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DAX Kursziel 6.830 Punkte, wenn…

So schnell kann sich das Blatt an den Börsen wenden. Mitte letzter Woche ist die breite Masse noch davon ausgegangen dass es zu keinen nennenswerten Beschlüssen auf dem EU Gipfel kommen würde. Auch ich war mir alles andere als sicher über den weiteren Weg der Indizes, bin aber überwiegend long positioniert in den Gipfel gegangen. Aus heutiger Sicht natürlich die richtige Entscheidung, allerdings auch mit hohem Risiko verbunden und nicht zur Nachahmung empfohlen. Wie zuvor schon geschrieben denke ich es ist ganz wichtig sich auf die neuen Gegebenheiten am Markt in den kommenden Monaten und vielleicht Jahren einzustellen. Deswegen hier noch ein kurzer Blick meiner Sicht der Dinge als kurzer Spielplan für die nächsten Tage:

 

 

Kurzfristig stehen die Chancen für einen weiteren Anstieg der Börsen in den kommenden Tagen gut. Der DAX ist erfolgreich aus dem seit März bestehenden Abwärtstrend ausgebrochen, wie man in dem oberen Chart sehen kann. Auch die wichtige Marke von 6.444 Punkten wurde inzwischen schon überwunden, und die 6.500 Punkte erstmalig erfolgreich getestet. Nun muss abgewartet werden wie optimistisch sich die US Märkte angesichts der Veränderungen in Europa zeigen werden. Auch jenseits des Atlantik stehen die Chancen aber nicht schlecht dass es im S&P 500 nun zu einem Anstieg in Richtung 1.420 Punkte kommen wird.

Das von mir bereits am 17.06.2012 skizzierte Szenario hat damit weiterhin Gültigkeit. Für den DAX heißt das nächste Kursziel nun erst einmal 6.600 Punkte. Hierzu muss die Widerstandszone zwischen 6.400 und 6.500 Punkten nun überwunden werden, was nicht ganz leicht werden dürfte. Heute könnte auch noch einmal die neue Unterstützung bei 6.444 Punkten von oben getestet werden, bevor sich der Dax dann zu neuen, ungeahnten Höhen aufschwingt. Fällt der DAX wieder nachhaltig unter diese Marke ist äusserste Vorsicht genoten, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit für ein Wiedereintauchen des Index in den Abwärtstrend durchaus gegeben. Bleibt der positive Trend hingegen auch heute an den US Börsen erhalten dann dürfte in den kommenden Tagen sogar die Marke von 6.830 Punkten erreicht werden. Spätestens hier sollte man aber schon wieder deutlich vorsichtiger werden…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erfolgreiche Trades und stets die richtigen Entscheidungen!

Trading Update VW, Conti, Daimler, Rheinmetall und Wacker Chemie

In der Woche vor der Wahl in Frankreich stehen aber zunächst wieder alle Zeichen auf weiter steigende Kurse. Insbesondere die teilweise hervorragenden Quartalszahlen einige Unternehmen sollten für eine gute Unterstützung des neu eingeschlagenen Trends sorgen. Echte Highlights in der abgelaufenen Woche waren die Bilanzen von Apple und Volkswagen, die einmal mehr sämtliche Markterwartungen geradezu pulverisiert haben. Mit einem satten Plus von über 12 Prozent gehörten die VW Aktien, ebenso wie die der Tochter Porsche, zu den absoluten Top Performern der letzten Woche. Bankaktien wie die Commerzbank  standen weiterhin unter Druck. Die Schuldenkrise, insbesondere die Entwicklungen in Spanien, sind für den gesamten Bankensektor weiterhin Gift. Bei der Deutschen Bank kamen zusätzlich negative Nachrichten in Form von unerwartet schlechten Quartalsergebnissen hinzu, und drückten die Aktie auf ein inzwischen aus charttechnischer Sicht bedenkliches Niveau. Wir haben im Blog darüber berichtet…!

Erfreuliches gabe es aber von nahezu allen anderen Depotwerten zu berichten. So konnte beispielsweise Continental alle Erwartungen mit den Quartalszahlen übertreffen, worauf hin der Aktie nun endlich der Ausbruch über die Hürde bei 73,- Euro gelungen ist. Der Continental-Konzern hat seinen Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zweistellig auf 8,3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) liegt mit 766 Millionen Euro deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums.  Continental will auch im Gesamtjahr 2012 um mehr als fünf Prozent weiter wachsen. Die nächsten Kursziele bei 77,40 und 79,80 Euro sind nun in greifbarer Nähe. Gelingt sogar der Sprung über die 80ger Marke dann sind 85,- Euro kurzfristig drin. Zunächst einmal werden die Aktien am morgigen Montag EX-Dividende gehandelt. Sie sollten sich also nicht wundern wenn der Kurs erst einmal um die ausgeschütteten 1,50 Euro nachgibt.

Daimler konnte ebenfalls operativ weiter deutlich zulegen und überraschte somit positiv, allerdings konnte der Aktienkurs am Freitag nicht wirklich davon profitieren. Der wahre Grund dieses Kursverlaufes ist noch nicht erkennbar, aber es gibt diverse Spekulationen über die Hintergründe. Wie auch auf Investors Inside.de berichtet scheinen die Anleger etwas verunsichert über die Zusammensetzung der künftigen Aktionärsstruktur  zu sein. Hier gibt es allerdings auch deutlich positive Varianten, die der Markt offenbar noch gar nicht auf dem Radar hat. Letztlich dürfte die Aktie nachdem nun ein Großteil der Investitionskosten im ersten Quartal „verarbeitet“ wurden, bald wieder kräftig durchstarten. Eine Restrukturierung der verlustreichen Bussparte ist nach Unternehmensangaben bereits in Arbeit, und sollte künftig weniger belasten.

