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Ägyptischer Korrekturmodus und die Charttechnik

Die Börsen befinden sich seit Freitag im Korrekturmodus. Zum einen liegt dies wohl an der aktuellen Situation in Ägypten. Nach den Unruhen in Tunesien ist die Revolutionswelle nun auch auf andere Nationen übergeschwappt, und man fragt sich zwangsläufig ob es das nun schon gewesen ist. Der Sudan bereitet sich auf eine Teilung des Landes in einen nördlichen und einen südlichen Sudan vor. Nach über 20 Jahren Bürgerkrieg soll nun Ruhe einkehren. Man darf gespannt sein..! Eine Eskalation der Lage in den genannten Ländern könnte die gesamte Region destabilisieren, und das ist sicherlich ein Umstand den man genau beobachten sollte.

Die arabischen Börsen befinden sich seit Ausbruch der Krise in Ägypten kräftig unter Druck. Die Unruhen in haben die Börse in Kairo regelrecht abstürzen lassen. Der Leitindex EGX-30 verlor am Donnerstag 663 Punkte oder 10,5 Prozent auf 5.646 Punkte. In Dubai verlor der Index am Sonntag 4,3 Prozent und beendete den Handel damit auf einem Sechs-Monats-Tiefstand. Auch an den anderen Börsen auf der arabischen Halbinsel gaben die Kurse kräftig nach. In Katar verlor der Leitindex drei Prozent, in Kuwait sanken die Kurse um 1,8 Prozent.

Ich hatte ja in der letzten Woche bereits darauf hingewiesen, dass wir uns auch charttechnisch in einer extremen spannenden Situation befinden. Die US Indizes haben mit 12.000 Punkten im Dow Jones und 1.300 Punkten im S&P 500 sehr relevante Punkte erreicht. Es war nicht anzunehmen, dass diese im ersten Anlauf genommen werden können. Auch die Konstellation im Dax war ähnlich. Die Hürde von 7.200 Punkten, auf die offensichtlich jeder zu warten scheint, erweist sich als harte Nuss. Nach dem Anstieg der letzten Wochen und Monate ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch der Deutsche Leitindex mal wieder etwas Luft ablassen muss, bevor sich dieser zu neuen Höhen aufschwingt. Die Korrektur ist also grundsätzlich willkommen und als gesund zu bezeichnen!

Die Umstände sind also alles andere als gut für einen weiteren Anstieg der Aktienmärkte. Zunächst muss abgewartet werden wie sich der Konflikt in Ägypten entwickelt, und die arabischen Börsen weiter darauf reagieren werden, bevor eine sinnvolle Prognose für die kommenden Tage möglich ist. Einzelne Unternehmen wie beispielsweise Leoni trifft die politische Lage in Nordafrika hart, da dort Bauteile produziert werden. Ich bleibe erst einmal an der Seitenlinie und schaue mir das an. Bis auf Solar Millennium, die heute Ihre Zahlenwerk zum abgelaufenen Geschäftsjahr präsentiert hat, Solarhybrid die einfach viel zu günstig sein dürften, sowie die Position in der Bwin Aktie, bei der wir derzeit eine interessante Sondersituation vorfinden haben wir alle Positionen bei unseren deutschen Aktien vorerst glatt gestellt.

Die Grundtendenz bleibt weiter bullish. Es ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei der gerade laufenden Korrektur um eine nachhaltige Trendwende an den Aktienmärkten handelt. Viel mehr sollten Sie es als Chance sehen vielleicht noch einmal zu deutlich günstigeren Kursen in vorrangig deutsche Qualitätsaktien investieren zu können, bevor die oben beschriebenen Marken endgültig geknackt werden. Ich gehe immer noch davon aus, das wir nicht nur neue Höchststände in allen relevanten Indizes in diesem Jahr sehen werden, sondern viel mehr eine Fortführung der laufenden Hausse bis in Regionen die sich die wenigsten wohl noch vor einem Jahr hätten vorstellen können. In den kommenden Tagen sollte man aber etwas vorsichtiger agieren, auch wenn politische Börsen bekanntlich kurze Beine haben.

