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Die Verlierer der Hausse – Conergy, Solon, Q-Cells

An der Börse wird ja grundsätzlich eher die Zukunft gehandelt, dennoch kann auch gelegentlich ein Blick in die Vergangenheit nicht schaden. Aus diesem Grunde haben wir hier auf Investors Inside in den kommenden Tagen die Serie der größten Kapitalvernichter aus dem vergangenen Börsenjahr, sowie dem vergangenen Fünf-Jahres-Zeitraum für Sie zusammengestellt. Der ein oder andere Wert dürfte unseren Lesern sehr wohl bekannt vorkommen. Die Frage ist nun lässt sich von der vergangenen Performance eventuell die zukünftige Kursentwicklung ableiten, lässt bzw. sich in dieser Liste eventuell sogar ein interessanter Rebound-Kandidat für die Zukunft findet. Sicherlich sind auf den ersten Blick fast alle hier aufgeführten Titel mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Einige Aktien werden wohl ihre alten Höchststände nie wieder erreichen oder gar in der Versenkung verschwinden, wohingegen andere die Hausse bislang einfach nur verpasst haben und noch enormes Potenzial bieten könnten:

Die Serie beginnt heute mit den Solarwerten Solon auf Platz 1, Q-Cells auf Platz 3 und Conergy auf Platz 6 der Liste der schlechtesten Aktien im Börsenjahr 2010. Während wir bei Conergy nur noch sehr wenig Hoffnung haben, dass sich die Firma noch einmal in ungeahnte Höhen aufschwingen kann, stehen die Chancen dafür bei Solon und Q-Cells etwas besser. Conergy konnte zwar die Umsätze in 2010 um 52% auf € 913,5 Mio. (2009: € 600,9 Mio.) steigern, es gelang dem Unternehmen jedoch nicht wieder in die Gewinnzone zurück zu finden. Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -14,7 Mio. Euro (2009: -21,8 Mio. Euro) betrug das Nachsteuerergebnis -42,0 Mio. Euro (2009: -81,1 Mio. Euro). Für 2011 erwartet Conergy nun einen Umsatz in Höhe von knapp einer Milliarde Euro, ob hieraus auch wieder ein positives Ergebnis erwartet werden kann bleibt vorerst fraglich. Auf Sicht der letzten fünf Jahre mussten Anleger einen Wertverlust bei der Aktie von satten 94,6 Prozent hinnehmen. Es bleibt wie es ist, die Conergy Aktie ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger.

Mit einer Wertminderung um 91 Prozent innerhalb des Fünf-Jahres Zeitraumes und alleine 67,6 Prozent Verlust hatten die Solon Aktionäre wohl auch nicht viel zu Lachen. Der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz im Jahr 2010 um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber ebenfalls nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben. Uns hat auch das jüngste Zahlenwerk bislang nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

Noch die besten Chancen auf eine nachhaltige Trendwende sehen wir bei der Q-Cells Aktie. Die Aktie hat alleine im Börsenjahr 2010 um 72,9 Prozent an Wert verloren, und gehört damit zu den Top Drei Kapitalvernichtern in 2010.  Auf Sicht von fünf Jahren waren es 87,5 Prozent Wertverlust. Wir stufen die Q-Cells Aktie momentan mit „neutral“ ein. Große Kurssprünge sind hier wohl kurzfristig nicht zur erwarten, allerdings scheint die Marke um die 2,80 Euro eine solide Basis zu bilden. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass die Q-Cells Aktie in den kommenden Jahren wieder zu den Basisinvestments im deutschen Solarsektor avancieren kann. Für 2011 planen die Hersteller von Solarzellen eine Steigerung der Produktion auf rund 50 GW. Sollte die Branche von den aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland künftig wieder verstärkt profitieren, könnte sich dieser Faktor auch in den Q-Cells Bilanzen deutlich positiv bemerkbar machen.

