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Gewinnmitnahmen aus Angst der Amerikaner vor zu hohen Steuern…Apple im Fokus

Barack Obama ist der neue/alte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und das ist auch meiner persönlichen Sicht gut so, denn die Alternative, Mitt Romney hätte wohl, nach einer eventuell kurzen und euphorischen Phase an der Börse, viel neue Unsicherheit mit sich gebracht. Genau das ist es aber wohl was die Welt nun so gar nicht braucht und die Finanzmärkte schon erst recht nicht. Denn die Börse hasst nichts mehr als Unsicherheiten. Fachleute waren sich bereits im Vorfeld der US Präsidentschaftswahlen einig: Mitt Romney von den ultrakonservativen Republikanern täte der Welt in dieser Zeit der wirtschaftlichen Probleme mit seiner harten Linie nicht gut. Zudem er eher ein waschechter Amerikaner zu sein scheint, der ähnlich wie George W. Bush nur selten über den amerikanischen Tellerrand hinaus geschaut hat. Für Europa und die Lösung der aktuellen Probleme dürfte Obama somit die deutlich bessere Wahl sein.

Etwas überraschend war für mich hingegen wie deutlich der Vorsprung Obamas am Ende der Wahlnacht doch gegenüber dem Herausforderer gewesen ist. An dieser Stelle auch noch meinen Herzlichen Glückwunsch an Barrack Obama und das amerikanische Volk, dass es zu verhindern wusste dass eine lange und zähe Auszählung von Stimmen und Wahlmännern erst nach Wochen die tatsächliche Entscheidung bringt. Denn dieses Szenario wurde nicht nur von mir im Vorfeld befürchtet. Die Folgen für die Börsen wären wohl verheerend gewesen..!

 

 

Kurzzeitig setzten die Märkte also am Mittwoch früh zunächst zu einer Rallye an und feierten das deutliche Wahlergebnis, bevor dann leider EZB Chef Mario Draghi diese am Nachmittag jäh beendete. Im Fokus der Rede Draghis standen insbesondere die „schlechten“ Konjunkturdaten aus Deutschland. Die aus meiner Sicht zwar alles andere als wirklich schlecht sind, aber eben auch nicht mehr so gut wie gewohnt. Der rettende Anker in der europäischen Krise droht zu rutschen – zumindest nahmen die Marktteilnehmer die Äußerungen Draghis zunächst so auf. Was dann folgte war eine typische Lawine an Verkäufen, Gewinnmitnahmen und ausgeführten Stopp-Loss Orders. Am Ende dieser Bewegung rutscht der DAX kurzzeitig deutlich unter die wichtige Marke von 7.100 Punkten, konnte sich aber bis zum Wochenende dann wieder etwas erholen. Der S&P 500 testete den aus meiner Sicht alles entscheidenden Bereich (roter Kreis)

Hinzu kommt noch dass die Amerikaner nun sofort wieder auf das nächste Thema umgeschaltet haben – die fikale Klippe, die es unbedingt zu umschiffen gilt, weil dem Land sonst griechenlandähnliche Zustände drohen. Das sogenannte „Fiscal Cliff“ beschreibt unter anderem auch die die Möglichkeit dass Steuererleichterungen zum Jahreswechsel wegfallen werden, sollte nicht eine kurzfristige Lösung in Zusammenarbeit mit den Republikanern gefunden werden. Präsident Bush hatte während seiner Amtszeit die Dividendenbesteuerung und die Besteuerung von Kapitalerträgen auf nur 15% gedrückt. Diese Steuererleichterung war jedoch befristet und läuft zum Jahresende aus. Dreimal dürfen Sie raten was die direkte Konsequenz daraus ist? Amerikaner verkaufen Ihre Aktien und nehmen nun Gewinne für günstige 15 Prozent Steuern mit, bevor Sie im kommenden Jahr eventuell das doppelte oder gar dreifache an den Staat zahlen müssen.