Solarworld, Q-Cells, Yingli, Suntech, Trina Solar und LDK Solar bleiben unter Druck

Solaraktien bleiben nach der kurzen Erholungsphase weiterhin unter Druck. Inzwischen haben sowohl die deutschen Titel wie Solarworld und Q-Cells wieder deutlich abgegeben, als auch die chinesischen Branchenvertreter, Yingli Green, Suntech, Trina Solar und LDK Solar. Nachdem die deutsche Solarwirtschaft sich nun mit der Regierung auf einen Kürzungsplan geeinigt hat droht weiteres Ungemach für die Branche.

Zuletzt machten neue Gerüchte um eine baldige Förderungskürzung der Solar-Subventionen in Italien die Runde. Demnach könnte der Mittelmeerstaat zur Sanierung seines Haushaltes bald zu drastischen Mitteln greifen. Es wird spekuliert, dass die italienische Regierung Ihr Förderprogramm für die Solarindustrie deutlich kappen oder gar ganz einstellen könnte. Immerhin wurden in Italien Solarprojekte im vergangenen Jahr mit geschätzten 20 Milliarden Euro gefördert, was knapp einem Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes entspricht.

Eine Förderkürzung in Italien wäre sicherlich ein weiterer herber Schlag für die Branche. Auch wenn hier noch nichts entscheiden ist sollte man weiterhin Vorsicht walten lassen. Wafer- und Solarzellenherstellern gehören weiterhin nicht zu unseren Favoriten. Wir würden eher auf Aktien der Projektierer wie Phoenix Solar, Solar Millennium und Solarhybrid setzen. Ebenfalls interessant bleiben die Maschinenbauer Roth und Rau sowie Centrotherm. Allerdings sollte zunächst abgewartet werden welche Auswirkungen die Unruhen in Nordafrika mit sich bringen, bevor man hier investiert…

Solar Millennium – mit neuer Kennziffer – „Betriebsleistung“

Nach den Zahlen ist vor den Zahlen – Solar Millennium veröffentlicht heute die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009/2010 und liegt damit leicht über den angepassten Prognosen vom Oktober 2010. Aktionäre zeigten sich positiv überrascht, die Aktie legt heute wieder deutlich zu. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/2010 ein Konzern-Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von etwa 700.000,- Euro nachdem im Vorjahr noch  52,3 Millionen erwirtschaftet wurden. Der bereits angekündigte EBIT-Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus einem verschobenen Finanzierungsabschluss für zwei geplante US-Kraftwerksprojekte in Blythe, der nun in der laufenden Berichtsperiode erwartet wird.

Solar Millennium wird künftig unter der „Betriebsleistung“ den Verkauf von Genussrechten an Fonds als eigene Position „sonstige betriebliche Erträge“ ausweisen, um eine bessere Transparenz der Zahlen zu gewährleisten. Bisher flossen diese in die Gesamtsumme der Umsatzerlöse mit ein. Die Betriebsleistung setzt sich insgesamt zusammen aus den Positionen Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge, Bestandsveränderung, aktivierte Eigenleistungen und übrige betriebliche Erträge. Die Positionen werden jeweils separat ausgewiesen.

Oliver Blamberger, Finanzvorstand der Solar Millennium AG, erläutert die neuen Einordnungen im Jahresabschluss: ‚Mit der Kennzahl Betriebsleistung erhöhen wir die Transparenz unserer Berichterstattung und verbessern die Vergleichbarkeit zwischen den Berichtsperioden. Die Betriebsleistung spiegelt die Geschäftsentwicklung des Unternehmens wesentlich besser wider als der reine Umsatz. So beinhaltet sie zum Beispiel auch die aktivierten Projektentwicklungsarbeiten in Spanien und den USA, die zwar schon geleistet wurden, aber aufgrund der ausstehenden Anteilsverkäufe an große Investoren noch nicht umsatzwirksam abgerechnet werden konnten.‘

Quelle: Solar Millennium AG

Trading Update VW, Conti, Porsche, Bwin, Solar Millennium und Dialog Semiconductor

Vergessen Sie die Versorger Aktien, die Ihnen gerade so schön als die nächsten Nachzügler von der Presse angepriesen werden. Zwar ist es richtig, dass diese im Vergleich zu den anderen Blue Chips eher noch gar nicht an der Hausse teilgenommen haben, aber dies hat wohl auch mehrere Gründe, und ist mir als Kaufargument auch etwas zu dünn. Sollte die Börse irgendwann wieder etwas nachgeben, oder sagen wir eher korrigieren, dann könnte es sinnvoll sein auf die defensiven Titel wie Pharma- und Versorgeraktien aufzuspringen. Nach meiner Erfahrung ist es aber eher sinnvoll dann der Börse eine Zeit lang den Rücken zu kehren oder gar short zu gehen, anstatt das Risiko eines Einzelinvestments in Kauf zu nehmen.

