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Cash is king!

heute kann ich leider nur sehr kurz zu den aktuellen Vorgängen an den Börsen Stellung nehmen, weil ich leider immer noch nicht wieder über einen Internetzugang verfüge. Ich gehe aber fest davon aus, dass sich dies in den kommenden Tagen ändern sollte.

Der Freitag war mal wieder nichts für schwache Nerven. Die Dynamik des erneuten Ausverkaufe an den Finanzmärkten sollte einem schon zu denken geben. Trotz aller Bemühungen der EZB und der Rettungsmaßnahmen für Griechenland stürzt der Kurs des Euro ins scheinbar Bodenlose und reißt damit natürlich auch die Aktienkurse mit nach unten. Inzwischen sind wir am 18 Monats Tief angekommen. Die Aussagen von Josef Ackermann halte ich für bedenklich, ebenso wie die jüngsten Äußerungen von Jean Claude Trichet, der diese Krise als die schlimmste seit dem ersten Weltkrieg bezeichnete.

Möglicher Weise hat der EZB Chef damit recht, dennoch dürften sich die Rahmenbedingungen zur Bewältigung einer solchen Krise inzwischen doch etwas geändert haben. Nach wie vor ist extreme Vorsicht angebracht und auch einen weiteren Ausverkauf halte ich in der kommenden Handelswoche für möglich. Ungefähr ein Drittel meiner offenen Positionen hat sich am Freitag per Stopp-Loss wieder aus meinem Depot verabschiedet, ein weiteres Drittel habe ich dann vorübergehend erst einmal verkauft und warte nun ab bis die Lage sich etwas beruhigt.

Erst wenn der Verfall des Euro gestoppt werden kann dürften sich auch die Märkte wieder beruhigen und entsprechend stabilisieren. Grundsätzlich bin ich eher der Meinung, dass der Boden nun nicht mehr weit entfernt sein sollte. Auch aus charttechnischer Sicht spricht vieles bei Kursen von 1,22 bis 1,24 für eine Bodenbildung der europäischen Leitwährung. Dennoch darf man die derzeitige Panik nicht unterschätzen. Bricht auch diese Marke und hält die Dynamik dieser Bewegung entsprechend an,  sind sogar Umtauschverhältnisse von 1,05 Euro je Dollar noch möglich.

Erwähnenswert sind sicherlich auch noch zwei weitere Nachrichten, die am Wochenende Schlagzeilen gemacht haben, und hier hat mich neben den Unruhen in Bangkok, die für eine Destabilisierung der gesamten Region sorgen könnten, die Ankündigung Arnold Schwarzeneggers beunruhigt nun starke Kürzungen im Solzialsektor vornehmen zu wollen, da diese einfach nicht mehr finanzierbar seien. Schon seit längerem ist bekannt, dass Kalifornien sich in einer Schieflage befindet. Nun scheint hier ähnliches zu passieren wie in Griechenland, mit dem feinen Unterschied, dass die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft um ein vielfaches dramatischer wären.

Bleiben Sie also vorsichtig und halten Sie vorerst möglichst viel Cash, der nächste Anstieg kommt bestimmt, wann kann aber wohl keiner im Moment so genau sagen. Allerdings ist dann auch eine heftige Erholungsrally wieder möglich die wir wieder nutzen werden..

Der Euro bestimmt die Richtung

Wie gewonnen, so zerronnen dürfte wohl das knappe Fazit aus dem gestrigen Maßnamenspaket der europäischen Regierungen sein. Der Euro zu dessen Schutze dieses einmalige und umfangreiche Rettungspaket beschlossen wurde will oder kann wohl nicht gerettet werden. Nachdem die europäische Leitwährung gestern kräftig zulegen konnte sah es zunächst einmal wieder gut aus. Europa konnte sich, wenn auch nur kurz, stark und entschlossen präsentieren. Auch in Amerika sorgte dies für Begeisterung die Börsen legten eine fulminante Erholungsrally hin, wichtige Trends konnten wieder aufgenommen werden und fast könnte man als Anleger den Eindruck gewinnen, dass jetzt alles wieder gut ist. Weit gefehlt, würde ich sagen. Am deutlichsten versinnbildlicht wohl die Erfolglosigkeit der getroffenen Maßnahmen der heutige Euro Kurs. Gestern in der Spitze noch bei 1,31 und heute bereits wieder nahe des Tiefs vor dem europäischen Rettungspaket bei 1,27.

