirklichen Innovationen mehr, der Rückgang der Festnetztelephonie wird durch das Wachstum im Mobilfunk gerade so ausgeglichen und das Breitbandgeschäft kämpft mit hauchdünnen Margen gegen Wettbewerber aus Funknetzen sowie aus dem Kabel-TV-Netz.

Immerhin, nach acht Jahren Chaos, politischer Einflussnahme und wegbrechenden Märkten sowie utopischen Investitionen scheint nun ein vernünftiges Geschäftsmodell gefunden worden zu sein. Der Kurssturz von 100 auf 10 Euro ist in meinen Augen beendet, seit 2002 ist der Kurs nicht mehr unter 8 Euro gefallen. Was ich damals bereits ankündigte ist Wirklichkeit geworden: Die Deutsche Telekom befindet sich in einer sehr langen Bodenbildungsphase.

DEUTSCHLANDS ERSTER INTERNETKUNDE

Ich beobachte die Deutsche Telekom schon sehr lange. Insbesondere Mobilfunk und Internet haben mich schon von Kindesbeinen an interessiert. Nun, ich war da wohl erblich vorbelastet, denn mein Vater war 1977 Deutschlands erster Kunde von BTX, dem Vorläufer des Internets. 1980 war das Fernsehen bei uns zu Hause, um die Inbetriebnahme des ersten BTX-Anschlusses (Teilnehmernummer 00000000001) zu dokumentieren.

10 Jahre später war ich denn auch unter den ersten, die mit einem kiloschweren Handtelefon von einer damals unbekannten kleinen Klitsche namens Nokia auf der Berliner Mauer tanzte. Die Deutsche Telekom, oder damals eben noch die Telekommunikationsabteilung der Post, war wirklich innovativ und die angebotenen Lösungen waren Quantensprünge der Entwicklung.

Doch aus dieser Pole-Position hat die Deutsche Telekom weder einen brauchbaren Internet Browser hervorbringen können, noch eine brauchbare Suchlogik und wenn ich heute beim Versand meines Börsenbriefes Zustellungsprobleme habe, kann ich darauf wetten, das es T-Online Postfächer sind, die Probleme bereiten.

Immerhin: Mit dem iPhone ist T-Mobile ein großer Coup gelungen, denn dieses Mobilfunktelefon von Apple hat wirklich neue Maßstäbe gesetzt und führte dazu, dass einige Kunden von Vodafone zu T-Mobile wechselten.


Hauptsitz der Deutschen Telekom AG in Bonn, Deutschland

AKTUELLE ENTWICKLUNGEN

Im abgelaufenen Quartal hat sich die Schwundrate beim Festnetz stabilisiert. War noch der Verlust von 2,5 bis 3 Mio. Festnetzkunden befürchtet worden, so pendelte sich diese Zahl nun auf 2,5 Mio. ein.

Allerdings ist das Mobilfunkgeschäft weniger gewachsen, als erwartet. In Krisenzeiten wird eben auch weniger telefoniert. Es wäre jetzt die Zeit, mit einem wirklich günstigen Angebot die Sparnöte der Kunden anzusprechen. Durch eine solche Aktion könnte T-Mobile nochmals einen Wachstumsimpuls erfahren. Doch mit den alten Gebührenstrukturen ist das Wachstum in den USA um 34% zurückgegangen, in Deutschland sogar um 79%. Verheerend, da gerade in diesem Bereich Wachstum versprochen wurde.

Überraschend gut sind hingegen die Entwicklungen der Breitbandanschlüsse, die insbesondere im osteuropäischen Markt angezogen sind. Doch das margenschwache Breitbandgeschäft führt zwar zu Umsatz, nicht jedoch zu Gewinn. Und eine alte Unternehmerweisheit besagt: Umsatz macht Arbeit, Gewinn macht Spaß.