Ebenfalls in dieser Woche berichtet haben wir über die Aktie der Wacker Chemie AG, die am Freitag einen wahren Freudensprung von über zehn Prozent hinlegen konnte, und sich damit zunächst sehr überzeugend aus der charttechnisch schwierigen Lage befreit. Die Chancen auf einen nachhaltigen Kurswechsel stehen hier jetzt nicht schlecht. Der Grund für den plötzlichen Anstieg der Aktie waren Aussagen des Firmenchefs das sich die Nachfrage nach Polysilicium in den ersten drei Monaten des Jahres nun wieder deutlich belebt habe. Insgesamt haben die Umsätze in dem zuvor schwächelnden Bereich wieder um über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum angezogen. Konzernchef Rudolf Staudigl zeigte sich sehr optimistisch für den weiteren Verlauf des Jahres, und hat die Prognose erneut bestätigt. Auch charttechnischer Betrachtung ergibt sich zudem ein optimales Bild für eine Umkehrformation, über die wir am Dienstag ebenfalls berichtet haben. Ich hoffe Sie haben sich getraut…

Zum Abschluss würde ich heute noch gerne kurz auf die Aktie von Rheinmetall eingehen. Das Unternehmen hat durchwachsene Zahlen, insbesondere im Rüstungsgeschäft, bekannt gegeben. Der Aktienkurs konnte sich am Freitag aber, nach einem anfänglichen Minus von über drei Prozent, wieder in den (fast) positiven Bereich vorarbeiten. Und das nicht ohne Grund, denn die Zahlen waren bei weitem nicht so schlecht wie es der momentane Aktienkurs simuliert. Bei der Rheinmetall Aktie ist nach wie vor etwas Geduld gefordert. Sobald Einzelheiten oder ein konkreter Plan zum Börsengang der Automobiltochter an die Öffentlichkeit dringen, wird der Aktienkurs deutlich anspringen. Hinzu kommt aus meiner Sicht noch dass insbesondere eine Firma wie Rheinmetall mit ihren Produkten, von der Umstrukturierung diverser Armeen dieser Welt, hin zu kleineren schlagkräftigen Spezialtrupps, langfristig deutlich profitieren wird. Die Zahlen sind nun raus und somit der Zeitpunkt für einen Einstieg aus meiner Sicht günstig.

DAX Einbruch – wohin geht die Reise?

Die letzte Woche war heftig, man kann es nicht anders sagen! Die von uns schon seit längerem erwartete Korrektur ist nun voll eingetreten, und die zuvor heile Welt der Börsianer wurde einmal mehr erschüttert. Nicht nur die teilweise beunruhigenden Nachrichten aus China sondern insbesondere das „Schreckgespenst Eurozone“, und die mangelnde Aussicht auf weitere Kapitalspritzen der Notenbanken sorgen erneut für fluchtartige Bewegungen, raus aus den Aktienmärkten. Offenbar haben Anleger wieder einmal von jetzt auf gleich in den Krisenmodus geschaltet. Die Angst ist zurück, und das ändert – zumindest auf der kurzfristigen Ebene – alles!

Während sich der amerikanische Aktienmarkt in den vergangenen Wochen noch sehr stabil präsentiert hatte begann diese Schwäche im DAX bereits vor geraumer Zeit, und mahnte zur Vorsicht. Insgesamt bleibt das übergeordnete Bild aber weiterhin positiv, auch wenn der Glaube daran, aufgrund der teilweise heftigen Verluste der letzten Woche, nun einer weiteren schweren Prüfung unterzogen wird. Die US Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht worden sind, werfen ihren Schatten nun auch in der neuen Woche voraus, und lassen zunächst weiter fallende Kurse erwarten. Ein kurzer Blick auf den DAX Chart verrät somit wohin die Reise kurzfristig wohl gehen wird.

Das vorrangige Ziel der Aufwärtsbewegung, den Kreuzwiderstand um die 7.200 Punkte zu überwinden, ist gescheitert. Die Abwärtsdynamik der aktuellen Bewegung ruft nun das untere Trading-Ziel auf den Plan. Auch mit einem Test der Unterstützungszone zwischen 6.500 und 6.400 Punkten muss somit wahrscheinlich gerechnet werden. Im günstigsten Fall kann die Abwärtsbewegung schon beim 38ger Fibonacci Retracement von 6.590 Punkten gestoppt werden. Damit ist nicht nur der steile Aufwärtstrend seit Dezember endgültig gebrochen, sondern auch der etwas flacher verlaufende Trend der letzten Wochen in Gefahr.

Jedoch kann noch keineswegs ausgeschlossen werden dass wir im Anschluss an diese Kursbewegung eine erneut stärkere Aufwärtsbewegung sehen, denn wie immer gibt es zwei Seiten einer Interpretation der vorangegangenen Ereignisse. Die Ankündigung Bernankes nun vorerst keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen um den Markt zu stimulieren könnte man durchaus auch dahingehend deuten, dass die US Konjunktur auf einem guten Wege ist die gesteckten Ziele nun aus eigener Kraft zu erreichen, zumindest lassen dies die jüngsten Daten vermuten. Die bislang geschaffene Liquidität sollte ihren Weg weiterhin in die Aktienmärkte finden, denn dies ist kein Prozess der von heute auf morgen einfach abreißen wird.