Solon – mehr Umsatz, immer noch Verluste

Heute legte die Solon AG die neuesten Zahlen vor, und die waren nach wie vor besorgniserregend. Denn der Berliner Solaranbieter konnte seinen Umsatz um satte 76 Prozent auf 619,9 Millionen Euro steigern schaffte es aber immer noch nicht dabei Gewinne für seine Aktionäre zu erwirtschaften. Das Ebit belief sich auf nur  0,4 Millionen Euro. Die ist zwar ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr, in dem noch ein Minus von 199,2 Millionen Euro erwirtschaftet wurde,  das Konzernergebnis fiel aber mit minus 19,80 Millionen Euro immer noch deutlich negativ aus. Im Jahr 2009 musste die Solon AG noch Verluste in Höhe von 271,6 Millionen Euro bekanntgeben.

Insgesamt wurden Unternehmensangaben zufolge im Geschäftsjahr 2010 Photovoltaik Anlagen mit einer Gesamtleistung von 278 MW verkauft, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 100 Prozent entspricht (Vorjahr: 139 MW). Nachdenklich stimmt mich auch der nun wieder negative Cash Flow in Höhe von 9,7 Millionen Euro der bereits im Krisenjahr 2009 mit einem Plus von 93,1 Millionen Euro deutlich positiver war. Es bleibt wie es ist, das Solon Papier ist nur etwas für die ganz hart gesottenen Anleger. Uns hat auch das heutige Zahlenwerk nicht davon überzeugt, dass sich hier nachhaltig etwas verändert hat.

Conergy und Solon- das letzte Aufbäumen?

Die Panik an den Börsen und die Hoffnung von dieser Krise zu profitieren treibt manchmal schon seltsame Blüten. Noch vor Kurzem wurde die Conergy Aktie als Pleitekandidat gehandelt, und gestern legte diese schon wieder über 100 Prozent zu. An solchen Tagen frage ich mich immer wieder wer denn hier sein Geld investiert, und vor allem stelle ich fasziniert fest, dass die Menschen offensichtlich eine schon fast selbstzerstörerische Fähigkeit zur Verdrängung besitzen. Nicht nur, das meiner Meinung nach die Gefahren und Risiken  der aktuellen Ereignisse in Japan vom Großteil der Menschen falsch eingeschätzt wird, sondern auch die Tatsache, dass die Börsen bereits heute wieder „Normalität“ vorgaukeln bringen mich letztlich zu der Überzeugung, dass der gestrige Kursrutsch erst der Anfang gewesen sein könnte.

Die Annahme dieser Akteure, dass die Conergy AG nun eine ernsthafte Rolle bei der atomaren Abrüstung spielen wird halte ich für sehr gefährlich. Bei der allgemeinen Euphorie bei den Solarwerten sind pauschal offenbar alle Aktien gekauft worden die nur ansatzweise etwas mit alternativen Energien zu tun haben. Der Kater dürfte nach der Party nicht lange auf sich warten lassen. Die strukturellen Probleme bei Conergy haben sich nicht geändert. Eine Aktie die innerhalb von zwei Handelstagen so extrem ansteigt dürfte auch entsprechend schnell und heftig wieder fallen, wenn die Marktteilnehmern klar wird das eben nicht alle Aktien aus diesem Bereich nun ein gutes Investment sind. Hier dürften überwiegend die Zocker aktiv sein! Ebenso kritisch sehe ich den aktuellen Kursverlauf bei der Solon Aktie, auch hier passt die Entwicklung des Aktienkurses nicht mit den fundamentalen Rahmendaten zusammen!

Weiter abwärts – Solarworld, Q-Cells, Solon, Sunways, Phoenix Solar und Solar Millennium

Die Aktien von Solarworld, Q-Cells, Solon, Sunways, Phoenix Solar und Solar Millennium geben weiter teilweise deutlich nach. Die Aktien aus der Solarbranche sind erneut die großen Verlierer der letzten Tage. Wir hatten ja bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die leichten Kursgewinne der letzten Wochen nicht überbewertet werden sollten. Solaraktien dürften ein weiteres sehr schwieriges Jahr vor sich haben. Kürzlich kam dann noch einer der Favoriten diverser Börsenbriefe in den USA unter die Räder. Canadian Solar legte kürzlich die Zahlen zum vierten Quartal vor und enttäuschte die Anleger. Der Umsatz wuchs deutlich, der Gewinn hingegen stagnierte, das Fazit der Anleger lautete am Abend „verkaufen“. Die Aktie verlor über 17 Prozent und belastet den gesamten Sektor zusätzlich.