Dabei wurden sogar Tabus gebrochen, die noch vor kurzem undenkbar gewesen wären. Die EZB kauft nun verstärkt Staatsanleihen von Euro-Ländern auf. Zwar betonte Jean Claude Trichet, dass die Entscheidung der EZB dahingehend aus freien Stücken getroffen wurde, so richtig glauben will man ihm das aber nicht. Auch unserer Regierung steht das Wasser offenbar nun bis zum Hals, die Wahlen in Nordrhein Westfalen zeichnen ein deutliches Bild über die Zufriedenheit bezüglich des Führungsstils von Angela Merkel und Guido Westerwelle. In den Medien ist heute zu lesen, dass unsere Regierung keine Ahnung davon hat wie teuer die Eurokrise nun tatsächlich für den Steuerzahler wird. Von möglichen Verschleierungstaktiken unserer Kanzlerin über schon lange bekannte Missstände ist da die rede… alles nicht unbedingt vertrauensbildende Umstände.

Kurzum, wir sind noch lange nicht über den Berg. Die Futures haben heute Nacht kräftig nachgegeben.Es dürfte sich also zunächst Ernüchterung breit machen über die Machtlosigkeit gegen die Spekulationen und den erneuten Vertrauensverlust der Anleger. Gestern schrieb ich im Newsletter, dass bei Rücksetzern wieder ausgewählte Titel gekauft werden könnten, heute haben wir bereits einen ersten deutlichen Rücksetzer. Allerdings bin ich nicht mehr so ganz davon überzeugt, dass es sinnvoll ist bereits jetzt wieder verstärkt in die Märkte einzusteigen. Weitere Investitionen werde ich momentan direkt vom aktuellen Eurokurs abhängig machen. Sollte dieser weiter abrutschen werden auch die am Freitag gekauften Positionen wieder aufgelöst. Erst bei einer nachhaltigen Erholung über die Marke von 1,30 kann man eventuell davon sprechen das der Euroraum die Krise zumindest wieder im Griff hat..Bleiben Sie also weiterhin sehr vorsichtig!

Der Euro im freien Fall

In der vergangenen Woche schrieb ich…“Was waren das doch für tolle Zeiten als die gute alte Deutsche Mark noch etwas wert war. Es gab Lire, Pesos, Drachmen, Schilling, Francs…, jedes Land hatte seine eigene Währung und gab es irgendwo Probleme, dann konnte die heiße Luft entweichen indem man eine Währung des betroffenen Landes auf- oder abgewertet hat. Heute haben wir uns selber dieser Möglichkeit beraubt, und das ist jetzt die Quittung dafür. Ach, Du schöne alte D-Mark, komm bitte wieder zurück!“ Die Problematik bei einer wiederkehrenden D-Mark ist aber wohl, dass im Moment niemand so genau sagen kann was diese dann wert sein dürfte. Die Wahrscheinlichkeit eines Umtauschkurses von 1,95 und ein paar Zerdrückten zum Euro sehe ich als relativ gering an. Die Befürchtung eines weiteren extremen Kaufkraftverlustes, ähnlich wie bei der Euro Einführung hingegen als sehr hoch.

Die öffentlichen Diskussionen um einen Rückschritt zur alten, und gut bewährten D- Mark werden immer intensiver. Heute konnte man wiedermal schöne Berichte um eine sogenannte D-Mark 2.0 oder einen nordischen Euro lesen. Die Möglichkeit einer baldigen Währungsreform wird nun offen diskutiert. Das ist zwar irgendwie verständlich, aber wenig hilfreich in der jetzigen Situation und beängstigend für die Bürger. Die Meinungsmache der Presse sorgt für Panik bei den Verbrauchern und Anlegern, Newsletter mit Horrorszenarien haben wieder einmal Hochkonjunktur und versuchen die Anlagenot Ihrer Leser für sich zu nutzen. Gold stieg zuletzt deutlich an, der Euro hingegen scheint ins Bodenlose fallen zu wollen.

Persönlich halte ich den Euro in seiner jetzigen Form für gescheitert…wie oben schon erwähnt war bereits der mit der Einführung des Euro einhergehende Kaufkraftverlust für uns Deutsche ein herber Schlag. Man wollte zu viel in zu kurzer Zeit und hat auch die schwachen Länder in die Union aufgenommen ohne sich offensichtlich des Risikos und der gesamten Tragweite dieser Entscheidung bewusst zu sein. Sich dies einzugestehen ist eine Sache, aber dies dann öffentlich zuzugeben eine ganz andere. Wir werden einen neuen Euro brauchen, der stärker ist als der alte, und dies geht wohl dann auch unter Umständen einher mit dem Ausschluss einiger Mitgliedsländer. Vielleicht zaubert aber auch irgend ein Politiker eine völlig Neue Währung aus dem Hut und möchte sich damit unsterblich machen…

