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Trump-Mania am Aktienmarkt und warum man skeptisch bleiben sollte…

Nachdem sich nun der erste Rauch nach der US Präsidentschafts-Wahl etwas gelegt hat, macht es für mich nun durchaus Sinn meine schreibende Tätigkeit hier im Blog wieder aufzunehmen. Ich behaupte nicht unbedingt, dass es durch den überraschenden Wahlerfolg Donald Trumps nun leichter geworden ist sich zu orientieren, bzw. Prognosen für die nahe oder ferne Zukunft abzugeben. Aber es gibt durchaus ein paar Marktbewegungen die nun Ihre erhöhte Aufmerksamkeit benötigen…

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VW, Porsche, Daimler und BMW – Erste Bremsspuren!

Auch in der Premium-Klasse deutscher Aktien gibt es die ersten deutlichen Bremsspuren. Die Aktien der Autobauer BMW, Porsche, VW und Daimler führten die zurückliegende Hausse an und konnten in nahezu jeder Marktlage durch extreme Stärke überzeugen. Seit einigen Tagen aber häufen sich die Anzeichen dafür, dass auch diese Branche nicht von der aktuellen Korrektur verschont bleiben wird. Zumal die auslösenden Probleme in den Schwellenländeren gerade die deutschen Premium-Hersteller hart treffen könnten…!

Gestern wurden die neuen Absatzzahlen in den USA veröffentlicht. Zusammenfassend kann man wohl sagen dass die glorreichen Zeiten deutscher Verkaufsdominanz auch hier erst einmal vorbei sein könnten. Denn sowohl VW als auch Porsche mussten Rückgänge bei den Auslieferungen von Neufahrzeugen im letzten Monat hinnehmen. Porsche verkaufte acht Prozent weniger Sportwagen, die Kernmarke VW 19 Prozent weniger. Daimler bleib mit 22.600 verkauften Autos ungefähr auf Vorjahresniveau. Lediglich BMW „glänzte“ weiterhin mit einem Zuwachs von drei Prozent. Auch das ist aber kein Vergleich mit den Werten die Anleger im letzten Jahr gewohnt waren.

Dies sind allesamt aber immer noch hervorragende Zahlen, die für sich betrachtet keinen ernsthaften Grund zur Sorge darstellen sollten. Zumal der Rückgang bei den Verkäufen tatsächlich einigen externen Faktoren geschuldet sein dürfte… Die Währungsturbulenzen in den Schwellenländern hingegen muss man als Anleger ernst nehmen. Denn, ein nicht gerade geringer Teil der Autos wird in den Schwellenländern abgesetzt. Eine weitere deutliche Abwertung der Landeswährungen dort führen dazu, dass die Autos entweder gar nicht mehr gekauft werden, oder nur noch mit entsprechenden Preisnachlässen an den Mann/die Frau gebracht werden können.

In beiden Fällen dürften die Auswirkungen auf die Absatzzahlen und die Quartalsbilanzen bei den Konzernen nicht lange auf sich warten lassen. Zusammen mit der ersten erkennbaren Schwäche des US Automarktes und der immer noch schwelenden Absatzkrise in Europa entsteht hier also gerade eine äusserst ungesunde Mischung für die Automobilhersteller weltweit. Sicherlich ist dieser kleine Knick in den USA nun kein noch Grund in Panik zu geraten, aber in jedem Fall sollte man wohl im Hinterkopf behalten, dass sich an der zuvor stabilen Situation ein paar Faktoren geändert haben, und deren weitere Entwicklung genau beobachten.

Die, aus meiner persönlichen Sicht, teilweise etwas zu optimistischen Aktienkurse der vier Genannten könnten sich den neuen Gegebenheiten in den kommenden Wochen entsprechend nach unten anpassen. Zumal eine weitere Korrekturbewegung des DAX seit gestern deutlich wahrscheinlicher geworden ist. Für VW und Porsche Aktionäre kommen zwei weitere Belastungsfaktoren hinzu. Zum einen hat sich der Abstand zur weltweiten Nummer Eins, Toyota offenbar wieder vergrößert und zum anderen lauern erneut die schon bekannten Prozessrisiken, wegen der gescheiterten Übernahme des VW Konzerns durch Porsche. Nicht zu vergessen ist auch, dass VW das höchste Exposure in den Emerging Markets hat.

