Wunschanalyse China Solar (Zertifikat)

Herzlich Willkommen zur Wunschanalyse von Sharewise in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Rainer Hahn von EMFIS.com. Für die Chartanalyse haben wir Dennis Gürtler (Chartanalyse.Wordpress.com) um seine Meinung gebeten. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse des China Solar Zertifikat gewünscht.

 

China Solar (Zertifikat) (WKN DB2CSL, ISIN DE000DB2CSL4)

ALLGEMEINE EINLEITUNG

Die Welt befindet sich im Umbruch. Nicht nur volkswirtschaftlich betrachtet, wo wir bei EMFIS.com einen klaren Trendwechsel von den Industriestaaten zu den rasant wachsenden Emerging Markets wie China sehen. Auch bei Umweltfragen verschiebt sich langsam das Gefälle. Die Umweltverschmutzer Nummer 1 (USA und China) haben jetzt die Notwendigkeit zur „Green Energy“ erkannt.

Solarenergie ist ein bedeutender Energieträger geworden. Die Entwicklung der vergangenen Jahren zeigt, dass diese umweltfreundliche Energiegewinnung effizient sein kann. Die Preise sind im Zuge der optimierten Produktionsprozesse, fallender Rohstoffpreise (Silizium) und zunehmender Konkurrenz gepurzelt. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise sind deshalb vor allem die Solartitel weltweit um teilweise über 90% gefallen. Doch ist der Kurssturz berechtigt? Wir gehen in der heutigen Wunschanalyse detailliert auf das Thema „China Solar“ ein.

CHINA SOLAR: DIE JAHRHUNDERT-STORY WIRD IMMER NOCH SCHLECHT GEREDET

China ist heute schon mit seiner Vielzahl von Solarunternehmen einer der größten Hersteller von Solarzellen und Modulen weltweit. Bislang sind die größten Absatzmärkte chinesischer Solarunternehmen der westeuropäische Raum. Der Grund liegt in den gewaltigen Subventionen (in Spanien und Deutschland). Doch mit ebenso gewaltigen Schritten versuchen jetzt die USA und China selbst die Solarenergie zu fördern. Investitionen von mehreren hundert Millionen US$ in die Solarindustrie wurden von den beiden Wirtschaftsmächten im Zuge der Konjunkturprogramme in der jüngsten Krise bereitgestellt.

Im Frühsommer diesen Jahres richtete sich die Aufmerksamkeit nach China. Denn die chinesische Regierung hat ein Subventionspaket für die Solarindustrie beschlossen. Bei der Subvention handelt es sich um gigantische Summen. Großanlagen für die Herstellung von Solarstrom in China sollen mit bis zu 20 Yuan/Watt subventioniert werden. Das entspricht in etwa den aktuellen Produktionskosten von Solarzellen. Somit müßte praktisch der Beitreiber nur die Installationskosten tragen.

Heute scheinen sowohl amerikanische als auch europäische Anleger die Chance durch das riesige Subventionspaket in China gar nicht registriert zu haben. Auch weitere Informationen, die dem Solar-Trend China entgegenkommen, werden kaum öffentlich diskutiert. Bereits am 25. März 2009 wurde bekannt, das Chinas Versorgerindustrie erstmals die Inlandsnutzung von Solarenergie in breitem Umfang vorantreiben wird. Im Nordwesten Chinas soll eine 10 Megawattanlage aufgebaut werden, wofür ziemlich sicher die chinesischen Solarunternehmen den Zuschlag erhalten werden. Analysten rätseln während dessen über die geplant niedrigen Einspeispreise, die rund 50% unter den Kosten außerchinesischer Produzenten liegen. Allerdings gehen wir bei EMFIS.com davon aus, dass dies mit technologischem Fortschritt sowie durch die Preissenkung bei Silizium erreicht wird. Silizium ist von 400 USD auf 100 USD je Pfund gesunken und macht rund 50% der Produktionskosten aus.

China will Solarstrom so schnell als möglich zu den bisherigen Stromquellen konkurrenzfähig machen. Die Konkurrenzfähigkeit soll bereits 2012 erzielt werden – das wäre somit drei Jahre früher als zuvor geplant. Durch die Subvention könnte dieser Trend noch schneller vorangetrieben werden und Experten gehen davon aus, dass bereits in zwei Jahren China selbst rund 20% der weltweiten Produktion verbrauchen könnte. Bis 2030 könnten rund 30% der Energiegewinnung aus dem Solarsektor stammen. Dies würde ein jährliches Wachstum von rund 30% darstellen. 30% jährlich: das sind Wachstumsraten, die man in fast keiner anderen Branche auch nur annährend finden kann.