Es dürfte also nicht weiter tragisch sein wenn Sie in diesen Sektoren momentan noch nicht investiert sind. Als ernsthafter Fehler hingegen könnte es sich erweisen die konjunktursensitiven Werte wie beispielsweise die Automobilhersteller jetzt zu verkaufen. In meiner kürzlich erschienenen Newsletter Ausgabe vom 25.01.2011 habe ich ja bereits darauf hingewiesen, dass die zyklischen Aktien alles andere als „Out“ sind! und Ihnen darüber berichtet, dass ich bei Continental, VW und Porsche nach dem Rücksetzer, den ich Anfang Januar angekündigt hatte, nun wieder eingestiegen bin. Heute stehen diese Aktien schon wieder deutlich höher, und sollten auch im Börsenjahr 2011 eine weiterhin gute Performance abwerfen.

Versorger-Aktien sind seitdem wieder deutlich zurückgekommen und verharren immer noch auf niedrigem Niveau bzw, werden wohl bald wieder da stehen wo sie hergekommen sind bevor der große Sektorenwechsel in den Medien angekündigt wurde. Glauben Sie also bitte nicht alles was in der Presse steht! Das einzige was in diesen Tagen wirklich relevant für die weitere Entwicklung einzelner Titel ist sind die US Indizes. Gestern und heute testete der Dow Jones die Marke von 12.000 Punkten und der S&P 500 die wichtige Hürde bei 1.300 Punkten. Gelingt nun der Ausbruch über diese Marken dürften die Aktien die die Hausse bisher angeführt haben auch weiterhin ganz weit vorne liegen. Die konservativen Branchen werden weiterhin wohl eher unterperformen (schönes neudeutsches Wort :-))

Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, wenn die Märkte nun nachhaltig nach unten abprallen, dürfte auf breiter Front verkauft werden. Zykliker, Nicht-Zykliker, alles! Aber auch dann werden es im Anschluss wieder die zyklischen Werte sein die als erstes und am deutlichsten anspringen, während die Erholung bei den sogenannten konservativen Werten deutlich länger dauert. Die prognostizierte Dividendenrendite der Versorger etc. kann den entgangenen Gewinn dann niemals ausgleichen, und ruhiger schlafen Sie deswegen auch nicht ;.-) Letztlich bringt mich diese ganze öffentliche Diskussion dann auch wieder zum Thema Gold, über das ich gestern bereits etwas geschrieben habe, und die Diskussion um eine mögliche Erholung bei Immobilienaktien, die wahrscheinlich so schnell nicht eintreten wird.

Machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken und stellen Sie sich die Frage welche Unternehmen von der momentanen Situation am meisten profitieren werden. Oder besser gesagt machen Sie sich zunächst ein objektives Bild von der aktuellen Situation, und entscheiden Sie dann! Ich gebe Ihnen in den kommenden Tagen einen kleinen Einblick in meine Watchlist die lauter Werte beinhaltet die aus den unterschiedlichsten Gründen in Kürze interessant werden könnten.. Und ich möchte betonen, dass diese für mich jetzt (noch) kein Kauf sind, es sich aber lohnen kann diese etwas intensiver zu beobachten. Vorerst fühle ich mich mit den aktuellen Trading-Positionen bei VW, Conti, Porsche, bwin.de, Solar Millennium und Dialog Semiconductor sehr wohl.

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Trading Update Solar Millennium – bald wieder ein Kaufsignal?

In unserem letzte Bericht „Solar Millennium vor Gap Close?“ hatten wir auf die charttechnische Situation bei der Aktie hingewiesen. Das von uns skizzierte Szenario ist voll eingetreten, das Gap bei 17,20 Euro wurde geschlossen. In den vergangenen Tagen hat sich zusätzlich genau in der Zielzone 17,- bis 17,20 Euro ein Boden bei der Solar Millennium Aktie ausgebildet, der nun das Fundament für einen erneuten Kursanstieg bilden könnte. Der Slow Stochastic deutet auf eine inzwischen deutlich überverkaufte Situation bei der Aktie hin. Der MACD kann nun bereits bei einem Anstieg der Aktie über 17,80 Euro ein starkes Kaufsignal generieren. Dieses sollte die Aktie dann im Optimalfall wieder über den Widerstand bei 18,90 Euro mit Kursziel 22,- Euro führen.

