Wie sicher ist mein Geld durch den Einlagensicherungsfond?

Gemäß einer EU-Verordnung müssen alle deutschen Kreditinsitute Einlagen ihrer Kunden für den Insolvenzfall absichern. Dieser von oben verordnete Schutz reicht bis maximal 20.000 Euro pro Anleger. Mit Einlagen sind Sichteinlagen, also Girokonten, sowie Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe gemeint. Die häufig kursierenden 20.000 Euro sind aber nur eine „Hausnummer“. Viel wichtiger als diese gesetzliche Mindestsicherung sind die freiwilligen Sicherungssysteme der drei deutschen Institutsgruppen.

Die meisten deutschen Privatbanken gehören dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) an. Der Schutz dieses Fonds geht weit über die gesetzliche Sicherung hinaus – bis zur jeweiligen Sicherungsgrenze des betroffenen Instituts. Wo die jeweilige Sicherungsgrenze liegt, hängt von der Höhe des haftenden Eigenkapitals der Bank ab, also von ihrer Größe – bei den kleinsten Instituten liegt sie übrigens bei 1,5 Millionen Euro pro Person. Die Sicherungsgrenzen der rund 180 Mitglieder können Anleger beim BdB abfragen (vgl. Link). Bisher wurde der Fonds immerhin bei 24 Insolvenzfällen in Anspruch genommen – kein Kunde blieb dabei auf seinen Forderungen sitzen.

Auch Kunden von Sparkassen und genossenschaftlichen Instituten sind für den Fall der Fälle bestens abgesichert. Die 443 Sparkassen bilden mit den neun Landesbanken und zehn Landesbausparkassen sowie der DekaBank einen Haftungsverbund. Damit sichern die Mitglieder der Sparkassen-Finanzgruppe gegenseitig ihre Kundenguthaben ab – und zwar in unbegrenzter Höhe. Anders als bei den Banken hat dieses Sicherungssystem Insolvenzen einzelner Institute bisher verhindert.  Auch wenn das Geld sicher ist – bei der Insolvenz einer Privatbank sind auch die Kundeneinlagen erst einmal gesperrt. In diesem Fall wird die Bank nämlich schlicht und einfach für den Kundenverkehr geschlossen, und es wird eine Weile dauern, bis der Kunde wieder über die Einlagensicherung an sein Geld oder aber an sein Schließfach kommt.

So beruhigend die Sicherungssysteme sind – die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hat dennoch Fragen aufgeworfen. Schließlich gehört die deutsche Tochter von Lehman dem Einlagensicherungsfonds an, was die Gemeinschaftseinrichtung bis zu sechs Milliarden Euro kosten könnte. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums übersteigt dieser Betrag die derzeitigen Mittel des Fonds. Das bedeutet, dass die Banken im Fall der Fälle Mittel in den Fonds nachschießen müssen.

Quelle: boerseARD

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