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Wirecard – Warum die Erholung heute nicht „echt“ sein könnte…

Die Wirecard Aktie kann sich heute vorbörslich erholen, nachdem der Titel gestern kräftig unter die Räder gekommen ist. Grund hierfür war eine mysteriöse Studie einer unbekannten Researchfirma nach der der Zahlungsabwickler angeblich in unlautere Geschäfte verwickelt sein soll. Von Geldwäsche und Betrug war hier die Rede, Anleger zeigten sich deutlich verunsichert und schickten die Wirecard Aktie um über 20 Prozent in die Tiefe. Während ich persönlich nichts auf solche dubiosen „Studien“ geben würde, zeigt sich an diesem Beispiel wie nervös der Markt aktuell ist. Die Handelsumsätze gestern lagen bei dem Zehnfachen des normal üblichen Volumens!

Und genau das ist eher der Punkt(!), der etwas nachdenklich stimmt. Hier wurden nicht nur ein paar Kleinanleger „abgefieselt“,offensichtlich haben sich auch größere Adressen aus der Aktie verabschiedet. Eine Studie die höchstwahrscheinlich nur zu dem Zweck veröffentlich wurde, um den Aktienkurs in die gewünschte Richtung zu befördern, sollte eigentlich nur kurzzeitige Auswirkungen auf den Aktienkurs haben. Die Aktie fiel aber gestern nach einem zwischenzeitlichen Anstieg unter hohen Umsätzen weiter und schloss im Xetra Handel fast auf Tagestief. Der später am Abend verkündete Insiderkauf soll nun neues Vertrauen schaffen, hinterlässt aber auch das ein oder andere Fragezeichen bei mir…

Wirecard mit Top-Formation

Sieht man sich den langfristigen Chart der Aktie an, wird klar, dass hier bereits so einiges an positiven Nachrichten in den letzten Jahren eingepreist worden ist. Auch die Bewertung der Aktie kann man grundsätzlich nicht unbedingt als günstig im klassischen Sinn bezeichnen – Wachstumswert hin oder her! Falls die heutige Gegenbewegung also nicht „echt“ sein sollte, gebe ich das und folgendes zu bedenken…

Angenommen wir haben kürzlich die Vollendung einer Top-Formation  – wie in dem Chart dargestellt – gesehen, die gestern endgültig mit dem erneuten unterschreiten der Nackenlinie getriggert wurde. Dann wäre das rechnerische Kursziel aus dieser Formation nun im Bereich um die 29,50 Euro zu sehen, wahrscheinlich sogar eher im Bereich um die 28,50 Euro, wo eine erste ernsthafte Unterstützung verläuft. Bei aller Euphorie über den neuen Insiderkauf bleibt also noch abzuwarten, ob es den Bullen nun gelingt die Aktie wieder über diese Nackenlinie zu befördern. Kurse unterhalb deuten ganz klar auf das genannte Kursziel hin!

Fazit: Die Wirecard Aktie ist bereits zum wiederholten Male das Ziel solcher Attacken und Anschuldigungen geworden. Grundsätzlich handelt es sich hier also um eine eher „gefährliche“ Aktie, um die Ersparnisse hier zu parken! Jedesmal beteuerte das Unternehmen seine Unschuld und wehrte sich gegen die Behauptungen – offenbar mit Erfolg. Somit sollte auch jedem Anleger spätestens seit gestern klar sein, dass es sich bei der Wirecard Aktie offensichtlich um eine beliebtes Ziel für solche Aktionen handelt. Rücksetzer von 25 bis 30 Prozent muss man ertragen können, wenn man hier langfristig und ohne Stop dabei ist. Die Frage ist also grundsätzlich, ob man diese Aktie unbedingt im Depot haben muss?

Die heutige Kurserholung sehe ich aus mehreren Blickwinkeln eher kritisch…hauptsächlich aber aus charttechnischer Sicht! Man darf gespannt sein…

Commerzbank – Diese Marke muss halten, sonst…

Die Commerzbank Aktie ist heute erneut kräftig unter Druck, nachdem bekannt wurde dass Deutschlands zweitgrößtem Bankhaus erneut Ärger mit der US Justiz ins Haus stehen könnte. Offenbar stößt der vermeintlich etwas zu lockere Umgang mit dem Thema Geldwäsche bei der CoBa den Amerikanern nun sauer auf. Die Staatsanwaltschaft in New York habe entsprechende Ermittlungen gegen die Commerzbank eingeleitet – hieß es heute in verschiedensten Pressemeldungen. Das die Amerikaner bei diesem Thema wenig Spaß verstehen, ist inzwischen hinlänglich bekannt.

Somit befürchten Anleger nun eine weitere drakonische Strafe gegen das Geldhaus, nachdem bereits vor Kurzem erst bekannt wurde, dass wegen mutmaßlichen Verstösen gegen US Sanktionen ebenfalls eine hohe Geldstrafe zu erwarten ist. Fachleute gehen davon aus dass eine Verletzung der US Sanktionen mit mindestens 500 Millionen Euro bestraft werden könnte. Die Rückstellung der Bank für solche Fälle dürfte deutlich niedriger sein…

Commerzbank Aktie Unterstützung

Aus charttechnischer Sicht bewegt sich die Aktie damit wieder in einem Bereich der sehr entscheidend für die weitere Entwicklung ist. Wie wichtig die aktuell getestete Unterstützungslinie ist verdeutlicht der obige Chart. Immer wieder konnte die Aktie im Bereich um die 11,88 Euro eine entscheidende Wende vollziehen. Heute nun scheint diese massive Unterstützung ernsthaft in Gefahr zu sein. Ein Rutsch unter den Bereich 11,75 Euro zum Handelsschluss wäre somit erst einmal deutlich negativ zu werten und würde wohl folgendes Szenario auslösen…

Die hier rot eingezeichnete Linie stellt dem mittelfristigen Aufwärtstrend dar, der nun zumindest noch einmal getestet werden könnte. Noch naheliegender wäre sogar ein kurzzeitiges Unterschreiten dieser Linie bis auf die nächste Unterstützung im Bereich um die 10,72 Euro. Gelingt hier dann der Rebound, wäre dies wohl das perfekte Setup für einen Wiedereinstieg in die Aktie in Form einer inversen SKS-Formation. Zuvor sollte aber erst einmal abgewartet werden wie hoch die Strafen der US Justiz ausfallen werden, bzw. gehe ich davon aus dass man seitens der Bank letztlich versuchen wird einen entsprechenden Vergleich zu schließen um reinen Tisch zu machen.

Fazit: Die Unsicherheiten über die tatsächliche Höhe der möglichen Strafe dürften die Aktie bis auf Weiteres belasten. Mit dem heutigen Bruch der 200-Tage Linie hat sich das Bild wieder deutlich eingetrübt und mahnt zur Vorsicht. Das hier kürzlich beschriebene Setup wurde fast vollständig abgearbeitet. Jetzt gilt es erst einmal wieder auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.

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