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VW, BMW, Daimler und Porsche – Wenn die Hausse-Treiber schwächeln…

Die VW Aktie glänzt bereits seit einigen Tagen durch offensichtliche Schwäche und dies ist offenbar nicht nur dem internen Machtkampf zwischen Winterkorn und Piech geschuldet, sondern wohl eher den damit im direkten Zusammenhang stehenden Problemen des Konzerns. Im Einzelnen sind diese ja auch weitestgehend bekannt und waren der Auslöser dafür dass sich der VW-Patriarch nun öffentlich gegen seinen „Ziehsohn“ gestellt hat, obwohl dieser während seiner Amtszeit, in vielen anderen Bereichen, neue Rekorde aufgestellt hat. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, denn offensichtlich brodelt es unter der Haube des VW Konzerns kräftig…

Der Machtkampf scheint in der ersten Runde nun entschieden zu sein, hinter den Kulissen dürfte er aber weiter toben, da ich mir nicht vorstellen kann dass ein Herr Piech sich so einfach geschlagen gibt! Die Probleme bei VW, insbesondere auf der Kostenseite, sind weiterhin existent und dürften auch in naher Zukunft immer wieder mal auf den Aktienkurs drücken. Der Chart der Volkswagen Aktie sieht im Moment somit auch nicht sehr vertrauenserweckend aus. Mit dem Rutsch unter die Unterstützung um 229,- Euro, und dem heutigen Re-Test mit anschließendem Fall darunter, dürfte die Aktie jetzt wohl den nächsten Unterstützungsbereich ansteuern.

Wohin kann die VW Aktie jetzt fallen

Noch ist es zu früh daraus etwas für den Gesamtmarkt abzuleiten, denn immer wenn die vorigen Hausse-Treiber unter Druck geraten ist grundsätzlich äusserste Vorsicht angesagt, aber der wieder anziehende Ölpreis und der Euro haben durchaus das Potenzial das Blatt für den gesamten Sektor zu wenden. Die Porsche Aktie leidet natürlich mit dem Mutterkonzern mit, bei Daimler sieht es (noch) nach einer eher gesunden Konsolidierung aus ebenso wie bei BMW, wenn auch bereits etwas wackelig. Einzig die französischen Autobauer Peugeot und vor allem Renault glänzen nach jüngsten Heraufstufungen durch diverse Analysten durch relative Stärke.

Fazit: Das Problem bei VW scheint im Moment eher noch „hausgemacht“ zu sein. Dennoch sollte der Automobilsektor als einer der wesentlichen Taktgeber dieser Hausse nun intensiver beobachtet werden. Aus charttechnischer Sicht hat die Volkswagen Aktie jetzt durchaus weiters Korrekturpotenzial bis in den Bereich zwischen 114,- und 118,- Euro. Mit dem Unterschreiten der 218er Marke rückt sogar das Erreichen des 50er Fibonacci-Retracements bei ca 205 Euro wieder in greifbare Nähe, wie ich bereits in diesem Artikel vom 18.03.2015 angemerkt habe. Der Kursrutsch bei VW fing im Übrigen schon vor dem Bekanntwerden des internen Machtkampfes an…!

Nordex – Warten auf den großen Befreiungsschlag

Die Nordex Aktie tut sich nach wie vor schwer endlich nach oben auszubrechen. Nach den hoffnungsvollen Signalen der letzten Tage beginnt der Aktienkurs inzwischen schon wieder abzubröckeln, was allerdings aufgrund der Vorgaben aus den USA nicht weiter verwunderlich ist und zunächst nicht überbewertet werden sollte. Der gesamte alternative Energiesektor – allen voran die Solarwerte – ist jenseits des Atlantik weiterhin unter Druck. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass sich die Nordex Aktie nun endlich aus dem Seitwärtstrend nach oben lösen kann. Dies sollte nun aber schnellstens erfolgen um den Ausbruch nicht zu gefährden…!

Wie ich schon kürzlich erwartet hatte, ist der Ausbruch aus der Keilformation nun endlich gelungen. Das letzte Verlaufshoch aus dem November 2014 wurde erfolgreich überwunden, im Anschluss ist die Aktie allerdings dann wieder darunter gefallen. In den kommenden Tagen muss der Aufwärtstrend nun wieder aufgenommen werden, ansonsten sollte man wohl eher von einem Fehlsignal ausgehen. Grundsätzlich bleibe ich aber bei meiner Einschätzung dass wir hier unmittelbar vor einem großen Kaufsignal stehen, dass die Aktie in ganz andere Regionen katapultieren könnte, wie folgender Chart zeigt:

Nordex Aktie Chart Analyse langfristig

Bis der Markt als0 das Gegenteil bewiesen hat, sollte man wohl eher an den Long-Positionen festhalten und auf Kurse weit über der 20,- Euro Marke spekulieren. Das eigentlich Kritische daran ist, dass die Anleger bei einem Rückfall in die Keilformation verstärkt den Verkaufsknopf drücken könnten, was die Aktie dann wiederum sehr schnell zum Schließen des noch offenen Gaps im Bereich zwischen 14,70 und 15,- Euro veranlassen könnte. Der zähe Kampf um die obere Begrenzungslinie der Keilformation war ebenfalls nicht überzeugend, bzw. macht deutlich wie unentschlossen die Anleger bei der Nordex Aktie sind.

Vieles wird somit auch hier davon abhängen wie der Markt morgen auf die EZB Entscheidung reagieren wird und natürlich spielt der Ölpreis auch weiterhin eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang, obwohl dieser Faktor eher psychologischer Natur sein dürfte und weniger direkt mit dem operativen Geschäft von Nordex zu tun hat. Letztlich bleibt somit folgendes festzuhalten: Ein Ausbruch über die gestrigen Hochs eröffnet aus charttechnischer Sicht deutliches Potenzial bis in den Bereich um die 22,- Euro bei einem Risiko bzw. einer Absicherung von ca. 10 Prozent erscheint mir der Trade nach wie vor äusserst attraktiv zu sein.

Jahresprognose für das Börsenjahr 2015 – Ich weiß dass ich nichts weiß…!

Was habe ich nicht alles in diversen Jahresausblicken auf das Börsenjahr 2015 gelesen… Es ist schon immer wieder faszinieren wie sehr sich manche Analysten verbiegen um irgend etwas geistreiches zum kommenden Börsenjahr zu verfassen. Wichtig dabei scheint mir oftmals eher zu sein die Anleger des jeweiligen Geldinstitutes bei Laune zu halten und weniger eine objektive Einschätzung gewisser Gegebenheiten. Positiv muss er sein der Jahresausblick, das ist der wichtigste Punkt! Mögliche Negativfaktoren werden herunter gespielt und die möglicherweise positiven Inkredenzien hervorgehoben und schon hat man ein DAX Kursziel von 12.247 Punkten – beispielsweise.

