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Von Freak Trades und anderen Unwägbarkeiten an der Börse…Börsencrash in Indien

Heute Nacht war es mal wieder soweit. Nachdem uns der Computerhandel in den letzten Jahren schon so einige böse Überraschungen beschert hat rauschte heute Nacht die Börse in Indien plötzlich um knappe 16 Prozent in die Tiefe. Aktien der State Bank of India, brachen beispielsweise um 14 Prozent ein, andere Werte gar um 20 Prozent oder mehr. Der komplette Aktienhandel musste ausgesetzt werden, bis die Ursache gefunden war. Auslöser für diesen heftigen Kurssturz sollen mal wieder sogenannte „Freak Trades“ gewesen sein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete wurde bei dieser Aktion kurzfristig Kapital in Höhe von knapp 58 Milliarden Dollar „vernichtet“. Die indische Börse erholte sich aber von diesem Schock bis zum Handelsschluss und schloss nahezu unverändert. Leidtragende diese Aktion dürften einmal mehr die Kleinanleger gewesen sein, die Ihre Positionen mit Stopp-Loss Orders abgesichert hatten. Diese wurden wahrscheinlich überwiegend ganz unten erst ausgeführt, was zu hohen Verlusten in den Depots geführt haben dürfte. Ob dieser Schaden von den Verursachern oder den Börsenbetreibern ersetzt wird wurde nicht bekannt.

Wie schon bei den letzten Börsencrashs dieser Art bleibt immer ein fader Beigeschmack und die traurige Erkenntnis dass man seit Einführung des Computerhandels solchen Risiken ausgesetzt ist. Zuletzt hat der sogenannte Flash Crash in den USA im Mai 2010 den Dow Jones innerhalb von 5 Minuten um 1.000 Punkte abstürzen lassen. Ich weiß das noch sehr genau, da ich in dem Moment gerade vor meinem Handelssystem saß. Und obwohl ich zu der Zeit nicht in amerikanischen Aktien investiert war muss ich wohl ziemlich blaß geworden sein. Damals wurde kurzzeitig die unglaubliche Summe von 862 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung innerhalb von Sekunden pulverisiert.

Alleine diese beiden Ereignisse, neben den vielen kleineren Pannen die es in der jüngsten Vergangenheit gegeben hat, macht ein Umdenken im Bezug auf den Hochfrequenzhandel, aus meiner Sicht unabdinglich. Das offensichtlich zunehmende Risiko dass wir unsere sowieso schon angeschlagene Finanzwelt weiterhin den Computern überlassen, die durchaus auch mal Ziel eines terroristischen Anschlags o.ä. darstellen könnten, stimmt mich weiterhin mehr als nur nachdenklich. Ob die von Gier getriebene Finanzwelt sich allerdings wirklich noch ändern lässt wage ich stark zu bezweifeln. Die Einführung einer Mindesthaltedauer im Computerhandel wäre sicherlich ein erster großer Schritt in die richtige Richtung. Strafen bei offensichtlichen Manipulationen, wie jüngst vorgeschlagen, sollten hingegen schon lange zum täglichen Brot an den Börsen gehören. Für Anleger bleibt das traurige Fazit dass auch ein gut gesetzter Stopp Loss keine vollständige Sicherheit bieten kann – was er eigentlich aber sollte!

DAX 10000, Italien, Gold und Aixtron – lose Gedanken zum Sonntag

Über das Wochenende lese ich viel und mache mir auch Gedanken zu den Finanzmärkten.

An ein paar dieser Gedanken möchte ich die Leser heute teilhaben lassen. Ich betone, dass das weder Prognosen sind, noch vollständig durchdachte Analysen, es sind einfach lose Gedanken – die Ihnen aber vielleicht die eine oder andere Perspektive eröffnen.

DAX 10000 in 2012 ?

Mein Makrobild für 2012 sah schon seit Ende 2010 ziemlich düster aus. Ich erwartete eigentlich, dass 2012 ein sehr schwieriges Jahr wird, in dem wir neue Tiefststände ausloten würden. Nach einem ersten Absturz in 2011 – den wir gerade hinter uns haben – und einer Erholung zum Jahresende bis in den Januar 2012 hinein, rechnete ich damit, dass sich die Staatsschuldenkrise weiter verschärft und auch grössere Länder wie Italien oder selbst die US in 2012 auf den Radar der Märkte geraten. Denn strukturell ist weltweit nichts gelöst, sondern nur die Wunden mit weisser Salbe zugekleistert. An den Märkten würde das zu echter Panik führen, gegen die dieser August ein Kindergeburtstag war. Und der in meinen Augen unvermeidliche „Reset“ des Weltfinanzsystems würde näher rücken. Und China könnte in 2012 konjunkturell endgültig abknicken und es würde sich zeigen, dass die vermeintlich ach so tolle Staatswirtschaft dort im wesentlichen auch nur auf einem kreditfinanzierten Schneeballsystem beruht, bei dessen Platzen dann wieder Panzer zur „Beruhigung“ der Massen eingesetzt werden müssen. Zu guter Letzt verdichten sich sowieso die Signale, dass es mit der Ruhe um den Iran und mit Pakistan nicht mehr lange so weiter geht. Früher oder später hat Iran die Bombe und wird sie als Druckmittel einsetzen. Und vorher wird es sicher noch einen Angriff der Israelis mit amerikanischer Unterstützung geben. So weit mein düsteres Bauchgefühl für 2012, das ich schon das ganze Jahr 2011 mit mir herum trage. Ich betone, dass das nur ein Bauchgefühl ist und keinen Anspruch auf Wahrheit hat, ich kenne die Zukunft auch nicht. Unsichere Zeiten liegen aber wohl vor uns.

