Wunschanalyse Conergy AG

Conergy AG (WKN 604 002, ISIN DE0006040025, Marktkapitalisierung: ca. 290,6 Mio. Euro)


Firmenlogo Conergy AG

Heute haben sich die Sharewise Mitglieder also eine Analyse der Conergy AG gewünscht. Obwohl die Conergy AG lange nach dem Ende des Neuen Marktes an die Börse gekommen ist, würde die Geschichte des Unternehmens gut zum Neuen Markt passen. Warum, dass werden wir gleich sehen…

1.) Fundamentale Analyse

Von der Gründung im Jahr 1998 bis zum Börsengang im Jahr 2005

Die Conergy AG wurde im Jahr 1998 von Hans-Martin Rüter gegründet. Am 17. März 2005, ca. 7 Jahre nach der Gründung des Unternehmens, folgte dann der Börsengang. Begleitet wurde die Neuemission von den beiden Konsortialführern Commerzbank AG und Deutsche Bank AG sowie den beiden weiteren Konsortiumsmitgliedern Berenberg Bank sowie HSBC Trinkaus & Burkhardt AG. Dabei wurden 4 Mio. Aktien (+550.000 Aktien als sogenannter „Greenshoe“; 1,3 Mio. Aktien davon aus einer Kapitalerhöhung) in einer Bookbuildingspanne zwischen 48,00 Euro und 54,00 Euro zur Zeichnung angeboten und aufgrund einer 29fachen Überzeichnung (auch dies „Neuer Markt Dimensionen“) schließlich am oberen Ende der Bookbuildingspanne zum Ausgabepreis von 54,00 Euro platziert. Der erste Börsenkurs am 17. März 2005 lag dann mit 71,00 Euro mehr als 30% über diesem Ausgabepreis, so dass die Conergy AG im Jahr 2005 eine der besten Neuemissionen seit langer Zeit war. Und das obwohl Conergy einst im Jahre 2001 in einer Preisspanne zwischen 10,00 Euro und 14,00 Euro den Sprung auf das Börsenparkett nicht geschafft hatte und seinen für den 9. April 2001 geplanten Börsengang kurzfristig am 6. April 2001 absagen musste.

Bewertung zum Börsengang – ambitioniert, aber nicht zu teuer!

Die Marktkapitalisierung zum Börsengang betrug somit ca. 540 Mio. Euro, zum ersten Börsenkurs dann sogar ca. 710 Mio. Euro. Demgegenüber stand eine Company, die mit 420 Mitarbeitern ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2004 um 130% auf 285 Mio. Euro sowie ihren Gewinn um 2.650% auf 11 Mio. Euro steigern konnte, woraus sich damals ein KUV zwischen 1,9 (IPO) und 2,5 (erster Börsenkurs) sowie ein KGV zwischen 49 (IPO) und 65 (erster Börsenkurs) errechnete. Dies war auf den ersten Blick nicht mehr günstig, vor dem Hintergrund der damaligen Euphorie im Solarsektor jedoch durchaus akzeptabel, was man schon daran erkennen kann, dass im Vorfeld mit einer Bookbuildingspanne bis zu 60,00 Euro gerechnet hatte, die ja – siehe die 29fache Überzeichnung – durchaus möglich gewesen wäre. Die Perspektiven des Unternehmens schienen zudem grandios, denn Conergy hatte bis dato 90% seines Geschäfts in Deutschland erzielt und wollte mit dem Geld aus dem Börsengang ins Ausland expandieren…

Das die Bewertung zum Börsengang zwar ambitioniert, aber nicht zu teuer gewesen ist, beweist zudem die weitere Kursentwicklung nach dem IPO. Nicht nur das der erste Börsenkurs mehr als 30% über dem Ausgabepreis lag, nein, die Aktie stieg in der Folge auch weiter und erreichte in der Spitze Kurse von über 150 Euro!

