Tag Archives: Quartalszahlen

Alcoa tiefrot, aber besser als erwartet

Wir befinden uns offensichtlich mal wieder in einem von Angst getriebenem Markt. Bereits im Vorfeld der US Berichtssaison ist die Stimmung so schlecht und die Erwartungen so negativ dass ich inzwischen eher davon ausgehe dass die Überraschungen überwiegend auf der positiven Seite zu finden sein werden. Ich habe in den letzten Tagen unglaublich viele negative Artikel und Kommentare zu den Erwartungen für die verschiedensten Sektoren und Unternehmen gelesen wie schon lange nicht mehr. Vom schlechtesten Quartal seit Ausbruch der Krise war hier nicht selten die Rede, ebenso wie von einer nun anstehenden Marktkorrektur von bis zu 20 Prozent….

Gestern Abend nach Börsenschluss hat traditionell der Aluminiumkonzern Alcoa als erstes Unternehmen seine Zahlen vorgelegt. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um neun Prozent auf 5,8 Milliarden, Dollar. Angesichts eines Preisrückgangs bei Akuminium um 20 Prozent schon fast ein respektables Ergebnis. Dennoch musste der Aluminiumkonzern unterm Strich einen kräftigen Verlust in Höhe von 143 Millionen Dollar ausweisen. Ohne diverse Sonderpostene in Höhe von 175 Millionen Dollar wäre das Ergebnis sogar leicht positiv ausgefallen. Im Vorjahresquartal hatte Alcoa noch einen Gewinn von 172 Millionen Dollar verbucht, somit ist das Ergebnis trotz der Sondereffekte weiterhin rückläufig.

Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde gekappt. Statt der bisher 7 Prozent Wachstum rechnet Firmenchef Klaus Kleinfeld nun nur noch mit 6 Prozent. In den letzten Jahren war der Markt für Aluminium noch mit 10 Prozent gewachsen. Der Markt hatte offenbar noch schlimmeres erwartet und nahm diese zahlen positiv auf. Die Aktie konnte nachbörslich leicht zulegen. Ich persönlich kann diesem Zahlenwerk nicht viel positives abgewinnen, ausser das die Daten noch schlechter hätten ausfallen können. Herr Kleinfeld zeigt sich aber für die nahe Zukunft und bis zum Jahr 2020 weiterhin optimistisch:“Die Märkte scheinen derzeit mehr von Schlagzeilen denn von fundamentalen Daten getrieben zu sein, aber Alcoa bleibt auf die Dinge fokussiert, die in unserer Hand liege“ Kleinfeld rechnet mit einer Verdoppelung des Aluminium Marktes bis zum Jahr 2020…

Rheinmetall im Krisenmodus?

Der Kursverlauf der Rheinmetall Aktie ist seit Tagen nicht mehr überzeugend. Zudem wartet bei 35,- Euro immer noch ein großes Gap im Chart darauf eventuell noch geschlossen zu werden. Auch die heutige Meldung dass der Rüstungskonzern trotz guter Auftragslage plant seine Panzersparte einer intensiven internen Prüfung zu unterziehen lässt mich aufhorchen. Soll heißen die Sparte könnte eingedampft werden, viele Mitarbeiter fürchten nun die baldige Entlassung. Vom Unternehmen hingegen war heute zu hören… „das Ziel der Überprüfung sei eine wirtschaftlich optimale Struktur der Rheinmetall Landsysteme GmbH“, was wiederum darauf hindeuten könnte dass die erzielten Margen zu gering sind und der Gewinn des Unternehmens in dieser Sparte entsprechend schwach ausfällt. Am Freitag will die Rheinmetall über das abgelaufene Quartal berichten, man darf also gespannt sein ob die gesteckten Ziele erreicht wurden.

Rheinmetall hatte erst Anfang 2012 die Produktion von militärischen Radfahrzeugen aus der RLS ausgegliedert und in ein Joint Venture mit MAN eingebracht. Nun geht es um die Zukunft der verbleibenden Panzersparte. Die Rheinmetall Landsysteme GmbH entwickelt und der baut gepanzerten Radfahrzeugen, Kampfpanzern, Panzerhaubitzen und Spezialpanzern zum Legen von Brücken, dem Räumen von Minen oder dem Bergen beschädigter Fahrzeuge. Eigentlich der Bereich den ich persönlich mit am interessantesten bei dem Unternehmen finde, denn der Bedarf an solchen Spezialfahrzeugen sollte weiterhin hoch bleiben. Insbesondere bei den zunehmenden Friedenseinsätzen und bei Spezialeinheiten werden Rheinmetall Panzerfahrzeuge verstärkt eingesetzt.

Rheinmetall wollte sich nicht weiter zu den einzelnen Details des Konzernumbaus äussern. Für mich passt das alles nicht so ganz zusammen. Die Konzentration auf andere Unternehmensteile wäre aus meiner Sicht nur bedingt sinnvoll, denn gerade der Bereich „Defence“ war immer eine tragende Säule des Konzerns. Die hochprofitable Automobilsparte wird wahrscheinlich erst im Jahr 2013 an die Börse gebracht, fällt aber damit dann künftig mindestens zur Hälfte aus der Bilanz des Mutterkonzerns. Zuletzt konnte Das Unternehmen einen Großauftrag verkünden an dem es zusammen mit Krauss Maffei 800 Leopard 2 Panzer nach Saudi Arabien liefern soll. Weitere Großaufträge aus Katar sollen Gerüchten zufolge schon in der Pipeline sein. Diese Panzergeschäfte sind aber alles andere als unumstritten, da die Wahrscheinlichkeit eines Weiterverkaufs der Panzer in Krisengebiete laut Fachleuten sehr hoch ist.