Nach den letzten Berichten der Presse muss die Solar Millenium AG nun kein Ermittlungsverfahren wegen falscher Bilanzen mehr fürchten. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat die Ermittlungen kürzlich wieder eingestellt. Zusammenfassen hieß es in der Erklärung: „Es gebe keinerlei Anhaltspunkte in Bezug auf eine unrichtige Darstellung in der Bilanz“ Mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens dürfte nun langsam wieder etwas mehr Vertrauen der Anleger in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zurückkehren.

Die Aktie leidet aber immer noch unter den Nachwirkungen der, sagen wir mal, „etwas unglücklichen PR“ des Unternehmens sowie der weiterhin existenten Streitigkeiten mit dem ehemaligen Kurzzeit-Vorstand Utz Claassen. Eine außergerichtliche Einigung scheiterte, beide Seiten reichten Klage ein. Es ist also zu wünschen, dass auch dieses traurige Kapitel nun bald beendet sein wird, damit man sich bei Solar Millennium wieder ganz auf die Zukunft des Unternehmens konzentrieren kann, denn die sieht eigentlich sehr positiv aus..! Erst kürzlich erhielt die CSP Solutions Consult GmbH, ein Tochterunternehmen der Solar Millennium Gruppe zwei weitere Projektierungsaufträge für Solarkraftwerke in Südspanien und demonstrierten damit die Ausweitung des Geschäftsmodells der Solar Millennium Gruppe auf alle wichtigen Bereiche der Wertschöpfungskette von solarthermischen Kraftwerken.

Ebenfalls schade hingegen ist es, dass die Unternehmensführung sich im November entschlossen hat den Anlegern mal wieder eine Prognose schuldig zu bleiben, und machte dies von der Finanzierung der US Projekte abhängig.  Finanzvorstand, Oliver Bamberger, geht davon aus, dass die Verhandlungen mit dem US-Energieministerium erst im diesem Jahr abgeschlossen werden, wann genau wurde nicht bekannt. Gelingt also die Finanzierung der geplanten US Kraftwerke „Blythe 1“ und „Blythe 2“, für die das Unternehmen vor einigen Wochen den Zuschlag bekommen hat dürfte die Solar Millennium AG vor einer entsprechenden Neubewertung stehen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass es sich bei der Solar Millennium immer noch um ein sehr interessantes und zukunftsträchtiges Unternehmen aus der Solarbranche handelt. Gelingt es die geplanten Projekte zu finanzieren, und zügig umzusetzen, dürfte die Aktie deutlich zu billig sein. Kursziele von 40,- Euro wären dann auf absehbare Zeit durchaus möglich. Die Kommunikation der IR Abteilung bleibt weiterhin verbesserungswürdig. Die in diesem Jahr geplanten Subventionskürzungen in Deutschland für die Solarbranche spielen für S2M entgegen anders lautender Meldungen keine nennenswerte Rolle. Charttechnisch ist die Situation aktuell wieder sehr interessant. Fazit: Auf dem derzeitigen Niveau könnte sich somit wieder eine mittelfristig sehr interessante Einstiegschance ergeben. Wir kaufen heute eine erste Position!

Solar Millennium vor Gap Close?

Ähnlich kritisch wie bei SMA Solar sieht derzeit der Chart bei der Aktie von Solar Millennium aus. Zwar konnte das Unternehmen in den letzten Wochen wieder mit deutlich besseren Meldungen als noch Anfang 2010 das Vertrauen bei den Anlegern wieder etwas stärken. dennoch bleibt ein fader Beigeschmack nach dem ganzen Hickhack. Wir haben uns damals entschlossen bei Kursen um die 20- Euro aus der Aktie aus zusteigen bis das Management das Unternehmen wieder auf Kurs gebracht hat. Trotz aller positiver Meldungen über die Projekte in den USA, Spanien und Ägypten bleiben wir vorsichtig. Letztlich müssen die Zahlen zeigen ob es sich hier um ein gutes Investment handelt. Weiter gehört, zumindest für uns, sicherlich auch eine transparente Informationspolitik zu den Erfolgsfaktoren eines Investments.