Das Beispiel Canadian Solar zeigt einmal mehr wie sensibel die Anleger inzwischen auf die weiter sinkenden Gewinnmargen der Solarfirmen reagieren. Die guten Zeiten sind hier offenbar schon länger vorbei und das Überangebot wird die Margen des ein- oder anderen Herstellers auch in Zukunft deutlich belasten. Unser Fazit bleibt weiterhin: Solaraktien sind „out“ bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die bei den Maschinenbauern und Projektierern zu finden sind. Natürlich muss man heute fairerweise auch den Gesamtmarkt erwähnen der den Aktien aus dem Solarsektor immer besonders zusetzt. Gelingt die Wende bei den Indizes in den kommenden Tagen sind hier kurzfristige Gewinne wieder möglich.

Solarwerte Q-Cells, Solarworld, Solon und Phoenix – Analysten werden skeptischer

Während sich die Analysten bei der Aktie von Phoenix Solar noch uneinig sind fallen die Urteile bei Solarworld und Q-Cells in der letzten Zeit eher bescheiden aus. Allen voran sehen auch wir die Aktie von Q-Cells eher kritisch. Trotz eines kürzlich verkündeten Großauftrages bleibt die Aktie charttechnisch angeschlagen und kann auch nicht von der Meldung profitieren. Q-Cells Nordamerika und die US-Firma Sunpower haben gestern einen Vertrag über die Lieferung von Solarzellen mit einer Leistung von 83 Megawatt unterzeichnet. Ein Kauf drängt sich unserer Meinung nach hier in nächster Zeit trotzdem nicht auf. Wenn Sie investiert sind achten Sie auf die Marke von 2,60 Euro, die nicht unterschritten werden sollte!

Die Solarworld Aktie wurde zwar von der UBS in ihrer letzten Analyse von „sell“ auf „neutral“ heraufgestuft, aber das Kursziel bei 8,50 Euro belassen, was ungefähr dem momentanen Kursniveau entspricht. Auch hier scheint sich also ein Einstieg in die Aktie nicht unbedingt aufzudrängen. Zwar würden wir der Solarworld Aktie die beste Überlebensfähigkeit in einem hart umkämpften Markt attestieren, dennoch ist auch hier aufgrund der weiteren Unsicherheiten in der Branche allgemein, und der Charttechnik im besonderen, unter kurzfristigen Gesichtspunkten wohl nicht ratsam. Der Chart zeigt zudem noch ein Gap bei 7,82 Euro das demnächst geschlossen werden könnte.

Die Commerzbank sieht die Aktie von Phoenix Solar inzwischen nicht mehr so positiv und hat das Kursziel nun von 38 Euro auf 24 Euro gesenkt. Man rechnet mit einem Gewinneinbruch in diesem Jahr aufgrund der schwächeren Positionierung des Konzerns in Wachstumsregionen der Solarbranche. Die UBS hingegen ist der Meinung, dass der Titel nach wie vor ein klarer Kauf ist und belassen Ihr Kursziel bei 39,- Euro. Die Analysten verwiesen noch einmal darauf, das Phoenix Solar einer der günstigsten Photovoltaik-Papiere sei. Und das ist wohl richtig, vorausgesetzt es gelingt dem Konzern die Wachstumsziele zu erreichen.

Auch wir halten die Aktie von Phoenix Solar für eine der interessantesten aus dem deutschen Solarsektor, und sicherlich die interessanteste von den drei hier beschriebenen Aktien. Sieht man sich jedoch den Chart an stellt man fest, das hier offenbar keine Eile für einen Einstig geboten ist. Vorsichtige Anleger warten bis der gesamte Solarsektor wieder etwas anspringt, und setzen dann gezielt auf entsprechend günstige oder wachstumsstarke Titel aus der Branche. Die chinesischen Branchevertreter wie u.a. Yingli, Trina, LDK Solar sind in den letzten Tagen auch alle unter die Räder gekommen. Achten Sie auf deren Entwicklung, denn dort werden Sie als erstes erkennen können ob der Solarsektor wieder anspringt, oder nicht! Suntech Power konnte nachbörslich gestern nach guten Zahlen deutlich zulegen…

Nur ein kurzes Strohfeuer bei Solon, Q-Cells, Solarworld, Phoenix Solar und Sunways?