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Conergy AG – Kurzportrait

Grundsätzlich ist die Conergy AG ein international aufgestellter Anbieter von Systemen zur Erzeugung und Nutzung von erneuerbaren Energien. Derzeit ist das Unternehmen auf vier Kontinenten in 15 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten. Die Gesellschaft bedient dabei Solar-Großhändler, Installateure, gewerbliche und private Dachbesitzer sowie Solarfondsinvestoren. Conergy hat am Standort der ehemaligen Chipfabrik Frankfurt (Oder) eine hochmoderne, vollautomatische Wafer-, Zellen- und Modulfabrik errichtet und kann so 250 MW an Modulen, sprich bis zu 1,25 Mio. Stück, pro Jahr produzieren. Der Auftrag für den Bau der 250 MWp Zelllinie in Frankfurt (Oder) wurde von der Roth & Rau AG ausgeführt und stellt für diese ein Referenzobjekt dar.

Schwere Managementfehler führten das Unternehmen an den Rand der Insolvenz…

Nachdem die Geschäfte bei Conergy viele Jahre lang „wie am Schnürchen“ liefen, schien die Geschäftsführung um Gründer Hans-Martin Rüter „größenwahnsinnig“ geworden zu sein. So wurde nicht nur eine (damals) hochmoderne, vollautomatische Wafer-, Zellen- und Modulfabrik errichtet, sondern zusätzlich auch Lieferverträge über die Abnahme von Siliziumwafern in einem Gesamtvolumen von 8 Mrd. US$ mit der Firma MEMC vereinbart. Problem dabei: Conergy vereinbarte, ausgerechnet zu einem Zeitpunkt als der Siliziumpreis extrem hoch stand, Festpreise mit MEMC, weshalb das Unternehmen erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber Konkurrenzunternehmen hatte. Daher versuchte Conergy auch, diese Lieferverträge gerichtlich anzufechten und einigte sich schließlich erst kürzlich in letzter Sekunde außergerichtlich mit MEMC, so dass Conergy zukünftig nach Bedarf und zu aktuellen Marktpreisen beliefert wird.

Solche falschen Managemententscheidungen führten schließlich dazu, dass das Unternehmen im November 2007 kurz vor der Insolvenz stand, als nämlich bekannt wurde, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten steckte und dringend einen dreistelligen Millionen Euro Betrag an frischer Liquidität benötigte. Dieser konnte letztendlich in letzter Sekunde zu 30% durch weitere Bankkredite sowie zu 70% durch eine Notfall-Kapitalerhöhung aufgebracht werden. Im Zuge dieser Krise musste daher auch Gründer und Vorstandschef Hans-Martin Rüter seinen Hut nehmen und wurde durch den bis dato als Aufsichtsratsvorsitzenden agierenden Mitgründer und ehemaligen Tchibo Manager Dieter Ammer ersetzt, der das Unternehmen bis heute führt.

Trotzdem kommt das Unternehmen einfach nicht zur Ruhe. So wurde am 17. Juni 2009 bekannt, dass es wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung, unrichtiger Adhoc-Mitteilungen und Insiderhandel bei Conergy Hausdurchsuchungen der Staatsanwaltschaft Hamburg gegeben hat. Durchsucht wurden dabei deutschlandweit etliche Privatwohnungen sowie die Firmenzentrale von Conergy in Hamburg selbst und es wurden auch etliche Datenträger und Dokumente beschlagnahmt worden.

Die Geschäftszahlen 2009 und der weitere Ausblick

Wie Conergy vor wenigen Tagen, am 18. Februar 2010, bekanntgab, hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 aufgrund von Umstrukturierungen sowie eines Absatzeinbruches auf dem Solarmarkt ein Umsatzminus von 38% auf 600,9 Mio. Euro verbucht. Dabei erzielte Conergy ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von -10,8 Mio. Euro (2008: -147,3 Mio. Euro) respektive ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -36,8 Mio. Euro (2008: -181,8 Mio. Euro). Das Jahresergebnis wurde durch die Rücknahme latenter Steuerforderungen in Höhe von 22 Mio. Euro einmalig belastet. Daher lag das Ergebnis im fortzuführenden Geschäft bei -81,1 Mio. Euro (2008: -225,7 Mio. Euro).