Ob der neu eingeschlagene Weg der Geschäftsleitung nun sinnvoll ist oder nicht werden die kommenden Monate zeigen. Erste Fragen hierzu dürften wohl auch mit der Zahlenvorlage zum zweiten Quartal am kommenden Freitag beantwortet werden. Die geplante Verschlankung des Konzerns stimmt mich im Vorfeld dieser Zahlen zumindest etwas nachdenklich. Meistens geschehen solche weitreichenden Veränderungen eher aus der Not heraus. Zudem hinterlassen Restrukturierungsmaßnahmen wie diese meistens hässliche Spuren in den Bilanzen der kommenden Quartale. Die eigentliche Frage die man sich als Aktionär von Rheinmetall wohl demnächst stellen muss ist aber viel mehr eine moralische. Bislang war Rheinmetall mit seinen Produkten aus meiner Sicht ein Unternehmen dass sich vorrangig mit „Friedenssicherung“ beschäftigt hat. Die Großaufträge aus dem arabischen Raum, die eventuell geplante Konzentration auf solche Geschäfte, ebenso wie eine Gewinnmaximierung in einzelnen Sparten zu Lasten von Mitarbeitern, würden meine persönliche Sichtweise auf das Unternehmen aber deutlich verändern…!

Mehr zum geplanten Panzer Deal mit Saudi Arabien auch hier:

Porsche verachtfacht Gewinn, BMW mit deutlichem Gewinneinbruch

Porsche erzielte im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn der achtmal so hoch ist wie im letzten Jahr. Unterm Strich bleiben 1,15 Milliarden Euro nach zuvor 149 Millionen Euro in der Kasse der Porsche SE. Wie der einmal wurde das Ergebnis durch die gegenseitigen Optionsrechte zwischen VW und Porsche deutlich geschmälert, da die Werte für diese Optionen regelmäßig neu bewertet werden müssen. In diesem Quartal schlugen die Kaufrechte für den zweiten Teil des Sportwagengeschäfts von Porsche mit satten 1,38 Milliarden Euro zu buche. Nun holt die Porsche Muttergesellschaft zum Befreiungsschlag aus. Mit dem Komplettverkauf des Porsche-Sportwagengeschäfts ergibt sich kurzfristig im Konzernabschluss ein einmaliger positiver Ergebniseffekt von bis zu sieben Milliarden Euro, wie die Porsche Automobil Holding SE gestern mitteilte. Dadurch dürfte die Porsche SE dann schuldenfrei sein und zudem einen Großteil der Risiken aus den ausstehenden Klagen gegen das Unternehmen abgedeckt haben. Verbleiben wird nach der Transaktion dann die Hälfte aller VW Stammaktien bei der Porsche SE. Dieser Teil wird momentan mit 18 Milliarden Euro an der Börse bewertet…!

BMW verbucht mit der Vorlage der Quartalszahlen heute einen Gewinneinbruch, sieht sich aber weiterhin im Plan auch in diesem Jahr ein Rekordergebnis erzielen zu können. Dabei fiel der Rückgang beim Gewinn mit einem deutlichen Minus von 28 Prozent schon recht deutlich aus. Im zweiten Quartal wurden nur noch 1,28 Milliarden Euro verdient, deutlich weniger als bspw. bei Porsche! Der operative Gewinn belief sich auf 2,3 Milliarden Euro, was ungefähr 19 Prozent weniger ist als im Vorjahr. Beim Umsatz konnte BMW weiter zulegen. Hier wurde der Wert um 7,3 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro gesteigert. Auch die Gesamtzahl der abgesetzten Autos wurde um 5,4 Prozent auf 475.011 Einheiten gesteigert.

Der Gewinnrückgang wurde zwar von den meisten Marktteilnehmern so erwartet, dennoch bleibt für mich ein fader Beigeschmack dieses Zahlenwerkes. Offensichtlich muss BMW inzwischen deutlich höhere Rabatte auf seine Modelle gewähren als die vergleichbare Konkurrenz von VW oder Audi. Anders ist die Steigerung bei Absatz und Umsatz bei gleichzeitige deutlichem Gewinnrückgang für mich nicht zu erklären. Auch VW, Porsche und Audi hatten kürzlich Zahlen verkündet, die sich wesentlich stabiler präsentieren. Mein Fazit bleibt somit weiterhin wie gehabt: BMW ist der einzige deutsche Autobauer der sich nicht in meinem Depot befindet, und das wird auch so bleiben. Grundsätzlich sollten sich Anleger wohl die Frage stellen ob sie langfristig nicht bei Audi und VW bessere Chancen vorfinden. Insbesondere die nun anstehende Fusion von VW und Porsche bietet in meinen Augen eine ganz neue Chance. Vielleicht lesen Sie dazu den oberen Teil dieses Artikels noch einmal genau…

Moodys stuft Deutschland ab, SAP eröffnet die Berichtssaison, was liefern Daimler und VW?

Es hat schon einen gewissen Symbolcharakter wenn man in diesen Tagen die Bilder der brennenden Wälder in Südeuropa sieht. Die verheerenden Brände fressen sich durch Griechenland, Portugal, Spanien und Italien und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. Ähnlich ist die Situation inzwischen wieder an Europas Kapitalmärkten. Spanien zahlt trotz der europäischen 100 Milliarden Euro Rettungsaktion Rekordzinsen auf seine lang laufenden Staatsanleihen. Griechenland steht unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit. Heute senkt Moody´s nun den Ausblick für das Top Rating Deutschland, Luxemburg und die Niederlande. Weitere werden wohl demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen alleine um den Druck auf die Währungsunion weiterhin hoch zu halten.