Ich werde keine Jahresprognose für das kommende Jahr abgeben, wie auch die letzten Jahre nicht. Am Anfang meiner „Blogger-Karriere“ habe ich mir noch die Mühe gemacht alle möglichen Faktoren und Überlegungen meinerseits aufzuschreiben und Ihnen, liebe Leser, diese zu präsentieren. Unter anderem waren meine Beweggründe die, dass eine solche Prognose ja selbstverständlich auch irgendwie dazu gehört, wenn man seine Leser über das ganze Börsenjahr begleitet. Aber letztlich haben solche Prognosen keinerlei Mehrwert für Sie. Zwar kann man sich grundsätzlich Gedanken über die mögliche Richtung der verschiedensten Indizes, Währungen, Rohstoffe oder wasweißich machen, aber letztlich kommt es dann doch immer anders, wie wir wissen.

Kurzum…ich weiß das ich nichts weiß und das ist nach wie vor die erste uns wichtigste Erkenntnis beim Trading, oder besser gesagt der Geldanlage generell. Man weiß eben nicht wo der Dax am Ende des Jahres 2015 stehen wird und schon gar nicht wo er sich bis dahin zwischenzeitlich befinden wird. Das ist schlicht und ergreifend unmöglich. Ich könnte also genau so gut einen Würfel nehmen und mir eine fünfstellige Zahl mit einer Eins an der ersten Stelle würfeln. Denn bereits ab der zweiten Stelle bin ich mir nicht mehr so sicher…. Auch eine weiterhin vierstellige Zahl ist durchaus denkbar, gerade weil dies offenbar niemand auf dem Radar hat!

Aber, ich kann mir gewisse Wahrscheinlichkeiten ausrechnen nach denen ich handle, und diese stetig und konsequent überprüfen. Und genau das machen wir auch im kommenden Jahr hier auf Investors Inside. Die Rahmenbedingungen sind nicht einfach – soviel sei vorab verraten. Einige Faktoren stellen eine ernsthafte Bedrohung für den vorherrschenden Aufwärtstrend dar, andere wiederum können die Börsen auch weiterhin in ungeahnte Höhen treiben. Letztlich kommt es aber nicht darauf an sich breit zu positionieren und auf die ein oder andere Richtung zu setzen, sondern die richtige Aktie zur richtigen Zeit zu besitzen und diese auch konsequent wieder zu verkaufen wenn der Wind wieder dreht!

Im kommenden Jahr wird es einige beherrschende Themen geben, die wir bereits heute kennen. Allen voran der Ölpreis und die Auswirkungen auf Russland, Venezuela und einige arabische Staaten. Die Ukraine-Krise, Neuwahlen in Griechenland, Deflation, der Abwertung-Wettlauf bei den Währungen, Verfall der Rohstoffpreise, aber eben auch Negativzinsen auf Sparguthaben, Anleihekäufe der EZB und Zinserhöhungen in den USA und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Emergin Markets. Die Liste der Einflussfaktoren ist lang, die der unerwarteten Ereignisse die wir heute noch nicht kennen wahrscheinlich ebenso…!?

Einen kurzen Blick in die nahe Zukunft würde ich mir aber, aufgrund meines persönlichen Börsenkalenders, dennoch zutrauen…Historisch betrachtet folgt auf ein positives Börsenjahr in fast 80 Prozent der Fälle auch ein freundlicher Januar (zumindest die erste Hälfte!). Der Neujahres-Effekt sollte bereist ab dem 2ten Januar dafür sorgen, dass einige Verlierer-Aktien 2014, insbesondere bei den Nebenwerten, eine ordentliche Performance aufweisen. Diese Phase sollte aber nur bis ca. 20ten Januar anhalten, denn spätestens hier ist saisonal bedingt – und auch wegen der Griechenland-Wahl – wieder mit ersten ernsthaften Turbulenzen zu rechnen. Ich werde berichten…

In diesem Sinne freue ich mich auf ein weiters spannendes Börsenjahr mit Ihnen, dass nicht minder aufregend sein dürfte als das Jahr 2014. Bleiben Sie wachsam und aktiv und verlassen Sie sich nicht blind auf irgendwelche Prognosen. Das gilt natürlich auch für meinen Januar-Ausblick! 😉

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien bereits heute einen guten Rutsch in das Neue Jahr, viel Erfolg und vor allem Gesundheit!

viele Grüße

Ihr, Lars Röhrig

Politische Börsen haben doch lange Beine !

Die letzten beiden Handelstage hatten schon etwas von einer typischen Kapitulation der Anleger vor dem anscheinend unaufhörlichen Abwärtstrend. Und ich persönlich kann diese Reaktion prinzipiell sehr gut verstehen, auch wenn diese teilweise doch etwas irrational erscheinen. Offenbar spielte es für viele Investoren auch keine große Rolle dass einige Aktien bereits auf einem Mehrjahrestief oder gar unter den Niveaus nach der Lehman Pleite notieren. Die Anleger haben weiter verkauft oder wurden klassisch abgefischt. Charttechnisch wichtige Unterstützungen wurden reihenweise, kurzzeitig unterschritten, und so ist es prinzipiell nur logisch und konsequent so vorzugehen. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht das gerade solche entscheidenden Marken sich immer wieder für den Einstieg mit einer ersten Position  bewährt haben. Auffällig waren aus meiner Warte auch die immer dünner werdenden Umsätze bei den Aktien. Die Zahl der Verkaufswilligen nimmt langsam ab, die der Kaufwilligen aber noch nicht wirklich zu. Vielleicht ändert sich das ja in der nun kommenden Woche wieder? Eine Zunahme der Umsätze sollte unbedingt beobachtet werden! Denn, wie ernst die aktuelle Lage ist verdeutlicht wohl dieser Chart:

Der S&P 500 hat inzwischen sämtliche Trends durchschlagen, die kurz- oder mittelfristig relevant waren. Am Donnerstag/Freitag wurde das 61,80er Fibo Retracement zweimal erfolgreich getestet, die anschließende Kursbewegung war aber noch viel zu schwach um nun ernsthaft von einem deutlichen Bounce ausgehen zu können. Aus technischer Sicht wäre dieser aber längst überfällig gewesen. Ein Minimalziel ist nun also ein schneller Rücklauf  über den in der letzten Woche beschriebenen „Point of no Return“ bei 1.365 Punkten und ein anschließender weitere Anstieg in die Zone um die 1,380 Punkte um einen weiteren Absturz zu verhindern.

Es bleibt dabei: Letztlich haben wir wiedermal eine überwiegend politisch motivierte Börse, wie ich Ihnen bereits im letzten Newsletter erläutert habe. Das sollte Sie immer bedenken. Schon die leiseste Andeutung einer Einigung in den USA dürfte zu einer massiven Verbesserung der Stimmung unter den Anlegern beitragen. Ein erneut zähes Ringen um Einfluss und politische Macht wird hingegen zur Folge haben das die Märkte weiter nachgeben oder gar abstürzen werden. So ist es eben, der Markt erzwing auf seine ganz spezielle Weise eine Entscheidung…! Griechenland dürfte da eher ein Nebenschauplatz bleiben. Saisonal betrachtet befinden wir und nun am Ende der Berichtssaison und am Anfang einer wieder stärkeren Börsenphase. Von einer Jahresendrally mag ich an dieser Stelle aber vorerst nicht mehr reden. Denn, die Situation im Nahen Osten ist auch wenig hilfreich in diesen Tagen. Eine weitere Eskalation und der Einmarsch der Israelis in den Gaza Streifen könnten die gesamte Region erneut destabilisieren. Hohe Ölpreise und weiter Unsicherheiten an den Kapitalmärkten wären dann die direkte Folge.

