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DAX jetzt Richtung 7.500 ? – China, Deutsche Bank, ESM und FED im Fokus

Ich hoffe Sie haben alle ein schönes Wochenende gehabt und einen Teil der schönen Wochengewinne in diesen spätsommerlichen Tagen in Eis, gutes Essen und Freizeitaktivitäten investiert. Nach den ansonsten eher anstrengenden Börsenwochen zuvor ist eine Belohnung angebracht und extrem wichtig für die Psyche eines jeden Anlegers/Traders. Denn es geht darum die Batterien bei jeder möglichen Gelegenheit immer wieder neu aufzuladen und auch ganz bewusst die Früchte Ihrer Arbeit an der Börse zu ernten. Nur so werden Sie auf Dauer immer wieder motiviert sein sich den Wirren des Kapitalmarktes auszusetzen. In dieser neuen Börsenwoche gilt es nun den vorläufigen Endspurt bei den wegweisenden Entscheidungen erfolgreich hinter sich zu bringen.

Selbstverständlich wird auch dieses mal der Anfang der Woche von leichten Gewinnmitnahmen geprägt sein, bevor die eigentliche Richtung dann gegen Mitte der Woche klarer wird. Am Wochenende erreichten uns die neuesten Konjunkturdaten aus China, die man durchaus als gemischt bezeichnen kann. Ähnlich wie in den USA stellt sich die Situation aber auch im Reich der Mitte dar. Kurzum, je schlechter die aktuellen Daten ausfallen desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Intervention der chinesischen Regierung, um eine sogenannte „harte Landung“ zu vermeiden. Ich hatte Ihnen ja bereits in den letzten Investors Inside Börsenbriefen meine persönliche Einschätzung dazu präsentiert…China wird aller Wahrscheinlichkeit nach weich landen, weil weitere Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik und Ankurbelung der Wirtschaft in Kürze anstehen.

Weitere wichtige Termine der Woche sind am Dienstag die Veröffentlichung der Großhandelspreise in Deutschland sowie die Handelsbilanz der USA. Ebenfalls am Dienstag wird die Deutsche Bank ihre neue Strategie präsentieren, die in diesen Tagen von den Aktionären mit Spannung erwartet wird. Der entscheidende Termin der Woche bleibt aber natürlich neben den Parlamentswahlen in den Niederlande auch die ESM Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe, das am Mittwoch den Euro-Rettungsfonds absegnen soll. Die Entscheidung soll gegen 10 Uhr verkündet werden. Diesen Termin also bitte unbedingt vormerken!

Am Donnerstag folgen dann die mit Spannung erwarteten US Erzeugerpreise, ebenso wie die Zinsentscheidung mit anschließender Pressekonferenz der US Notenbank FED. Nach dem zuletzt äusserst schwachen Arbeitsmarktbericht rechnen manche Marktteilnehmer nun bereits zu diesem Termin mit ersten konkreten Hinweisen zu einem weiteren QE3 Programm der Notenbank. Nachdem Mario Draghi in der letzten Woche geliefert hat was zuvor versprochen wurde wäre es gut möglich dass die Amerikaner jetzt hier nachziehen werden. Am Freitag steht dann einmal mehr ein Treffen der Finanzminister der Eurozone auf der Agenda. Hier soll über das weitere Vorgehen im „Fall“ Spanien beraten werden.

Zusammenfassend kann man also sagen dass uns wohl eine der spannendsten Wochen dieses Jahres ins Haus steht, an der alles möglich ist. Ich gehe immer noch davon aus dass wir in der vergangenen Woche einen echten Wendepunkt markiert haben könnten. Jeder der genannten Termine birgt natürlich auch entsprechend hohes Enttäuschungspotenzial für die Märkte. Das sollte nicht vergessen werden! Dennoch, die eingeschlagene Richtung der Notenbanken ist klar, die Politik wird nachziehen müssen und auch Karlsruhe kann sich der Bewältigung der grundsätzlich prekären Gesamtsituation in Europa mit all seinen möglichen Folgen nicht verschließen. Man muss wohl eher davon ausgehen dass die Verfassungsrichter mahnend und mit erhobenem Zeigefinger zustimmen werden…!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine weitere erfolgreiche Handelswoche!

Moodys stuft Deutschland ab, SAP eröffnet die Berichtssaison, was liefern Daimler und VW?

Es hat schon einen gewissen Symbolcharakter wenn man in diesen Tagen die Bilder der brennenden Wälder in Südeuropa sieht. Die verheerenden Brände fressen sich durch Griechenland, Portugal, Spanien und Italien und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. Ähnlich ist die Situation inzwischen wieder an Europas Kapitalmärkten. Spanien zahlt trotz der europäischen 100 Milliarden Euro Rettungsaktion Rekordzinsen auf seine lang laufenden Staatsanleihen. Griechenland steht unmittelbar vor der Zahlungsunfähigkeit. Heute senkt Moody´s nun den Ausblick für das Top Rating Deutschland, Luxemburg und die Niederlande. Weitere werden wohl demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen alleine um den Druck auf die Währungsunion weiterhin hoch zu halten.

Wie hier schon des öfteren geschrieben wurde werden durch die bisherigen Maßnahmen nicht etwa die schwachen Länder gestützt sondern viel mehr die starken nun mit in den Abwärtssog gerissen. Der Angriff auf Europa ist unverändert im Gange. Allerdings mache ich mir keine ernsthaften Sorgen darüber das Moody´s Rating irgend welche direkten Auswirkungen haben wird. Wie man an den Reaktionen der Märkte bei den letzten Abstufungen von Banken oder Ländern sehen konnte haben die Ratingagenturen sowohl ihre Macht als auch ihre Glaubwürdigkeit in den letzten Monaten weitestgehend verspielt. Länder abzustufen die auf Ihre Staatsanleihen Negativrenditen zahlen müssen, bzw. dafür noch Geld erhalten rundet das Bild des fehlenden Weitblicks bei den Agenturen für mich persönlich nur noch ab. Kurzum ich denke nach wie vor das man die Daseinsberechtigung von Ratingagenturen in ihrer jetzigen Form spätestens nach der Beendigung dieser Krise  noch einmal gründlich überprüfen sollten.

Die Vorgaben für den Markt sind heute grundsätzlich wieder etwas freundlicher, auch wenn es zum Handelsbeginn noch einmal etwas holprig werden kann. Nachdem die US Börsen sich im gestrigen Handelsverlauf weiter erholen konnten dürften auch in Europa die Aktienkurse heute wieder etwas anziehen. SAP hat wie erwartet gute Zahlen vorgelegt – die Berichtssaison ist somit auch in Deutschland offiziell eröffnet. Der Softwarekonzern steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal um 12 Prozent auf  661 Millionen Euro. Auch der Ausblick bleibt positiv, was noch wichtiger ist als das eigentliche Zahlenwerk.  Im Gesamtjahr 2012 will die Walldorfer Softwareschmiede den Kernumsatz um zehn bis zwölf Prozent steigern und ein Betriebsergebnis zwischen 5,05 und 5,25 Milliarden Euro erreichen. Langfristig plant SAP nun bis zum Jahr 2015 einen jährlichen Umsatz von über 20 Milliarden Euro an. Der Auftakt zur deutschen Berichtssaison ist damit erwartungsgemäß gelungen ist. Ich bin jetzt mal gespannt was die deutschen Autobauer so drauf haben…

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