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Phoenix Solar – Auftragseingang und Umsatz bricht deutlich ein!

Im ersten Quartal müssen die Aktionäre der Phoenix Solar AG 12,9 Millionen Euro Verlust hinnehmen! Anleger reagieren zunächst geschockt auf diese Ankündigung und schicken die Aktie zum Handelsbeginn um über sieben Prozent in den Keller. Im Vorjahreszeitraum konnten noch 2,8 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen werden, was bereits damals nicht üppig war. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach auf minus 16,9 Millionen Euro ein, der Umsatz schrumpfte deutlich von 80,4 auf 32,4 Millionen Euro. Der Auftragsbestand zum Ende des ersten Quartals 2011 sank von 375 auf 178 Millionen Euro. Aufgrund einer nur schwachen Nachfrage bleibt die Phoenix Solar AG mit diesem Zahlenwerk wohl weit hinter den eigenen Erwartungen und denen des Marktes zurück. Auch im laufenden Quartal werden Umsatz und EBIT nicht das Vorjahresniveau erreichen, warnte das Photovoltaik-Systemhaus. Damit müssen auch wir unsere ursprünglich positive Haltung zu dem Unternehmen noch einmal genauestes überdenken. Charttechnisch sieht die neue Situation nun äußerst bedrohlich aus, nachdem heute ein neues Jahrestief generiert wurde. Das Zahlenwerk, insbesondere der schwache Auftragseingang lassen vermuten, dass wir nun bald deutlich tiefere Kurse bei der Aktie sehen werden.

Dialog Semiconductor – rauf oder runter?

Die Dialog Semiconductor AG veröffentlichte gestern einmal mehr positive Quartalszahlen. Der Umsatz konnte um 61,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 98,5 Millionen US-Dollar gesteigert werden. Die erst im Februar übernommene niederländische SiTel AG steuerte insgesamt 17,9 Millionen US-Dollar zum konsolidierten Umsatz des Unternehmens bei. Der Konzerngewinn liegt bei 7,9 Millionen US-Dollar, davon entfallen 1,5 Millionen US-Dollar auf die SiTel AG. Für das zweite Quartal wird nun ein konsolidierter Umsatz in Höhe von 107 bis 112 Millionen Dollar erwartet. Operativ läuft also nach wie vor alles rund bei der Dialog Semiconductor AG.

Dem Aktienkurs half diese Nachricht allerdings wenig. Nach einem kurzen Anstieg gestern von 14,- auf 15,- Euro notiert die Aktie inzwischen wieder deutlich tiefer und nähert sich erneut der Unterstützung bei 13,90 Euro. Man muss natürlich das allgemein eher schwächere Börsenumfeld in diese Betrachtung mit einfließen lassen, dennoch scheinen die verwöhnten Dialog Aktionäre wohl mehr erwartet zu haben da seit gestern immer wieder größere Positionen in den Markt gegeben werden. Die Unterstützung bei 13,90 Euro sollte aber vorerst halten. Gelingt dies nicht drohen weiter Abschläge bis in den Bereich um die 12,10 Euro. Im umgekehrten Fall muss die Aktie den Widerstand bei ca. 15,90 Euro überwinden um in höhere Regionen vorzustoßen. Ein erster Kauf an der Unterstützung bei 13,90 Euro könnte für spekulativ orientierte Anleger interessant sein…

BMW, VW, Porsche, Daimler – Autobauer vor Korrektur?

Heute muss die BMW AG als letzter der großen Autobauer Deutschlands die Bücher öffnen. Nachdem zuletzt auch die Daimler AG gute Zahlen vorgelegt hat kann man wohl davon ausgehen, dass auch hinter den Münchnern ein gutes Quartal liegt. Analysten rechnen im Vorfeld der Quartalszahlen mit einem Umsatz von 15,45 Milliarden Euro sowie einem EBIT von 1,54 Milliarden Euro. Können diese Zahlen noch übertroffen werden dürfte noch etwas Luft nach oben im Aktienkurs der BMW AG sein. Die Analysten einzelner Investmenthäuser sind sich bei der Aktie offenbar uneins. Warburg Research hat kürzlich die Anlageempfehlung „Buy“ bestätigt, und das Kursziel von 72,00 auf 79,00 Euro angehoben, während Exane BNP nur 56,- Euro als Kursziel sieht.