Zurück zum Chart… inzwischen haben sich einige Analysten nicht mehr ganz so optimistisch über die zu erwartende Entwicklung der Aktie geäußert. Dies hat natürlich noch zusätzlich auf den Kurs der Solar Millennium Aktie gedrückt. Die Aktie notiert nun bei ca 18,80 Euro und damit nur noch leicht über der kritischen Marke von 18,50 Euro. Sollte diese Marke also nun unterschritten werden ist ein Gap Close der Ende Oktober gerissenen Kurslücke wohl sehr wahrscheinlich. Dies dürfte dann zumindest einen kurzzeitigen Abverkauf unter die Marke von 17,20 Euro zur Folge haben. Die nächste Unterstützung für die Aktie liegt dann bei ca. 16,40 Euro. Zusammenfassend dürften hier die Risiken momentan die Chancen überwiegen. Für Trader kann sich aber in den kommenden Tagen eine interessante Rebound – Chance bieten.

Sonnenuntergang, Conergy, Q-Cells und Solon auf der Todesliste?

Massensterben, Insolvenzen, Untergang heute ist mal wieder richtig schlechte Stimmung in der Solarbranche. Es ist die Rede von einer Todesliste auf der einige der deutschen Solarwerte stehen sollen. Hintergrund dieser neuen Hysterie ist zum einen eine neu veröffentlichte Studie der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft zum anderen die Aussagen von „Mister Solar“ Frank Asbeck. Der Solarworld Chef sieht die Branche vor schweren Zeiten, und prophezeit das baldige Sterben einiger Mitbewerber. Er geht davon aus, dass weltweit nur ca. zehn Unternehmen den Markt künftig unter sich aufteilen werden, in Deutschland sollen nur zwei bis drei der am Markt befindlichen Player, darunter natürlich auch Solarworld, überleben.

Der geneigte Leser stellt sich beim Lesen dieser Zeilen zwangsläufig die Frage ob diese Aussagen ganz uneigennützig getroffen wurden. Solarunternehmen ist eben nicht gleich Solarunternehmen, entscheidend dürfte beispielsweise sein ob es sich um einen installierenden oder produzierenden Betrieb handelt, und vor allem welche Technik verwendet wird. Nun ja wie auch immer, die im weiteren Verlauf der Berichterstattung genannten Unternehmen, Conergy, Q-Cells und Solon gehören sicherlich aus den unterschiedlichsten Gründen zu den Wackelkandidaten. Dennoch bin ich nicht uneingeschränkt der Meinung, dass der Markt sich so wie dort beschrieben entwickeln sollte. Unterschreiben kann ich hingegen weiterhin die auch in unserem Newsletter getroffene Aussagen, dass für die Anlagen- und Maschinenbauer, Roth&Rau sowie Centrotherm und Manz Automationen wohl bald wieder deutlich bessere Zeiten kommen werden.

Ebenso positiv dürften sich auch einige Zulieferbetriebe der Solarindustrie in den kommenden Jahren entwickeln können, SMA Solar gehört wohl dazu bei Wacker Chemie bin ich mir persönlich da nicht so sicher. Interessant könnten auch die Aktien der Projektierer in den kommenden Jahren bleiben, je nachdem wie beherzt die Abkehr von der atomaren Energie in den kommenden Jahren und Jahrzehnten betrieben werden wird, und wie viele Großprojekte dann tatsächlich in Betrieb sein werden. Beispielsweise Phönix Solar, Solarhybrid aber auch Solar Millennium könnten sich dabei zu sehr interessanten unternehmen entwickeln.

Die ganze Diskussion ist müßig, wenn natürlich auch publikumswirksam. Es ist wie in jeder anderen Branche auch, die Guten werden überleben, die Schlechten geben auf und die innovativen Unternehmen verdienen richtig Geld. Die Solarbranche wird sich in den kommenden Jahrzehnten in einem ständigen Wandlungsprozess befinden. Wer am schnellsten und flexibelsten auf Veränderungen reagiert gehört zu den Gewinnern von morgen, und gerade das fällt mittelgroßen Unternehmen oftmals leichter als den Schwergewichten. Es wird auch wieder neu Anbieter geben, und neue Produkte. Weitere Techniken werden folgen, und vielleicht gehört dann auch eine Solarworld AG irgendwann zum alten Eisen..