Die abgelaufene Woche war offensichtlich die Comeback-Woche der Solarwerte wie Q-Cells, Solarworld, Phoenix Solar und Sunways. Alle Titel konnten kräftig zulegen und damit hat sich auch das charttechnische Bild teilweise wieder deutlich aufgehellt. Allen voran scheint die Q-Cells Aktie wieder verstärkt Anhänger zu finden. Mit einem kräftigen Finale verabschiedete sich die Aktie aus der letzten Handelswoche und erreichte dabei sogar fast wieder die 200-Tage-Linie, die derzeit bei ca. 3,60 Euro verläuft. Das diese Marke im ersten Anlauf genommen werden kann halte ich persönlich für eher unwahrscheinliche, ebenso wie der nächste massive Widerstand, der bereits bei 3,80 Euro auf die Aktie warten dürfte. Viel mehr ist nach dem starken Anstieg eine erneute Konsolidierung bis in den Bereich um die 3,- Euro vorstellbar, bevor es dann – vielleicht – wieder nach oben geht.

Auch die Solarworld Aktie konnte sich in den letzten Tagen weiterhin erholen und sogar die wichtige 200-Tage-Linie überschreiten. Dennoch bleibt auch hier ein etwas fader Beigeschmack. Es ist immer noch ein Gap bei ca 7,82 Euro offen, das eventuell noch geschlossen werden könnte! Heute tauchen die Kurse der meisten Papiere aus dem Solarsektor nach den starken Kursgewinnen der letzten Tage wieder ab. Ich rechne immer noch damit, das es am Markt, vielleicht sogar schon in dieser Woche, zu einer stärkeren Konsolidierung kommen kann. Dann würden natürlich auch die Solarwerte nicht verschont bleiben. Allzu viel Euphorie ist also nicht unbedingt angebracht, oder zumindest gefährlich.

Grundsätzlich gilt es also neben der richtigen Auswahl der Solartitel das richtige Timing beim Einstieg zu finden. Sollte die Korrektur wie erwartet eintreten könnte sich der Tiefpunkt dieser dann anstehenden Bewegung, den ich spätestens bei 6.800 Punkten erwarte, also als interessante Einstiegsmöglichkeit in den deutschen Solarsektor erweisen. Die genannten Titel bleiben auch für uns interessant wobei wir Solon und Q-Cells eher als kurzfristige und spekulative Anlage sehen würden. Solarworld und Phoenix Solar bleiben eine Basisinvestment in dem Sektor. Ebenso interessant könnte Sunways nach den zuletzt gelieferten Zahlen sein. Der Hersteller von Solarzellen und Inverter konnte den Umsatz im abgelaufenen Jahr um 26 Prozent auf 223 Millionen Euro deutlich steigern. Die Anlagebauer Centrotherm sowie Roth und Rau bleiben ganz oben auf unserer Kauf-Liste.

Solon, Vivacon, Pfleiderer – welchens Schweinchen hätten Sie gerne?

Es scheint bald wieder soweit zu sein. Jedes mal gegen Ende einer längeren Aufwärtsbewegung an den Börsen werden noch schnell ein paar Säue durchs Dorf getrieben. Diese „Säue“ heißen in den letzten Tagen unter anderem Solon, Vivacon, und  Pfleiderer, über die wir ja auch zuletzt berichtet hatten. Die Kursverläufe dieser Aktien sind mit normalen, fundamental begründeten, Argumenten wohl nicht zu erklären. Bei Vivacon hatten Anleger auf eine deutliche und nachhaltige Wende des operativen Geschäftes im Vorfeld der gestern veröffentlichten Zahlen gesetzt, und wurden enttäuscht. Das kann man noch irgendwie nachvollziehen, auch wenn der vorangegangene Kursanstieg von ca. 100 Prozent bei einem Fast-Pleite-Unternehmen etwas heftig erscheint. Die Pleite sei nun abgewendet hieß es in der Presse, einen echten Beweis dafür konnte das Unternehmen mir persönlich mit dem Zahlenwerk aber nicht liefern.