Die aktuelle Schwäche in den US Indizes dürfte also nicht zuletzt von dieser Angst geprägt sein. Insbesondere trifft dies nun Aktien die zuvor kräftig gelaufen sind. Die Gewinne sind dort entsprechend hoch und die Versuchung der Anleger umso größer. Das beste Beispiel dafür liefert in meinen Augen immer noch die Apple Aktie, über die ich auch in dieser Woche berichtet habe. Lesen Sie dazu bitte > hier< weiter. Apple ist und bleibt ein Top Unternehmen, auch wenn die momentanen Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen sind. Die letzte Chartanalyse zu dem Wert hat nach wie vor Gültigkeit. Zudem habe ich Ihnen eine neue und sehr wichtige Linie in den Chart eingezeichnet die Sie unter der Rubrik „Chart der Woche“ sehen können. Auf dieser Linie dürfte die weitere Entwicklung bei Apple entschieden werden! Ich habe somit nun bei meinem Handel sowohl mit der Apple Aktie die Richtung kurzzeitig von short auf long gewechselt.

Was ist die Porsche SE Aktie wirklich wert?

Ich hatte bereits im Januar schon einmal den Versuch unternommen den tatsächlichen Wert der Porsche SE zu definieren, den Sie >hier< noch einmal nachlesen können. Heute möchte ich dieser Betrachtung noch ein zwei Aspekte hinzufügen, die für Ihre Anlageentscheidung vielleicht wichtig sein könnten. Meine Beobachtungen von heute Morgen haben mich dazu veranlasst, da ich es immer wieder sehr unschön finde, wenn eine zuvor durchdachte Strategie durch unglücklich gesetzte Stopps kaputt gemacht wird. Natürlich sind Stopps wichtig und essentiell für den dauerhaften Erfolg an der Börse, aber es gibt eben auch Ausnahmen…

Die heute veröffentlichten VW Zahlen waren einmal mehr hervorragend. Was bedeutet dies nun für den gemeinen Porsche Aktionär? Hierzu möchte ich kurz aus einem bekannten deutschen Börsenmagazin zitieren, damit Sie sehen dass ich mit meiner seit Monaten hier publik gemachten Meinung nicht alleine dastehe: „Die Porsche SE wird momentan mit ca. 14,5 Milliarden Euro bewertet. Alleine die VW Beteiligung ist aktuell ca. 20,6 Milliarden Euro wert. Abzüglich der Prozessrisiken in Höhe von 2 Milliarden Euro und zuzüglich des Gewinnanteils aus der VW Beteiligung in Höhe von geschätzten 5,5 Milliarden Euro, zzgl. Dividendenzahlungen von knapp 500 Millionen Euro, ergibt sich ein Wert für die Porsche SE zum 31.12.2012 in Höhe von ca. 24,6 Milliarden Euro.“

„Hinzu kommt noch dass mittelfristig wahrscheinlich mit einer Hochzeit der Porsche SE und dem Volkswagen Konzern zu rechnen ist. Porsche besitzt 50,7 Prozent der VW Stimmrechte, bzw. 32,2 Prozent des gezeichneten Kapitals des Konzerns. Im Falle einer Verschmelzung der beiden Unternehmen gehen Analysten von einem Umtauschverhältnis der Porsche Aktien in VW Aktien von 2:1 aus. Das würde bedeuten dass die Porsche Aktie im Moment immer noch mit einem Abschlag von ca. 45 Prozent auf ihren tatsächlichen Wert gehandelt wird.“

Die Risiken durch die ausstehenden Klagen, die hauptsächlich in der Porsche SE verblieben sind sollten nach wie vor nicht unterschätzt werden, auch wenn ich persönlich davon ausgehe dass Porsche siegreich aus diesen hervor gehen wird, oder zumindest entsprechende Vergleiche erzielen kann. Dies ist also ein nicht ganz unwesentliche Faktor bei der Bewertung der Porsche SE , aber auch keiner den man überbewerten sollte. Ansonsten schließe ich mich der o.a. Meinung an. Die Porsche Aktie dürfte aus meiner persönlichen Sicht mittelfristig ihre faire Bewertung erreichen, so oder so…! Ob diese dann bei 70,- Euro oder 86,- Euro liegt, spielt aus heutiger Sicht keine wesentliche Rolle, ebenso wenig wie ein kurzzeitiger Rücksetzer, den wir heute morgen gesehen haben. Ich habe Ihnen heute noch einmal den längerfristigen Porsche Chart hier eingefügt, der Ihnen helfen sollte die „gedanklich“ richtigen Stopps für die Zukunft zu finden.

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