Wie hier schon des öfteren geschrieben wurde werden durch die bisherigen Maßnahmen nicht etwa die schwachen Länder gestützt sondern viel mehr die starken nun mit in den Abwärtssog gerissen. Der Angriff auf Europa ist unverändert im Gange. Allerdings mache ich mir keine ernsthaften Sorgen darüber das Moody´s Rating irgend welche direkten Auswirkungen haben wird. Wie man an den Reaktionen der Märkte bei den letzten Abstufungen von Banken oder Ländern sehen konnte haben die Ratingagenturen sowohl ihre Macht als auch ihre Glaubwürdigkeit in den letzten Monaten weitestgehend verspielt. Länder abzustufen die auf Ihre Staatsanleihen Negativrenditen zahlen müssen, bzw. dafür noch Geld erhalten rundet das Bild des fehlenden Weitblicks bei den Agenturen für mich persönlich nur noch ab. Kurzum ich denke nach wie vor das man die Daseinsberechtigung von Ratingagenturen in ihrer jetzigen Form spätestens nach der Beendigung dieser Krise  noch einmal gründlich überprüfen sollten.

Die Vorgaben für den Markt sind heute grundsätzlich wieder etwas freundlicher, auch wenn es zum Handelsbeginn noch einmal etwas holprig werden kann. Nachdem die US Börsen sich im gestrigen Handelsverlauf weiter erholen konnten dürften auch in Europa die Aktienkurse heute wieder etwas anziehen. SAP hat wie erwartet gute Zahlen vorgelegt – die Berichtssaison ist somit auch in Deutschland offiziell eröffnet. Der Softwarekonzern steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 12 Prozent auf  661 Millionen Euro. Auch der Ausblick bleibt positiv, was noch wichtiger ist als das eigentliche Zahlenwerk.  Im Gesamtjahr 2012 will die Walldorfer Softwareschmiede den Kernumsatz um zehn bis zwölf Prozent steigern und ein Betriebsergebnis zwischen 5,05 und 5,25 Milliarden Euro erreichen. Langfristig plant SAP nun bis zum Jahr 2015 einen jährlichen Umsatz von über 20 Milliarden Euro an. Der Auftakt zur deutschen Berichtssaison ist damit erwartungsgemäß gelungen ist. Ich bin jetzt mal gespannt was die deutschen Autobauer so drauf haben…

Metro – düsterer Ausblick als Vorgeschmack auf die Quartalszahlen?

Metro Chef Olaf Koch hat in seinem jüngsten Interview in der „Bild am Sonntag“ nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen. Nach seiner momentanen Einschätzung drückt die Euro Krise weiterhin deutlich auf die Kauflaune der Verbraucher, was deutliche Auswirkungen auf das Geschäft von Metro haben sollte. Ob diese Worte schon mal eine Vorbereitung auf die kommenden Quartalszahlen sein sollen? Viel Gutes hatten die Anleger wohl offenbar sowieso nicht mehr erwartet wenn man sich den Jahreschart der Metro Aktie ansieht. Zwar konnte sich der Titel zuletzt etwas erholen, die Grundtendenz bleibt aber weiterhin negativ. Ich hatte mich ja in den vergangenen Monaten bereits mehrfach zu meinen persönlichen Erwartungen für die Entwicklung des Aktienkurses geäussert. Kurse unter 20,- Euro sind zu erwarten war mein persönliches Fazit. Mit einem satten Minus von teilweise über sechs Prozent rauscht die Aktie nun der genannten Marke entgegen. Sollte diese unterschritten werden droht ein weiterer Kursrutsch.

Hinzu kommt noch dass man wohl davon ausgehen kann dass die Metro Aktie demnächst nicht mehr im DAX gelistet sein wird, was dann zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs ausüben wird. Indexfonds und Großanleger werden sich wohl bereits im Vorfeld der endgültigen Entscheidung von Ihren Beständen verabschieden. Insgesamt bleibt somit festzuhalten dass die Aussichten für die Metro Aktie weiterhin eher negativ sind. Das eingeleitete Restrukturierungsprogramm wird irgendwann seine Wirkung entfalten, in den kommenden beiden Quartalen ist aber wohl noch nicht mit positiven Effekten zu rechnen. Kurzum die Aktie ist weiterhin auf meiner Beobachtungsliste, ein kurzer Rebound ist grundsätzlich jederzeit möglich, das nächste Kursziel liegt aber aus meiner Sicht nun bei 18,80 Euro. In jedem Falle würde ich die Vorlage der Quartalszahlen abwarten!

Land unter bei HHLA

Zuletzt äusserten sich wieder einige Analysten positiv zu den Aussichten des Hamburger Hafenbetreibers HHLA. Ich persönlich war und bin angesichts der momentanen Konjunktursorgen nach wie vor skeptisch ob das Unternehmen eine nach wie vor ambitionierte Bewertung verdient. Heute veröffentlichte das MDax Unternehmen die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal des Jahres 2011. Demnach ging das operative Ergebnis des Logistikdienstleisters in den genannten Zeitraum um satte 23 Prozent auf 31,5 Millionen Euro zurück. das Nettoergebnis fiel gar auf nur noch 8,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in dem noch gut 42 Prozent mehr Gewinn erwirtschaftet wurde.