Spannend bleibt auch heute die Reaktion der US Märkte auf die Arbeitsmarktdaten. Während die Non Farm Gehaltsabrechnungen deutlich unter den Erwartungen geblieben sind konnte die Arbeitslosenquote in den USA dennoch von 8,3 auf 8,2 Prozent verbessert werden. Auch wenn die Futures also momentan auf einen sehr schwachen Markt hindeuten bleibt somit noch abzuwarten ob dies bis zum Handelsschluss auch so bleiben wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen erholsamen Ostermontag und morgen entsprechend gute Nerven um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Trading Update VW, Daimler, Porsche und Continental – Comeback der Autobauer?

…Und natürlich die Autobauer! Die Korrektur der letzten Woche musste ich einfach nutzen. Daimler, VW und Porsche wurden gekauft ebenso wie die Continental Aktie. Der kurzzeitige Abverkauf bei den Automobilaktien war zu erwarten, und ich denke es sollte eine gute Idee sein nach einem deutlichen Rücksetzer von 7 bis 9 Prozent nun wieder auf eine Gegenbewegung zu setzen. Wie letzte Woche in unserem Newsletter schon beschrieben sind die Gewinner der letzten Wochen höchstwahrscheinlich auch die Gewinner des Gesamtjahres, auch wenn Herr Dudenhöffer da offensichtlich anderer Meinung ist, oder vielleicht gerade deswegen!

Automobilaktien wurde zudem gerade erneut mehrfach heraufgestuft. Unter anderem hat Goldman Sachs seine Einschätzung noch einmal deutlich nach oben geschraubt. Nicht das ich damit rechnen würde dass die zuletzt genannten Kursziele von 237,- Euro für die VW Vz. , 72,- Euro für Daimler, 66,- für Porsche oder 122,- Euro für Conti, in nächster Zeit erreicht werden, aber ich gehe davon aus dass dies den Sektor zusätzlich weiter unterstützen sollte. Die Wahrheit wird am Ende wiedermal irgendwo in der Mitte liegen.

Bricht der Autoabsatz also in diesem Jahr nicht wie von Herrn Dudenhöffer erwartet ein, oder kann dieser gar in einem der wichtigsten Absatzmärkte wie den USA deutlich gesteigert werden, dann wäre auch der leichte Rückgang in Europa locker zu verkraften, und deutliche höhere Kursziele gerechtfertigt. Auch Martin Winterkorn, der VW Chef, erwartet als Minimalziel für dieses Jahr mehr verkaufte Autos, mehr Umsatz und mindestens ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Im Zweifel traue ich dieser Aussage deutlich mehr greifbaren Inhalt zu…Mit einem KGV zwischen 7 und 9  sind die genannten Automobilaktien gerade wieder zum Schnäppchenpreis zu haben. Bei Porsche dürfte die Bewertung noch wesentlich günstiger sein!

Insgesamt bleibt damit auch die Continental Aktie  eine der interessantesten Werte aus dem Sektor Automobil. Denn nicht nur dass das Unternehmen im klassischen Geschäft hervorragend aufgestellt ist, sondern auch die zusätzliche Phantasie durch die geplanten Aktivitäten aller Autobauer in Sachen E-Mobilität, sollten der Continental AG für die kommenden Jahre weiter wachsende Umsätze garantieren. Morgan Stanley hat das Kursziel für die Aktie gerade auf 90,- Euro angepasst und den Titel auf „Overweight“ gestuft, was ich für dieses Jahr als realistisch betrachten würde.

KLöckner & Co. – jetzt kaufen?

Die Klöckner & Co. Aktie ist bereits seit Tagen unter Druck. Insbesondere Gestern wurde die Aktie noch einmal mit einem Minus von 7,4 Prozent regelrecht verprügelt. Heute wissen wir nun auch warum! Der Verfall bei den Stahlpreisen hat dem Duisburger Stahlhändler im vergangenen Jahr weiter stark zugesetzt. Der Überschuss des Unternehmens brach im Jahr 2011 um rund 85 Prozent auf 12 Millionen Euro ein, im Abschlussquartal stand unter dem Strich ein Verlust von 27 Millionen Euro in den Büchern. Zwar waren die Zahlen für den Markt keine große Überraschung mehr, und wurden ungefähr in dieser Höhe erwartet, jedoch dürfte der ein oder andere Anleger wohl trotzdem insgeheim auf bessere Daten gehofft haben.

Kurzfristig belastend für den Aktienkurs dürfte aber auch bei KlöKo der fehlende Ausblick sein. Das laufende Jahr bezeichnete Vorstandschef Gisbert Rühl als „nicht minder herausfordernd als 2011“, traute sich aber keine konkrete Prognose zu. Rühl rechnet aber mit einer deutlich besseren Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent. Dank entsprechender Zukäufe in den USA und Brasilien legte der Umsatz im Jahr 2011 bereits um 36,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis sackte im gleichen Zeitraum aber um rund 9 Prozent auf 217 Millionen Euro ab. Das nun eingeleitete Sparprogramm soll in 2012 erste Früchte tragen und künftig knapp 70 Millionen Euro zum Betriebsergebnis beisteuern.

So schlecht die Zahlen auf den ersten Blick auch sein mögen, eine wirkliche Überraschung waren sie nicht. Auch die Analysten hatten bereits mit Ergebnissen auf diesem Niveau gerechnet. Es besteht somit grundsätzlich eine gute Chance darauf dass nun alle schlechten Nachrichten bei den Duisburgern im Kurs enthalten sind. Die künftige Phantasie durch die getätigten Zukäufe sollte nicht unterschätzt werden. In den kommenden Quartalen könnte sich alleine der Zukauf von Macsteel in den USA als der richtige Schritt zur richtigen Zeit erweisen. Zudem verfügt das Unternehmen immer noch über ein dickes Kapitalpolster das den Aktienkurs nach unten einigermaßen gut absichert. Der aktuelle Rücksetzer könnte sich für mutige Anleger somit als gute Kaufgelegenheit erweisen.