Bei der arg gebeutelten Pfleiderer AG  sehnen sich die Anleger nach Rettung und der Hoffnung auf bessere Zeiten. Gestern konnte die Aktie um 16 Prozent zulegen und rettete somit das Chartbild vorübergehend. Zuvor sah eher alles nach einem Absturz in Richtung einem Euro aus. Ob diese neu eingeschlagene Richtung nun beibehalten werden kann darf zumindest bezweifelt werden. Die gestrige Meldung, dass man nun den Sanierungsspezialisten Hans Joachim Ziems für eine Restrukturierung des Konzerns gewinnen konnte ist sicherlich positiv zu werten. Ob sich hier nun allerdings schnelle Erfolge einstellen werden..? Ich bin gespannt! Normalerweise ist ein beliebter Spruch bei Sanierern „Erstmal wird alles noch viel schlimmer, bevor es dann besser wird.“

Nüchtern betrachtet befindet sich der Aktienkurs aktuell in einer Trading-Range zwischen 1,25 und 1,78 Euro und steht ziemlich genau in der Mitte dieser. Die nächsten Handelstage werden zeigen welche dieser Marken erreicht werden soll. Man sollte beachten, dass die gestrigen Umsätze in der Aktie nicht allzu hoch waren, und auch die Positionsgrößen eher darauf schließen lassen, dass hier verstärkt Trader, und nicht etwa Großinvestoren, am Werk sind.

Das heftigste Beispiel für die Sau-durchs-Dorf-Theorie lieferte gestern wohl die Solon Aktie. Das Unternehmen hat nach wie vor die gleichen Probleme wie vorher! Der Aktienkurs legte gestern noch einmal um satte 42 Prozent zu, nachdem die Aktie seit dem 04.02 bereits kräftig gestiegen ist. Inzwischen hat sich der Aktienkurs nun mehr als verdoppelt. Erstaunlich dabei ist nicht unbedingt die Tatsache an sich, sondern viel mehr die Dynamik mit der dies passiert. Die Kursbewegung deutet also eher auf einen Short Squeeze hin. Nachrichten die diesen Kursverlauf wirklich begründen würden gibt es nicht. Ich hatte ja bereits mein Unverständnis darüber geäußert. Wie auch immer, für diejenigen die dabei waren freut es mich, aber bitte daran denken auch irgendwann wieder ab zuspringen! Solon könnte aus charttechnischen Gründen noch bis 6,- Euro steigen, und wäre spätestens dann für mich persönlich wohl eher ein außerordentlich interessanter Short-Kandidat. Mal schauen wer das nächste Schweinchen wird…

Solon steigt weil…

Der Aktienkurs der Solon AG kann heute erneut kräftig um bis zu zehn Prozent zulegen. Grund ist eine Meldung die ich etwas „bemerkenswert“ finde. Der TÜV Rheinland hat die Solarmodule der Solon AG heute geadelt indem der sogenannte Ammoniak-Test positiv ausgefallen ist. Soll heißen, dass sich die Module insbesondere für den Einsatz in landwirtschaftlichen Betrieben eignen, da Ammoniak welches bei der Tierhaltung entsteht normalerweise eine eher unerwünschte Nebenwirkung hat, und die Solarpanele schneller korrodieren lässt. Diese Belastung kann zum Problem werden, die Leistungsfähigkeit mindern und die Module schneller altern lassen, indem sich unter hoher Feuchtigkeit ein stark ätzendes Kondensat bilden kann. Die Solarmodule von Solon wiesen bei dem simulierten Test des TÜV lediglich einen Leistungsverlust von weniger als einem Prozent aus. Zugegebener Maßen ein gutes Ergebnis, ob dieser Umstand allerdings über die angespannte Situation des Konzerns hinwegtäuschen kann und einen solchen Kurszuwachs bei der Aktie rechtfertigt wage ich nicht zu beurteilen. Der Hersteller von Solarmodulen und Photovoltaiksystemen bleibt für uns weiterhin eher ein Wackelkandidat in der deutschen Solarbranche. Fällt der Aktienkurs wieder unter 3,- Euro ist Vorsicht geboten!