Zudem erwartet Firmenchef Klaus-Dieter Peters nun für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, und geht davon aus dass sich die Schwäche der Logistikbranche noch über das gesamte Jahr hinziehen könnte. Peters plant vorsichtig mit einem operativen Ergebnis von 200 Millionen Euro nach 207 Millionen Euro im vorangegangenem Jahr. Ursprünglich hatte man bei HHLA mit einer Gewinnsteigerung von 5 Prozent jährlich gerechnet. Hohe Zusatzkosten infolge des Umbaus des neuen Containerterminals Buchardkai, rückläufige Mieteinnahmen für Container und Verzögerungen bei der Elbvertiefung machte die Konzernführung für das Ergebnis verantwortlich.

Das Zahlenwerk ist für die HHLA Anleger schlichtweg eine Enttäuschung, was sich in dem heutigen Aktienkurs auch deutlich widerspiegelt. Mitte indem satten Minus von über sieben Prozent notiert die Aktie gerade bei 21,40. Aus charttechnischer Sicht wurden damit sehr wichtige Unterstützungsmarken bei ca 22,50 und 23,- Euro verletzt. Die nächsten Kursziele könnten somit nun bei 20,50 und 19,20 Euro liegen. Auch fundamental betrachtet ist die HHLA Aktie mit einem KGV von 18,72 und einem Buchwert je Aktie von lediglich 8,87 Euro (2011) nicht gerade attraktiv. Momentan gibt es zudem sicherlich aussichtsreichere Aktien am Deutschen Aktienmarkt

HeidelCement patzt und wird abgestraft!

Die Führung der HeidelbergCement AG strotzt vor Zuversicht die in diesem Jahr gesteckten Ziele auch zu erreichen, auch wenn der Baustoffkonzern im abgelaufenen ersten Quartal einen höher als erwarteten Verlust hinnehmen musste. Der Fehlbetrag betrug 204 Millionen Euro, und fiel damit deutlich höher aus als dies von den Analysten erwartet wurde. Fachleute sind im Vorfeld davon ausgegangen dass der Fehlbetrag den des Vorjahres (Minus 161 Millionen Euro) nur leicht übersteigen sollte. Der Umsatz kletterte hingegen um acht Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Die Heidelberger profitierten in den letzten drei Monaten vor allem von einer guten Nachfrage in Asien, aber auch in Nordamerika.

Als Hauptgrund für  den Rückgang des Ergebnisses wurde von Unternehmensseite in erster Linie die deutlich gestiegenen Energiekosten angegeben. Daran dürfte sich auch in den nächsten Monaten wohl nicht viel ändern. Dennoch hat die Konzernführung die gesteckten Ziele für das Gesamtjahr erneut bestätigt. HeidelbergCement peilt für das Gesamtjahr weitere Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis an. Das Unternehmen will  an seinen Sparkurs festhalten, rechnet aber im Gegenzug mit einem weiteren Anstieg bei Rohstoff- und Energiekosten. Das Einsparziel wurde für die kommenden beiden Jahre noch einmal von 600 Millionen auf 850 Millionen Euro erhöht. Zudem plant der Konzern weitere 150 Millionen Euro im Bereich Logistik bis zum Jahr 2014 einzusparen.

Die Aktie ist heute mit einem satten Minus von 5 Prozent kräftig unter Druck. Aus charttechnischer Sicht bewegt sich die HeidelCement Aktie damit in gefährlichem Terrain. Hält die runde Marke von 40,- Euro heute nicht drohen weitere Abschläge in Richtung 36,70 und 35,- Euro. Nach dem gelieferten Zahlenwerk, und dem wenig nachvollziehbarem Optimismus der Geschäftsführung für die nächsten Quartale, würde ich persönlich dem Szenario eines weiteren Abtauchens der Aktie in den nächsten Wochen eine höhere Wahrscheinlichkeit einräumen, als einem Rebound. In jeden Falle werde ich den Titel erst einmal nur beobachten…

Metro – vor den Zahlen kaufen?

Der Metro Konzern veröffentlicht morgen die Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal. Fachleute gehen davon aus dass auch im letzten Quartal die Preisoffensive der Media-Saturn Märkte, ebenso wie in den Großhandelsmärkten, dazu geführt haben dass der Handelskonzern in den roten Zahlen gelandet ist. Die spannende Frage scheint somit nur noch zu sein wie hoch der tatsächliche Quartalsverlust bei Metro ausfallen wird. Die Experten erwarten dass der Konzern bei einem leicht gesteigerten Umsatz von ca. 15,6 Milliarden Euro ein von 145 Millionen auf 55 Millionen Euro geschrumpftes EBIT ausweisen wird. Der Nettoverlust nach Anteilen Dritter dürfte sich somit auf ca. 53 Millionen Euro belaufen haben.

Das erste Quartal ist traditionell eher das schwächste des Jahres, und sollte somit nicht über bewertet werden. Im vergangenen Jahr trug der Zeitraum Januar bis März lediglich sechs Prozent zum Konzernergebnis bei. Dennoch war auch die Entwicklung im ansonsten so erfolgreichen Weihnachtsquartal alles andere als zufriedenstellend für die Aktionäre. Im Gesamtjahr 2011 war der Konzerngewinn bereits um 20 Prozent auf 741 Millionen Euro gesunken. Zusätzlich belastet wurde das Vertrauen der Anleger in den Metro Konzern durch die öffentlich ausgetragenen Streitereien der Konzernführung.

Seit kurzem zeichnet nun Olaf Koch an der Konzernspritze für den weiteren Kurs des Unternehmens verantwortlich. Einsparungen in Höhe von 150 Millionen Euro, sowie einen deutlich geänderte Strategie beim Online Handel sollen den Konzern langfristig wieder auf Kurs bringen. Für 2012 kündigte der neue Chef ein EBIT auf Vorjahresniveau an. Jedoch steht zu befürchten dass nun erst einmal alle schlechten Assets des Konzerns in den ersten Quartalsberichten ausgewiesen werden. Denn ein Wechsel in der Konzernführung führt meist genau zu diesem Phänomen, damit man dann im Anschluss darauf verweisen kann wie gut sich der Konzern unter der neuen Führung entwickelt hat.