Insgesamt also eine Gemengelage die man mit etwas Besonnenheit erst einmal beobachten sollte…VW, Porsche und Daimler sind für mich somit maximal eine Halteposition in diesem Umfeld, Bei BMW kann man aufgrund der i3-Phantasie und der jüngsten Absatzzahlen eine erste Position kaufen, die allerdings knapp abgesichert werden sollte.

Der DAX Crash und die Suche nach den wahren Gründen… Gold weiter aufwärts

Wir haben ohne Zweifel eine neue Situation an den Märkten, die es nun genau zu beobachten gilt. Fachleute und Daueroptimisten rätseln nun über die Ursachen dieses plötzlichen Trendwechsels und werden natürlich sofort bei den einfachsten und naheliegendsten Erklärungen fündig. Was ist also passiert? – War das Erreichen der runden 10.000 Punkte Marke doch eigentlich schon ausgemachte Sache… und dann dieser Kursrutsch! Doch zu den Erklärungen später mehr…

Vorab sei gesagt, dass an der Börse selten das passiert was die Mehrzahl der Marktteilnehmer glaubt oder gerade dann nicht, wenn ALLE es glauben! Auch diese These habe ich ja zuletzt mehrfach hier im Investors Blog und auch in den letzten Ausgaben des kostenlosen Börsenbriefs thematisiert und dementsprechend zur Vorsicht gemahnt. Nicht selten hingegen wird von den Bankhäusern noch einmal richtig gute Stimmung verbreitet bevor so etwas passiert, damit man die Aktienpakete noch schön an die Privatanleger abgeben kann. Man nennt das auch die Distributions-Phase. Erkennbar wurde der Stimmungswandel schon lange vor diesem eigentlichen Ereignis in diversen Divergenzen in den wichtigsten Charts dieser Welt. Hören und sehen wollten das aber offenbar in der allgemeinen Euphorie die Wenigsten. Hier noch einmal der Chart vom Dienstag:

DAX Chart Trendwende

Die Korrektur, die sich bereits am Dienstag ernsthaft andeutete, (siehe Chart) ist nun erstmalig seit vielen Monaten ein Ereignis dass den Namen „Korrektur“ auch wirklich verdient hat. Und das ist grundsätzlich gut so! Verstehen Sie mich nicht falsch – niemand freut sich über fallende Aktienkurse, wenn er im Markt long investiert ist. Aber eine Korrektur war längst überfällig und sie ist sehr wichtig damit DAX und Co. schlussendlich irgendwann weiter steigen können. Das bislang an der Seitenlinie stehende Kapital erhält somit endlich die Chance zu günstigeren Kursen in den Markt zu kommen. Die eigentlich spannende Frage ist also eher wie weit diese Korrektur gehen kann, bevor wir wieder steigende Kurse sehen werden…?

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Große Enttäuschung bei Nokia – Geht der Kursrutsch nun weiter?

Gestern war es endlich soweit – Nokia hat die Quartalszahlen zum Auftaktquartal 2013 veröffentlicht. Seit Wochen haben die Anleger geradezu fieberhaft auf die Veröffentlichung der Zahlen zum abgelaufenen Quartal beim finnischen Handy- und Smartphone-Hersteller gewartet. Erwartet wurde eine deutliche Steigerung in fast allen Geschäftsbereichen. Leider konnte der Konzern diese Erwartungen aber nicht erfüllen. Denn trotz einer kräftigen Steigerung beim Absatz der gesamten Smartphone-Serie von Nokia brach der Umsatz des Konzerns insgesamt um fast 20 Prozent auf 5,85 Milliarden Euro ein.

Die klassische Handy Sparte hatte sich in dem Berichtszeitraum entsprechend schlecht entwickelt, und das obwohl der Konzern sich gerade in diesem Bereich künftig stärker engagieren will und nach wie vor einen Großteil seiner Umsätze in diesem Segment erzielt. Das sind keine guten Vorzeichen für die kommenden Quartale, vor allem aber dürfte die neue Strategie des Konzerns nun einige Fragen aufwerfen. Wie hier im Blog zuletzt berichtet, bin auch ich weiterhin sehr skeptisch ob die Neuausrichtung des Konzerns mit Billig-Handys für Schwellenländer wirklich die gewünschten Früchte tragen kann?! Nokia setzte in dieser Sparte im ersten Quartal insgesamt 30 Prozent weniger um …!