Bald wieder Katerstimmung bei Solarworld, Q-Cells, Roth&Rau oder Trina Solar, LDK, Yingli Green?

Wie bereits gestern schon angedeutet halte ich die neue Euphorie bei den deutschen Solarwerten für etwas überzogen oder gar leichtsinnig. Die Partystimmung bei Solarworld, Q-Cells, Roth&Rau, Trina Solar, LDK, Yingli Green usw. dürfte wohl schneller wieder zu Ende sein als dies den meisten Solaranhängern lieb ist. Die gesamte Branche leidet weiterhin an Überkapazitäten und einem entsprechenden Preisverfall bei den einzelnen Produkten. Die Kürzungen der Einspeisevergütung drücken zusätzlich auf die Margen. Die Förderung für die Solarbranche soll nun laut einem Bericht von gestern noch schneller gekürzt werden als geplant. Der Verband BSW und das Umweltministerium haben zwar einen Kompromiss ausgehandelt, dieser verschafft aber letztlich keine wirkliche Erleichterung.

Die deutsche Einspeisevergütung für Solarstrom wird demnach zum 1. Juli um bis zu 15 Prozent erneut gesenkt. Entsprechende Erwägungen der Bundesregierung wurden der Deutschen Presse-Agentur dpa bestätigt. Wie hoch die vorgezogene Kürzung tatsächlich ausfallen wird, ist abhängig davon, wie viele Solaranlagen insgesamt im Jahr 2011 Deutschland errichtet werden. Hierzu soll statistisch erfasst werden wie viele Sonnenkollektoren in Deutschland in den Monaten März bis Mai installiert werden. Der erreichte Wert wird dann aufs Jahr hoch gerechnet, also mit dem Faktor vier multipliziert. Was an sich wohl schon zu einem nicht wirklich objektiven Ergebnis führen kann, da alleine schon witterungsbedingt nicht in jedem Monat dieses Jahres gleich effektiv gearbeitet werden kann, gerade im Zeitraum November bis Februar, der somit aber voll gewertet wird.

Übersteigt die somit erreichte Kapazität 3500 Megawatt, wird die Förderung zum 1. Juli um 3 Prozent gesenkt. Bei einem Zubau von mehr als 4500 Megwatt betrüge die Kürzung 6 Prozent, bei mehr als 5500 Megawatt 9 Prozent, bei mehr als 6500 Megawatt 12 Prozent, und bei 7500 Megawatt würde die Förderung um 15 Prozent sinken. Zum Jahresende sinkt die Förderung um zusätzliche neun Prozent; zudem soll dann geprüft werden, ob die Zubau-Prognose aus dem Frühjahr korrekt war. Heißt das jetzt im schlimmsten Fall 15 + 9 Prozent Kürzungen? Neuesten Prognosen zufolge werden in der Bundesrepublik 2010 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 8000 Megawatt ans Netz gehen, und somit der Höchstwert der Förderkürzungen wohl auch erreicht.

Die konkreten Pläne sollen am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden, man darf also gespannt sein wie es bei der Branche weiter geht. Die Kürzungen der Förderungen sollen den Bürger entlasten der momentan mit ca 3,5 Pfennig je Kilowattstunde zur Kasse gebeten wird. Letztlich liegt der Verdacht nahe, und die Vergangenheit hat dies ja oft bewiesen, das diese Einsparungen nicht wirklich beim Bürger ankommen werden, oder an anderer Stelle bald wieder in Form einer neuen Abgabe auftauchen. Die Branche der Solarzellenhersteller wird hingegen von einer Zukunftsbranche und Jobmotor zum Auslaufmodell. Schade eigentlich, ich hätte gerne weiterhin 3,5 Cent je Kilowattstunde für eine bessere Welt gezahlt…vielleicht hätte man sich diesen Betrag lieber bei den großen Energiekonzernen holen sollen die sich seit Jahrzehnten die Taschen ordentlich gefüllt haben…

Sonnenaufgang bei Solarworld, Q-Cells, Roth & Rau, Solon und Centrotherm?