Klöckner & Co, ThyssenKrupp, JFE Holdings, Nippon Steel – Stahlaktien mit trübem Ausblick

Wer diesen Blog schon länger liest weiß dass ich ein echter Fan von zyklischen Werten, insbesondere Stahlaktien, bin. Die Nachrichtenlage in dem Sektor hat sich aber inzwischen deutlich eingetrübt sodass auch ich meine Strategie für die Branceh überdenken muss. Erst kürzlich kam die Stahlhändler Klöckner & Co. mit der Meldung an den Markt dass man in diesem Jahr mit einem bis zu fünf Prozent schwächeren Stahlgeschäft in Europa rechne. Zwar will der Konzern aus Duisburg diesen Rückgang mit Zukäufen abfedern, sicher dass dies auch gelingen kann ist man sich aber offenbar nicht.

Denn Sechs Prozent der weltweit rund 11.500 Stellen  also ungefähr 700 sollen nun wegfallen Noch im Herbst vergangenen Jahres war man bei Klöckner & Co auch bezüglich der künftigen Mitarbeiterzahl deutlich optimistischer. Der Prognose von Klöckner Chef Gisbert Rühl wird am Markt große Bedeutung beigemessen – Dank des kurzfristigen Bestellverhaltens seiner Kunden spürt Klöckner & Co größere Skepsis auf der Nachfrageseite früher als andere.

Sorgen bereiten auch die großen japanischen Stahlhersteller. Offenbar stehen diese angesichts einer schwächeren Weltkonjunktur zunehmend mit dem Rücken zur Wand. Der zweitgrößte Stahlproduzent des Landes JFE Holdings Inc warnte gestern vor dem ersten Nettoverlust seit Bestehen des Unternehmens. Auch der Ausblick für das kommende Geschäftsjahr nahm JFE deutlich zurück.

Mitbewerber Nippon Steel  leidet hingegen offiziell unter Währungsturbulenzen. Der starken Yen führte zu deutlich roten Zahlen im dritten Quartal. Der Stahlriese hofft nun durch ein abschließendes starkes Quartal das Ruder rumreißen zu können während bei JFE schon fest steht dass ein Nettoverlust von 40 Milliarden Yen ( 398 Millionen Euro ) anfallen wird.  Im Vorjahr konnte der Stahlkocher noch mit einem Gewinn von 58,61 Milliarden Yen glänzen.

Auch im Stahlmarkt scheinen die Japaner, und natürlich auch andere große Stahlhersteller weltweit zunehmend Konkurrenz aus Südkorea und China zu bekommen. Diese vermiest nicht nur das Geschäft bei Stahlexporten, sondern überschwemmen inzwischen auch deren Binnenmarkt mit billigem Stahl. Bei JFE Holdings Inc spricht man inzwischen offiziell von einem deutlichen Überangebot auf dem Stahlmarkt. Der Konzern geht im kommenden Jahr von einem Rückgang der Stahlproduktion um 8 Prozent aus.

Alles in allem also keine besonders ermutigenden Nachrichten um in diesem Jahr weiterhin verstärkt auf Stahlaktien zu setzen. ThyssenKrupp veräußert seine Edelstahlsparte Inoxum, und macht sich nach dem Brasilien Desaster wieder etwas liquide. Damit gehen auch 100 Jahre Firmengeschichte nun in die Hände von Outokumpo. Der finnische Wettbewerber wird damit Weltmarktführer. Das neue Unternehmen erzielt nun voraussichtlich einen Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger setzt mit dem Verkauf des Sorgenkindes weiterhin darauf den Schuldenberg des Essener Konzerns zügig abzubauen, und rüstet sich ebenfalls für schlechtere Zeiten…

Was auch immer 2012 bringt… Bleiben Sie flexibel !

Zu aller erst möchte ich Ihnen natürlich noch ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr wünschen bevor wir heute wieder fast nahtlos zum Marktgeschehen übergehen. Das Horrorjahr 2011 ist endlich zu Ende, und auch wenn ich persönlich ein nicht minder spannendes Jahr 2012 erwarte, so ist es doch gut die Turbulenzen der letzten Monate erst einmal abschütteln zu können. Ein neues Jahr ist immer auch ein Neuanfang an der Börse (zumindest kalendarisch!) auch wenn die sonstigen Rahmenbedingungen gleich geblieben sind. Zum Ende des zu Ende gehenden Jahres schmeißt man noch schnell die Verlustbringer aus dem Depot, eventuell um dieses sogar zwei Tage später wieder zu kaufen, und optimiert die verschiedenen Anlagen unter steuerrelevanten Gesichtspunkten. Wie jedes Jahr findet damit auch ein in gewisser Art reinigender Prozess statt. Verlustpositionen im Depot die sich grundsätzlich immer in irgend einer Weise hemmend auf das tägliche Handel auswirken, sind dann nicht mehr da, und man kann wieder nahezu unbefangen die alte Strategie fortsetzen, oder auch eine neue Taktik ausprobieren.

Der Jahreswechsel ist natürlich auch immer die Zeit an der ich meine persönliche Bilanz des vergangenen Börsenjahres ziehe. Die Verlustpositionen haben sich bei mir persönlich zum Glück in Grenzen gehalten. Ich habe das Jahr dann letztlich mit einer positiven Bilanz abgeschlossen, was angesichts der Verwerfungen im zweiten Halbjahr schon ein zufriedenstellendes Ergebnis ist. Der Deutsche Leitindex hat in der selben zeit etwas mehr als 15 Prozent verloren. Einzig die Commerzbank Aktie wäre als Verlustposition im nennenswerten Bereich, damit stehe ich aber wohl nicht alleine da…! Aus privater Sicht war das letzte Halbjahr eher unbefriedigend, da mich die Märkte zu sehr in ihrem Bann gehalten haben, und ich viel zu wenig Zeit für Familie, Freunde, Sport und dergleichen gehabt habe. Das ist definitiv etwas was ich in diesem Jahr wieder ändern werde.

