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Deutsche Bank – Juhu ein neuer Chef…!

Anshu Jain und Jürgen Fitschen erklären ihren Rücktritt und die Aktie der Deutschen Bank ist heute vorbörslich sieben Prozent im Plus. Es ist immer wieder spaßig zu beobachten wie so mancher Glücksritter auf große Kursbewegungen spekuliert – und das bei Meldungen die so eigentlich zu erwarten waren und letztlich keinerlei ernsthafte Kursrelevanz haben. Der Abgang der Führungsspitze war, nach der desaströsen Amtszeit die Ihren Höhepunkt im offenen Aufruhr der Aktionärsvertreter auf der letzten Hauptversammlung fand, zwingend nötig geworden. Wen dieser Schritt nun also überrascht, der hat nicht wirklich aufgepasst. Viel mehr stellen sich mir persönlich ein paar Fragen nach dem etwas komischen Zeitpunkt für diese Ankündigung und der offensichtlichen Ratlosigkeit, sowie der fast schon verzweifelten Suche nach einer Lösung für all die vielen Probleme der Bank.

Mit dem Stühlerücken in der Konzernspitze ist aus Sicht der Aktionäre zunächst rein gar nichts passiert. Der neue Chef John Cyan hat eine Menge Arbeit vor sich und auch er wird so schnell kein großes weißes Kaninchen aus dem Zylinder zaubern können, das alle Sünden der Vergangenheit wieder vergessen macht. Viel mehr ist mühevolle Aufräumarbeit angesagt die teils unangenehm sein dürfte, und wohl auch teuer wird. Wer also als Aktionär nun die wundersame Wende bei der Aktie erwartet, könnte demnächst einmal mehr enttäuscht werden.

Die kürzlich in einigen Fachmagazinen erschienenen Berichte einer möglicherweise bald erneut anstehenden Kapitalerhöhung, wegen der immer noch zu dünnen Kapitaldecke der Bank, sollten zumindest nicht vergessen werden. Die oberste Bankenaufseherin der EZB hatte kürzlich in einem Interview bereits einen neuen Stresstest für europäische Banken im Jahr 2016 angekündigt… Ebenso nachdenklich stimmt mich die Tatsache dass der neue Mann an der Spitze des deutschen Geldhauses erneut ein Investmentbanker ist, lange Jahre seinen Dienst in der Temasek Holding, Singapur sowie bei der Schweizer Großbank UBS verrichtete.

Mein Fazit: Der Rücktritt von Jain und Fitschen war zwingend notwendig, nachdem ein großer Teil der Aktionäre den beiden Das Vertrauen entzogen hatte. Ob die Ernennung eines neuen Chefs nun aber wieder die Glaubwürdigkeit der Bank verbessert, geschweige denn an der permanent hereinprasselnden Prozesswut Dritter etwas ändert, ist fraglich. So richtig zu feiern gibt es somit aus meiner Sicht nichts, denn alle bekannten Risiken bleiben auch weiterhin bestehen. Ob der Führungswechsel also mit einem Neuanfang bei der Bank gleichzusetzen ist, bleibt eher noch abzuwarten. Womit man ebenfalls wohl weiterhin abwarten sollte, bevor man sich die Deutsche Bank Aktie ins Depot legt. Zumal wir uns in einer Phase befinden in der der Gesamtmarkt nach unten abzurutschen droht…

TUI – bald bessere Zeiten?

Heute dürften Anleger der TUI AG erst einmal wieder etwas durch schnaufen, denn auch hier hat sich seit letzter Woche so einiges getan. Die drohende Pleite des Mitbewerbers Thomas Cook ist offenbar abgewendet, da man die neue Finanzierungsrunde nun doch noch unter Dach und Fach gebracht hat. Eine Pleite hätte sich zunächst sicherlich belastend auf die Brachen ausgewirkt, auch wenn diese Marktanteile langfristig natürlich dann unter den verbliebenen Anbietern aufgeteilt werden.

Heute hat die TUI Travel Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt, und die sind wieder Erwarten gut ausgefallen. Trotz der Turbulenzen des „Arabischen Frühlings“ in Nordafrika und der Probleme in Europa hat Europas größter Reiseveranstalter im Geschäftsjahr bis Ende September ein Gewinn von 85 Millionen britischen Pfund (99 Mio Euro) erzielt. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch wegen der Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch in Island einen Verlust von 123 Millionen Pfund verbuchen müssen. Damit verdiente TUI Travel in Großbritannien soviel wie nie zuvor.

Zudem wurde am Wochenende bekannt, dass sich der Konzern wieder in Gesprächen über einen möglichen Verkauf der Hapag-Lloyd-Anteile befindet. Laut Medienberichten soll die Reederei Neptune Orient Lines großes Interesse an einer Übernahme haben. Vor knapp drei Jahren hatte TUI bereits Gespräche mit der zum Staatsfonds Temasek aus Singapur gehörende Reederei über eine mögliche Übernahme der Anteile geführt. Der TUI Konzern möchte die 34- prozentige Beteiligung schnellstmöglich loswerden und sich wieder auf das Touristikgeschäft konzentrieren. Allerdings kann der Anteil erst an Dritten verkauft werden wenn der Miteigentümer Albert-Ballin die Beteiligung nicht bis Ende September 2012 übernimmt.

Der TUI Konzern steht vor einer möglichen Wende. Die Management-Fehler der letzten Jahre scheinen nun allesamt korrigiert zu werden, und somit besteht auch eine realistische Möglichkeit dass der Reisekonzern langfristig wieder profitabel wird. Natürlich erst nachdem die Hapag-Lloyd Beteiligung weitergegeben wurde. Dies könnte aber bereits spätestens im Sommer 2012 der Falls sein. Wir haben vor einigen Tagen, nach dem Thomas Cook Kursrutsch, eine kleine Position in unsere Depot aufgenommen. Kurzfristig sind hier Kurse um die 5,- Euro möglich.

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