Das Telefon- und Internetgeschäft gilt als konjunkturresistent bzw. Spätindikator für eine Rezession. Erst wenn die Menschen wirklich weniger Geld in ihrem Portemonnaie haben werden sie beginnen, an den Kommunikationskosten deutlich zu sparen. Dies betrifft dann teure Handy-Vertäge oder auch überflüssige Flatrates für das Telefonieren. Ich bin also hinsichtlich der Umsatzentwicklung für die nächsten zwei Jahre bei der Deutschen Telekom sehr skeptisch.

BEWERTUNGSNIVEAU

Der Umsatz stagniert bei 63 Mrd. Euro. Für ein Unternehmen ohne Wachstum ist ein KGV von 12 recht hoch. Dies ist aber durch die hohe Dividendenrendite begründet und in meinen Augen auch gerechtfertigt. Der Cashflow je Aktie beträgt 3,46 Euro, bei einem Aktienkurs von 10 Euro ist das sehr hoch. Daraus ziehe ich meine Einschätzung, dass die Dividendenrendite von 8,6% gerechtfertigt ist.

Wenn Sie diese Aktie also in Ihr Depot nehmen wollen, dann als Dividendenbringer. Schauen sie sich die folgende Charttechnik an, um einen sinnvollen Kaufkurs zu erwischen.

CHARTANALYSE: DEUTSCHE TELEKOM – SEIT JAHREN PURE LETHARGIE

Die Chartanalyse wird in Zusammenarbeit mit Christian Kämmerer erstellt (www.TA4YOU.com):

Einleitung:
Wie aus den letzten Analysen bekannt, möchte ich heute wieder mit einem so bezeichneten „Big Picture“ starten. Konkret bedeutet dies, dass ich mir den Chart der Deutschen Telekom aus größerer Entfernung in Form eines 11-Jahrescharts betrachte um mögliche Unterstützungs- und Widerstandszonen definieren zu können. Dem folgend ergänze ich den 11-Jahreschart mit einem 2-Jahreschart um Ableitungen zur zukünftigen Entwicklung anhand zweier Szenarien zu skizzieren. Hintergrund der Szenarien ist die Tatsche, dass die Technische Analyse nicht statisch ist und es sich zudem um eine Momentaufnahme handelt. Im Grunde müsste jedes Verhalten der Aktie fortlaufend kommentiert werden. Um dies zu vermeiden gebe ich dem Chart die Chance sich zu entwickeln und folglich entsprechende Szenarien abzuarbeiten.

Deutsche Telekom AG, Chart, 11 Jahre


Als DAX-Schwergewicht wurde die Deutsche Telekom zu Zeiten der Neuen Markt Ära sowie mit kräftiger Unterstützung von Manfred Krug und Co. zur ersten tatsächlich populären Volksaktie sowie zum Liebling zahlreicher Erstinvestoren, welche zum Ausgabepreis bzw. in den Jahren von 1997 bis 1998 die Aktie erwerben konnten. Auch wenn hierbei nicht wie beispielsweise bei EM.TV oder ähnlichen Werten des Neuen Marktes Kursperformances von deutlich über 20.000% gefeiert werden konnten, so war der Kursanstieg von rund 500% innerhalb von zwei Jahren auch keine schlechte Performance für zahlreiche Erstinvestoren. Doch was hoch steigt kann ebenso schnell wieder fallen und so verlor die Deutschen Telekom seit dem Allzeithoch vom März des Jahres 2000 in der Spitze mehr als 90% an Wert. In etwa genau auf diesem Niveau befindet sich die Aktie derzeit wieder, wobei seit dem Allzeittief vom 26. Juni 2002 mit einem Tagestief von 8,14 Euro die Aktie fortan in einer breiten Seitwärtsrange pendelt. Als Dividendentitel beliebt jedoch als Spekulationsobjekt eher mau, wird die Aktie der Deutschen Telekom wohl erst mit einem Ausbruch aus der etablierten Range wieder aus Sicht der Technischen Analyse interessant. Die obere Begrenzung findet sich hierbei bei rund 15 Euro, die unterer Begrenzung bei rund 8 Euro.