Das neue Jahr wird wohl, zumindest in der ersten Hälfte ähnlich hektisch und durch politische Nachrichten getrieben sein wie die zweite Jahreshälfte 2011. Aber ich rechne auch damit dass der Knoten letztlich platzen dürfte, und die Märkte am Ende dieses Jahres höher stehen werden als heute. Ähnlich wie in den letzten Monaten wird aber auch in den kommenden das richtige Timing ganz entscheidend für eine positive, oder negative Handelsbilanz des Jahres sein. Und es wird wichtig sein im Vorfeld zu entscheiden wie sehr man sich künftig in die politischen Turbulenzen der Finanzmärkte mit hinein ziehen lassen möchte. Hier habe ich meine Grenzen nun deutlich enger gezogen. Insbesondere das erste Quartal des Jahres dürfte noch von solchen Ereignissen geprägt sein. Der hohe Umschuldungsbedarf einiger Südländer, sowie die tatsächliche Umsetzung der Beschlüsse des letzten EU Gipfels bis März, und nicht zuletzt der Konflikt mit dem Iran werden uns wohl in dieser Zeit noch weiter beschäftigen.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Geldanlage in diesem Jahr wird auch sein, mit seinen Gedanken, Ansichten und schließlich seinen Erwartungen bzw. Prognosen sehr flexibel zu bleiben. Die aktuelle Zeit ist geprägt von einer historisch betrachtet ungewöhnlich starken politischen Einflussnahme auf die Kapitalmärkte. Selten war die Nervosität, und damit auch die Volatilität an den Märkten größer. Nie zuvor hatten die Algos, (computerbasierende Tradingprogramme der großen institutionellen Anleger) einen so offensichtlichen, und derart deutlichen Einfluss auf die Kurse wie in den letzten Monaten. Insbesondere dieser Faktor macht uns Anlegern zunehmend das Leben schwer. Kurzum, das Handeln wird vorerst weiterhin vom Tagesgeschehen und kurzfristigen Faktoren diktiert und von Computern multipliziert. Langfristige Prognosen machen in einem solchen Umfeld keinen Sinn, denn solche Prognosen bauen auf greifbare Rahmenbedingungen auf, die einfach nicht mehr vorliegen.

Flexibilität ist also das Motto des Jahres, dass auch für uns mehr denn je gilt. Man muss sich den Gegebenheiten des Marktes anpassen, oder man geht unter. Somit werden wir uns auch in diesem Jahr nicht mit einer Jahresprognose beschäftigen sondern viel mehr darauf konzentrieren in den einzelnen Swings, die es zweifelsohne geben wird, mit Ihnen zusammen Geld zu verdienen. Wo dann der DAX am Ende des Jahres stehen wird ist also für unserer Strategie eher zweitrangig. Konkret bedeutet das, dass wir noch häufiger als in 2011 spezielle Einzelsituationen aufgreifen und analysieren werden. Und wir werden auch mal die Seiten wechseln und wenn es die Situation erfordert…

In den ersten Tagen des neuen Jahres haben wir uns etwas intensiver mit den Verlierern des Jahres 2011 auseinandergesetzt. Einige davon werden wohl auch in diesem Jahr zu den Verlierern zählen, oder zumindest keine nennenswerten Gewinne produzieren. Andere wiederum sind für einen „echten“ Rebound gut, sprich einer Steigerung um 50 bis 100 Prozent, oder gar mehr. Bitte lesen sie dazu die Artikel unserer Serie auf dem Blog. Natürlich werden wir ihnen in den kommenden Wochen noch weitere aussichtsreiche Kandidaten vorstellen.  Soviel sei aber vorab verraten… Es wird sich lohnen nun den Blick wieder etwas mehr in Richtung USA zu richten. Die fundamentale Lage in Amerika hellt sich weiterhin deutlich auf, und diese bietet enorme Chancen im dortigen Aktienmarkt. Auch andere Faktoren wie z.B der normal übliche Börsen-Verlauf eines US Wahljahres, sowie weiter zyklische Faktoren, die wir hier im einzelnen noch alle hier besprechen werden, machen Mut das insbesondere der US-Amerikanische Aktienmarkt vor einen starken Aufwärtsbewegung, spätestens in der zweiten Jahreshälfte, stehen könnte.

Aber auch für Europa könnten ab der Mitte des Jahres wieder bessere Zeiten anbrechen. Kurzfristig sollte sich der positive Jahresauftakt noch ein wenig fortsetzten, und den Dax unter optimalen Bedingungen nun, in einem zweiten Anlauf, bis in den Bereich von 6.400 bis 6.500 Punkte führen. Hier sollte man dann auch erst einmal wieder die Karten vom Tisch nehmen, denn ein weiterer deutlicher Rücksetzer im Anschluss ist ebenso wahrscheinlich!  Oberstes Ziel in diesem Jahr ist es, das Verlustrisiko extrem klein zu halten und die wenigen Chancen möglichst effektiv zu nutzen, sprich Gewinne zu sichern. Denn der Kapitalerhalt ist in einem solchen Umfeld das oberste Gebot, um dann zum tatsächlich richtigen Zeitpunkt mit genügend Mittel wieder kräftig „long“ zu gehen.