Betrachtet man nur das 4. Quartal 2009, so sahen die Geschäftszahlen sogar deutlich besser aus. So erzielte die Conergy AG allein in Q4/2009 einen Umsatz in Höhe von 244,4 Mio. Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von +36,8 Mio. Euro. Allerdings sind darin aufgewertete Forderungen gegenüber MEMC in Höhe von 34,2 Mio. Euro enthalten, so dass ohne diese Forderungsaufwertungen nur ein kleines Plus von 2,6 Mio. Euro erzielt werden konnte.

Auf den ersten Blick könnte man in Conergy daher einen Turn-Around-Kandidaten vermuten, aber so einfach ist es dann doch nicht. Denn Conergy hat nach wie vor etliche offene Baustellen und ausgerechnet in dieser Situation hat die Bundesregierung nun beschlossen die Solarsubventionen außerplanmäßig deutlich zu senken. Und auch wenn Conergy nicht ausschließlich in Deutschland operiert, so ist der deutsche Markt doch bis heute der wichtigste Markt für das Unternehmen. Somit verwundert es auch nicht, dass Conergy für 2010 zwar „operativ wieder schwarze Zahlen anstrebt“, dabei jedoch einschränkt das „die künftige Marktentwicklung in Deutschland eine wichtige Rolle dabei spielt, ob man dieses Ziel erreichen können wird“.

Angesichts der angekündigten Einschnitte bei den Solarsubventionen in Deutschland rechnen wir bei Conergy daher für das Jahr 2010 mit einem Umsatz nicht über Vorjahresniveau in Höhe von rund 600 Mio. Euro. Zudem glauben wir angesichts der starken Einschnitte bei den Solarsubventionen in Deutschland auch nicht an eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Im absoluten Best Case könnten wir uns eine schwarze Null vorstellen, eher jedoch erneute Verluste. Wie ist das nun zu bewerten?

Fundamentale Bewertung

Aufgrund der insgesamt schwachen Bilanz sind die Risiken natürlich hoch, so dass gewisse Risikoabschläge unvermeidbar sind. Derzeit werden Umsätze in Höhe von ca. 600 Mio. Euro sowie Verluste mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von ca. 290 Mio. Euro bezahlt. Und viel mehr dürfte Conergy auch nicht wert sein, da wie gesagt noch genügend offene Baustellen existieren und die Politik mit ihren Subventionskürzungen den Turn-Around nicht gerade erleichtert. Hinzu kommt noch, dass die ja vom Staat „gerettete“ Commerzbank aufgrund der „Rettung“ von Conergy vor der Insolvenz derzeit 37% an Conergy hält und diese Beteiligung abbauen möchte, was bis auf weiteres jede Erholung des Aktienkurses erschweren dürfte. Und auch die laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gegen ehemalige Conergy Vorstände dürften immer mal wieder für negative Presse sorgen, was nicht gerade das Vertrauen der Anleger in Conergy stärken dürfte.

Aus fundamentaler Sicht erscheint Conergy derzeit daher nicht zu teuer, jedoch auch alles andere als zu billig, so dass man langfristig orientierten Investoren nicht zum Kauf raten kann. Für einen „Zock“ hingegen kann die Aktie aufgrund ihrer hohen Volatilität durchaus interessant sein, wobei man dann jedoch Kurse unter 0,70 Euro zum Einstieg nutzen und bei einer positiven Kursentwicklung schnell an Gewinnmitnahmen denken sollte! Die Empfehlung lautet daher auf HOLD, SPECULATIVE!

2.) Charttechnische Analyse

Conergy AG – über 1,00 Euro hochinteressant!

Wie immer, so haben wir Ihnen auch heute wieder den langfristigeren 3-Jahres-Chart sowie den kurzfristigeren 1-Jahres-Chart der Aktie der Conergy AG mitgebracht. Der 3-Jahres-Chart ist dabei jedoch charttechnisch wenig interessant und soll Ihnen nur zeigen, aus welch schwindelerregenden Höhen die Conergy Aktie kommt und wie brutal der Absturz war. Zur eigentlichen charttechnischen Analyse folgt dann der 1-Jahres-Chart! Aber schauen wir uns kurz den brutalen Absturz an und beginnen mit dem 3-Jahres-Chart!