TradingUpdate Phoenix Solar, Roth und Rau, Solarhybrid

Auch bei den Solaraktien tut sich wieder so einiges. Während die Aktien von Q-Cells und Solar Millennium weiterhin eher auf dem Absteigenden Ast sein dürften, konnte sich der Marktführer Solarworld beispielsweise deutlich erfreulicher entwickeln. Ähnlich sieht es da auch bei den von uns favorisierten Werten aus. Die Centrotherm Aktie scheint langsam wieder zu alter Stärke zurück zu finden. Ebenso sollte sich der Solaranlagenbauer Roth und Rau in den nächsten Tagen überproportional entwickeln können. Der vorangegangene Abverkauf der Aktie erscheint mir völlig übertrieben zu sein. Gestern wurde nun, nachdem das Tief bei 17,- Euro noch einmal getestet wurde, ein neues Kaufsignal für die Roth und Rau Aktie generiert. Kann also in den kommenden Tagen die Marke von 18,40 Euro wieder überwunden werden, und wird später auch noch die 200-Tage-Linie bei ca. 18,70 überschritten, sehen wir gute Chancen, dass auch unser erstes Kursziel bei 21,20 bald wieder erreicht wird. Potenzial nach oben besteht wohl genügend. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 28,- Euro.

Bei Phoenix Solar scheinen nun offenbar auch  einige andere Börsenbriefe gemerkt zu haben, dass die Aktie deutlich zu günstig sein dürfte. Das alte Hoch bei 27,20 Euro scheint bereits heute noch wieder erreicht zu werden. Hier verläuft auch die 200-Tage-Linie. Es ist also durchaus spannend, ob diese Marke bereits heute wieder genommen werden kann. Die Umsätze in der Aktie sind immer noch verhältnismäßig gering. Bei Phoenix Solar wurde gestern ebenfalls ein deutliches Kaufsignal generiert. Bei 26,80 Euro lag die letzte deutliche Hürde, die soeben überwunden wurde. Geht die Aktie nun auch über 27,20 Euro dürfte 29,30 Euro das nächste logische Ziel sein. Die durchschnittlichen Kurserwartungen der Analysten liegen derzeit bei knapp über 40,- Euro je Aktie.

Ebenfalls ein deutliches charttechnisches Signal gab es gestern bei der Aktie von Solarhybrid AG, die wir als spekulative Beimischung in unser Solardepot aufgenommen haben. Der noch eher unbekannte Wert zeichnete sich in diesem Jahr zunächst durch eine hammerartige Performance aus und stieg ungebremst von 2,- auf fast 14,- Euro. Danach kam dann zunächst einmal eine Phase heftiger Gewinnmitnahmen, was man angesichts solcher Gewinne ja auch als durchaus legitim ansehen kann. Die Aktie hatte inzwischen also wieder über 40% abgegeben und konsolidierte bis knapp unter 8,- Euro. Hier scheint nun ein solider Boden zu sein. Das Unternehmen hat zum Halbjahr solide Zahlen abgeliefert. Gelingt es der Unternehmensführung diesen Kurs und das Tempo weiterhin zu halten, sehen wir in der Aktie kurzfristig eine spekulative 100% Chancen.

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Solar Millennium verspielt das letzte Vertrauen

Erneuter Schock für Solar Millennium Aktionäre! Vorwürfen möglicher Bilanzierungsfehler, Streit um die Rückzahlung überhöhter Antrittsprämien, gesenkte Prognose, erneut gesenkte Prognose, …der Leidensweg der offensichtlich so treuen Anlegerschar ist lang. Was von manchen Beobachtern bereits seit Wochen befürchtet wurde, und auch in unserer letzten Analyse zu dem Unternehmen Bestandteil war, ist nun eingetroffen. Die Umsatzprognose wurde von der Unternehmensführung gekippt! Fast fragt man sich schon „..wie hätte das auch funktionieren sollen?“ Mit der zweiten Prognosenkung binnen eines Monats dürfte Solar Millennium das Vertrauen der Anleger nun wohl endgültig zerstört haben. Statt der angepeilten 350 Mio. Euro erwartet das Unternehmen nun für das laufende Geschäftsjahr nur noch einen Umsatz von 150 Mio. Euro.  Hat man sich hier einfach mal um schlappe 200 Millionen Euro verschätzt??? Immerhin 60% des ursprünglich geplanten Umsatzes!