Wir freuen uns darauf Sie auch in 2012 bei der erfolgreichen Kapitalanlage begleiten dürfen!

 

Anlagenbauer Aixtron – war es das wirklich schon?

Die deutlich reduzierte Gewinnprognose von Aixtron hat den Markt gestern geschockt. Die Aktie des Anlagebauers aus Herzogenrath stürzte im frühen Handel um über 20 Prozent auf 10,46 Euro ab, konnte sich aber im weiteren Handelsverlauf wieder bis auf über 12,- Euro erholen. Bereits im Vorfeld dieser Meldung gab es seit Wochen immer wieder auffällige Kursbewegungen, was uns letztlich auch veranlasst hat uns vor einigen Wochen bereits aus dem Titel zu verabschieden. Immer wenn man Kursbewegungen bei einer Aktie nicht einschätzen kann, oder einem etwas auffällig vorkommt, ist äusserste Vorsicht angesagt, denn meist folgt die Nachricht, die eine vorher unerklärliche Schwäche bei einer Aktie erklärt, dann umgehend.

Einige Marktteilnehmer hatten bereits mit einer Umsatz-und Gewinnwarnung im Vorfeld gerechnet, was letztlich zu diesem Absturz führte war aber das tatsächliche Ausmaß der Warnung, und vor allem wohl auch der damit einhergehende Vertrauensverlust der Anleger. Nachdem von Unternehmensseite bis zuletzt andere Töne zu hören waren, dürften die meisten Anleger hier auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Man muss also davon ausgehen, dass der Umsatzeinbruch zumindest für die Führungsriege des Unternehmens nicht ganz so überraschend gekommen ist. Das Ziel für das kommende zweite Halbjahr wurde glatt halbiert. Man hatte zwar für den deutschen Maschinenbau mit einer Abflachung des Wachstums in dem kommenden Monaten gerechnet, die Vorgelegten Zahlen verdienen aber wohl eher das Prädikat „Einbruch“.

Aixtron hatte gestern mitgeteilt, das angepeilte Umsatz- und Margenniveau für 2011 nicht zu erreichen sei. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen nun einen Umsatz von 600 Mio bis 650 Mio EUR bei einer EBIT-Marge von 25% bis 30%. Zuvor hatten die Aachener noch mit Erlösen von 800 Mio bis 900 Mio EUR und einer operative Marke von 35% gerechnet. Letztlich würde dies bedeuten, dass sich der zu erwartende Gewinn von ca 315 Mio Euro im Worst Case auf 150 Mio Euro reduzieren würde. Ungeachtet dessen bewegt sich Aixtron in einem Markt, der gerade erst am Anfang eines lang anhaltenden Booms für LEDs stehen sollte. Das Unternehmen muss nun aber offensichtlich sehr aufpassen, das es Ihm nicht ähnlich ergeht wie den Solaranlagenbauern. Marktanteile könnten auch in diesem Segment mehr und mehr an die Chinesen, und andere aufstrebende Nationen verloren werden. Noch können die Herzogenrather in diesem Markt ganz vorne mitspielen. Deswegen sollte man als Anleger in den kommenden Monaten die Umsatzentwicklung, vor allem aber die Verteilung der Marktanteile genauestens im Auge behalten.

Charttechnisch hat sich das Bild bei der Aktie natürlich nach dem gestrigen Kursrutsch deutlich eingetrübt.

Notierte die Aixtron Aktie noch zum Jahreswechsel bei ca 33,- Euro, hat der Titel inzwischen knapp zwei Drittel an Wert eingebüßt. Grundsätzlich ließe dieses Faktor also genug Spielraum für eine kräftige Erholung. Dennoch gehe ich persönlich nicht davon aus, dass dies in naher Zukunft passieren dürfte. Viel mehr kann ich mir einen baldigen erneuten Test der letztem Unterstützung bei 10,50 Euro vorstellen. Eine weitere unterstützende Marken wäre bei 9,30 Euro zu finden, sollte auch die runde Marke von 10,- Euro noch unterschritten werden. Die nächste deutliche Marke liegt dann erst wieder bei ca 7,50 Euro.

Wie man auch in obigem Chart sehen kann dürfte der jetzige Widerstand bei 12,50 Euro eine gewichtige Rolle spielen. Gelingt es, den Aktienkurs in einem weiterhin freundlichem Börsenumfeld, wieder über diese Marke zu hieven, könnte das Schlimmste verhindert werden. Bricht der Markt erneut ein, wird sich auch die Aixtron Aktie dieser Entwicklung nicht entziehen können. Die Aktie befindet sich in einem intakten Verkaufssignal und ist technisch gesehen nicht überverkauft! Nicht vergessen sollte man auch das bei einem deutlich gesunkenen Umsatz und einem nahezu halbierten Gewinn die Kostenstruktur des Unternehmens erste einmal die gleich bleiben wird, bzw. sich nur allmählich den neuen Bedingungen anpassen lässt…

Dialog Semiconductor – deutlich besser als erwartet!

Die Aktie des Tages ist wohl heute die des Chipherstellers Dialog Semiconductor die sich allen Unkenrufen zum Trotz heute von Ihrer besten Seite zeigt. Mit einem Kursplus von satten 4,5 Prozent hat sich die Aktie heute nun endgültig zurück gemeldet. Nicht nur die Tatsache das die Dialog Aktien nun wieder über der wichtigen 200 Tage Linie notiert stimmt Anleger optimistische sondern auch das neue Kaufsignal das heute generiert wurde, und welches nun bis in den Bereich um die 16,50 Euro führen sollte. Das nächste Ziel liegt danach um die 18,30 Euro, und ich bin mir relativ sicher, dass dies auch noch innerhalb dieses Börsenjahres erreicht wird.