Ansonsten wird wohl folgendes passieren müssen. Ähnlich wie in dem oben beschriebenen Szenario als es noch die verschiedenen Währungen in Europa gab könnte heute innerhalb der Währungsunion ein Ausgleich nur mittels Inflation geschehen. Das heißt, man müsste in den starken Ländern die Inflation so in die Höhe treiben das die schwachen Länder davon profitieren. Inflationsraten von 10 Prozent oder mehr jährlich in Deutschland wären damit wohl sehr wahrscheinlich. Sicherlich ist dies aber kein Szenario was der deutsche oder französische Verbraucher sich wünschen kann. Aufstände und Unruhen würde ich dann auch hierzulande nicht mehr ausschließen..

Mein Fazit bleibt, selbst wenn keines der Mitgliedsländer bankrott geht und selbst wenn wir Europäer diese Krise irgendwie überstehen werden dürfte man inzwischen erkannt haben, dass der Euro viel zu anfällig ist und sich in Krisenzeiten so nicht bewährt hat. Es muss etwas Neues her und es muss sich deutlich etwas ändern im Euroraum. Die Regulierung der Finanzmärkte ist und bleibt da sicherlich ein wichtiges Thema. Das hemmungslose wirtschaften der Politiker mit unseren Steuergeldern ist aber ein noch entscheidenderer Punkt für ein dauerhaftes Gelingen. Jedem Bürger ist klar, dass er dauerhaft nicht mehr Geld ausgeben kann als er einnimmt. Nur bei den Politikern scheint dieses „Anti-Verschuldungs-Gen“ irgendwie zu fehlen. Jahrzehnte lange Misswirtschaft wird sich früher oder später rächen..heute bei den Griechen und übermorgen vielleicht bei uns…

Euro bald unter 1,30?

Wer meinen Blog schon länger liest weiß, dass ich eigentlich fast immer eine optimistische Haltung einnehmen. Dennoch gefällt mir der Markt zur Zeit irgendwie nicht. Ich kann es nicht so genau definieren, es sieht einfach nicht mehr überzeugend aus. Aber keine Angst ich werde sicherlich nicht vom Perma-Bullen zum Pessimisten mutieren… Die Nachrichtenlage von der Konjunkturfront stimmt mich eigentlich weiterhin positiv, auch die Unternehmensdaten waren überwiegend besser als erwartet. es deutet also vieles auf eine weitere Erholung an den Aktienmärkten hin. Wären da nicht Faktoren wie Griechenland, Bankenregulierung, Japan, die Unsicherheiten um eine Blase in China, die Ölpest vor Amerika, und noch ein paar weitere…Der Dax tut sich gerade sehr schwer damit die 6.200 Punkte wieder zurück zu erobern und in den einzelnen Aktien lässt sich weiter eine gewisse Schwäche feststellen.

Nun meldete sich auch noch Marc Faber zur Wort und prognostiziert einen Crash in China innerhalb der nächsten neun bis zwölf Monate. Der Börsenprofi verweist dabei insbesondere auf den Shanghai Composite Index der seit dem Jahresbeginn 2010 ein Minus von neun Prozent erlitten hat. Die Entwicklung der Inflation in der Region gibt Anlass zu Sorge, der Immobiliensektor ist überhitzt und auch der Aktienmarkt der asiatischen Börsen will trotz strafferer Geldpolitik nicht so richtig Dampf ablassen. „Der Markt erzählt uns, dass irgendetwas nicht ganz stimmt“, sagt Faber. am Montag blieben die meisten Börsen in Asien erst einmal geschlossen. Am Freitag mussten aber auch hier bereits kräftige Abschläge hingenommen werden. Je nach Handelsverlauf heute bin ich sehr gespannt wie sich die asiatischen Märkte diese Woche entwickeln werden…Sollte es in China irgendwann zu einem Kursrutsch kommen dürfte klar sein was dies dann für die restlichen Börsen bedeutet. Vielleicht ist dieses Thema aber noch ein bisschen zu weit weg um sich jetzt bereits den Kopf darüber zu zerbrechen…

Die US Börsen haben sich gestern noch einmal sehr stark präsentiert und konnten an die alten „Bestmarken“ anknüpfen. Der Dax hat die Marke von 6.140 Punkten zunächst auch sehr überzeugend überwunden und notiert heute zu Handelsbeginn mit leichten Aufschlägen. Der zweifache Ausbruch nach unten in der vergangenen Börsenwoche könnte sich also nun als klassisches Fehlsignal entpuppen, was wiederum bullish zu werten wäre. Ebenso ist ein erneutes Abtauchen der Indizes immer noch möglich. Um sicher zu gehen welche Richtung nun tatsächlich eingeschlagen wird warte ich noch etwas ab. Sollten die Indizes in den kommenden beiden Handelstagen weiter Stärke zeigen habe ich mich wohl geirrt, und muss dann wieder long gehen..Dann wäre das Kursziel von 6.500 bis 6.600 Punkte im Dax wieder in greifbarer Nähe. Ansonsten bleibt mein kurzfristiges Kursziel eher 5.800 bis 5.900 Punkte.