Cyber Attacke auf US Banken und die NYSE

Zuerst der Flash Crash beim Ölpreis  am Montag und jetzt auch noch Cyber-Attacken auf mehrere US Banken, die Woche hat es in sich. Noch immer weiß man nicht wer oder was den Kurssturz beim Ölpreis ausgelöst haben könnte. Die Fat Finger Theorie besagt dass ein Händler aus versehen eine oder mehrere Kommastellen vertauscht haben könnte und somit versehentlich eine ungewöhnlich hohe Order ins System gegeben haben könnte. Das halte ich für wenig plausibel, denn so etwas lässt sich nachvollziehen und der Schuldige wird schnell gefunden. Offensichtlich tappt man aber weiterhin im Dunkeln über den Hergang dieses Ereignisses – was ich persönlich mal wieder sehr beunruhigend finde!

Während die Rohstoff-Börsen sich über den Vorgang weiterhin bedeckt halten haben die staatlichen Behörden, wie unter anderem die CFTC, eine Untersuchung angekündigt. Die unterschiedliche Interessenlage dieser beiden Gruppen liegt wohl auch darin begründet dass inzwischen mehr als die Hälfte der Umsätze an den Rohstoffbörsen durch Hochfrequenzhändler getätigt werden. Mit diesem Klientel will man es sich halt nicht verscherzen…

Gestern nun erreichte uns eine weitere beunruhigende Meldung…US Medienberichten zufolge sind die Internetauftritte der beiden US Großbanken Bank of America und JP Morgan Chase am vergangenen Mittwoch von einer Cyber Aktivisten Gruppe namens „Cyber fighters of Izz ad-din Al qassam“ lahmgelegt worden. Weiter Banken  sollen ebenfalls betroffen gewesen sein. Und sogar die New York Stock Exchange wurde Opfer dieses Angriffs. Allerdings hielten sich die Auswirkungen dort wohl einigermaßen in Grenzen. Angeblich waren die Handelssysteme zu keiner Zeit davon betroffen. Dennoch, es bleibt bei mir das ungute Gefühl in der Magengegend dass wir Menschen uns inzwischen in eine technische Abhängigkeit begeben haben die sich jederzeit auch gegen uns wenden kann.

Das Financial Services Information Sharing and Analysis Center (FS-ISAC) rief aufgrund dieser Ereignisse die zweithöchste Warnstufe „Orange“ aus. Man sprach von „glaubwürdigen geheimdienstlichen Erkenntnissen bezüglich möglicher Cyber-Attacken“ Die Aktivistengruppe „Cyber fighters of Izz ad-din Al qassam“ nannte auch den Grund für die Angriffe in einem Bekennerschreiben. Darin hieß es: Man würde die Attacken so lange weiterführen bis der Mohammed-Film aus dem Internet verschwunden sei.

Dieses unsäglich dumme und völlig überflüssige Video sorgt weiter für blutige Aufstände in der arabischen Welt. Mehrere Menschen mussten bereits ihr Leben lassen. Ich persönlich kann nicht verstehen dass Google & Co. offenbar bereit sind eine weitere Eskalation zu riskieren, indem der Internetkonzern sich gegen eine Sperrung des Videos ausspricht. Denn es geht in dem Film nicht um Meinungs- oder Pressefreiheit sondern ist aus meiner Sicht einfach nur um eine bewusste Provokation. Wie wir in den letzten Tagen gesehen haben reicht ein solcher Auslöser aus um einen Flächenbrand in der arabischen Welt zu entfachen… brauchen wir das wirklich?

Alternativ dazu habe ich Ihnen heute wirklich mal ein brandaktuelles Video mit Unterhaltungswert (zum heutigen Verkaufsstart des iPhone 5 von Apple) auf Investors Inside eingestellt….

Dramatischer Kursrutsch beim Ölpreis – was war der Auslöser?

Gestern Abend  stürzte der Ölpreis schlagartig um über drei Dollar ab. Niemand konnte sich den Kurssturz bislang erklären und fast schon zwangsläufig machen wieder Gerüchte um einen sogenannten „Fat Finger Trade“ die Runde am Parkett. Auch dieser Kursrutsch wird wohl  wieder nicht vollends aufgeklärt werden, und es bleibt bei mir das mulmige Gefühl dass Maschinen die Macht über die Finanzmärkte übernommen haben. Computer sind aber eben auch nicht unfehlbar, bzw. nur so gut wie der Mensch der sie programmiert hat. Erinnerungen an den „Flash Crash“ kommen wieder hoch. An diesem Tag wurde der Dow Jones durch einen Computerfehler innerhalb weniger Minuten um 10 Prozent in die Tiefe gezogen. Aktien die zuvor bei 50 Dollar notiert hatten fielen bis auf 0,01 Dollar usw. Ganze Vermögen wurden in dieser Nacht vernichtet weil bei einem solchen Kursrutsch auch keine Stopp Loss Orders mehr griffen. Zwar bemühte man sich im Anschluss um eine Rückabwicklung dieser Trades viele Anleger bleiben dabei aber auf der Strecke.

Und so dürfte es auch gestern wieder gewesen sein. Anleger die beispielsweise mit einem CFD auf steigende Kurse gesetzt haben dürften in diesen Minuten geradezu überrollt worden sein. Ein Stopp Loss greift dann nicht mehr wirklich oder viel zu spät. Und wer gar keine Absicherung im System hatte der dürfte wohl dem Margin Call nicht entgangen sein. Es bleibt am Ende nur die traurige Erkenntnis dass wir alle gegen solche Ereignisse nicht gewappnet sind. Zwar war ich persönlich weder beim Flash Crash involviert noch gestern Abend, dennoch kann ich sehr gut mitfühlen was in diesem Moment in einem Anleger vor sich gehen muss, der eigentlich alles richtig gemacht hat und trotzdem Schiffbruch erleidet. Und eigentlich weiß dieser Anleger nie wirklich warum der Trade so gelaufen ist. Der Ölpreis hat sich inzwischen wieder etwas erholt, Rohstoffe insgesamt sind seit diesem Zeitpunkt unter Druck..!

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Wochenausblick, Marktbericht DAX & Co.