Conergy AG, Chart, 3 Jahre

Nun jedoch zur eigentlich charttechnischen Analyse, daher hier der kurzfristigere 1-Jahres-Chart!

Conergy AG, Chart, 1 Jahr

In diesem Chart sind nun zwei wichtige Linien zu erkennen, die wir Ihnen natürlich eingezeichnet haben. Nämlich erstens einen durch höhere Tiefs („higher Lows“) gekennzeichneten Aufwärtstrend, der die Aktie seit dem Bärenmarkttief im März 2009 von 0,34 Euro auf aktuell 0,73 Euro geführt hat. Und zweitens eine obere Begrenzung dieses Aufwärtstrends bei ziemlich genau 1,00 Euro, der nur einmal im Zuge einer Überhitzung im März 2009 durchbrochen wurde (was kurzfristig zu Kursen bis zu 1,65 Euro führte).

Daraus ergibt sich insgesamt ein sogenanntes „aufsteigendes Dreieck“ mit dem zentralen Widerstand bei 1,00 Euro. Und diese wichtige 1 Euro Marke wurde auch im Zuge immer mal wieder zu sehender Spikes in den letzten Monaten auch gleich mehrfach getestet, jedoch bis dato nicht nachhaltig gebrochen. Insgesamt ergibt sich somit für die Conergy Aktie ein leicht positives Chartbild, welches sich bei einem Bruch der 1 Euro Marke nochmals deutlich aufhellen würde. Langer Rede, kurzer Sinn: Unter 1 Euro ist die Conergy Aktie immer mal wieder für einen schnellen Trade gut, mit einem nachhaltigen Bruch der 1 Euro Marke hingegen würde sie auch längerfristig wieder interessant! Die Kursziele lägen dann nämlich bei kurzfristig bei 1,25 Euro, mittelfristig bei 1,70 Euro und langfristig bei 2,50 Euro. Aber noch sind wir nicht soweit…

3.) Sentimenttechnische Analyse

Nach ausführlicher fundamentaler Analyse und der vorangegangenen charttechnischen Analyse schauen wir uns nun, wie immer, auch noch das Sentiment an. Mit 32 Empfehlungen durch Sharewise Mitglieder und 9 Empfehlungen durch professionelle Analysten ist die Datenbasis breit genug, um Rückschlüsse ziehen zu können. Und dennoch birgt auch ein Blick auf das Sharewise Sentiment zu Conergy, wie so vieles bei diesem Unternehmen, Überraschungen!

Denn während sich die Analysten weitestgehend einig sind, dass die Conergy Aktie kein gutes Investment ist (9 Empfehlungen insgesamt, darunter keine einzige Kaufempfehlung, zwei Halteempfehlungen und sieben Verkaufsempfehlungen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 0,51 Euro, was ca. 30% Downside Potenzial für die Aktie bedeuten würde) sind die Sharewise Mitglieder viel freundlicher gestimmt (32 Empfehlungen insgesamt, darunter 22 Kaufempfehlungen und nur 10 Verkaufsempfehlungen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 1,12 Euro). Wie ist das nun zu werten und wer mag am Ende Recht haben?

Nun, die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass die privaten Sharewise Mitglieder oftmals viel besser lagen als die professionellen Analysten. Allerdings galt dies in erster Linie bei großkapitalisierten Werten, bei denen die privaten Mitglieder oftmals früher auf einen Turn-Around setzten als die Profis und damit am Ende Recht hatten. Bei „Zockerwerten“ war es hingegen oft so, dass es gar keine Analystenempfehlungen gab und sich der ein oder andere private Kleinanleger auch mal die Finger verbrannte. Denn anders als große Firmen, die Krisen dank einer gesunden Basis überstehen und oftmals sogar noch gestärkt aus diesen hervorgehen, scheitern kleine Firmen (Smallcaps) in einer Krise oftmals, denn ein Schnellboot ist halt nicht so robust wie ein großer Tanker oder gar ein Flugzeugträger, um mal bildlich zu sprechen. Wäre die Krise bei Conergy einige Monate später (Stichwort: Finanzkrise) ausgebrochen, so wäre das Unternehmen wohl schon längst in der Insolvenz. Schließlich hat es da ganz andere (Arcandor, Escada) auch erwischt…