Deutsche Telekom, Chart, 2 Jahre


Chance/Risiko-Verhältnis: 50/50 – sofern die Deutsche Telekom nicht aus ihrer Trading Range Ausbricht, bleibt die Lage unklar. Eine weiteres mittel- bis langfristiges Seitwärtsgeschiebe erscheint nicht ausgeschlossen. Somit bleibt die Deutsche Telekom aus charttechnischer Sicht zunächst eine reine Halteposition. Klare Handelssignale sollten sich erst mit einem nachhaltigen Aus- bzw. Durchbruch der bereits aufgeführten Rangekanten ergeben.

LONG Szenario:
Die Aktie der Deutschen Telekom macht sich auf, aus ihrer jahrelangen Lethargie auszubrechen und signalisiert mit Preisen oberhalb von 11,50 Euro die Möglichkeit eines unmittelbaren Kursanstieges bis zunächst ca. 13 Euro. Ein Wochenschlusskurs über 13 Euro mitsamt nachhaltiger Überwindung des 200-Tage-Durchschnitts sollte den nötigen Schwung für einen Angriff auf die obere Trading Rangebegrenzung im Bereich von 15/16 Euro ermöglichen. Ein Ausbruch aus der Range würde mittel- bis langfristig Kurse oberhalb der 20 Euromarke realistisch werden lassen. Erstes Kursziel bei Ausbruch = 21,50 Euro!

SHORT Szenario:
Auch wenn die Finanzmarktkrise der Aktie der Deutschen Telekom nicht wirklich – im Vergleich zu zahlreichen anderen DAX-Werten – viel anhaben konnte, so sind im Zuge rückkehrender „Ängste“ der Marktteilnehmer durchaus auch bei dieser Aktie neue Tiefststände möglich. Ein deutliches Warnsignal wäre ein Tages- und insbesondere Wochenschlusspreis unter 9 Euro. Ein direkter Folgeabverkauf bis zu dem Allzeittief des Jahres 2002 im Bereich von 8,14 Euro wäre die erste Konsequenz. Da aufgrund der neuen Tiefstkurse keine Unterstützungsbereiche auszumachen wären – bietet nur die Ableitung anhand der Fibonacci-Extensions (Verhältnismäßigkeit der Natur) eine Möglichkeit. Demzufolge wäre unterhalb von 8 Euro erst im Bereich von ca. 6,75 Euro mit einem ersten Halt zu rechen. Die Aktie befindet sich dennoch im charttechnischem Niemandsland.

© Christian Kämmerer

Die dargestellten Charts wurden mit TradeSignal -Webedition- erstellt.

Technische Analyse für Ihre gewünschten Werte unter: www.TA4YOU.com
TA4YOU bietet individuelle und exklusive Chartanalyse für Ihre Wunschwerte.

Haftungssauschluss:
Die vorgestellten Szenarien dienen lediglich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf dar. Jedes Geschäft mit Derivaten und sonstigen Finanzprodukten ist mit entsprechenden Risiken behaftet. Eine Haftung für Vermögensschaden wird nicht übernommen. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko.

Soweit die Charttechnik von Christian Kämmerer (www.TA4YOU.com).

FAZIT

Das Unternehmen ist relativ konjunkturresistent und damit ein guter Kandidat für die aktuelle Börsenphase. Die Umsätze des Festnetzgeschäfts sind gut kalkulierbar und die Bilanz wurde in den vergangenen Jahren bereinigt, so dass die Finanzstruktur der Deutschen Telekom für diese Krise gut gerüstet ist.

Aber das langweilige Geschäftsmodell hat eben auch zur Folge, dass überproportionale Kursanstiege nicht unbedingt zu erwarten sind. Im DAX gibt es eine ganze Reihe von Unternehmen, die wesentlich größeres Kurspotential besitzen, daher bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass diese Aktie für jeden geeignet ist, der gerne eine hohe Dividende erhalten möchte. Mehr aber auch nicht. Aber in der aktuellen Marktphase ist das ja schon eine Menge wert.

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