Heute gerät der Markt durch die Aussagen des chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao  kräftig unter Druck. Hinzu kommt ein wieder anziehender Ölpreis, der mit dem kämpferischen Aussagen des US Präsidenten am Wochenende zusammen hängen dürfte. Bei der Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses der Kommunistischen Partei Chinas prognostizierte die politische Führung des Landes ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachtum Chinas in diesem Jahr. Dieses soll nur noch bei 7,5 Prozent liegen, was für einen westliche Nation immer noch ein stolzer Wert wäre, für den Wachstumsmotor China aber den schwächsten Wert seit acht Jahren bedeutet. Im letzten Jahr ist die Wirtschaft Chinas noch um 9,2 Prozent gewachsen. Insbesondere der Außenhandel, der im vergangenen Jahr noch um 22,5 Prozent zulegen konnte, werde sich in diesem Jahr auf zehn Prozent halbieren, hieß es.

Nachdem auch bereits wenige Tage nach der Einigung nun schon wieder über ein mögliches drittes Rettungspaket für Griechenland diskutiert wird ( Wer hätte das gedacht 🙂 ) ist die Nachrichtenlage insgesamt also deutlich negativ. Auch von konjunktureller Seite dürften in der ersten Hälfte dieser Woche wenig neue Impulse kommen, die den DAX über die Marke von 7.000 Punkten heben könnten. Am Freitag erwarten wir die endgültigen US Arbeitsmarktdaten sowie am Mittwoch wie üblich die Vorläufer dieser Veranstaltung, die Veränderung der ADP Non-Farm Arbeitsplätze. Am Donnerstag folgt dann die EZB Zinsentscheidung sowie die US  Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Ebenfalls am Freitag wird die Handelsbilanz der USA und die aktuelle Arbeitslosenrate erneut veröffentlicht.


Es ist also gut möglich, dass wir in dieser Woche nun einen weiteren Rücksetzer an den Märkten sehen werden. Zumindest die erste Hälfte der Woche könnte etwas turbulent werden. Sollten die US Arbeitsmarktdaten nicht entsprechend positiv ausfallen ist auch eine Korrektur möglich. In der kommenden Woche laufen mal wieder einige Optionen aus, und so ist es nicht unwahrscheinlich dass wir uns wieder in einer Phase größerer Kursschwankungen befinden könnten.

Aus unserem kostenlosen Börsen Newsletter vom Wochenende: „Die aktuelle Konsolidierungszone verläuft zwischen 6.989 und 6.730 Punkten. Wird diese Zone verlassen dürfte ein stärkerer Ausschlag erfolgen, unabhängig von der Richtung. Ein Anstieg über die Marke von 7.000 Punkten dürfte dann zu Anschlusskäufen führen die den DAX zunächst in den Bereich 7.340 Punkte schieben. Später sind dann auch 7.600 Punkte denkbar. Taucht der DAX aber aus der Konsolidierungs-Zone nach unten ab, dürfte auch dann eine entsprechend dynamische Bewegung folgen, die den Index dann bis zur Unterstützungszone (blaues Rechteck) zwischen 6.498 und 6.375 Punkten führt. Auch ein Rücksetzer bis zum 50er Fibonacci Retracement bei 6.275 Punkten halte ich dann für sehr wahrscheinlich.

Gastkommentar: Bedroht der Ölpreis-Anstieg die Rally ?

Der Rekord-Ölpreis bremst die seit Dezember laufende Börsenrallye zunächst aus. Aktuell erreichte der Rohölpreis sein neues Allzeithoch mit 93,64 EURO für das Barrel (Fass mit 159 Litern) der Nordseesorte Brent in der Spitze. Zugleich wurde damit der bisherige Rekordstand vom 03.07.2011 mit 93,45 EURO pro Barrel überboten. „Brent Crude Oil“ wird an der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange gehandelt.

Der überwiegende Teil des Handels mit Öl wird allerdings außerhalb der Börsen abgewickelt; dabei dient der aktuelle Tageskurs für die jeweilige Öl-Sorte als Referenzpreis. So können Spekulationen mit Rohöl dennoch große Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die internationalen Märkte haben. Das ist der entscheidende Punkt. Die Allmacht des Rohöls bleibt weiterhin ungebrochen. Es rangiert unangefochten auf Platz 1 der bedeutendsten globalen Energieträger. Der Ölpreis ist damit einer der wichtigsten Faktoren für die globale Wirtschaft und zugleich mit Abstand der wichtigste Wert an den Rohstoffmärkten. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs beziffert den Anteil von Rohöl am weltweiten Produktionsvolumen sämtlicher Rohstoffe auf fast 45 %. Damit gilt Rohöl als der mit Abstand wichtigste Rohstoff der Welt.

Das Rekordhoch beim Öl-Preis findet seine Ursache nahezu ausschließlich in der weltweiten Ölnachfrage, die auch auf weiterhin konstant hohem Niveau rangiert, aber auch in der Gewinnmitnahme der Öl-Industrie, gestützt durch die Macht des Kartells. Vorgeschoben für dieses hohe Preisniveau sind Behauptungen, die iranische Regierung habe durch eine Aussetzung der Öl-Lieferungen nach Frankreich und Großbritannien im Vorgriff auf das Öl-Embargo der EU, welches ohnehin erst  mit Wirkung zum 01.07.2012 greift, diesen Preisanstieg bewirkt. Aktuell getrieben wird der Ölpreis sowohl von der steigenden Nachfrage in Schwellenländern, als auch von dem knappen Angebot. Aufstrebende Industriestaaten wie China, Indien und Lateinamerika stützen somit mit ihrem Wirtschaftswachstum und ihrem einhergehenden höheren Energieverbrauch den Ölpreis. Jedoch bleibt ein gesteigertes Angebot aus, da es in den letzten Jahren immer schwieriger wird neue Ölvorkommen zu erschließen.

Für die Öl-Konzerne bietet dies Szenario um das Öl-Embargo gegen den Iran offenbar die passende Ausrede, um bei der sich jetzt bietenden Gelegenheit schlicht und einfach „richtig Kasse“ machen zu können, was offenbar ganz gut funktioniert.

  • Die Allmacht der Kartelle

Die Öl-Konzerne bilden Kartelle, das ist nicht neu. Die Bildung von Kartellen ist zwar kein Kavaliersdelikt, sondern eine kriminelle Handlung, die dem Wettbewerbs- und dem Transparenzgebot völlig zuwider läuft und natürlich kleinere Marktteilnehmer, vor allem Mittelständische Energie-Unternehmen, enorm schadet und der Allgemeinheit, also allen Bürgerinnen und Bürgern, ständig höhere Preise aufzwingt. Ein Kartell im Bereich der Wirtschaft ist eine Vereinbarung oder ein Zusammenschluss selbstständig bleibender Unternehmen oder sonstiger Marktakteure zur Beschränkung des freien Wettbewerbs. Kennzeichnend ist stets eine konspirative Vorgehensweise und Absprache der Unternehmen einer Branche, um Kontrollmechanismen auszuheben, Wettbewerber zu verdrängen, Preise zu kontrollieren und zu bestimmen sowie Abreden zu treffen, die vom Rechtsstaat und der Judikatur nicht mehr nachvollziehbar oder kontrollierbar sind. Unternehmenskartelle gelten seit spätestens der Nachkriegszeit als schädlich für die wirtschaftliche Entwicklung und das Gemeinwohl. Wirtschaftskartelle der Gegenwart sind somit kriminelle Organisationen.

