Wiedeking bleibt trotz Piëchs Mobbing Versuchen

Das seit Monaten andauernde zähe Ringen um die Zukunft der Autohersteller Volkswagen  und Porsche ist nach einem Pressebericht so gut wie entschieden. Die Porsche-Eigner hätten sich grundsätzlich auf ein Modell für einen integrierten Konzern geeinigt, schreibt die „Financial Times Deutschland“ ohne Nennung von Quellen. Demnach soll VW rund 49 Prozent am Sportwagen-Bauer erhalten. Ein formaler Beschluss fehle aber noch, schränkte die Zeitung ein.

Würde die Einigung festgezurrt, hätte sich VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Mitbesitzer Ferdinand Piëch durchgesetzt. Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking wäre dagegen endgültig mit seinem Versuch gescheitert, die Macht bei VW zu übernehmen. Laut der „FTD“ bereitet sich der Manager deshalb auf seinen Rückzug vor. Dazu habe er bereits einen renommierten Arbeitsrechtler verpflichtet, hieß es. Ein Porsche-Sprecher dementierte gegenüber der Zeitung die Verpflichtung. Zur Verständigung der Eignerfamilien sagte er: „Uns ist nicht bekannt, dass es eine grundsätzliche Einigung gibt.“

Gestern beschimpften sich Porsches Betriebsratschef Uwe Hück und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) mit harten Worten. Ein Porsche-Sprecher wies Meldungen um einen Rücktritt von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking umgehend als „Mobbing“ und „Medienkrieg“ zurück. Ein Vertrauter von Wiedeking-Kontrahent und VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch sieht eine andere Reihenfolge: „Piëch sieht erst zu, dass er gewinnt, dann organisiert er die Siegesfeier.“

Bereits am Mittwoch hatte die „WirtschaftsWoche“ vermeldet, dass Wiedeking das Unternehmen verlasse. Ein Sprecher hatte dies mit den Worten dementiert „Das ist falsch und das ist Mobbing.“ Auch Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hatte die Spekulationen zurückgewiesen. Im Laufe des Donnerstags will Hück die Porsche-Mitarbeiter über den Stand der Verhandlungen mit VW berichten. Heute bekräftigte Hück noch einmal das bestehende Vertragsverhältnis mit Wiedeking bis 2012.

Spätestens seit der (Falsch-)Meldung über den Rücktritt von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist klar: Im Übernahmekampf um den Sportwagenbauer ist den Protagonisten jedes Mittel recht. Auch wenn über die Quelle nichts verlautete: Es ist anzunehmen, dass sie eher dem Lager des großen Wiedeking-Gegenspielers Ferdinand Piëch zuzuordnen ist. Wer immer sich auch dahinter verbirgt: Dem Unternehmen Porsche ist mit den Querelen nicht geholfen. Der einst exzellente Ruf leidet schon seit Monaten wegen der gescheiterten VW-Übernahme. Nun zerstören die Lagerkämpfe das Vertrauen in die Führung endgültig.

Die Frage ist, wie lange sich der potenzielle Investor Katar das noch mit ansieht. Sieben Milliarden Euro sind viel Geld für einen Hühnerhaufen. Springt das Emirat ab, bliebe nur noch das VW-Angebot, und Piëch hätte seinen Willen. Auf die Auszeichnung für den ehrenwertesten Unternehmer könnte er dann wohl gut verzichten….Selten wurde wohlin den Mdien soviel spekuliert wie im Falle Porsche/VW oder Piech/Wiedeking. Was am Ende wahr ist und auf fundierten Recherchen beruht dürfte nicht allzu viel sein. Aber es liest sich halt gut und verkauft Auflage. Und das ist es doch was die Zeitungen derzeit am nötigsten haben!

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