Am besten läuft es aber wohl nach wie vor bei dem VW Konzern, der gestern seine Hauptversammlung abgehalten hat. Martin Winterkorn und Ferdinand Piech mussten sich teilweise kritischen Fragen über die Dividendenhöhe gefallen lassen, die bezogen auf den Gewinn je Aktie mit 15% Anteil in diesem Jahr sehr mager ausfällt. Die etwas langatmige Veranstaltung bot aber dann doch noch den ein oder anderen Einblick in die künftige Strategie die insgesamt viel versprechend erscheint. Das Ziel der weltgrößte Autobauer zu werden ist in greifbarer Nähe und könnte bereits vor dem Jahr 2018 erreicht werden. Heute handelt die VW Aktie Ex- Dividende, sprich sowohl die Vorzüge als auch die Stämme dürften um ca. 2,60 Euro niedriger notieren.

Die Daimler Zahlen lagen hingegen „nur“ im Rahmen der Erwartungen. Dementsprechend wurden die Aktien der Stuttgarter in den letzten Handelstagen eher verkauft. Ich halte einen baldigen Test der 50,- Euro Marke für sehr wahrscheinlich. Ebenso könnte die Porsche Aktie nach den jüngsten Nachrichten über erneute Sammelklagen und der damit verbundenen Verschiebung der Fusion mit dem Mutterkonzern VW noch einmal unter Druck geraten. Unterstützungen liegen hier derzeit bei 44,70 und 41,60 Euro. Insgesamt bleibt die Branche anfällig für Gewinnmitnahmen, auch wenn die langfristigen Aussichten stimmen, was die gestern Abend veröffentlichten US Absatzzahlen einmal mehr verdeutlichen. Die Auswirkungen auf die Produktion in den kommenden Monaten durch die Ereignisse in Japan, sowie der hohe Euro der sich ebenfalls negativ auswirken dürfte, sollen in die Anlageentscheidung mit einbezogen werden.

Als weitere Belastungsfaktor für die gesamte Branche dürfte sich ein Bericht der Financial Times Deutschland erweisen. Demnach ergab ein Gutachten der Universität Köln das die Besteuerung von Firmenwagen zu unnötigen Mindereinnahmen für den Staat führt und eine überproportionale Schädigung der Umwelt unterstützt, da insbesondere die spritschluckenden Firmenwagen subventioniert werden. Gerade die Mittelklasse Wagen von BMW und Audi dürften somit wohl in den kommenden Wochen verstärkt in die Schusslinie geraten. Alle deutschen Autobauer bleiben aber weiterhin interessant und sind nach wie vor gemessen an den derzeitigen Gewinnen günstig bewertet

 

Zahlenreigen – Deutsche Bank, Deutsche Börse, Bayer, Merck, SAP, Puma, Volkswagen, Daimler

Deutsche Bank, Deutsche Börse, Bayer, Merck, SAP, Procter & Gamble, Dow Chemical, Unilever, Santander, Sanofi Aventis, UBS, Amazon, Puma. Credit Suisse, Boeing, Volkswagen, Daimler – das sind die wichtigsten Unternehmen in dieser Woche die allesamt Ihre neuen Quartalszahlen vorlegen werden. Wie schon gestern geschrieben dürfte es spannend sein zu beobachten wie sich der Dax in dieser Woche schlagen wird.

Zum Einen liegt eine turbulenten Handelswoche hinter dem Deutschen Leitindex, der sich letztlich getrieben durch gute Zahlen aus dem High-Tech Sektor nach einem Absacker zum Wochenbeginn wieder deutlich erholen konnte, und zum Anderen drohe nun langsam verstärkt Gewinnmitnahmen bevor es in den Wonnemonat Mai geht, der ja bekanntlich an der Börse eher negativ verläuft. Bereits am Montag konnte man in China sehen, dass es verstärkt zu Verkäufen an den Aktienmärkten gekommen ist.

Die Zahlenwerke der Unternehmen werden also auch in dieser Woche wieder den Ton angeben. Großartig negative Überraschungen erwarten wir hier nicht. Die Frage ist vielmehr ob die Unternehmen die hohen Erwartungen des Marktes noch übertreffen können und somit dem Aktienmärkten noch einmal neue Schubkraft verleihen werden, oder nicht. Insbesondere bei den Banken- und Finanztiteln darf man gespannt sein ob dies gelingen kann, da ein Großteil der Anleger nun verstärkt darauf gesetzt hat, dass sich diese Nachzügler im Börsenjahr 2011 besser entwickeln werden als der Durchschnitt..