Die Aktien der Solarbranche sind heute kräftig angesprungen. Mit Kurszuwächsen von teilweise über zehn Prozent melden sich Solarworld, Q-Cells sowie Roth & Rau zurück. Die Solon Aktie kann sich mit fast sieben Prozent Kursgewinn ebenfalls wieder deutlich von den Tiefstständen absetzen. Was ist passiert? Eine wirklich nachvollziehbare Meldung ließ sich heute nicht finden. Marktforscher von IMS Research prognostizieren der Solarbranche im abgelaufenen Geschäftsjahr eine installierte Leistung von 17,5 Gigawatt, was einem Zuwachs von ca. 130 Prozent gegenüber 2009 bedeuten würde. Für das Jahr 2011 rechnen die Fachleute nun mit 20,5 Gigawatt und bis zum Jahr 2014 hält man bei IMS sogar eine jährliche Installation von 34 Gigawatt für möglich.

Soweit so gut, Prognosen sind eine feine Sache wenn Sie denn so eintreffen..Die Vorhersage ist ambitioniert, und sagt wenig über die dabei erzielten Gewinn einzelner Unternehmen aus, sorgte jedoch heute offenbar für ungezügelten Optimismus bei den Anlegern. Warum ausgerechnet die deutschen Solartitel von einer solchen Meldung so stark profitieren ist mir persönlich etwas schleierhaft. Viel mehr sollten eigentlich heute die chinesischen Solarwerte im Fokus der Anleger stehen. Diese verhalten sich jedoch mit moderaten Zugewinnen von 3 bis 4 Prozent relativ ruhig, was sich allerdings heute noch ändern könnte. Das sieht für mich – zumindest was die deutschen Solaraktien angeht – viel mehr nach einer technischen Reaktion, nach den starken Kursverlusten der letzten Wochen und Monate, aus und weniger nach einer fundamental begründeten Rallye.

Man ist wohl gut beraten hier nicht allzu euphorisch zu werden. Der Gesamtmarkt befindet sich inzwischen auf einem kritischen Niveau und ist längst überfällig für eine Korrektur. Sollte diese kommen sind es genau die oben erwähnten Titel die wieder überproportional verlieren werden.  Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit dieser Meinung relativ alleine dastehe, aber es kann sicherlich nicht schaden diesen Gedanken im Hinterkopf zu behalten. Nicht zuletzt die vielen Nachrichten in den Medien über die „heile Börsenwelt“ und die nun anstehende gigantische Hausse sollten den aufgeklärten Trader etwas skeptisch stimmen…Bleiben Sie vorsichtig!

Weiterhin schlechte Aussichten für Solarworld, Q-Cells, Solon, Conergy & Co.?

Auch im Börsenjahre 2011 scheinen die Aussichten für Anleger in Solarwerte a la Solarworld, Q-Cells, Solon, Conergy weiterhin eher schlecht zu sein! Seit gestern herrscht wieder etwas mehr Unruhe im Sektor der alternativen Energien als sich dies die Branche wünschen kann. Nachrichten über eine baldige erneute Förderkürzung bei der Einspeisevergütung machten die Runde. Am Abend traf sich Bundeskanzlerin Merkel mit Branchenvertretern der deutschen Energieriesen Eon, RWE, EnBW, BASF, Siemens und Bosch um über die zukünftigen Regelungen des EEG (das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz) zu sprechen. Es geht um eine mögliche Anpassung der Einspeisevergütung an den EU-Richtlinien. Dieser Schritt hätte weitere deutliche Einschränkungen für die deutsche Solarbranche zur Folge.

