..und auf einmal ist alles wieder anders!

Die Börse ist schon ein launisches Wesen…sah es gestern Morgen noch so aus, als ob die Märkte nun nach oben ausbrechen könnten passierte am Abend genau das Gegenteil. Erneut waren es die schwachen US Konjunkturdaten, die diese Wende verursacht haben. Schwache Daten von der US-Industrie und ein überraschend schlechter Einkaufsmanagerindex zogen Dow-Jones, S&P und Co. um mehr als zwei Prozent in die Tiefe. Insbesondere die schwäche am Arbeitsmarkt beunruhigte die Anleger. Der Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP berichtete gestern, dass die Zahl der neu geschaffenen non-farm Arbeitsplätze in den USA statt den erwarteten 178.000 neu geschaffene Stellen lediglich 38.000 betrug.

Kurz darauf wurde der ISM Herstellungsindex/Einkaufsmanagerindex veröffentlicht, der ebenfalls unter den Erwartungen lag. Letztlich sollte man diesen Einbruch vielleicht nicht über bewerten, da es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich nur um eine vorübergehende Schwäche handelt, die mit der Atomkatastrophe in Fukushima zusammenhängen dürfte. Nichts desto trotz befürchten nun die meisten Marktteilnehmern, dass die offiziellen Arbeitsmarktdaten die am Freitag veröffentlicht werden ebenso schlecht sein werden. Die ADP-Daten dienen gern als Indikator für die zu erwartende Tendenz. Zwar gab es hier in der Vergangenheit dann doch noch positive Überraschung, aber man sollte wohl momentan nicht darauf setzen…

Gestern Morgen präsentierte sich ebenfalls der Euro mit einem EUR/USD Wechselkurs von über 1,44 zunächst wieder sehr stark, nachdem die Zusagen der Bundesregierung zu weiteren Hilfen erst einmal für etwas Entspannung in der Griechenland-Frage sorgen konnte. Das konnte natürlich von amerikanischer Seite wiedermal nur mit einer Herabstufung quittiert werden. Die Bonität Griechenlands wurde gestern durch die Ratingagentur Moody’s auf „Ramschstatus“ (Caa1) erneut abgestuft. Es hat schon fast etwas lächerliches langsam, aber so sind sie halt – die Amerikaner! Die gute Nachricht ist nun, dass das Rating für Griechenland jetzt ganz unten ist, und zumindest Moodys künftig nur noch begrenzt Schaden anrichten kann!

Die Börsen dürften also auch heute wohl unter Druck bleiben. In Asien kann man bereits die Auswirkungen des gestrigen Handelstages sehen. Der Shanghai Composite Index verliert zum Mittag 2% auf 2.690 Punkte und liegt damit unter der psychologisch bedeutsamen 2.700er Marke. In Hongkong geht es für den HSI um 1,6% nach unten auf 23.252 Punkte. Der Nikkei hingegen hält sich noch verhältnismäßig gut, allerdings wurden bereits gestern Aktien in Japan eher verkauft.

Trotz all dieser widrigen Umstände gibt es aber auch positives zu berichten. So konnten beispielsweise unsere beiden Depotwerte VW und Porsche die prozentual besten Absatzergebnisse in den USA für den Monat Mai verbuchen. Bitte lesen Sie dazu auch die entsprechenden Berichte auf Investors Inside. Die Aktien der beiden Autobauer gehören zu unseren Top Favoriten für das weitere Jahr. Beide Aktien waren gestern bereits charttechnisch nach oben ausgebrochen, bevor die Börsen anfingen zu wackeln. Die Solaraktien fallen allerdings wie erwartet nach einer kurzen Hype wieder in sich zusammen. Ich hoffe Sie sind unserem Rat gefolgt und haben hier nur sehr kurzfristig und mit überschaubaren Beträgen agiert!

Ebenfalls weiterhin hoch interessant bleiben die beiden Aktien Klöckner & Co. sowie natürlich die Commerzbank Aktie. Auch diesen beiden Titeln muss man in den kommenden Tagen verstärkt Aufmerksamkeit schenken. Beide befinden sich in einer ähnlichen Situation wenn auch unter komplett anderen Vorzeichen. Die Kapitalerhöhungen laufen auf Hochtouren, bei der Commerzbank noch bis zum 06.06.11 und bei Klöckner bis 09.06.11. Bei beiden Aktien sollte es in den kommenden Tagen zu verstärkten Kursbewegungen kommen.