Ich gehe also eher davon aus dass wir bei Metro wirklich schlechte Daten sehen werden. Entscheidend ist nun aber der Ausblick auf die kommenden Quartale, und wie der Markt darauf reagieren wird. Der französische Konkurrent Carrefour hat kürzlich ebenfalls deutlich enttäuscht, die Aktie notiert inzwischen auf einem 10 Jahres Tief. Davon ist Metro allerdings noch etwas entfernt, es zeigt aber die mögliche Fallhöhe eines solchen Konzerns auch wenn die Aktie heute schon „billig“ aussieht. Aus meiner Sicht sind die Risiken immer noch sehr hoch auch wenn sich die Aktie zuletzt etwas erholen konnte. Ich werde somit in jedem Falle erst einmal die Reaktion des Marktes auf die Quartalszahlen abwarten!

Trading Update VW, Conti, Daimler, Rheinmetall und Wacker Chemie

In der Woche vor der Wahl in Frankreich stehen aber zunächst wieder alle Zeichen auf weiter steigende Kurse. Insbesondere die teilweise hervorragenden Quartalszahlen einige Unternehmen sollten für eine gute Unterstützung des neu eingeschlagenen Trends sorgen. Echte Highlights in der abgelaufenen Woche waren die Bilanzen von Apple und Volkswagen, die einmal mehr sämtliche Markterwartungen geradezu pulverisiert haben. Mit einem satten Plus von über 12 Prozent gehörten die VW Aktien, ebenso wie die der Tochter Porsche, zu den absoluten Top Performern der letzten Woche. Bankaktien wie die Commerzbank  standen weiterhin unter Druck. Die Schuldenkrise, insbesondere die Entwicklungen in Spanien, sind für den gesamten Bankensektor weiterhin Gift. Bei der Deutschen Bank kamen zusätzlich negative Nachrichten in Form von unerwartet schlechten Quartalsergebnissen hinzu, und drückten die Aktie auf ein inzwischen aus charttechnischer Sicht bedenkliches Niveau. Wir haben im Blog darüber berichtet…!

Erfreuliches gabe es aber von nahezu allen anderen Depotwerten zu berichten. So konnte beispielsweise Continental alle Erwartungen mit den Quartalszahlen übertreffen, worauf hin der Aktie nun endlich der Ausbruch über die Hürde bei 73,- Euro gelungen ist. Der Continental-Konzern hat seinen Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zweistellig auf 8,3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) liegt mit 766 Millionen Euro deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums.  Continental will auch im Gesamtjahr 2012 um mehr als fünf Prozent weiter wachsen. Die nächsten Kursziele bei 77,40 und 79,80 Euro sind nun in greifbarer Nähe. Gelingt sogar der Sprung über die 80ger Marke dann sind 85,- Euro kurzfristig drin. Zunächst einmal werden die Aktien am morgigen Montag EX-Dividende gehandelt. Sie sollten sich also nicht wundern wenn der Kurs erst einmal um die ausgeschütteten 1,50 Euro nachgibt.

Daimler konnte ebenfalls operativ weiter deutlich zulegen und überraschte somit positiv, allerdings konnte der Aktienkurs am Freitag nicht wirklich davon profitieren. Der wahre Grund dieses Kursverlaufes ist noch nicht erkennbar, aber es gibt diverse Spekulationen über die Hintergründe. Wie auch auf Investors Inside.de berichtet scheinen die Anleger etwas verunsichert über die Zusammensetzung der künftigen Aktionärsstruktur  zu sein. Hier gibt es allerdings auch deutlich positive Varianten, die der Markt offenbar noch gar nicht auf dem Radar hat. Letztlich dürfte die Aktie nachdem nun ein Großteil der Investitionskosten im ersten Quartal „verarbeitet“ wurden, bald wieder kräftig durchstarten. Eine Restrukturierung der verlustreichen Bussparte ist nach Unternehmensangaben bereits in Arbeit, und sollte künftig weniger belasten.

Ebenfalls in dieser Woche berichtet haben wir über die Aktie der Wacker Chemie AG, die am Freitag einen wahren Freudensprung von über zehn Prozent hinlegen konnte, und sich damit zunächst sehr überzeugend aus der charttechnisch schwierigen Lage befreit. Die Chancen auf einen nachhaltigen Kurswechsel stehen hier jetzt nicht schlecht. Der Grund für den plötzlichen Anstieg der Aktie waren Aussagen des Firmenchefs das sich die Nachfrage nach Polysilicium in den ersten drei Monaten des Jahres nun wieder deutlich belebt habe. Insgesamt haben die Umsätze in dem zuvor schwächelnden Bereich wieder um über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum angezogen. Konzernchef Rudolf Staudigl zeigte sich sehr optimistisch für den weiteren Verlauf des Jahres, und hat die Prognose erneut bestätigt. Auch charttechnischer Betrachtung ergibt sich zudem ein optimales Bild für eine Umkehrformation, über die wir am Dienstag ebenfalls berichtet haben. Ich hoffe Sie haben sich getraut…