Andere Analysten sind noch um einiges optimistischer für die Zukunft des Unternehmens, Mit neu ausgegebenen Kurszielen von 23,- Euro je Dialog Semiconductor Aktie eröffnet sich hier noch enormes Kurspotenzial von über 65 Prozent laut den Aussagen der Fachleute. Auch die Commerzbank erhöhte heute das Kursziel auf 21,- Euro. Charttechnisch betrachtet hat die Aktie damit einen Bilderbuch-Rebound hingelegt. Die Erwartungen des Marktes wurden deutlich übertroffen. Dies zeigt einmal mehr dass Dialog trotz widriger Bedingungen, wie unterbrochene Lieferketten durch das Atomunglück in Fukushima, in der Lage ist den eingeschlagenen Weg konsequent umzusetzen und einer der Big Player zu werden.

Silber bald unter 30,- Dollar?

Es verspricht eine spannende Woche zu werden – Die Amerikaner überraschten den Markt am Freitag mit deutlich besser als erwarteten. Arbeitsmarktdaten, woraufhin sich nahezu alle Börsen sofort euphorisch nach oben bewegten. Doch die Ernüchterung kam prompt. Bis zum Handelsende gaben alle US Indizes einen Großteil der Tagesgewinne wieder ab, und notieren damit wieder an entscheidenden Chartmarken, bzw. Unterstützungen. Das mag natürlich auch daran liegen, dass die Zahlen vom Arbeitsmarkt auf den ersten Blick gut aussehen, aber letztlich die Qualität der neuen Jobs weiterhin deutlich abnimmt.

Die Aussagekraft der Payrolls ist also zur Zeit eher relativ! Der Dow Jones testete erfolgreich die Trendlinie bevor er wieder nachgab und auch der S&P 500 konnte sich nur mühsam zum Handelsschluss über die Unterstützungslinie retten. Noch immer ist hierfür die Zone bei 1339 bis 1344 Punkte relevant. Der S&P schloss bei 1340 nachdem er kurzzeitig bis auf 1335 Punkte abgetaucht war. Die nächsten Unterstützungen  liegen bei 1328, 1309 und 1300 Punkten.

Besondere Erwähnung sollte wohl der Rohstoffmarkt noch einmal finden. Der Einbruch beim Ölpreis, dem Gold- und insbesondere dem Silberpreis könnten Vorboten einer Konsolidierung am Aktienmarkt sein. Das eine deutliche Korrektur des Silberpreises überfällig war muss man nicht erwähnen, da dies nach dem vorangegangenen Anstieg eigentlich zwangsläufig passieren musste. Wer den ausgerufenen Kurszielen so manchen „Fachleute“ geglaubt hat musste die schmerzliche Erfahrung machen das es das schnelle Geld auch am Rohstoffmarkt nicht gibt! Silber dürfte noch bis 30,- Dollar, oder darunter, fallen bleibt aber dann langfristig wieder aussichtsreich..

Zwar bleiben auch die Aussichten für die Aktienmärkte auf Jahressicht insgesamt positiv, zwischenzeitliche Störfeuer sind aber nicht ausgeschlossen. Die Berichtssaison neigt sich langsam dem Ende zu, somit dürften neue, positive Impulse bald ausbleiben und der Markt wieder verstärkt auf die konjunkturellen Daten schauen. Sowohl die Nachrichten aus den schwachen europäischen Ländern wie Griechenland, Spanien oder Portugal als auch die Schuldenkrise der USA dürften somit wieder verstärkt in den Fokus der Anleger rücken.

Die DAX Bilanz hingegen kann sich sehen lassen. Insgesamt 17 der 23 bisher veröffentlichten DAX-Ergebnisse haben positiv überrascht, und auch die Ausblicke auf das kommende Quartal haben überzeugt. Man kann also momentan davon ausgehen, dass nach einer Konsolidierung des Dax bis auf 7.250 oder 7.000 Punkte ein Einstieg vor der nächsten Berichtssaison lohnenswert sein sollte. In der nun kommenden Woche könnten kurzfristige Trades somit noch lohnenswert sein, ab der nächsten Woche spätestens rechne ich aber mit deutlich schwierigeren Zeiten.

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Porsche Aktie mit deutlichem Abschlag in Richtung 38,- Euro?

Die Porsche Aktie dürfte heute deutlich schwächer notieren. Wie bereits in unserem letzten Artikel zu dem Wert angedeutet dürfte der letzte Kursanstieg über 60,- Euro lediglich ein Short-Squeeze gewesen sein, der zudem durch einige Geldinstitute gepusht wurde die sehr enge Short Derivate auf den Wert emittiert hatten. Diese wurden  somit vor der Kapitalerhöhung noch schnell abgefischt und ausgeknockt. Ab heute dürfte nun wieder etwas mehr Normalität in die Aktie kommen. Der Preis für die Bezugsrechte wurde heute festgelegt und dementsprechend wird die Aktie auch um genau diesen Betrag an Wert reduziert. Alleine schon aus diesem leicht nachzuvollziehenden Rechenexempel waren mir somit einige Kommentare zu den möglichen kurzfristigen Kurszielen der Porsche Aktie in den letzten Tagen etwas fremd…

Bereits mit dem gestrigen Rutsch unter die  Unterstützung bei 58,80 Euro hat sich der Chart erneut deutlich ein getrübt, und die Aktie Porsche läuft aus charttechnischer Sicht nun Gefahr, dass die jüngste Erholungsbewegung, die von 49,70 Euro auf 60,45 Euro reichte, nun in die entgegengesetzte Richtung läuft. Spannend dürfte es also in der nächsten Zeit für Porsche Aktionäre so oder so werden, ob beim Handel mit der Aktie , den Bezugsrechten, oder gar einer Spekulation, dass der Aktienkurs demnächst sowieso bei ca. 38,- Euro landet…Porsche-Aktien waren gestern mit 57,47 Euro aus dem Handel gegangen. Exklusive der Bezugsrechte in Höhe von 11,1256 Euro ergibt sich somit heute erst einmal ein wahrscheinlicher  Schlusskurs von ca. 46,35 Euro. An unserer grundsätzlichen Einstellung zu der Aktie hat sich nichts geändert, jedoch sollte man in der momentanen Situation etwas vorsichtiger werden. Ich bin sehr gespannt wie es hier weiter geht!