CHINA SOLAR: EIN BREITES THEMA MIT VIELEN ANLAGEMÖGLICHKEITEN

Wie in den meisten Branchen gibt es auch innerhalb der Solarindustrie verschiedene Zyklen und Produktgruppen. Während teilweise eher Wafer gefragt oder hochmargig sind, sind es manchmal Module. Das Thema Solar ist breitgefächert und für Laien schwer überschaubar. Deshalb sollte man, wenn man sich im chinesischen Solarsektor einkaufen will, breit streuen. Denn außer der technologischen Diversifikation gibt es auch geographische Ausrichtungen der chinesischen Konzerne. Bitte bedenken Sie, dass rund 90% der in China produzierten Solar-Produkte exportiert werden. Es ist heute schwer zu sagen, welcher der vielen Solarkonzerne das Zepter im Heimatmarkt oder in Europa oder den USA in die Hand nehmen wird.

Wir haben deshalb den S-BOX China Solar Index (WKN DB2CSL) zur Auswahl gestellt, weil Anleger hier in die Top 10 der chinesischen Solarunternehmen auf einem Schlag investieren können.

Die zugehörigen Aktien sind:

Unternehmen
Gewichtung
Suntech Power Holdings Co. Ltd. 15,00%
LDK Solar Co. Ltd. 15,00%
Yingli Green Energy Holding Co. Ltd. 15,00%
JA Solar Holdings Co. Ltd. 14,78%
Trina Solar Ltd. 12,05%
ReneSola Ltd. 9,00%
Solarfun Power Holdings Co. Ltd. 6,62%
China Sunergy Co. Ltd. 4,45%
China Solar Energy Holdings Ltd. 4,40%
Canadian Solar Inc. 3,71%

Die Wunschanalyse zum Schwergewicht Suntech Power haben Sie im März erhalten und nach unserer Kaufempfehlung rund 100% Gewinn erzielt. Damals hatten wir Ihnen bereits die ausgezeichneten Möglichkeiten dargestellt, wie Sie hier nochmal nachlesen können: Sharewise Wunschanalyse Suntech Power

CHINAS SOLARWERTE WAREN STARK UNTER BESCHUSS

Mit Kursabschläge von bis zu 90% während der Finanz- und Wirtschaftskrise hat es die chinesischen Solartitel hart getroffen. Sicherlich sind auch die Ergebnisse der chinesischen Solarunternehmen in dieser Phase eingebrochen. Allerdings haben Anleger und Analysten einige Zahlen falsch interpretiert.

Es gab etliche Abschreibungen auf das Inventar, das sich mit dem gefallenen Siliziumpreis begründet.

KURZE ERKLÄRUNG UND NACHRICHTEN ZU EINIGEN EINZELTITELN:

Yingli Green Energy hat bei den jüngsten Zahlen einen hohen Verlust verbucht. Hier sollten Anleger jedoch die Hintergründe verstehen. Denn der Verlust wurde nicht durch das operative Geschäft verbucht, sondern durch die vorgezogene Rückzahlung eines Kredits. Die vorgezogenen Tilgungskosten haben rund 30 Millionen US$ betragen. Auch über 30 Millionen US$ Verlust mußte Yingli Green Energy mit der Abschreibung auf Derivate verbuchen. Wir gehen davon aus, dass sich Yingli Green Energy auf den Siliziumpreis abgesichert hat, wodurch ein Verlust entstanden ist.

Trina Solar hat im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen und einen Gewinnanstieg von 11% erzielt. Der Gewinnanstieg war insbesondere auf Währungsgewinne zurückzuführen. Der Umsatz ging um über 20% zurück, das auf den Preisrückgang bei Modulen zurückzuführen ist. Allerdings hat sich die Leistung ausgelieferter Module gegenüber dem Vorjahr um 34% erhöht.

Suntech Power mußte im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von 81% verbuchen und hat dennoch die Erwartungen über rund 100% übertroffen. Für das Gesamtjahr schätzt Suntech Power die Auslieferung von Solarzellen mit einer Leistung von rund 600 Megawatt.

ReneSola hat die Genehmigung für den Bau eines 150 Megawatt-Solarparks in China erhalten und scheint die Subventionsangebote der chinesischen Regierung bereits in Anspruch zu nehmen.

(Alle Informationen zu dem S-BOX China Solar Index (WKN DB2CSL) sowie den beinhaltenden Unternehmen finden Sie auch hier: http://www.emfis.de/no_cache/global/global/unternehmen/archiv/company/11077.html).

CHARTTECHNISCHE ANALYSE

Die Chartanalyse wurde in Zusammenarbeit mit Dennis Gürtler erstellt (Chartanalyse.Wordpress.com).

Um sich einen Überblick zu verschaffen ist es sinnvoll sich zunächst den Kursverlauf des Zertifikates der letzten Jahre näher anzuschauen. Da das Zertifkat erst seit Ende 2007 emittiert worden ist, bleibt nur der Zeitraum bis dato zu analysieren. Anfang 2008 notierte das Zertifikat auf Allzeithoch bei rund 20,00 Euro. Über den Zeitraum von 12 Monaten bildete der Kurs ein symmetrisches Dreieck aus, welches nach unten hin gebrochen worden ist. Im Oktober 2008 und darauf folgend im März 2009 brach das Papier im Zuge der Finanzkrise letztendlich bis auf exakt 2,00 Euro ein. Bei diesem Kursniveau lässt sich das Allzeittief lokalisieren. Ausgehen von dieser Unterstützungszone konnte sich der Kurs in der Spitze bis auf 7,00 Euro erholen. Auf mittel- bis langfristige Sicht existiert eine größere Range zwischen 2,00 Euro und 7,00 Euro.