Allerdings gibt es „ungeschriebene Ausnahmen“, sogenannte staatlich geduldete Kartelle. Die Öl-Kartelle sind solche staatlich geduldeten Kartelle. „Günstige Alternativen gibt es kaum. Schuld ist ein ausgeklügeltes System der großen Öl-Konzerne“, konstatiert Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts in Deutschland.

  • Das Geschäft mit der Angst

Internationale Konflikte, beispielsweise das EU-Embargo gegen den Iran, seien Ursache der Preisexplosion. Tatsächlich unterhält EU-Mitglied Großbritannien einige Förderstationen in der Nordsee und ist auf Öl-Importe aus dem Iran nicht angewiesen, könnte beispielsweise norwegisches Öl jederzeit problemlos nachkaufen, soweit dies erforderlich sein sollte. Total S.A. in Frankreich erklärte bereits im Januar 2012, sich an den Embargo-Beschluss der EU zu halten und hatten umgehend seine Importe sowie Zukäufe aus dem Iran bereits gestoppt (etwa 80.000 Barrel pro Tag). Der größte italienische Öl- und Gaskonzern Eni will seine Kapazitäten in Libyen in der zweiten Jahreshälfte wieder voll ausschöpfen. Schon jetzt habe die Ölförderung in dem Land wieder vier Fünftel des Vorkriegsniveaus erreicht, teilten die Italiener mit. Demnach kann es folgerichtig nicht an einer künstlichen Verknappung der Öl-Ressourcen an den Märkten liegen.

  • Margen für das Raffinerie-Geschäft

Vor allem im Geschäft mit Raffinerien, im Marketing und Vertrieb kämpfen die Öl-Konzerne mit sinkenden Margen. Im sogenannten Downstream-Geschäft vergrößerte sich der Verlust beispielsweise beim italienischen Eni-Konzern (Agip) im Schlussquartal von 39 Millionen auf 271 Millionen Euro. Ähnlich wie Eni hatten zuvor bereits Total, Exxon und ConocoPhillips rückläufige Margen in ihrem Raffinerie-Geschäft vermeldet. Diese Verluste sollen über den hohen Endverbraucherpreis wieder wett gemacht werden.

  • Auf Kosten der Realwirtschaft und der Allgemeinheit

Die Börsenrallye wurde vom Ölpreis zunächst ausgebremst und der Aufschwung kann ins Schlingern kommen. Auch die Rezessionsängste könnten wieder aufkommen und die guten Vorgaben der letzten Wochen an den internationalen Märkten wieder zunichte machen. Gefährdet sind dann vor allen Dingen konjunktursensitive Werte, die in den vergangenen Monaten am stärksten profitieren konnten. Hierzu gehören vor allem deutsche Titel, zumal der Dax besonders viele Zykliker enthält, also Firmen aus den Branchen Automobil, Industrie, Chemie oder Baustoffe. Diese reagieren stets ganz besonders sensibel auf konjunkturelle Trendwenden. Sollte jetzt wieder die Stimmung an den Börsen drehen, könnte eine Gegenbewegung einsetzen.

Vor allen Dingen die Automobilwerte, eine Schlüsselindustrie im Hightech Deutschland, würden dann stark verlieren, da diese Titel auch am stärksten unter einem dauerhaften Ölpreisanstieg leiden. Zwar könnten andererseits die Anleger dann wieder vermehrt in dividendenstarke Defensivwerte wie die Deutsche Telekom oder E.on umschichten, die Auswirkungen auf den Dax, den Chart und die Realwirtschaft, die nach Working-Capital verlangt, wäre verheerend...von Sandro Valecchi

Gastkommentar – Profitieren vom steigenden Öl-Preis: BP, ExxonMobil, ConocoPhillips, Shell

Rund 73 Milliarden Euro verdienten im Jahr 2011 die „großen 3“ (Big Three) der Energie- und Mineralölbranche: BP, Exxon Mobil und Shell.

Vom Hauptsitz in London vermeldet BP für das vergangene Geschäftsjahr einem überraschend hohen Profit  und überraschte damit einige Analysten und Marktbeobachter. Der in der Branche als Vergleichsgröße übliche Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten lag bei 23,9 Mrd. Dollar (18,18 Mrd. Euro). Selbst 2009, im Jahr vor dem Unglück im Golf von Mexiko, hatte BP nicht soviel Gewinn gemacht wie 2011. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 4,9 Mrd. Dollar eingefahren.

Mit der auf Shareholder Value akzentuierten Unternehmensführung „Wert statt Volumen“ setzt der neuen Konzernchef, CEO Robert Dudley, der infolge der Ereignisse der Öl-Havarie im Golf von Mexiko seit 01.10.2010 Tony Hayward ablöste auf konsequente Konsolidierung des angeschlagenen Konzerns. Shareholder Value kann begrifflich als Marktwert des Eigenkapitals definiert werden und entspricht (vereinfacht) dem Unternehmenswert sowie dem davon abhängigen Wert der Anteile. Aus dem Kurswert der entsprechenden Aktie multipliziert mit der Anzahl der gehaltenen Wertpapiere besteht der Vermögenswert (Value), den ein Anteilseigner (Shareholder) einer Aktiengesellschaft besitzt. Eine auf Shareholder Value angelegte Unternehmenspolitik wird demnach versuchen, den Kurswert der Aktien und damit den Marktwert des Gesamtunternehmens zu erhöhen. Umfassend wird darunter nicht allein eine kurzfristige Steigerung des Börsenkurses, sondern eine langfristige Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität verstanden. Heute wird das Shareholder-Value-Prinzip weltweit von Unternehmen angewandt.

Weltweit erwirtschaftete BP im Jahr 2009 einen Konzernumsatz von 239 Milliarde n USD und beschäftigte 80.300 Menschen. Weltweit werden täglich 83 Millionen Barrel Öl-Äquivalent gefördert. Davon fördert BP täglich 4 Millionen Barrel (circa 57 % Erdöl und etwa 43 % Erdgas). Das Unternehmen integriert rund 22.400 Tankstellen im Konzern und bedient täglich 13 Millionen Kunden.

In Europa ist die BP Europa SE (vor dem 01.01.2010 in Deutschland: Deutsche BP AG) mit ihrem inländischen Tankstellennetz und im Schmierstoffmarkt führend, wobei sie unter den Marken Aral (Tankstellen, Schmierstoffe) sowie Castrol (Schmierstoffe) auftritt. Der Hauptsitz des Unternehmens ist Hamburg. Für das Geschäftsjahr 2010 verbuchte die BP Europa SE in Deutschland einen Jahresumsatz von mehr als 44 Milliarden Euro (knapp 32 Milliarden Euro ohne Energiesteuer). In Deutschland sind mehr als 5.100 Menschen für BP tätig.