Zum Abschluss würde ich heute noch gerne kurz auf die Aktie von Rheinmetall eingehen. Das Unternehmen hat durchwachsene Zahlen, insbesondere im Rüstungsgeschäft, bekannt gegeben. Der Aktienkurs konnte sich am Freitag aber, nach einem anfänglichen Minus von über drei Prozent, wieder in den (fast) positiven Bereich vorarbeiten. Und das nicht ohne Grund, denn die Zahlen waren bei weitem nicht so schlecht wie es der momentane Aktienkurs simuliert. Bei der Rheinmetall Aktie ist nach wie vor etwas Geduld gefordert. Sobald Einzelheiten oder ein konkreter Plan zum Börsengang der Automobiltochter an die Öffentlichkeit dringen, wird der Aktienkurs deutlich anspringen. Hinzu kommt aus meiner Sicht noch dass insbesondere eine Firma wie Rheinmetall mit ihren Produkten, von der Umstrukturierung diverser Armeen dieser Welt, hin zu kleineren schlagkräftigen Spezialtrupps, langfristig deutlich profitieren wird. Die Zahlen sind nun raus und somit der Zeitpunkt für einen Einstieg aus meiner Sicht günstig.

Daimler – erst säen dann ernten!

Die Börsen finden zu alter Stärke zurück, und das liegt wohl nicht zuletzt an den teilweise starken Unternehmenszahlen die wir in dieser Woche genießen konnten. Allen voran wären hier natürlich Apple und VW zu erwähnen. Aber auch der Stern von Daimler glänzte heute erneut. Der Stuttgarter Autobauer legte heute für das Auftacktquartal überraschend gute Zahlen auf den Tisch. Trotz diverser Belastungsfaktoren gelang es dem Konzern die Verkaufszahlen in den letzten drei Monaten deutlich zu steigern. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres legte der Gesamtumsatz des Konzerns um 9 Prozent auf 27 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern verbesserte sich auf 2,13 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 5 Prozent entspricht. Unter dem Strich standen 1,42 Milliarden Euro in der Bilanz, und damit 20 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Profitieren konnte Daimler insbesondere auch von der EADS Beteiligung, die dem Konzern satte 133 Millionen Euro in die Kassen spülte, 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Verluste hingegen fielen in der Bussparte an. Die Zahlen konnten heute an der Börse trotz eines sehr guten Umfeldes nicht für Kurssteigerungen bei der Daimler Aktie sorgen. Aktionäre zeigten sich verunsichert über den angeblichen Ausstieg des Großinvestors Abu Dhabi, der über den Staatsfond Aabar rund neun Prozent der Stimmrechte an dem Konzern hält. Daimler hingegen kommentierte diese Sorgen nicht weiter und verwies darauf dass der Unternehmensführung nichts dergleichen bekannt sei.

Letztlich ist es an der Konzernleitung nun endlich Klarheit in diesem Punkt zu schaffen, denn ohne diese „externen“ Einflussfaktoren sollte der Aktienkurs nach der heutigen Meldung deutlich höher stehen. Das Unternehmen ist hervorragend aufgestellt und hat den richtigen Weg eingeschlagen. Die momentanen operativen Belastungsfaktoren sollten in den kommenden Quartalen nur noch in einem deutlich geringeren Maße finden lassen, denn die Investitionen in die neue Modellpalette und die zusätzlichen Werke werden sich auszahlen. Die Beteiligungsverhältnisse an dem Unternehmen könnten sich tatsächlich demnächst deutlich ändern, aber das wäre wohl eher sehr positiv zu werten. Lesen Sie >hier< dazu mehr..!

Als einzigen Kontraindikation sehe ich hier eigentlich nur die letzten Aussagen von Herrn Dudenhöffer, dass Daimler im kommenden Jahr so richtig aufdrehen wird…! 😉 Wer hier in den letzten Wochen mitgelesen hat weiß das ich den Aussagen des Fachmanns etwas kritisch gegenüber stehe. Zuletzt hat er einen deutlichen Einbruch des Automobilmarktes für 2012 angekündigt. Wie recht der Mann hatte sehen wir ja auch ganz deutlich in der VW Bilanz…! In diesem Sinne, man ist wohl gut beraten sich nicht in der Anlageentscheidung pro Daimler durch die Nachrichten der letzten Tage allzu sehr verunsichern zu lassen, und konsequent die ursprüngliche Strategie zu verfolgen. Operativ läuft alles nach Plan – bis auf die Bussparte, da muss Herr Zetsche wohl nochmal ran!

Today is Apple Day…!

Heute nach Börsenschluss wird der wohl bekannteste, in jedem Falle aber der wertvollste, Konzern dieser Welt sein neues Zahlenwerk vorlegen. Apple konnte die Erwartungen des Marktes in der Vergangenheit immer wieder schlagen. Nicht nur das, meistens legte der Hightech Konzern noch eine ordentliche Schippe drauf. Ob das auch dieses mal so sein wird bleibt noch abzuwarten. Nicht unterschätzen sollte man aber wohl als Anleger die Wirkung des Quartalsberichts auf eine ganze Branche und einen Index, im negativen wie im positiven Sinne.

Die Welt erwartet ein erneutes Feuerwerk  guter Nachrichten. Wie bereits bei den letzten Veröffentlichungen der Quartalszahlen hängt die Latte inzwischen sehr hoch, und die Gefahr dass diese irgendwann einmal gerissen werden könnte steigt mit jedem Mal mit. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung unterlag die Apple Aktie einigen Schwankungen. Unterschiedliche Nachrichten haben die Anleger in den letzten Tagen offensichtlich verunsichert. Gerüchte über einen schleppenden Verkauf des iPAD 3 sowie einer bereits erreichten Marktsättigung beim iPhone in einigen Regionen dieser Welt bereiten Anlegern zusehends Kopfzerbrechen. Die Apple Aktie hat in der letzten Woche somit über zehn Prozent an Wert verloren.

