Thielert hat fertig! Vorstände gefeuert, Russen weg..

Über dem Flugmotorenhersteller Thielert aus Hamburg schwebt ein großer Bilanzskandal. Der Aufsichtsrat kündigte am Mittwoch Vorstandschef Frank Thielert und Finanzvorstand Roswitha Grosser mit sofortiger Wirkung. Zu spät hat der Aufsichtsrat hier reagiert und somit wohl auch dazu beigetragen die Firma an die Wand zu fahren. Kurz zuvor erhielt das Kontrollgremium Informationen des Landeskriminalamtes über Unregelmäßigkeiten und mögliche Bilanzmanipulation.

In der gestrigen Mitteilung des Unternehmens erklärte der Aufsichtsrat „Es ist davon auszugehen, dass die Jahresabschlüsse 2003 und 2005 der Gesellschaft wahrscheinlich fehlerhaft und möglicherweise nichtig sind.“ Ein Maßnahmenpaket zur Behebung der Liquiditätskrise könne deshalb nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden, gab daraufhin eine Aktionärsgruppe die sich daran maßgeblich beteiligen wollte bekannt. In Branchenkreisen wird jetzt über einen bevorstehenden Insolvenzantrag bei Thielert spekuliert.

Über Betrug, Urkundenfälschung und Bilanzmanipulationen bei Thielert gab es bei Thielert immer wieder Spekulationen. Der Vorstand und Gründer Frank Thielert wies die Vorwürfe bisher stets zurück. Gestern wurde nun der Kurs ausgesetzt nachdem er bis auf 1,20 Euro gefallen war. Diese Entwicklung dürfte sich heute nochmal beschleunigen sofern die Aktien wieder handelbar sind.

Mehrfach hatte Thielert die Vorlage von Bilanzen verschoben und Angaben korrigiert. Für 2007 liegt nach wie vor keine Bilanz vor. Anfang April berichtete Thielert von 320 Beschäftigten und knapp 60 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2006 kurz darauf von einer „akuten Liquiditätskrise“. Die Investorengruppe um die russische Finanzierungsgesellschaft Sputnik Group wollte hier zuletzt einsteigen und sich mit insgesamt 24 Mio. Euro beteiligen. Nun sind die Russen weg und Thielert hat wohl fertig…

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