Auf mittel- bis kurzfristige Sicht hat sich neben der Range ein weiteres symmetrisches Dreieck generiert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich der Kurs noch innerhalb des Dreiecks und daher ist es definitiv nicht möglich eine exakte eindeutige Kursprognose zu treffen. Grundsätzlich werden solche „Dreiecksformationen“ nach 66% bis 75% der zeitlichen Spanne des Dreiecks aufgelöst.

Als Anleger wäre es ratsam, ein eindeutiges Signal abzuwarten. Hierbei gibt es im Großen und Ganzen zwei wichtige Szenarien. Alles entscheidend ist die Auflösung des Dreiecks. Sollte der Kurs die obere Begrenzung der schwarzen Trendlinie brechen, halte ich das pinke Szenario „B“ für sehr wahrscheinlich. Bricht hingegen der Kurs die untere Aufwärtstrendlinie nach unten, könnte das grüne Szenario „A“ eintreten, in dem ein Testen der 2- bis 3-Euro-Marke eingeplant werden muss.

Negativ zu bewerten ist die Tatsache, dass der Kurs weder die 200-, noch die 50-Tage-Durchschnittslinie nachhaltig signifkant durchbrechen konnte. Ein Verkaufssignal generiert der Schnitt der 200-Tage-Linie von oben durch die rote 50-Tage-Linie. Ebenso bedenklich stimmt die bärische Kerze vom 21.08.2009. An diesem Tag verlor das Zertifikat innerhalb nur eines Tages 21%, in dem es vom Kursniveau von 6,00 Euro auf die 4,75 Euro fiel.

Herauszuheben bleibt die Aussage, dass erst bei einem eindeutigen Handelssignal gekauft werden sollte. Da auch eine gewisse positive Korrelation zum Dow Jones oder S&P 500 besteht, muss auch hier gesagt werden, dass der Kursverlauf der großen Indizes einen moderaten Einfluss auf Aktien und solche Zertifikate ausüben kann. Ob sich eine „V“-förmige Erholung der Wirtschaft abzeichnet und sich die stark gestiegenen Aktienkurse auf diesem Niveau halten können, wird sich erst in den Entwicklungen und Zahlen des dritten und vierten Quartals des aktuellen Jahres zeigen können.

Es ist nicht unsinnvoll zunächst abzuwarten, ob sich eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft bestätigt. Bei einem Investment handelt es sich immer um eine Spekulation auf die Zukunft. Da erstens kein klares Handelssignal im Chart zu erkennen ist und zweitens die wirtschaftliche Erholung noch auf wackeligen Beinen steht, rate ich dazu, erst dann zu handeln, wenn man auf die eben genannten Fragen eine Antwort finden kann.

Soweit die Charttechnik von Dennis Gürtler (Chartanalyse.Wordpress.com).

FAZIT

Wir sehen den Wandel zur grünen Energie in China mit großen Chancen äußerst positiv. Die Solarbranche ist verhältnismäßig ein junger Markt, in dem es auch Rückschläge in der Entwicklungsgeschwindigkeit geben kann. Allerdings glauben wir aktuell eher an positive Überrsachungen und einer schnelleren erfolgreichen Umsetzung. Der Trend ist nicht mehr umkehrbar, weil bereits etliche staatliche Programme gestartet haben. Potenzielle Wachstumsraten von jährlich 30% (bis 2030) sprechen Bände. Vor allem chinesische Hersteller könnten aufgrund der Subventionen im chinesischen Inland die großen Gewinner sein. Wir glauben, dass Chinas steigende Nachfrage im Solarsektor den aktuell dominierenden Markt in Westeuropa Anteile abnehmen wird. Auch die Bewertungen sind aufgrund der erwartet steigenden Nachfrage nicht zu hoch. Wir empfehlen deshalb weiterhin den chinesischen Solarmarkt zu kaufen und setzen aus Diversifikationsgründen auf das Zertifikat „S-BOX China Solar Index (WKN DB2CSL)“.

Über den Autor

EMFIS.com ist Deutschlands führender Anbieter von Börseninformationen zu den Emerging Markets und Asien. Die EMFIS-Experten sind dabei für verschiedene Investmentbanken beratend tätig und zudem aufgrund ihrer langjährigen Asien-Erfahrung auch häufig gefragte Interviewpartner in TV- und Printmedien. Das bereits im Jahr 2000 gegründete Unternehmen betreibt die Finanzplattformen www.EMFIS.com und www.Rohstoffe-go.de.

Kommentar verfassen

Top