CEO Dudley kündigte nunmehr an, erstmals seit der Umweltkatastrophe die Dividende wieder anzuheben. Sie steige im vierten Quartal 2011 um 14 % auf 0,8 US-Dollar. Nach dem Untergang der Förderplattform Deepwater Horizon hatte BP die Dividende zunächst ganz aussetzen müssen und war in große Turbulenzen geraten, musste sich der Forderung nach einer Konzern-Zerschlagung erwehren . Der Untergang der Deepwater Horizon führte zur schlimmsten Ölkatastrophe der Weltgeschichte. 11 Menschen sowie Tausende von Tieren starben, rund 5 Millionen Liter Rohöl flossen fast 90 Tage unkontrolliert ins Meer.

Fazit: Die Unternehmensprognosen für das Geschäftsjahr 2012 hätten sich im Großen und Ganzen mit den Erwartungen gedeckt. BP gehe davon aus, dass die Produktion aller Voraussicht nach in etwa auf Vorjahresniveau liegen dürfte. Von den für 2012 eingeplanten Investitionen von 22 Milliarden USD seien 16 bis 17 Milliarden USD für den Upstream-Bereich und rund 4,5 Mrd. USD für das Downstream-Geschäft vorgesehen. Insgesamt soll bis 2013 der Verkauf von Unternehmensteilen rund 38 Mrd. USD dem Konzern auf dem Weg der Konsolidierung einbringen. Bis 2014 will CEO Dudley so die liquiden Mittel um 50 % steigern. Die BP-Aktie werde wahrscheinlich bei einem 2012-KGV von 7,6 und einem 2013-KGV von 7,0 gehandelt. Das Kursziel der Aktie sehe man bei 5,00 GBP.

Für Analysten ist allerdings klar: BP verdankt seiner überraschend positive Bilanz den deutlich angezogenen Preise für Rohöl, Erdgas und andere Raffinerie-Produkte. Vom hohen Ölpreis-Niveau profitieren ebenfalls die Wettbewerber Exxon Mobil, Conoco Phillips und das britische Unternehmen Shell. Diese Energie-Giganten und globale Mineralölkonzerne hatten bereits in den vergangenen Tagen ihre Milliardengewinne vermeldet.

Exxon Mobil wird für das vierte Quartal des vergangenen Jahres eine Dividende von 0,47 USD je Aktie ausschütten. Außerdem hat der Ölkonzern im Schlussquartal eigene Aktien im Wert von 5 Milliarden USD zurückgekauft. Für 2012 erwarten Analysten eine erneute Steigerung der Dividende sowie eine Fortführung der Aktienrückkäufe. Die Exxon Mobil Corporation ist ein US-amerikanischer Mineralölkonzern, der 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon (Standard Oil of New Jersey) und Mobil Oil (Standard Oil Company of New York) entstanden ist. Exxon Mobil gilt als ein direkter Nachfolger der legendären Standard Oil Company.

Die Strategie des Aktienrückkaufs (engl. share buyback) wird bei börsennotierten Gesellschaften wie folgt bewerkstelligt: Die Gesellschaft errichtet an der Börse eine sogenannte „zweite Linie“, wo die Aktionäre ihre Wertpapiere andienen können, anstatt sie auf dem normalen Börsenmarkt zu handeln. Die Gesellschaft ist die einzige Kaufberechtigte dieser zweiten Linie, sie ist aber nicht verpflichtet, auch tatsächlich zu kaufen; die Ausübung der Kaufoption wird davon abhängen, ob genügend Aktien angedient werden. Dieser Aktienrückkauf ist daher nicht mit dem Kauf eigener Aktien zu verwechseln, der im Gegensatz zum Aktienrückkauf keine Veränderung des Grundkapitals bewirkt. Tendenziell wird der Rückkauf von Aktien in Analystenkreisen in der jüngeren Vergangenheit meist positiv bewertet, da hier ein Rückfluss von Kapital an die Kapitalgeber angenommen wurde, der nach Ansicht vieler Kommentatoren steuerlich günstiger behandelt wurde als eine normale Dividendenzahlung. Für eine sachgerechte Bewertung ist aber auch maßgeblich, was mit den zurückgekauften Aktien geschieht.

Exxon Mobil hatte im vierten Quartal 2011 einen Nettogewinn von 9,40 Mrd. USD ausgewiesen und damit die optimistischsten Prognosen der Analysten von 9,85 Milliarden USD verfehlt. Im Vorjahreszeitraum sind noch 10,33 Mrd. USD realisiert worden. Die Exxon Mobil Aktie rangiert derzeit auf einem Kursziel von 81,00 bis 85,00 USD.

Die Frostwelle in Europa hat die Ölpreise und insbesondere die Heizölpreise kräftig nach oben getrieben, hinzu kommt die Sorge um den schwelenden Konflikt mit dem Iran, der Situation in Syrien, die Fragen der Währungsstabilität im Euro-Raum, die das hohe Niveau der Rohöl-Leitsorte Brent weiter befeuern. Analysten sind besorgt, dass eine militärische Eskalation (Iran) die Ölweltmarktpreise um weitere 20 bis 30 % hochtreiben könnten. Sandro Valecchi

Gastkommentar: Volatile Öl-Preisentwicklung im Spannungsfeld der Nahost Embargo-Politik 2012

Pünktlich zum Jahresbeginn 2012 sind die Preise für unsere kostbare Energie wieder angezogen, weshalb wir in Europa sorgenvoll in Richtung Nahen Osten, Saudi-Arabien, Irak und insbesondere den Iran schauen, um die Entwicklungen zu analysieren. Fest steht bisher, dass wir in Europa nicht damit rechnen dürfen, weniger Geld für Energie und Benzin bezahlen zu müssen. Im Gegenteil – die Kraftstoffpreise, die sich aktuell ohnehin schon auf einem hohen Niveau befinden, könnten schnell weiter anziehen, sollten die Spannungen mit dem Iran weiter eskalieren. Im Zentrum der Betrachtung steht daher der Iran in seiner Rolle als Erdölexportierender Staat:

  • Der Iran rangierte im Jahr 2010 mit rund 203,2 Mio. Tonnen gefördertem Erdöl auf Platz 4 des internationalen Ranking der Erdölexportierenden Staaten, ist daher eine feste Größe im Handel mit fossilen Brennstoffen und ein Schwergewicht mit Bedeutung für die globale Weltwirtschaft. Der Iran verfügt über bekannte Erdölreserven von etwa 18 Mrd. Tonnen (136 Mrd. Barrel) und demnach weltweit über die drittgrößten Erdölreserven.
  • Zudem steht der Iran mit geschätzten 27 Billionen m³ Erdgasvorräten auf Platz 2 der weltweiten Erdgasreserven und belegte im Jahr 2005 Platz 7 der weltweiten Erdgasförderung mit etwa 80 Mrd. m³. Für den Eigenbedarf ist der Iran ferner auf den überwiegenden Anteil der Erdgasförderung angewiesen.
  • Um mit dem Export von fossilen Energien dringend benötigte Devisen einnehmen zu können, setzt der Iran bereits seit einigen Jahren auf Atomenergie, um den nationalen Energiebedarf an Strom abzudecken. Im Jahr 2005 besaß der Iran eine Kraftwerksleistung von 41.000Megawatt. Um das geförderte Erdöl für den Export verfügbar zu haben, ist der Bau von ca. 20 AKWs geplant. Bekanntlich ist außerdem der Bau von Anlagen für die Produktion von Kernbrennstoffen vorgesehen, was internationale Proteste, Aktionen und Sanktionen auslöst. Und genau hier liegt das Hauptproblem im Schnittstellenbereich von Energie-, Wirtschafts-, Finanz- und Machtpolitik.