Tesla Motors verdreifacht den Verlust

Mit Spannung habe ich heute Nacht die Zahlen von Tesla Motors erwartet. Meinen Erwartungen entsprechend musste die Elektroauto-Schmiede einen deutlich höheren Verlust für das Geschäftsjahr 2010 ausweisen, als dies von den meisten Analysten gewünscht wurde. Die Kosten für Marketing, Ausbau des Händlernetzwerks und Produktion von zusätzlichen Baureihen führten zu einem deutlich höheren Verlust als noch im Geschäftsjahr 2009. Mit einem satten Minus von 154,3 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum in dem noch ein Minus von 55,7 Millionen Dollar ausgewiesen wurde hat sich der Verlust des Unternehmens nahezu verdreifacht. Alleine im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2010 wurde ein Verlust in Höhe von 51,4 Millionen Dollar ausgewiesen.

Tesla Motors bleibt eine interessante Firma und die Fahrzeuge sicherlich die interessantesten aus dem Bereich der alternativen Fahrzeugtechnik, das Unternehmen scheint anhand der gelieferten Zahlen aber auch heute immer noch deutlich überbewertet zu sein. Tesla weist heute knapp 1,6 Milliarden Euro Börsenwert auf. Ich gehe davon aus das es noch einige Quartale dauern wird bis dieses junge Unternehmen in die Gewinnzone vorstoßen kann. Für heute rechne ich mit einem weiteren Rücksetzer der Aktie die inzwischen von den Höchstständen bei 36,42 Dollar sehr deutlich bis auf unter 23,- Dollar je Aktie zurückgekommen ist. Mein ursprünglich angepeilter Kaufpreis von 22,- Dollar dürfte nun noch einmal deutlich unterschritten werden. Unter 20,- Dollar je Aktie könnten sich dann kurzfristig eventuell interessante Trading-Chancen ergeben.

Siemens mit guten Zahlen , UBS erhöht Kursziel auf 100,- Euro

Der Siemens Konzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011 die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen und Rekorde bei Umsatz und Gewinn erzielt. Der Auftragseingang wurde somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 22,588 Milliarden Euro gesteigert. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 19,489 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um 6 Prozent auf 2,229 Milliarden Euro. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 17 Prozent auf 1,787 Milliarden Euro und damit auf einen neuen Rekordwert. Unterm Strich blieb im ersten Geschäftsquartal ein Gewinn von 1,753 Milliarden Euro, nach 1,531 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Siemens-Chef Peter Löscher gab sich zufrieden über die Entwicklung aller Regionen insbesondere die der Schwellenländern, und bestätigte den Ausblick auf ein gutes Gesamtjahr 2011. Allein aus China wurden 50% mehr Waren und Dienstleistungen bestellt als im Auftaktquartal des Vorjahres. Die Aufträge aus Indien legten um satte 160 Prozent zu. Die Siemens Aktie dürfte auch weiterhin ein Basisinvestment für Langfristinvestoren sein, und von der Entwicklung in den Schwellenländern überproportional profitieren. Allerdings bleibt abzuwarten, ob in naher Zukunft hier noch überproportionale Kurssteigerungen zu erwarten sind, da die Aktie bereits ordentlich gelaufen ist. Mit einem aktuellen KGV von über 14 gehört die Siemens Aktie wohl nicht mehr zu den ganz günstigen Titeln.

Zudem bleibt ein fader Beigeschmack. Siemens soll von Griechenland auf Zahlung von Schadenersatz wegen der Zahlung von Bestechungssgeldern verklagt werden, und dürfte somit mal wieder deutlich mehr in der Presse stehen, als Peter Löscher dies lieb sein kann. Dies könnte auch kurzzeitig auf dem Aktienkurs des Münchner Elektrokonzerns lasten. Operativ sollten auch die  kommenden Quartale nicht enttäuschen, dennoch könnte die Luft spätestens ab einem Aktienkurs von 100,- Euro deutlich dünner werden…

Alcoa Zahlen – deutlich besser als erwartet!

Der Aluminium-Riese Alcoa verdiente im zweiten Quartal des Geschäftsjahres  0,13 Dollar pro Aktie, 1 Cent besser als dies von Analysten erwartet wurde . Der Umsatz steigt gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 22,8 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar, was ebenfalls über den Konsensschätzungen der Analysten von 5,05 Milliarden Dollar liegt. In den vergangenen drei Monaten war der Preis für eine Tonne Aluminium scharf von 2.400 Dollar auf rund 2.000 Dollar gefallen

Höhere Auftragsvolumen, eine verbesserte Produktion, geringere Energiekosten und positive Währungseffekte konnten die sinkenden Preise für Aluminium kompensieren, so das Management. Der Nettogewinn lag demnach mit 136 Millionen Dollar deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres, damals musste Alcoa noch einen Verlust von 454 Millionen Dollar wegstecken. Ein gelungener Auftackt in die US Berichtssaison…mal sehen ob die Börse dies auch positiv umsetzen kann..

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