Wie auch immer diese Woche ausgehen wird, wir bleiben zunächst positiv für unsere Depotwerte, insbesondere VW und Porsche, gestimmt. Bleiben Sie weiterhin vorsichtig und achten Sie verstärkt darauf sich Qualitätsaktien ins Depot zu legen. Denn diese werden sich auch nach einem Rücksetzer an den Börsen immer wieder entsprechend schnell erholen. Ansonsten wünsche ich Ihnen alle einen erholsamen Feiertag und für die Männer natürlich viel Spaß am Vatertag!!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

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7 Comments

  1. deathproof said:

    naja, weiss eh, was erwägen heisst. sie sind sowieso mit amerikanischen system verbandelt 😉
    aber eh schon wissen *g*

  2. Erwin said:

    Hallo, habe gerade durch Zufall Ihren Blog gefunden, sehr interessant.
    Gibt es einen Link auf Ihr aktuelles Depot?
    Ich finde nur Grafiken aus vergangenen Jahren.
    Vielen Dank.

    • Lars said:

      Hi Erwin, nein gibt es nicht mehr, das war zu aufwändig…aber bald evtl. wieder 😉

  3. Thomas said:

    Ehrlich gesagt, verstehe ich die Märkte nicht so richtig. Gestern schwache Konjunturdaten aus den USA, woraufhin der Euro um 1 Cent fällt – Dollar als sicherer Hafen?

    Heute sieht Moody’s auch, dass Griechische Bonds mit 65-75% vom Nennwert gehandelt werden (sehe ich auch so – seit ca. 6 Monaten). Darufhin reißt der Euro auf 1,45 US$ (Drachme als sicherer Hafen?).

    Frage: Ist das mit den Rating Agenturen selbst eigentlich ein Problem? Was ich nicht verstehe ist, dass sich z.B. Fondmanager (Versicherungen, Rückversicherungen) sich wohl sklavisch an die Ratings halten (müssen?). Also, ich mache ein ETF (oder einen gemanagten Fond) mit EU-Staatsanleihen. Bedingung Rating A oder höher. Dann meint Mody’s ist nicht A sonder C. Daraufhin (und erst daraufhin!) fliegen die Griechischen Anleihen aus dem Fond raus – und senken die Preise. Meine Frage: Wenn die Ratings nicht die Zukunft sondern die Vergangenheit beschreiben — warum nehmen Fondmanager diese Ratings eigentlich ernst? Eigentlich ist es doch nur „doof“, Anleihen immer dann zu verkaufen, wenn sie tief gefallen sind. Wenn das Herunterraten von Griechenland einfach nur ne Lachnummer wäre, könnte man einfach einmal drüber lachen – und das war’s dann auch.

    Kennt jemand Moody’s Rating für Californische Bonds?

    • Lars said:

      „Was ich nicht verstehe ist, dass sich z.B. Fondmanager (Versicherungen, Rückversicherungen) sich wohl sklavisch an die Ratings halten (müssen?)“ Das genau ist das eigentliche Problem. Jeder Fondsmanager weiß eigentlich das die Rating Agenturen nutzlos sind aber sie müssen halt diese Vorgaben erfüllen! Mannmannmann!!! Naja heute erwägt Moodys eine Herabstufung der USA ( als Alibi?!?) Ich finde es irgendwie sauwitzig…

  4. Ramsi said:

    Ich hoffe, dass der Plan der EU einer eigenen Ratingagentur nicht versickert. Es ist mittlerweile ein mehr als offensichtliches Spiel. Sollte sich jetzt aber die Situation für die Griechen entgegen der von den Agenturen in den Weg gelegten Backsteinen zu einem mittelfristig positiven Ausgang kommen, verlieren diese Agenturen m. E. nach weiter an Glaubwürdigkeit auf staatlichem Parkett. Das wird dann nicht nur den Schaden, den sie anrichten können reduzieren, sondern auch die Forderung nach einer eigenen Ratingagentur möglicherweise wiederbeleben.
    Es wird dringend Zeit, dass wir uns in dieser Hinsicht aus den Fangarmen der Amis lösen. Deutschland könnte hier, wie so oft, Vorreiter sein aber Angela lässt sich ja gerne mal vom kleinen Bruder Sarkozy das Zepter aus der Hand nehmen…

    • Lars said:

      das hoffe ich auch sehr.. auch wenn ich den Ratingagenturen nur eine sekundäre Daseinsberechtigung einräume da meistens die Ratings erst erscheinen nachem etwas passiert ist. Das müsste dann bei einer „neuen“ Agentur schon anders laufen. Letztlich wäre es wohl , wenn überhaupt, sinnvoll wenn die Europäer die Japaner und die Chinesen eine solche Institution hätten…

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