Der eigentliche Hoffnungschimmer bei Nokia waren aber die Verkaufszahlen der neuen Die neue Flagschiff-Modellreihe…Leider konnten auch die nicht wirklich überzeugen, denn in dem Berichtszeitraum wurden insgesamt nur 5,6 Millionen Smartphones der Lumina-Reihe an dem Mann/die Frau gebracht. Analysten gehen nach wie vor davon aus dass mindestens ein Absatz von ca. 10 Millionen Stück pro Quartal notwendig wäre, um den Konzern wieder richtig profitabel zu machen. Auch hier bleiben die Finnen somit leider deutlich unter den Erwartungen des Marktes.

Und abschließend noch…aber fast nur eine Randnotiz: Die Netzwerksparte Nokia Siemens Networks verzeichnete ebenfalls rückläufige Erträge in Höhe von knapp fünf Prozent, was dazu führte dass auch hier nur eine schwarze Null erzielt werden konnte. Der Umsatz des Netzwerkausrüsters schrumpfte überraschend um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Manche Analysten bezeichneten diese Entwicklung zwar als „robust“, überzeugende Zahlen sehen aber nach meinem Verständnis anders aus. Damit konnte Nokia den operativen Verlust von zuvor 1,33 Milliarden Euro auf ein Minus von 150 Millionen Euro senken, bleibt aber immer noch deutlich in den roten Zahlen.

Insgesamt bleibt damit mein Fazit von Anfang März bestehen. Die Nokia Aktie eignet sich im Moment nicht als längerfristige Anlage, da die Zukunft des Konzerns weiterhin ungewiss ist. Als Trading Position mit einem überschaubaren Betrag kann man gelegentlich ein Tänzchen wagen. Allerdings ist auch aus charttechnischer Sicht im Moment eher zur Vorsicht zu raten, denn die Aktie hat nach dem gestrigen Kursrutsch nun durchaus noch weiteres Abwärtspotenzial. Spätestens Kurse im Bereich um die 1,80 bis  2,- Euro können dann aber wohl wieder zum Einstieg genutzt werden um auf das nächste Quartalsergebnis zu spekulieren…was natürlich nicht heißen soll dass die Aktie auch tatsächlich bis in diesen Bereich fallen MUSS!

Symrise mit ordentlichen Zahlen aber wenig kurzfristiger Phantasie

Der Aromen-und Duftstoffhersteller Symrise hat heute gute Zahlen vorgelegt. Der Umsatz konnte um knapp zehn Prozent (währungsbereinigt 6%) auf 1,735 Milliarden Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis des Unternehmens nahm  um sieben Prozent auf 339 Millionen Euro zu. Der Jahresüberschuss verbessert sich ebenfalls um 7 Prozent, auf 158 Millionen Euro. Aktionäre werden in diesem Jahr eine leicht erhöhte Dividende in Höhe von 0,65 Euro erhalten. Dieses Zahlenwerk war in etwa auch so von den Analysten erwartet worden, größere Kurssprünge sollten also heute ausbleiben. Zumal die Aktie in den letzten Wochen gut zugelegt hat, würde ich hier kurzfristig eher mit Gewinnmitnahmen rechnen. Zudem zeigte sich die Konzernleitung eher etwas zurückhaltend was eine konkrete Prognose für die kommenden 12 Monate anbelangt, langfristig ist Symrise jedoch sehr optimistisch..

Auch für die kommenden Jahre bis 2020 ist die Symrise Führung zuversichtlich die gesteckten Ziele zu erreichen. Dabei will das Unternehmen schneller wachsen als die Branche. „Wir wollen bis 2020 einen Umsatzzuwachs von mehr als einer Milliarde Euro und ein EBITDA in einer Größenordnung von mehr als 500 Millionen Euro erwirtschaften“, sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram. Das sind aus heutiger Sicht zwar ambitionierte Ziele, die aber langfristig durchaus zu erreichen sind. Denn, der Givaudan-Wettbewerber wächst trotz steigender Rohstoffpreise insbesondere in den Schwellenländern überproportional. Die Symrise Story bleibt spannend. Sollte es dem Unternehmen gelingen den Umsatz und Gewinn wie geplant zu steigern, dürfte sich das natürlich auch irgendwann im Aktienkurs niederschlagen. Ich persönlich finde die Bewertung des Unternehmens auf Basis der heute gelieferten Zahlen aber durchaus ambitioniert, und würde einen deutlichen Rücksetzer abwarten.