Und auch die positive Kursentwicklung seit März 2009 kann man im Falle Conergy nicht unbedingt als Indiz dafür hernehmen, dass die privaten Sharewise Mitglieder besser liegen als die Profis. Denn man darf nicht außer Acht lassen, dass sich die Aktienmärkte seit März 2009 generell stark erholen konnten und selbst die kleine Outperformance gegenüber dem Markt muss man ja auch vor dem Hintergrund des vorherigen extrem starken Einbruchs der Aktie sehen.

Alles in allem spiegelt sich daher im Sentiment das wieder, was wir auch schon bei der fundamentalen Analyse gesehen haben. Nämlich durchaus positive Ansätze, denen jedoch auch negative Aspekte entgegen stehen. Daher bewerten wir dieses sehr diffuse Bild, dass uns das Sharewise Sentiment zeigt, als insgesamt neutral…

4.) Zusammenfassung

Kommen wir damit zur Zusammenfassung unserer Ergebnisse und diese ist heute endlich mal eindeutig. Die Conergy Aktie ist nämlich sowohl aus fundamentaler Sicht, als auch aus charttechnischer Sicht, als auch aus sentimenttechnischer Sicht als Halteposition einzustufen. Zwar gibt es einige positive Aspekte, diese werden jedoch stets durch diesen entgegenstehende negative Aspekte aufgewogen. Conergy hatte sicherlich Glück bereits im November 2007 in die Krise gerutscht zu sein, denn wäre das einige Monate später passiert (z.B. kurz nach der Pleite von Lehman Brothers), so hätte es wohl keine Rettung mehr gegeben und die Firma wäre schon längst insolvent. Doch damit scheint das „Glück“ der Company aufgebraucht worden zu sein, denn aktuell ist man eher vom Pech verfolgt. Hätte nämlich die Bundesregierung nicht beschlossen, die Solarsubventionen außerplanmäßig nochmals deutlich zu senken, so hätte Conergy im Jahr 2010 der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen, insbesondere nach der Einigung mit MEMC, gelingen können. Und unter diesen Voraussetzungen hätte sich sicherlich auch ein strategischer Investor finden lassen, der der Commerzbank zumindest einen Großteil ihres 37%igen Aktienpaketes abgekauft hätte. Dies alles hätte dazu führen können, dass sich Conergy stabilisiert und die Aktie hätte eine der spannendsten Turn-Around Stories am deutschen Aktienmarkt werden können.

Doch hätte, wäre, wenn zählt hier nicht – es ist (leider) anders gekommen. Und unter den neuen Voraussetzungen glauben wir nicht, dass Conergy so schnell den Turn-Around schaffen kann. Denn aufgrund der außerplanmäßigen Kürzung der Subventionen für Solarenergie durch die schwarz-gelbe Bundesregierung dürfte sich der Preiskampf mit den chinesischen Herstellern eher noch verschärfen, denn durch weniger Subventionen wird es auch weniger Projekte geben und eine geringere Nachfrage bei mindestens gleichbleibendem Angebot führt nach den Regeln der Marktwirtschaft zu tendenziell sinkenden Preisen für Solarmodule/Solarzellen. Daher wäre es für Conergy unseres Erachtens schon ein Riesenerfolg, wenn das Unternehmen den Umsatz stabil halten und dabei eine schwarze Null erzielen könnte. Wir rechnen jedoch nicht damit und somit halten wir die Bewertung mit einem KUV von ca. 0,5 zwar nicht für vollkommen überzogen, aber eben auch nicht für günstig.

Da auch die charttechnische Analyse zu dem Ergebnis kommt, dass erst Kurse über 1,00 Euro das charttechnische Bild mittel- bis langfristig aufhellen und auch die Sentimentanalyse ein neutrales Bild zeigt, kann es daher nur eine einzige Empfehlung für Conergy geben, nämlich HOLD, SPECULATIVE mit Kursziel 1,00 Euro auf Sicht eines Jahres!

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