Unterdessen tauchen bereits wieder erste Gerüchte über das iPhone 5 auf, um den Verkauf seiner nächsten Generation des legendären Smartphones bereits im Vorfeld mächtig anzukurbeln. Unbestätigten Berichten zufolge soll das neue Gerät bereits im Juni erscheinen. Die innovativste Neuerung ist demnach das Gehäuse, dass aus so genanntem „Liquid Metal“ bestehen soll. Der Werkstoff ,der ursprünglich aus dem militärischen Bereich stammt, weist eine enorm hohe Kratzfestigkeit auf. Ebenfalls ist in den Medien von Spekulationen über ein sogenanntes iPhone Nano oder Mini zu lesen, dass demnächst auf den Markt kommen soll, um eine direkte Konkurrenz zu Einsteiger-Telefonen aus dem Android-Lager zu werden.

Das macht aus Apple Sicht sicherlich auch Sinn, um einen Konkurrenzmarkt rechtzeitig aufzurollen und Wettbewerber auch aus diesem Segment zu verdrängen. Hierzu muss der Apfel Konzern allerdings mächtig an der Preisschraube drehen um konkurrenzfähig zu sein. Wie auch immer die künftigen Märkte des erfolgreichsten Konzerns dieser Erde aussehen werden, und welche Strategien und Produkte noch auf die Käufer warten, Apple ist und bleibt die unangefochtene Nummer Eins in dem Segment. Sollte es nach den Quartalszahlen tatsächlich zu einem weiteren Kursrückgang kommen, dürfte dies wohl eine neue Einstiegschance in die Aktie sein. Denn die Story ist noch lange nicht zu Ende und der übergeordnete Trend auch dann immer noch intakt.

Die Märkte würde ein solcher Rückgang allerdings kurzzeitig weiter unter Druck bringen. Ich persönlich gehe aber nicht davon aus dass wir heute am späten Abend eine echte Enttäuschung bei der Veröffentlichung der Apple Zahlen erleben werden. Und genau dieser Faktor sollte dann auch die heutige Erholungsbewegung der Indizes von dem Ausverkauf gestern weiter unterstützen. Spannend ist am Ende die Frage wie der Markt selbst gute Zahlen aufnehmen wird, und wie der Ausblick auf die künftigen Quartale aussieht. Und natürlich ob es im positiven Falle gelingen kann die US Indizes, insbesondere den S&P 500 der gestern seinen langfristigen Aufwärtstrend verletzt hat, wieder in diesen Trendkanal zurück zu befördern.

G20 stockt IWF auf, Frankreich wählt und Apple rockt…!?

Es gibt mal wieder ein paar sehr beherrschende Themen an den Börsen, die leider auch Ihre Spuren in einzelnen Aktienkursen und den Indizes, in der abgelaufenen Woche hinterlassen haben. Allen voran ist hier natürlich Spanien zu nennen, und die damit einher gehenden Unsicherheiten über die Zukunft des Euro. Es dürfte nun langsam auch dem letzten Beteiligten klar sein dass wir uns nicht mal kurzfristig Ruhe erkaufen können. Nachdem nun also das Griechenland Problem gelöst schien (was natürlich keinesfalls der Fall ist!) dauerte es nur wenige Tage um die Krise nun wieder voll entflammen zu lassen. Das Problem mit Spanien wäre natürlich um ein Vielfaches größer und schwerwiegender und ein Scheitern des Landes wäre auch mit dem endgültigen Scheitern des Euro, in seiner jetzigen Form, gleich zu setzen. Wieder einmal haben sich die Spekulanten offensichtlich auf ein Land und ein Thema eingeschossen, und es dürfte erneut schwer werden diesen Spekulationen gegen einen Zerfall der Eurozone Herr zu werden.

Im Fokus der Anleger standen in dieser Woche somit die verschiedenen Anleiheauktionen spanischer Staatsanleihen. Den Höhepunkt dabei sollte die Auktion der 10-jährigen Staatsanleihen am Donnerstag bilden. Diese konnte zwar, wie die vorangegangenen auch, mit Erfolg platziert werden, der dabei erzielte Zinssatz jedoch kann die spanische Regierung wohl keineswegs zufrieden stellen. Die Zinsen von nahezu sechs Prozent sind Gift für das Land und nahe an der Schwelle zur Katastrophe. Das Szenario gleicht passender Weise einem Stierkampf, in dem der Torrero (Spekulanten) nun einen Spieß (hohe Zinsen) nach dem anderen in dem wild schnaubenden Bullen (Spanien) platziert, wobei bis zum Schluss die Frage offen bleibt ob das Tier seinen Verletzungen letztlich erliegen wird, oder der Bulle sich am Ende noch einmal aufrafft, um durch eine geschickte Bewegung den Torrero auf die Hörner zu nehmen und zu überrennen.

Woher aber das letzte Aufbäumen des spanischen Bullen im Moment kommen soll ist mir angesichts der katastrophalen Situation auf dem Arbeitsmarkt, eine platzenden Immobilienblase und den eingeleiteten Reformen, die das Land wohl auf längere Sicht zum Stillstand verurteilen, schleierhaft. Letztlich wird also ein Wunder in Form einer weiteren groß angelegten Geldspritze seitens der EZB oder des IWF das vorläufige Überleben des Bullen sichern müssen. Helfen diese Maßnahmen nicht ist der EFSF, später ESM einsatzbereit. Die Situation ist also heute deutlich anders als noch zu Griechenland-Zeiten, und trifft uns Europäer nicht mehr unvorbereitet. Das sollte bei aller Schwarzmalerei nicht vergessen werden! Auch wenn Spanien ein weitaus größerer „Brocken“ ist…etwas hat sich offensichtlich geändert. Die Menschen scheinen wieder mehr Vertrauen in die politischen Fähigkeiten Ihrer Landesführungen zu haben. Sieht man sich den, unter diesen Umständen sehr stabilen Euro/USD Wechselkurs an, vor allem aber auch die Entwicklung der Krisenwährung Gold, dann wird klar dass wir von einer Panik, wie im letzten Quartal des Jahres 2011, noch sehr weit weg sind.