Im vergangenen Börsenjahr wurde dieses Worst Case Szenario wohl bereits eingepreist, dennoch bleiben die Aktien aus dem Sektor weiterhin deutlich unter Druck wohingegen die Konkurrenz aus China täglich stärker zu werden scheint. Kommt es nicht zu weiteren Förderkürzungen oder gar einer kompletten Abschaffung des deutschen EEGs wäre eine Kurserholung bei  Solarworld, Q-Cells & Co möglich. Einen nachhaltigen Trendwechsel sehen wir allerdings hier nicht. Die gesamte Branche dürfte auch in diesem Jahr weiterhin unter Druck bleiben. Sollten die Fördermaßnahmen nun weiterhin deutlich gekürzt oder gar abgeschafft werden sollte man die Solarbranche wohl bis auf wenige Ausnahmen weiterhin eher meiden…

Sonnenuntergang, Conergy, Q-Cells und Solon auf der Todesliste?

Massensterben, Insolvenzen, Untergang heute ist mal wieder richtig schlechte Stimmung in der Solarbranche. Es ist die Rede von einer Todesliste auf der einige der deutschen Solarwerte stehen sollen. Hintergrund dieser neuen Hysterie ist zum einen eine neu veröffentlichte Studie der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft zum anderen die Aussagen von „Mister Solar“ Frank Asbeck. Der Solarworld Chef sieht die Branche vor schweren Zeiten, und prophezeit das baldige Sterben einiger Mitbewerber. Er geht davon aus, dass weltweit nur ca. zehn Unternehmen den Markt künftig unter sich aufteilen werden, in Deutschland sollen nur zwei bis drei der am Markt befindlichen Player, darunter natürlich auch Solarworld, überleben.

Der geneigte Leser stellt sich beim Lesen dieser Zeilen zwangsläufig die Frage ob diese Aussagen ganz uneigennützig getroffen wurden. Solarunternehmen ist eben nicht gleich Solarunternehmen, entscheidend dürfte beispielsweise sein ob es sich um einen installierenden oder produzierenden Betrieb handelt, und vor allem welche Technik verwendet wird. Nun ja wie auch immer, die im weiteren Verlauf der Berichterstattung genannten Unternehmen, Conergy, Q-Cells und Solon gehören sicherlich aus den unterschiedlichsten Gründen zu den Wackelkandidaten. Dennoch bin ich nicht uneingeschränkt der Meinung, dass der Markt sich so wie dort beschrieben entwickeln sollte. Unterschreiben kann ich hingegen weiterhin die auch in unserem Newsletter getroffene Aussagen, dass für die Anlagen- und Maschinenbauer, Roth&Rau sowie Centrotherm und Manz Automationen wohl bald wieder deutlich bessere Zeiten kommen werden.

Ebenso positiv dürften sich auch einige Zulieferbetriebe der Solarindustrie in den kommenden Jahren entwickeln können, SMA Solar gehört wohl dazu bei Wacker Chemie bin ich mir persönlich da nicht so sicher. Interessant könnten auch die Aktien der Projektierer in den kommenden Jahren bleiben, je nachdem wie beherzt die Abkehr von der atomaren Energie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten betrieben werden wird, und wie viele Großprojekte dann tatsächlich in Betrieb sein werden. Beispielsweise Phönix Solar, Solarhybrid aber auch Solar Millennium könnten sich dabei zu sehr interessanten unternehmen entwickeln.

Die ganze Diskussion ist müßig, wenn natürlich auch publikumswirksam. Es ist wie in jeder anderen Branche auch, die Guten werden überleben, die Schlechten geben auf und die innovativen Unternehmen verdienen richtig Geld. Die Solarbranche wird sich in den kommenden Jahrzehnten in einem ständigen Wandlungsprozess befinden. Wer am schnellsten und flexibelsten auf Veränderungen reagiert gehört zu den Gewinnern von morgen, und gerade das fällt mittelgroßen Unternehmen oftmals leichter als den Schwergewichten. Es wird auch wieder neu Anbieter geben, und neue Produkte. Weitere Techniken werden folgen, und vielleicht gehört dann auch eine Solarworld AG irgendwann zum alten Eisen..

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