Als Grund für den drastischen Schritt nannte der Vorstand Verzögerungen beim Finanzierungsabschluss für die geplanten Solarkraftwerke in Kalifornien. „Das ist eine furchtbare Nachricht, insbesondere im Hinblick darauf, dass sie kürzlich ihre Prognose bestätigt hatten“, sagte ein Händler des Brokerhauses Alpha in einer ersten Reaktion. Es könne der Beginn eines ernsthaften Kursrückganges bei den Aktien des Unternehmens sein.

Die inzwischen leidgeprüften Anleger des Solarunternehmens kamen bisher eigentlich noch recht glimpflich davon. Die Aktie gab heute zunächst nur 15 Prozent nach. Ich gehe nicht davon aus, dass es das schon gewesen sein dürfte. Die Unternehmensführung hat nach meiner Auffassung mit vielen Aktivitäten und einer schlechten Kommunikationspolitik, bewiesen, dass man einfach noch nicht reif ist für das große Spiel im Solargeschäft. Auch die Querelen mit Utz Claassen bekommen nun einen neuen Beigeschmack. So ungern ich das schreibe, aber vielleicht hatte der Mann doch Recht als er sein Amt so kurzfristig niederlegte, weil eben doch alles nicht so ist wie es scheint, auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass er die gezahlten Gelder behalten sollte.

Mit dünnen Umsätzen wurde die Aktie nach jedem Absturz wieder hochgekauft. Immer wieder fanden sich Anleger die an die zugegebener Maßen sehr interessante Story glaubten. Ob das auch dieses Mal wieder klappen wird darf bezweifelt werden. Wir hatten unser Kursziel ja bereits im September deutlich auf unter 15,- Euro gesenkt. Nach den jüngsten Nachrichten wäre auch ein weiterer Rückgang in Richtung 12,30 Euro nicht mehr auszuschließen.

Solar Millennium und Chevron bauen das Blythe Solar Power Project

Schneller als gedacht kam die Antwort aus den USA auf unsere Frage wie es nun bei Solar Millennium weiter gehen wird. Gestern nach Handelsschluss in Deutschland wurde die Entscheidung der kalifornischen Energiekommission zum Bau des geplanten Projektes in Blythe für das weltgrößte Solarkraftwerk nun endlich getroffen und veröffentlicht. Der US-Ölkonzern Chevron will demnach zusammen mit Solar Millennium in Kalifornien das größte Solarkraftwerk der Welt bauen. Das mindestens sechs Milliarden Dollar schwere Kraftwerk soll im Jahr 2013 mit der Stromerzeugung beginnen. Es soll bis zu 1000 Megawatt täglich produzieren. Bislang liegt die Leistungsfähigkeit der größten Kraftwerke im Bereich von „nur“ 200 bis 350 Megawatt.

Das ist sicherlich eine gute Nachricht für die Solar Millennium AG, und dürfte die richtige Meldung zur richtigen Zeit für die arg gebeutelten Aktionäre des Unternehmens sein. Ob nun sofort eine Neubewertung des Unternehmens erfolgen muss, und ob der ausserbörsliche Kursanstieg heute Nacht gerechtfertigt ist bleibt allerdings abzuwarten. Welchen Anteil Solar Millennium am Bau der Anlage tatsächlich haben wird wurde noch nicht klar kommuniziert, ebenso wenig wie die Details zur Finanzierung dieses gigantischen Projektes. Mit Chevron hat man sicherlich einen finanzkräftigen Partner mit im Boot, der aber wohl auch einen ordentlichen Teil vom Kuchen abhaben möchte.

Nicht vergessen sollte man auch, dass das Blythe Solar Power Projekt erst frühestens im Jahr 2013 Gewinne abwerfen wird….Bis alle Details also klar sind, würden wir vorerst nur mit einer kleineren Position hier agieren, und rechnen nach der ersten Euphoriewelle heute noch einmal mit einem deutlichen Rücksetzer. Dies könnte dann ein guter Zeitpunkt für eine Tradingposition in der Aktie sein. Die in den einschlägigen Aktienboards bereits wieder ausgerufenen kurzfristigen Kursziele von 25 – 30,- Euro halten wir allerdings auf Grund der zuletzt gelieferten Zahlen, und der noch sehr schwammigen Nachrichtenlage für völlig überzogen.

Solar Millennium – wie gehts nun weiter?