Somit sollten wir uns auch, bei aller Beunruhigung über die Zukunft des Euro, vorerst etwas mehr den harten Fakten der Weltkonjunktur widmen. Die US Berichtssaison zeichnet bislang ein sehr deutliches Bild von der Konjunkturerholung in den USA. Die Quartalsberichte waren durch die Bank deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Bislang konnten dieser Unternehmensergebnisse aber noch nicht so richtig „verarbeitet“ werden. Bessert sich nun das politische Umfeld demnächst wieder dürfte dieses Versäumnis dann schnell nachgeholt werden. Bankenwerte wie Goldman Sachs, Bank of Amerika und Morgan Stanley zeigen deutliche Erholungstendenzen. Konsumtitel wie Coca Cola und Mc Donalds glänzen erneut, noch besser sieht es aber im Technologiebereich aus.

Intel übertraf die Analystenerwartungen, obwohl höhere Entwicklungsausgaben den Gewinn belasteten. Microsoft konnte seine Gewinne vor allem im Firmenkundengeschäft mit Betriebssoftware steigern. IBM profitiert zunehmend vom Software- und Dienstleistungsgeschäft und von der anhaltend starken Nachfrage aus Schwellenländern, so dass der Netto-Gewinn im vergangenen Quartal auf Jahresbasis um gut neun Prozent zulegen konnte. Alle Unternehmen bestätigen einen soliden Ausblick und rechnen 2012 mit einem weiter anziehenden Wachstum. Spannend dürfte es aber werden wenn Apple am Dienstag seine Zahlen für das abgelaufene Quartal liefert. Offensichtlich sind sich Anleger momentan etwas uneinig über den weiteren Verlauf der Apple Story. Die Apple Aktie fällt seit Tagen im Vorfeld diese Ereignisses. Am Dienstag nachbörslich wird sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit entscheiden ob weiterhin Druck auf  auf den Aktienmärkten lastet oder die Apple Aktie erneut um zehn Prozent oder mehr nach oben schießen kann. Denn fällt Apple unter enttäuschenden Nachrichten, wovon ich nicht ausgehe, dürfte das den gesamten Technologiesektor deutlich belasten. Dazu hier mehr..!

Ein weiterer wichtiger Termin der kommenden Woche sind neben dem G20 Treffen am Wochenende die Erstabstimmung zu den Präsidentschaftswahlen in Frankeich. Der Herausforderer Hollande liegt inzwischen etwas vorne und hat bereits deutliche Richtlinien für die zukünftige Euro-Politik, auch in punkto Stabilitätskriterien, Schulden und Wachstum ausgegeben. Der Ausgang der Wahl in Frankreich könnte somit deutlich weitreichendere Konsequenzen für Europa haben als bisher angenommen. Auch in Deutschland wird die Berichtssaison nun allmählich Fahrt aufnehmen, und man darf auf die harten Fakten aus den Unternehmen sehr gespannt sein. Ich rechne weiterhin mit soliden Ergebnissen auf breiter Basis, mit wenigen Ausreissern. Es erwartet uns also mal wieder eine der spannendsten Wochen an den Aktienmärkten, die in beide Richtungen viel Potenzial bietet.

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild beim Dax zuletzt wieder etwas aufgehellt. Auch wenn sich dies natürlich jederzeit durch die oben geschilderten Ereignisse wieder ändern kann. Der Rücksetzer bis auf 6.555 Punkte war nahezu mustergültig bevor der DAX dann wieder nach oben drehen konnte. Richtig bearisch wird es also erst, wenn die letzten Tiefs dynamisch gebrochen werden. Unsere Zielzone wurde erreicht, hier konnte der Index aber wieder nach oben drehen. Somit bleibt das große Bild unverändert. Erst wenn das Oktober Hoch bei ca. 6,440 Punkten unterschritten wird, und anschließend auch noch das 61,80 Fibonacci Retracement bei 6.350 Punkten fällt ist der Trend endgültig gebrochen. Nach oben hin liefert ein Anstieg über 6.850 Punkte, mit dem Wiedereinstieg in den bullishen Trendkanal ein erstes Kaufsignal. Doch schon bei ca. 7.000 Punkten wartet eine massive Widerstandszone. Richtig bullish wird es erst wieder über 7.100 Punkten.

Die kommende Woche hat in jedem Falle das Potenzial diese Entscheidung nun herbei zu führen. Die gestern durch die führenden Industrie- und Schwellenländer beschlossene Verdoppelung des Weltwährungsfonds zur Rettung angeschlagener Staaten um 430 Milliarden Dollar auf nun eine Billion US Dollar, sollte wieder für etwas Beruhigung an den Kapitalmärkten sorgen. Wenn Apple also nicht patzt und Frankreich besonnen wählt dann stehen die Chancen für  wieder bessere Kurse an den Börsen sehr gut. Die Berichtssaison sollte diese Entwicklung dann zusätzlich untermauern. Natürlich handelt es sich hierbei eher um ein Wunschszenario… Die Analyse von Einzelaktien werde ich wieder aufnehmen wenn die künftige Richtung klarer ist, und dann auch wieder  Sinn macht. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

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