Ein Teil der internationalen Staatengemeinschaft, insbesondere die USA und die EU wollen die Regierung in Teheran mittels eines Öl-Embargos zu einem Kurswechsel in der Atompolitik zwingen. Geostrategisch gehört der Iran zu den Ländern, die in der sogenannten „strategischen Ellipse“ liegen. Die Regierung im Iran ist bestrebt, sich als Hegemonialmacht im Nahen und Mittleren Osten zu positionieren und Experten gehen davon aus, dass neben der friedlichen Atomenergie im Iran auch an der optionalen Nuklearwaffenentwicklung gearbeitet wird, was die Anrainerstaaten in dieser Region in dauerhafte Aufregung versetzt und die Aufrüstung in der Region weiter anheizt. Das Problem ist daher durchaus real und greifbar.

Nun sollen die Sanktionen der EU gegen den die Regierung des Iran früher als bisher geplant verschärft werden. Die EU-Außenminister werden bereits am 23. Februar in Brüssel über einen Stopp der Öleinfuhren aus dem Iran und über zusätzliche Verbote gegenüber iranischen Banken entscheiden, was ursprünglich erst für den 30. Februar geplant war und sich mit dem Brüsseler EU-Sondergipfel terminlich überschnitten hätte. Zusätzlich könnte US-Präsident Obama ab März einen großen Teil des internationalen Zahlungsverkehrs des Landes blockieren – so glaubt man jedenfalls – und damit die Abwicklung der Ölgeschäfte durch die iranische Zentralbank zumindest erschweren.

Fraglich ist und bleibt nach wie vor, ob das EU-Embargo den avisierten Zweck erfüllen kann und zugleich außen- und sicherheitspolitische Probleme zu lösen vermag. Experten bezweifeln dies stark.

Zwar importierte die EU im Jahr 2010 nur rund 5,7 % des im Iran geförderten Erdöls zur Weiterverarbeitung in den Raffinerien der Europäischen Union. Die EU-Staaten Griechenland, Italien und Spanien mit einem Anteil iranischen Öls zwischen 12 bis 14 % wären allerdings von einem Embargo ganz besonders stark betroffen, wenn es der EU nicht zeitnah gelingt, vor allem für diese Länder Ersatzlieferungen aus den Golfstaaten zu akquirieren, was zunächst einmal einen Beschluss der OPEC-Staaten erfordert, in einem abgestimmten Umfang die Fördermengen zu erhöhen.

Aber auch in Deutschland wird Autofahren wieder teurer werden. Der Ölpreis stieg aufgrund der Spannungen bereits in den vergangenen Tagen auf 113 Dollar pro Fass (159 Liter) Weltweit wird sich der Ölpreis um 10 bis 20 Dollar verteuern, weil die logistischen Versorgungsketten bei einem Embargo mit großem Aufwand umgebaut werden müssen und die amerikanischen Interessen an der Aufrechterhaltung des hohen Bedarfs durch Ölexport-Staaten wie Saudi-Arabien vorrangig berücksichtigt werden. In der internationalen Politik bestehen neben Embargo-Entscheidungen auch bestimmte Allianzen und sogenannte stille Bündnisse.

Profitieren von einem Embargo dürften vor allen Dingen liquide Großkunden wie insbesondere China und Indien, denen sowohl Embargo wie die Entscheidungslage in der EU oder den USA keine Kopfschmerzen bereitet und die durchaus Profiteure der neuen, im Umbruch befindlichen globalen Weltwirtschaftsordnung sind. Die USA könnten allenfalls  auf Japan und Südkorea, die ebenfalls große Abnehmer des iranischen Erdöls sind, Einfluss nehmen, wären aber zugleich in der Zwickmühle, den Bündnispartnern in Asien keine Ersatzlieferungen anzubieten zu können.

Die andauernde, globale Abhängigkeit vom Erdöl bleibt auch aktuell ein Segen und Fluch zugleich. Sandro Valecchi

Iran und das Öl – Statoil, Suncor und die Strasse von Hormus

Während die Börsenwelt auf den Euro, auf Griechenland und Italien starrt, hat sich um den Iran eine Entwicklung in Gang gesetzt, die das Potential hat erhebliche Verwerfungen hervor zu rufen.

Eine alte Weisheit sagt aber, dass uns die Dinge vor denen wir uns am meisten fürchten in der Regel nicht umbringen. Vor den Dingen die wir nicht ausreichend auf dem Radar haben, davor sollten wir Angst haben !

In diesem Sinne möchte ich den Lesern mit diesem Beitrag helfen, sich für den Fall „Iran“ in ihren Depots frühzeitig vorzubereiten.

Die politischen Hintergründe muss ich hier nicht wiederholen, die Presse hat das ausreichend beschrieben und ich kann dazu nichts Neues beitragen. Der Iran bastelt offensichtlich an einer Atombombe und Israel kann und will das nicht zulassen. Viele andere arabische Länder wie Saudi-Arabien fühlen sich von der iranischen Bombe ebenso bedroht, trauen sich aber nicht das öffentlich zu artikulieren. Wer mehr über die Hintergründe verstehen will, möge sich in der Presse informieren.

Ich persönlich betrachte es als wahrscheinlich, dass das Thema innerhalb der nächsten 12 Monate eskaliert. Und dabei heisst „eskaliert“ keineswegs, das nun wirklich ein militärischer Angriff erfolgt. Es bedeutet aber, dass es ein heisses Thema wird, das die Welt und damit die Börsen bewegt. Wie wir alle wissen reagiert Mr. Market schon lange bevor etwas real passiert, er muss nur davon überzeugt sein das es möglich oder wahrscheinlich ist.

Und keiner kann sagen wann das genau losgeht, denn gerade wenn es still wird, wird es besonders gefährlich. Denn militärische Angriffe oder Kommandoaktionen kündigt man nicht mit Glockengeläut an. Man sollte sich also nicht einbilden, dass man das konkrete Datum der Eskalation vorhersehen kann und sich dann noch in Ruhe im Depot vorbereiten könnte. Wenn es im Radio kommt und die Börsen darauf regieren ist es schon zu spät ! Man wäre als Anleger also ausgesprochen dumm, wenn man sich nicht heute schon mit den Konsequenzen auseinander setzt.