Die Solar Millennium hat kürzlich Zahlen vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr massiv gesenkt. Ein Grund sich wieder einmal etwas näher mit dem Unternehmen zu befassen. Grundsätzlich waren wir sehr optimistisch eingestellt was die weitere Zukunft des Unternehmens anbelangt. Neben der Hoffnung, dass das Management etwas aus der ganzen Misere um Utz Claassen gelernt haben könnte, und man sich nun wieder etwas mehr auf das operative Geschäft konzentrieren würde, deutete auch die Nachrichtenlage zuletzt auf wieder besserer Zeiten für Solar Millennium Aktionäre hin. Die nun veröffentlichten Zahlen verdeutlichen aber die durchaus angespannte Lage des Unternehmens. Unser Ausstieg aus der Aktie im Juli hat sich somit wohl als richtig erwiesen.

Die Erlöse waren in den ersten acht Monaten um 30 Prozent auf nur noch 37,1 Millionen Euro gesunken. Im Vorjahreszeitraum konnten im gleichen Zeitraum immerhin 48,5 Millionen Euro erlöst werden. Dennoch soll der angepeilte Umsatz von 350 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr laut Unternehmensangaben erreicht werden. Das EBIT rutschte tief in den roten Bereich auf minus 26,7 Millionen Euro – nach einem Plus von 20,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Wie diese doch recht ambitionierten Ziele nun erreicht werden sollen wurde nicht deutlich. Auch wir sind diesbezüglich eher skeptisch, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Das Minus resultierte nicht zuletzt der Korrektur der Geschäftsabschlüsse für die Geschäftsjahre 2005/2006 und 2008/2009, die nach einer Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfer von Deloitte nötig wurde. Dies führte auch dazu, dass das Unternehmen seine Zwischenergebnisse nicht im August, sondern erst gestern veröffentlichen konnte. Ob eine außergerichtliche Einigung mit Utz Claassen tatsächlich noch getroffen werden kann, oder welcher Betrag nun an das Unternehmen zurück fließen wird dürfte mittelfristig für das Unternehmen eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das was hier wohl neues Vertrauen schaffen kann, scheint die kurzfristige Umsetzung der in der Pipeline befindlichen Projekte zu sein. Harte Fakten wie die Umsetzung und Genehmigung der Ibersol- und Blythe-Projekte müssen nun her. Unser persönliches Kursziel für die Aktie haben wir inzwischen bis auf weiteres auf deutlich unter 15,- Euro gesenkt.

Solar Millennium Unternehmensführung schlägt zurück

Noch immer beschäftigt die Anleger des Solarunternehmens Solar Millennium der überhastete Rücktritt des Kurzzeit-Vorstandes Utz Claassen. Nachdem dieser seinen Vorstandsposten bereits nach 74 Tagen Amtszeit wieder geräumt hat, die Provisionen, die im Zusammenhang mit einem 5-Jahres Vertrag zu sehen sind, aber nun behalten will. Nun hat sich die Unternehmensführung nun offenbar entschlossen Utz Claassen auf Rückzahlung, in Form von Schadensersatz, des Betrages von immerhin 9,18 Millionen Euro zu verklagen. Zunächst hatte die Leitung der Projektierer von thermischen Solarkraftwerken versucht sich außergerichtlich mit Claassen zu einigen. Diese Verhandlungen scheinen aber nun wohl gescheitert zu sein. Dies verwundert auch nicht, wenn man die Presse und die dar gebrachte Einstellung Claassens zu der Sache in den vergangenen Wochen verfolgt hat.

Verständlicher Weise sind die Anleger erzürnt über dieses ganze Hickhack. Wäre der damalige Vorstand und Aufsichtsrat seiner Pflicht nachgekommen die ihm anvertrauten Gelder etwas gewissenhafter zu verwalten, bzw. entsprechend „wasserdichte“ Verträge mit Herrn Claassen zu schließen, wäre dieser wohl gar nicht erst auf die Idee gekommen, sich seine Amtszeit vergolden zu lassen. Im Optimalfall hätte dieser den Vertrag  gar nicht angenommen, und seinen Posten somit nicht angetreten. „Wir haben leider Schwierigkeiten, die Leistungen von Herrn Claassen überhaupt zu messen.“ ließ Kuhn gestern verlauten. Laut Berichten in der Fachpresse wurde von dem zuvor hochgelobten Utz Claassen keinerlei Neugeschäft generiert. Lediglich diverse Beraterverträge mit befreundeten Unternehmen oder Personen geschlossen, die die Bilanz von Solar Millennium zusätzlich belasten dürften…Fortsetzung folgt!

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