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Trading Update VW, Porsche BMW und Daimler

Die erwartete Korrektur scheint nun eingetroffen zu sein. Zunächst muss wohl erst einmal abgewartet werden wie die amerikanischen Märkte nun auf die Vorgaben aus Asien und Europa reagieren werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die politischen Unruhen im Nahen Osten sowie der damit deutlich gestiegene Ölpreis an den US Börsen spurlos vorüber gehen werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitergehenden Korrektur an den Finanzmärkten steigt dann natürlich mit einer ebenfalls stark rückläufigen Wallstreet. Zunächst würde ich mal die runde Marke von 1.300 Punkten im S&P 500 für ein Minimalziel halten. Diese sollte zumindest getestete werden, eventuell ist aber auch ein Abschlag in den kommenden Tagen bis auf 1.240 Punkte möglich. Für den DAX bedeutet dies dann wohl einen weiteren Rückgang bis auf 7,190 respektive 7.135  und eventuell 7.000 Punkte.

Die zyklischen Autobauer reagieren heute verhältnismäßig gelassen auf die Indexbewegungen. Größtenteils befinden sich die Titel von VW, BMW und Daimler nach anfänglichen Verlusten wieder im Plus. Auch wenn dies kurzfristig erfreulich aussieht sollte man aber weiterhin vorsichtig sein, und diese Positionen entsprechend eng absichern. Wir haben uns hier bereits gestern entschieden alle noch offenen Positionen glatt zu stellen, da wir eher von einem weiteren Rücksetzer ausgehen. Die Porsche Aktie präsentiert sich heute erneut als schwächster Wert aus dem Sektor. Letztlich werden hier wohl auch die jüngsten Nachrichten über weitere drohende Klagen in Milliardenhöhe mal wieder den Ausschlag für den Kursverlauf gegeben haben. Meine Einstellung zu diesem Thema kennen Sie ja bereits!

Anbei nun ein paar Betrachtungen zur Charttechnik der einzelnen Aktien. Die Volkswagen Vz. Aktie hat gestern ein Verkaufssignal generiert, dieses sollte die Aktie zunächst in den Bereich um die 114,- bis 115,- Euro führen. Betrachtet man den längerfristigen Chart so kann man erkennen, dass sich die Aktie seit den Höchstständen im Dezember in einem intakten Abwärtstrend befindet. Dieser wurde zwar bereits mehrfach nach oben verlassen jedoch fand die Aktie immer wieder den Weg zurück in den Trend. Dieser verläuft derzeit zwischen 123,- und 108,- Euro, die Aktie befand sich also heute morgen in der Mitte dieses Trends. Fällt die Aktie in den kommenden Tagen unter die Marke von 115,- Euro so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das untere Ende des Trends erneut getestet wird deutlich. Achten Sie also bitte verstärkt auf diese Marken.

Die Daimler Aktie präsentiert sich in den letzten Handelstagen relativ stark, nachdem die vorangegangenen Verkäufe die Aktie bereits auf ein deutlich reduziertes Niveau gedrückt haben. Dennoch gehe ich davon aus, das auch hier nochmal ein kleiner Rücksetzer kommen kann der die Aktie eventuell kurzfristig unter die 50,- Euro Marke befördert. Unser Kaufziel bleibt hier vorerst bei 50,60 Euro. Bei der BMW Aktie würden wir weiterhin die Vorzugsaktien favorisieren. Diese sollte im Zuge einer Gesamtmarktkorrektur noch einmal bis in den Bereich 36,- bis 37,- Euro fallen. Die aktuelle Unterstützung verläuft bei ca 38,40 Euro. Wird diese unterschritten wird unser Kauflimit bei 36,05 Euro aktiv.

Und zum Schluss unser Sorgenkind, Porsche. Die Aktie hat zuletzt erneut unter schlechten Nachrichten gelitten und deutlich nachgegeben. Die Marke von 70,- Euro erweist sich wie von uns erwartet weiterhin als „harte Nuss“ Erst wenn die 72,- Euro Marke überschritten werden kann hellt sich das Chartbild wieder deutlich auf. Momentan kämpft der Titel aber eher mit dem Abwärtstrend. Die Bollinger Bänder haben sich in den letzten Tagen deutlich zusammengezogen, an deren Unterseite sich die Porsche Aktie inzwischen befindet. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch nach unten deutlich gestiegen. Das Gap bei ca. 60,50 Euro ist immer noch offen und könnte in den nächsten Tagen geschlossen werden. Je nach Gesamtmarktlage ist dann sogar ein weiteres Abtauchen bis in den Bereich um die 56,60 Euro möglich – wovon wir derzeit aber noch nicht ausgehen. Alles unter 60,- Euro wären für uns dann klare Einkaufskurse!

Grundsätzlich belieben wir natürlich bei unserer positiven Einstellung zum deutschen Automobilsektor, eine mögliche Korrektur sollte somit eher die Möglichkeit bieten hier langfristig noch einmal günstig einzusteigen!

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