Aufgrund der Isolierung des Irans in der arabischen Welt könnte man meinen, dass ein derartiger Konflikt ein recht isoliertes Ereignis sein würde. Aber dem ist nicht so ! Denn zwischen Iran und Irak liegt die Strasse von Hormus. Durch diese Meerenge laufen jeden Tag per Tanker 25% der weltweiten Ölproduktion ! Golfanrainer wie Bahrain, Katar oder Dubai sind vollständig von dieser Meeresenge abhängig. Und Iran hat schon angekündigt, dass es diese Strasse im Falle eines Konfliktes schliessen würde. Das ist auch militärisch kein Problem und nicht zu verhindern, ein brennender Tanker reicht und die Meeresenge ist dauerhaft dicht.

Was wären also die Konsequenzen einer derartigen Eskalation für die Börse :

(1) Der Ölpreis würde explodieren. Ein Verdoppelung des Ölpreises auf 200 USD innerhalb eines Tages wäre gut möglich !

(2) Wegen dieses Ölpreises würden konjunkturabhängige Aktien weltweit brutal abstürzen. Egal ob Chemie oder Autoindustrie, eine geschlossenen Strasse von Hormus würde wohl einen weltweiten Crash auslösen. Auch für Unternehmen wie Bauer, mit Exposure im Irak, würde es wohl ein Kursmassaker geben.

(3) In Anbetracht der wackeligen Situation der Weltkonjunktur, würde das den Börsen weltweit den Gnadenschuss geben.

(4) Da Mr. Market das Szenario kennt, wird er mit der Reaktion nicht warten, bis die Strasse von Hormus wirklich geschlossen ist. Sondern schon eine Eskalation der politischen Sprache würde diese Reaktionen des Marktes auslösen. Das Öl im Moment so steigt, liegt schon heute wahrscheinlich an dieser Wahrnehmung.

(5) Gewinner würde es nur wenige geben. Da sind Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin, Gold, AAA Staatsanleihen und natürlich Ölfirmen, aber nur solche, die nicht im Nahen Osten tätig sind. Also Finger weg von Haliburton und Co. !

Um es also noch einmal klar zu sagen: ich rechne damit, dass das Thema innerhalb der nächsten 12 Monate hochkocht und seine Spuren in unseren Depots hinterlässt ! Wie kann man sich also im Depot darauf vorbereiten ?

Gut geeignet sind dafür in meinen Augen Ölunternehmen, die ihre Geschäftsaktivität in politisch stabilen Regionen haben, weit weg vom Nahen Osten. Zwei davon, Statoil und Suncor, will ich Ihnen hier kurz vorstellen um Sie auf Ideen zu bringen.

Das Schöne an diesen Aktien ist, dass der Kauf auch ohne das Iran Szenario im Moment Sinn machen könnte, weil es einfach gute, liquide Unternehmen sind. Und wenn das Szenario von oben eintritt, dann hat man eine automatische Versicherung im Depot.

Statoil – ISIN NO0010096985 – der norwegische Ölkonzern hat seine Hauptaktivitäten in der Nordsee und hat erst vor kurzem mit einem gewaltigen Ölfund in der Nordsee auf sich aufmerksam gemacht. Die Aktie ist zwar schon gut gelaufen, ist aber mit einem KGV von 9 und einer Dividendenrendite von 4,5% immer noch fair bewertet. Eine signifikante Beteiligung des norwegischen Staates gibt weitere Sicherheit. Statoil dürfte von einem drastisch höheren Ölpreis profitieren.

Suncor – ISIN CA8672241079 – der kanadische Konzern ist einer der grössten Spieler im kanadischen Ölsandgeschaft. Auch wenn Ölsande schwer zu fördern und daher teuer sind, sind es die grössten nordamerikanischen Ölvorkommen, denen eine hohe strategische Bedeutung beikommt. Ein hoher Ölpreis wird den Aktienkurs von Suncor daher besonders stark nach oben hebeln. Charttechnisch hat die Aktie Anfang Oktober die Wende eingeleitet und ist mit einem Forward P/E von 9 ebenso fair bewertet wie Statoil.

Es gibt noch viele weitere Ideen die ein Depot auch gegen einen Irankonflikt schützen könnten. Ich fände es schön, wenn die Leser in Kommentaren ihre Ideen einbringen und so uns allen zu einer Auswahl von Aktien verhelfen, mit denen wir diesen absehbaren Crash in unseren Depots gut durchstehen könnten. Ich bin gespannt auf Ihre Vorschläge ! (HS)

Der Silber-Gold-Öl-Euro-Crash..

Lange hat es gedauert – seit Wochen schreibe ich hier darüber, dass in einzelnen Märkten unglaubliche Übertreibungen stattfinden. Seit zwei/drei Tagen scheinen sich diese Übertreibungen nun endlich wieder zu relativieren. Die Rede ist natürlich in erster Linie von den Rohstoffen, und hier insbesondere die beiden Edelmetalle Gold und Silber sowie Öl. Alle drei Anlageinstrumente sind in den vergangenen beiden Tagen kräftig unter die Räder bekommen. Am härtesten dürfte es dabei die Anleger erwischt haben die beim Silber zu Kursen knapp unter 50,- Dollar noch auf einen weitere Anstieg gesetzt haben. Der Silberpreis ist nach der dramatischen Rallye der letzten Wochen ebenso dramatisch wieder eingebrochen, und notiert heute rund 30 Prozent niedriger als noch letzte Woche. In seinem Schlepptau das Edelmetall Gold. Mit 1.485,- Dollar je Feinunze notiert Gold heute um satte 85,- Dollar niedriger als noch letzte Woche.

Natürlich führten diese starken Kursbewegungen bei den Rohstoffen auch zu entsprechenden Verwerfungen an den Devisenmärkten. Notierte der Euro gegenüber dem Dollar noch am Wochenanfang bei knapp 1,50 mussten auch hier deutliche Abschläge hingenommen werden. Inzwischen hat sich die europäische Leitwährung bei 1,45 vorläufig eingependelt. Der Ölpreis stürzte ebenfalls dramatisch ab, Brent kostet nur noch 111 und WTI rund 100 Dollar und damit mehr als zehn Prozent weniger als noch vor kurzem.

Über die tatsächlichen Auslöser dieser extremen Kursbewegungen spekuliert der Markt nun in alle Richtungen. Die zuletzt schwachen Zahlen des US Arbeitsmarktes lassen neue Befürchtungen eines sogenannten „Double Dip“ erneut aufkeimen, hieß es unter anderem. Der starke Abschlag wurde als Zeichen für eine kommende Schwäche der US-Wirtschaft gewertet. Die Euroschwäche sowie der nachgebende Ölpreis hingegen sind natürlich deutlich positive Zeichen für exportorientierte deutsche Firmen, und könnten nach einer baldigen Stabilisierung der Rohstoffmärkte für einen neuen Schub sorgen. Natürlich bleiben diese Verwerfungen aber zunächst nicht ohne Wirkung auf die Aktienmärkte! Ich bin somit sehr gespannt wie weit die Korrektur dieser überhitzten Märkte noch gehen wird, um dann zu gegebener Zeit in die Profiteure dieser Entwicklung zu investieren…

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