US Börsenaufsicht will Spekulanten ausbremsen

Jetzt geht es den Shorties an den Kragen! Die US-Börsenaufsicht SEC will angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Börsen das Spekulieren auf fallende Aktienkurse einschränken. Im Fokus stehen dabei die Titel zweier tief in die Krise gerutschten Finanzinstitute. Für den Handel mit den zuletzt massiv unter Druck geratenen Titeln der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie der US-Investmentbanken sollen vorerst verschärfte Regeln gelten, später vielleicht für den gesamten Aktienmarkt in den USA.

SEC-Chef Christopher Cox kündigte dies heute vor dem Bankenausschuss des US-Senats in Washington an. Kritiker hatten immer wieder beklagt, dass Spekulanten durch Wetten auf fallende Kurse die Notierungen zusätzlich massiv nach unten treiben. Die SEC nimmt nun besonders die immer mehr verbreitete Praxis der Leerverkäufe (shortselling) ins Visier. Dabei verkaufen Investoren Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich nur von Dritten gegen Gebühr ausleihen. Sie hoffen dann auf fallende Kurse, um die Titel billiger zurückerwerben und dem Ausleiher wiedergeben zu können.

Die Differenz zwischen den Preisen streichen sie als Gewinn ein. Bisher durften sich mehrere Investoren sogar zeitgleich dieselben Aktien ausleihen. Genau dies soll nun zunächst bei den Aktien von Fannie Mae und Freddie Mac sowie bei Investmentbanken verboten werden. Die SEC erwäge aber auch, die Beschränkungen auf alle Aktien auszudehnen. Dadurch soll der Umfang der Leerverkäufe sinken. Die Börsenpolizei untersucht derzeit, ob die massiven Kurseinbrüche etwa bei der inzwischen verkauften Investmentbank Bear Stearns und zuletzt bei Lehman Brothers durch missbräuchliche Handelspraktiken beschleunigt wurden.

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