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Peugeot SA – Unser Turnaround-Kandidat bricht aus!

Ich habe unseren Newsletter Lesern Ende November versprochen dass ich ihnen eine Aktie vorstellen werde, bei der ich persönlich davon überzeugt bin dass es sich wieder um ein echtes Schnäppchen auf dem jetzigen Niveau handeln dürfte. Diesem Versprechen bin ich damals natürlich auch gerne nachkommen. Seit längerem beobachte ich diese Aktie und habe mich Mitte November zum Kauf einer ersten Position entschieden. Letzten Freitag wurde diese Position noch einmal aufgestockt und liegt nun schon über 17 Prozent im Plus. Ich habe die Aktie nicht gekauft weil ich nun in Kürze zwingend einen starken Anstieg bei dem Titel erwartet hätte, sondern weil diese Aktie meiner Meinung nach deutlich unterbewertet ist, der Chart vielversprechend aussieht und die Stimmung unter den Anlegern schlechter gar nicht mehr sein könnte…Das Chance/Risiko Verhältnis würde ich somit als sehr gut bezeichnen. Die Rede ist natürlich, wie die Headline schon verraten hat, von der PSA Peugeot Citroen Aktie.

Es läuft nicht gerade rund für die Franzosen, soviel ist sicher! Die Schwäche des südeuropäischen Automarktes trifft den Konzern in voller Breite. Rund 8000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, ebenso  wird ein wichtiges Werk in Paris demnächst wohl geschlossen. Firmenchef Picat rechnet zunächst mit einer längeren Durststrecke bei Peugeot, will aber bereits im Jahr 2014 wieder einen positiven Cash Flow vorweisen und 2015 wieder entsprechende Gewinne erzielen. Bis dahin sollen Versäumnisse der Vergangenheit korrigiert werden. Eine Expansion in die Schwellenländer und insbesondere eine deutliche Stärkung der Marktpräsenz in China stehen ganz oben auf der ToDo-Liste. Erste Schritte wurden in diesem Jahr bereits eingeleitet. So konnte Peugeot in den ersten 10 Monaten dieses Jahres bereits 27 Prozent mehr Autos in China absetzen. Bis 2015 will der Konzern 60 bis 65 Prozent seiner Umsätze in den Schwellenländern generieren. Hauptmarkt soll natürlich China werden, wo Peugeot das neue Modell 301 ab Ende 2013 auch in einem eigenen Werk in Wuhan bauen will.

Peugeot Ausbruch

 

Machen wir uns nichts vor, der Weg für Peugeot wird nicht leicht und der Chartverlauf hat eher den Charakter eines fallendes Messers. Allerdings reden wir hier von dem ehemals zweitgrößten Automobilbauer Europas der lange Zeit der unangefochtene Marktführer bei Diesel Kraftfahrzeugen war. Wir reden von einem Konzern der vom französischen Staat jegliche Unterstützung erhalten wird um zu überleben. Erst kürzlich hat die französische Regierung der PSA-Autobank mit Bürgschaften in Höhe von sieben Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Wir reden auch von einem Unternehmen dass noch im letzten Jahr 2011 einen Buchwert je Aktie von 61,94 Euro vorweisen konnte, und wir reden von den Automarken Peugeot und Citroen, die gerade zusammen nur noch mit 1,670 Milliarden Euro an der Börse bewertet werden. Neben Autos stellt Peugeot im Übrigen auch noch Fahrräder, Motorroller, Heimwerkermaschinen, Mahlwerke für die Bauindustrie und Gewürzmühlen her, aber das nur am Rande.

