Tag Archives: Insolvenz

Washington Mutual – es gibt nochmal eine Verlängerung

Die Washington Mutual Story geht noch einmal in die Verlängerung! Ende diesen Jahres läuft die Frist für die ehemals größte Sparkasse der USA eigentlich ab. Das Konkursgericht hat gestern Nacht nun Washington Mutual, den Einlagensicherungsfond FDIC und JPMorgan Chase um eine Verlängerung der am 31. Dezember endenden Frist gebeten. Dies geht aus am Montag veröffentlichten Gerichtsunterlagen des Konkursgerichtes in Delaware hervor. Die erweiterte Frist für die Entscheidung im Insolvenzverfahren solle einen weiteren Monat betragen, sprich Ende Januar soll dann die endgültige Entscheidung über die Auszahlung von sieben Milliarden Dollar an die Gläubiger feststehen.

Das Gericht soll bis zum Ablauf dieser Frist dann darüber entscheiden, ob die Einigung der drei Parteien über die Ansprüche auf Einlagen und Steuerrückzahlungen rechtens ist. Für die Aktionäre dürfte in diesem Spiel nichts mehr zu holen sein. Wir haben ja bereits nach den für die Aktionäre negativen Prüfungsergebnissen der Sonderprüfung dazu geraten hier aus zu steigen, und zu retten was noch zu retten ist. Zwar wird hier noch einmal auf Zeit gespielt und die Frist verlängert, für Aktionäre wird die Luft aber täglich dünner..

Solarunternehmen Systaic AG ist pleite

Die Systaic AG hat bereits gestern Insolvenz angemeldet. Damit bestätigen sich die jüngsten Aussagen von Solarworld Chef Asbeck über ein baldiges Sterben von Solarunternehmen in Deutschland.  Es sei ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft gestellt worden, teilte der Vorstand des Photovoltaik-Unternehmens aus Düsseldorf gestern mit. Die Systaic AG hatte bereits seit längerem einen finanziellen Engpass der nun dazu führte, das die Geschäfte nicht weiter betrieben werden können, obwohl man bis zuletzt intensiv versucht hat einen Ausweg aus der finanziellen Schieflage zu finden. Ende August hatte der inzwischen zurückgetretene Vorstandschef, Firmengründer Michael Viktor Kamp, im Reuters-Interview noch Hoffnung geäußert, eine Insolvenz durch einen Investor abwenden zu können.

Conergy – zwischen Pest und Cholera

Es geht voran, bei der Rettung des in Ungnade gefallenen Solarkonzerns Conergy. Die Verhandlungspartner sind sich inzwischen offenbar grundsätzlich über die Rahmenbedingungen einig geworden die eine Rettung von Conergy überhaupt möglich machen würden. Lediglich in einigen Einzelheiten sei man noch unterschiedlicher Meinung hieß es in der gestrigen Meldung. Einige nicht ganz unwesentlichen Finanzdetails, die für einen Rettung des von der Insolvenz bedrohten Solarunternehmens aber extrem wichtig sind sollen laut Insiderberichten noch nicht ganz geklärt sein.

Grundsätzlich sehen die  Gläubigerbanken unter der Führung der Commerzbank und die beiden Hedgefonds Sothic und York die Verhandlungen aber wohl positiv. Bis zum 21.Dezember diesen Jahres haben alle Parteien weiterhin Zeit zu einer entsprechenden Einigung zu kommen, die einen Fortbestand des Unternehmens gewährleisten soll.

Für die Aktionäre des Unternehmens ist dies aber nur eine bedingt gute Nachricht. Sozusagen die Wahl zwischen Pest und Cholera, denn selbst im Falle einer Rettung würde der Einstieg der HedgeFonds zu einer dramatischen Verwässerung des Wertes der Anteilsscheine führen. Eventuelle Kurssteigerungen die im Falle einer tatsächlichen Rettung Conergys möglich sind würden sich dann letztlich wieder relativieren. Unser Fazit bleibt daher unverändert, das wir diese Aktie jetzt und in Zukunft nicht mehr anfassen werden.

Rückschlag für Washington Mutual Aktionäre

Heute ist mal wieder ein extrem spannender Tag für die Aktionäre der Washinton Mutual. Die Aktionäre die ihre Rechte bereits in den vergangenen Wochen deutlich gestärkt haben formieren sich nun wieder neu um von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer noch einmal die Vorgänge vor der Pleite des Unternehmens genau prüfen zu lassen. Dies weckte zunächst neue Hoffnungen, dass es doch noch zu einer angemessenen Entschädigung der Aktionäre kommen könnte. Insbesondere sollte nun noch einmal geprüft werden, welche Rolle der Einlagensicherungsfond damals bei der Übernahmen durch JP Morgan gespielt habe, bzw. ob eine Zerschlagung des Unternehmens zum damaligen Zeitpunkt erforderlich gewesen sei. Mit der erneuten Prüfung dieser Vorgänge wollten die Aktionärsvertreter beweisen, dass hier vorschnell gehandelt wurde und somit ein unnötiger Schaden für die Anleger entstanden sei.

Sollte dies der Fall, und nachweisbar sein, stünden die Chancen für eine Entschädigung durch die FDIC und oder JP Morgan nicht schlecht. JP Morgan hingegen versucht nun mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln diese erneute Prüfung zu verhindern, was darauf schließen lässt, dass etwas dran sein könnte an den Vorwürfen. Leider wurde dieses Gesuch der Aktionärsvertreter heute im ersten Anlauf vom Insolvenzrichter abgelehnt. Initiiert wurde diese erneute Prüfung von insgesamt 16 verschiedenen Investmentfonds die mit einer Gesamtsumme von 2.3 Milliarden Dollar an dem Unternehmen beteiligt waren. Eine Spekulation auf einen positiven Ausgang der WaMu Story wird somit vielleicht auf nun niedrigerem Niveau vielleicht wieder interessanter, dennoch ist es noch keineswegs sicher, dass der Fall überhaupt neu aufgerollt wird. Im ersten Anlauf ist man nun gescheitert…

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