„Too big to fail“

„Too big to fail“, lautet die einhellige Meinung von Marktakteure zu der Rettung des US-Versicherers AIG durch die US-Regierung. Die Bedeutung des Versicherungskonzerns für das globale Finanzsystem sei zu groß und die Risiken einer Insolvenz unkalkulierbar, heißt es. Nicht nur wären hiervon Millionen von Rentnern betroffen mit signifikanten Folgen für die Entwicklung der US-Wirtschaft, schreibt die UniCredit. Auch sei AIG hochgradig im Finanzsystem vernetzt – mit einem entsprechend hohen Counterparty-Risiko. In einem Kommentar meint Kenneth Lewis, CEO der Bank of America, er kenne keine größere Bank, die kein signifikantes Exposure Richtung AIG habe.

Marktteilnehmer befürchteten im Vorfeld, dass ein Ende von AIG zu einem Zusammenbruch des über 60.000 Mrd USD großen Marktes für Credit Default Swaps geführt hätte. Nach Einschätzung der LBBW wäre das systemische Risiko einer erneuten Pleite innerhalb von nur drei Tagen nicht nur für das amerikanische Finanzsystem sondern auch für das globale eine nicht zu verkraftende Belastung gewesen. Laut der UniCredit hat AIG Banken und anderen Investoren Protection im Fixed-Income-Bereich in einem Gesamtvolumen von 441 Mrd USD verkauft, inklusive 58 Mrd USD bei Subprime Securities.

Der jüngste Bailout gehe auf Kosten der Steuerzahler, so Kreditanalyst Tim Brunne von UniCredit. Die Tatsache, dass AIG für den bereitgestellten Kredit von 85 Mrd USD Kuponzahlungen von Libor plus 8,5% zu leisten habe, dürfte es leichter machen, politische Unterstützung für die Rettungsaktion zu erhalten. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Versicherungskonzern in der bisherigen Form überleben werde. Eine Zersplitterung oder ein Verkauf könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Folgen für den Finanzsektor seien derzeit aber noch nicht absehbar. Aufgrund der Ausfälle der vergangenen Tage im Finanzsektor, würden Banken, Versicherer, die Fonds-Industrie und nicht regulierte Finanzinstitute weitere Verluste hinnehmen müssen.

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