Ich denke es gibt schlechtere Aktien bei denen man auf einen Turnarround setzen kann…Schon Kostolani wusste man soll Aktien kaufen wenn niemand diese haben will. Im Gegensatz zur Commerzbank sehe ich hier einen Weltkonzern mit einem transparentem Geschäftsmodell, aber natürlich soll dies keinerlei Aufforderung zu irgendwelchen Handlungen für Sie bedeuten. Für viele Anleger dürfte diese Rebound-Spekulation schlicht und ergreifend zu risikoreich sein. Für andere wiederum zu langweilig, denn es kann dauern bis sich operativ und nachhaltig etwas bei Peugeot ändert. Was allerdings nicht heißen muss dass der Aktienkurs nicht schon früher auf eine nur ansatzweise positive Entwicklungen reagieren wird..! Aus diesem Grund ist die Peugeot Aktie  für mich zunächst nur eine interessante Depotbeimischung, die ich mit einem überschaubaren Beitrag einfach mal mitlaufen lasse, und ggf. weiter aufstocken werde. Der Chart deutet darauf hin, dass wir die Tiefstkure eventuell sogar schon bei meiner Vorstellung im  Newsletter vom 29.11.2012 gesehen haben..!

G20 Gipfel – Die Saat für eine europaweite Erholung wurde gelegt

Soviel (Zweck-) Optimismus wurde nach einem G20 Treffen schon lange nicht mehr verbreitet. Alle Beteiligten zeigten sich mit den Ergebnissen des Gipfels sehr zufrieden. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, nahm ein „Gefühl der Annäherung“ vom Gipfel der größten Industrie- und Schwellenländer In Los Cabos mit, wie es in der Presse hieß, betonte aber auch dass es noch eine ganze Reihe von Aufgaben zu bewältigen gäbe, und man einen Schritt nach dem anderen gehen müsse. Letztlich fiel auf dass das Wort „Hoffnung“ in Ihren Aussagen immer wieder vorkam…

Auch die Kanzlerin zeigt sich optimistisch über die Ergebnisse des Gipfels. Insbesondere die Tatsache dass Deutschland nicht die Rolle des Sündenbocks zugewiesen bekam dürfte unsere Staatsführung erfreut haben. Viel mehr hagelte es Lob für die besonnene Vorgehensweise von den Amerikanern. Ein Satz fiel hier besonders ins Auge: „Der Rahmen, an dem die Europäer arbeiteten, laufe auf eine viel schlagkräftigere Antwort hinaus als bisher ins Auge gefasst, sagte ein beteiligter US-Beamter, der anonym bleiben wollte. Was auch immer das heißen soll, es hört sich zumindest erst einmal beruhigend an 😉

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso forderte auf dem Gipfel eine globale Finanztransaktionssteuer, will die Einnahmen daraus aber nicht etwa zur Deckung von Schulden oder gar künftige Rettung von Banken verwenden, sondern diese lieber in die Entwicklungshilfe stecken. Ein sicherlich ehrenwerter Gedanke, den ich aber an dieser Stelle doch zumindest komisch finden darf, da diese Steuer damit wohl wieder einmal direkt vor der Einführung an dem geplanten Sinn und Zwecke vorbei eingeführt würde. Unabhängig davon dass ich ein Befürworter einer Ausweitung der Entwicklungshilfe bin sollten wir den Fokus doch erst einmal auf die Stabilisierung der Eurozone legen damit wir auch morgen noch etwas Geld für die ärmeren Länder übrig habe und nicht selbst irgendwann hilfsbedürftig werden.  Natürlich  ist vor allem Großbritannien weiterhin dagegen, was man aus sich der Briten auch   nachvollziehen kann. Eine globale Transaktionssteuer würde die Briten wohl mangels alternativer Einnahmequellen in eine schwere Krise stürzen.

Aus der Abschlusserklärung des Gipfels ging dann letztlich hervor dass die Europäer die Einführung einer Bankenunion, mit dem Ziel einer „integrierten Finanzarchitektur“ planen würden. Konkrete Schritte wollen die EU-Staaten bei ihrem Gipfel Ende kommender Woche vereinbaren. Man darf also durchaus gespannt sein ob es gelingt dieses Mal dann auch den schönen Worten „echte“ Taten folgen zu lassen. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, natürlich würde ich mir wünschen dass sich nun endlich mal etwas bewegt, so richtig glauben kann ich es aber noch nicht. Dazu hat uns die Politik in den letzten Monaten zu oft bewiesen dass sie eben nicht in der Lage ist gemeinschaftliche und schnelle Entscheidungen zu treffen, und diese auch im Sinne des europäischen Gedanken umzusetzen.

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