Angesichts der europäischen Probleme habe ich mich in den vergangenen Tagen mal wieder etwas intensiver mit US Aktien beschäftigt, denn wie man auch heute bereits wieder sehen kann helfen auch die Nachrichten um ein Rettungspaket für Griechenland derzeit nicht den Preisverfall des Euros nachhaltig zu stoppen. Vielleicht ist es also eine gute Idee das Risiko in den kommenden Monaten auf mehrere Währungen zu verteilen. Der Dollar ist hier natürlich nur eine Variante, das britische Pfund und der Schweizer Franken haben dabei durchaus auch Ihren Charme. Aber bleiben wir beim Dollar, warum sollte man beispielsweise in US Aktien investieren? Die Antwort erscheint logisch: Sollte es wider erwarten zu einem Dominoeffekt in Europa kommen ist der Euro wohl in seiner heutigen Form gescheitert, und war wie manche Amerikaner heute schon behaupten, von Anfang an nicht mehr als ein Experiment. Ein sehr teures Experiment für die Bürger der Euro Staaten!

Ach, Du schöne D-Mark, komm bitte wieder zurück!

Auch gestern wurde der Markt mit der Herabstufung Spaniens wieder einmal kurzzeitig durch gerüttelt. Marktbeobachter die einen Dominoeffekt befürchtet haben, dürfte damit wohl richtig liegen – zumindest was die Ratings dieser Länder anbelangt. Wer wird der nächste sein? Ich wundere mich persönlich ein wenig, dass Italien bislang von den bösen Ratingagenturen verschont worden ist, sieht es doch hier ähnlich schlecht aus wie in Griechenland oder Portugal. Und auch unser großer Nachbar Frankreich ist nicht ganz unbeleckt in Sachen Verschuldung. Letztendlich ist dann Deutschland dran. Nachdem wir alle Schulden für die in Schieflage geratenen Nachbarländer übernommen haben sind auch wir dann endlich Pleite.! Verzeihen Sie mir bitte diesen kleinen Ausflug in den Sarkasmus, aber angesichts der hemmungslosen Verfügung unseres Staates über das Geld seiner Steuerzahler kann einem schon Angst und Bange werden.

Wieder einmal soll der Steuerzahler dafür aufkommen, dass die Banken Jahrelange Misswirtschaft betrieben haben. Wieder einmal kommen die Verursacher dieses Problems ohne größere Blässeren davon und überlassen den kleinen, dummen Bürgern ihre verbrannte Erde. Wieder einmal sind es nicht zuletzt die amerikanischen Banken die auch dafür verantwortlich sind in dem sie Griechenland jahrelang geholfen haben die bittere Wahrheit zu verschleiern. Und wieder einmal ist es die unendliche Gier und Dummheit einiger weniger Menschen die durch Ihr Tun der Allgemeinheit eine große Bürde aufladen. Ja ich bin sauer darüber, ohne Frage, und ich bin einmal mehr zu tiefst enttäuscht von dem System in dem wir leben. Ein System in dem offensichtlich die skrupellosesten Menschen  am weitesten kommen…

Lasst Griechenland ruhig pleite gehen! Eine „geordnete Insolvenz“ wie es heißt sei die beste Lösung. Hat man denn gar nichts aus der Lehman Brothers Pleite gelernt? Die Auswirkungen und der dann wirklich einsetzende Dominoeffekt wären fatal. Die Variante die Griechen und andere Länder die sich nicht an die Vorgaben halten wieder aus der Währungsunion raus zu schmeißen ist mir da deutlich sympathischer. Was waren das doch für tolle Zeiten als die gute alte Deutsche Mark noch etwas wert war. Es gab Lire, Pesos, Drachmen, Schilling, Francs…, jedes Land hatte seine eigene Währung und gab es irgendwo Probleme, dann konnte die heiße Luft entweichen indem man eine Währung des betroffenen Landes auf- oder abgewertet hat. Heute haben wir uns selber dieser Möglichkeit beraubt, und das ist jetzt die Quittung dafür. Ach, Du schöne alte D-Mark, komm bitte wieder zurück!

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