Nun finde ich dieses düstere Bild aber zunehmend in den Medien wieder. So schreibt die Wirtschaftswoche gerade, dass der DAX 2012 wohl bestenfalls im Bereich 5000-6500 schwanken wird und ein bekanntes Anlagemagazin für Otto-Normalverbraucher hat sogar den Crash 2012 auf dem Titelblatt.
Das macht mich skeptisch was das negative Szenario angeht, denn das was selbst Oma Büllerbeck erwartet, tritt selten ein, schon gar nicht an der Börse. Mr. Market hat dagegen die Fähigkeit genau das zu tun was keiner erwartet und damit den maximalen Schmerz zu verursachen. Und was erwartet absolut Niemand ? Genau: DAX 10.000 in 2012 !

Sie können sich das nicht vorstellen? Eben, das ist der Punkt. Denn wenn ich objektiv darüber nachdenke, ist die abstrakte Wahrscheinlichkeit einer derartigen Rally gar nicht so gering, wahrscheinlich im kleinen zweistelligen Prozentbereich. Die gefühlte Wahrscheinlichkeit ist aber aktuell 0%. Umgedreht ist das obige Katastrophenszenario für 2012 objektiv auch nicht viel wahrscheinlicher, gefühlt aber eher 50% und mehr – man könnte meinen es sei fast sicher.

Denken Sie mal darüber nach, was diese negative Erwartungshaltung der Marktteilnehmer für die Börse bedeutet.

Ruhe um Italien bis Februar 2012 ?

Ich habe gestern eine interessante Aufstellung gelesen, nach der Italien sich erst wieder ab Februar2012 bis April 2012 mit dann je rund 40 Milliarden € pro Monat signifikant am Kapitalmarkt refinanzieren muss. Umgekehrt bedeutet das, dass bis dahin relative Ruhe einkehren könnte. Hoffen und beten wir, dass Mr. Bunga Bunga bis dahin entweder ersetzt wurde oder das unvorstellbare Wunder geschieht und er vom Lichtstrahl des Verantwortungsbewusstseins getroffen wird.

Warum der 23. Januar für Gold ein wichtiges Datum ist.

Einer der Treiber für Gold ist der physische Bedarf aus den Schwellenländern in der zweiten Jahreshälfte. Indien ist hier schon länger bekannt. Aber nun wird China zunehmend zu einem gewaltigen Faktor auf dieser Rechnung. Der zunehmende Wohlstand einer neuen chinesischen Bürgerschicht steigert den Bedarf an Schmuck, aber in Anbetracht der gewaltigen Inflationsraten wird Gold auch als Wertaufbewahrungsmittel in China immer wichtiger. Gestern habe ich gelernt, dass Gold in China vor allem zum Neujahrfest erworben wird, dass in China heuer aber am 23. Januar 2012 ist ! Dieses Datum sollte man auf dem Radar haben !

Aixtron vor der Wende ?

Auslöser der überraschenden Rally von Aixtron am Freitag war wohl die Nachricht, dass auch China das Aus für die Glühlampe beschlossen hat. Dieser Prozess soll schon 2012 mit der 100 Watt Lampe losgehen. Auch von Subventionen der chinesischen Regierung war die Rede. Schon wird in diversen Publikationen das Ende des Absturzes der Aixtron Aktie ausgerufen. Das ist ja nicht ganz unlogisch, weil so das Durchsetzen der LEDs sicher beschleunigt wird. So weit so richtig. Aber wird Aixtron davon wirklich profitieren ?

Ich bin leicht skeptisch. Denn ein Mangel an potentiellem Marktvolumen war noch nie das Problem von Aixtron. Würde es danach gehen, hätte der Kurs nie abstürzen dürfen, denn auch ohne China ist das Marktpotential im LED Markt gewaltig. Grund für den Absturz waren Margenprobleme und vor allem schwächere Auftragslage. Und sollte China wirklich den LED Markt mit Subventionen pushen, ist es genau so gut möglich, dass damit erst eine subventionierte Konkurrenz für Aixtron heran gezüchtet wird, die die Marge endgültig zerstört. Das muss also keineswegs nur positiv sein. Bespiele in anderen Industrien gibt es ja zuhauf.

Ich tue mich daher schwer, das Thema China bei Aixtron richtig einzuordnen. Dieses Nachricht kann in Anbetracht der überverkauften Lage sicher noch ein paar Tage lang eine Hoffnungsrally auslösen. Ob das dann aber eine wirkliche Wende begründet, ist in meine Augen lange nicht so klar, wie es die Nachricht vermuten lässt.

Ich wünsche einen schönen Sonntag, geniessen Sie die Sonne ! (HS)

Volkswagen mit Absatzsprung in Indien

Europas größter Autobauer expandiert weiter und vor allem schnell in den Schwellenländern. So hat der Volkswagen-Konzern seinen Autoabsatz im vergangenen Jahr auf dem zweitgrößten Wachstumsmarkt Indien nahezu verdreifacht. Insgesamt seine im Jahr 2010 in Indien 53 341 Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns verkauft worden, teilte das Unternehmen heute mit. Das entspricht einem satten Plus von 180 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem immerhin auch schon 19 000 Autos ausgeliefert wurden. Hauptumsatztreiber war dabei der Kleinwagen Polo sowie dessen Stufenheck-Ableger Vento mit insgesamt mehr als 25 000 verkauften Fahrzeugen. Aber auch immer mehr Ober- und Mittelklassewagen von VW und Audi finden ihren Weg zu den Käufern der indischen Mittelschicht hieß es weiter. In dem neu errichteten Werk in Pune sollen künftig bis zu 110.000 Autos im Jahr gebaut, und schwerpunktmäßig in der Region dann vertrieben werden. Neben Europa, China und Amerika ist Indien inzwischen einer der wichtigsten Märkte für VW.

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