Tag Archives: Deutsche Bank

Die Commerzbank wird solide…

In den letzten Tagen habe ich im Zusammenhang mit der Rheinmetall Aktie und dem geplanten Leopard Panzer Deal von Krauss Maffei mit Saudi Arabien mal wieder das Wörtchen „Moral“ ins Spiel gebracht. Natürlich ist mir völlig klar dass dieses kleine und unscheinbare Wort in der heutigen Finanzwelt nicht mehr viel verloren hat. Es wäre eine Illusion davon auszugehen dass Unternehmen, und hier insbesondere die Banken, sich ihrer moralischen Verantwortung bewusst werden, habe ich noch vor kurzem gedacht. Heute werde ich offensichtlich eines Besseren belehrt. Laut einem Bericht im Spiegel Online hat die Commerzbank sämtliche Spekulationen mit Nahrungsmitteln komplett eingestellt und wird diese auch in Zukunft nicht mehr aufnehmen. Die zweitgrößte deutsche Bank hat alle Agrarprodukte aus dem Rohstoff-Fonds ComStage ETF CB Commodity EW Index TR herausgenommen, teilte die Verbraucherorganisation Foodwatch heute mit. Ich unterstelle dabei einfach mal dass nicht nur wirtschaftliche, sondern auch moralische Überlegungen hinter einem solchen Schritt stecken.

Ehrlich gesagt ist mir kein vergleichbarer Fall aus der Bankenwelt bekannt. Dieses fast schon historische Ereignis ist somit aus meiner persönlichen Sicht auch unbedingt erwähnenswert. Die Banken stehen seit Jahren in der Kritik durch diese Spekulationen immer wieder für deutlich steigende Preise bei Agrarrohstoffen zu sorgen und den Hunger in den Entwicklungsländern damit noch zu verschlimmern. Die CoBa hat sich nun entschieden diesen Geschäftszweig aufzugeben. Ich sehe es als einen weiteren und sehr bedeutenden Schritt der Bank auf dem Wege zu einem soliden Finanzunternehmen. Man kann an dieser Stelle nur hoffen dass der Ausstieg der Commerzbank aus dem Nahrungsmittel-Geschäft auch bei anderen Banken Schule machen wird. Insbesondere die Deutsche Bank ist aufgefordert diesem Beispiel zu folgen. Der Branchenprimus „prüft“ schon seit längerem einen möglichen Ausstieg aus diesen Geschäften, bisher leider ohne Ergebnis.

Commerzbank vs Deutsche Bank – Wer restrukturiert schneller und solider?

Die Commerzbank hat im abgelaufenen Quartal wieder deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr hatten hohe Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen das Ergebnis noch deutlich belastet. Nun rechnet man bei der CoBa wieder mit einem Quartalsgewinn in Höhe von 450 Millionen Euro. Die genauen Zahlen gibt es zwar erst am 09. August, dennoch gab das Unternehmen bereits gestern erste Eckdaten bekannt. Demnach verdiente die Commerzbank im ersten halben Jahr nun ca. 900 Millionen Euro nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Belastet wurde das Ergebnis auch in diesem Quartal durch weitere „Aufräumarbeiten“. So mussten auf den Verkauf der ukrainischen Tochterbank Forum, die nun an die Smart Group veräussert wird, Abschreibungen in Höhe von 86 Millionen Euro vorgenommen werden. Weitere Belastungen in Höhe von geschätzten 200 Millionen Euro werden in den kommenden Quartalen noch auf die CoBa zukommen wenn die Transaktion dann abgeschlossen wird. Der Verkauf hat laut Angaben der Commerzbank aber nur geringe Auswirkungen auf das Kernkapital der Bank. Martin Blessing sieht sein Unternehmen hier weiterhin auf einem guten Weg. Die harte Kernkapitalquote lag Ende März bei 11,3 Prozent. Für Ende Juni 2012 rechnet die Commerzbank mit einer Steigerung auf 12 Prozent.

Auch die Deutsche Bank will die Kapitalanforderungen nach Basel III weiterhin aus eigener Kraft erfüllen, schafft es aber nach eigenen Angaben bis Anfang 2013 nur auf 7,2 Prozent, was deutlich unter den Vergleichswerten anderer Geldhäuser liegt. Zwar wäre dies gerade genug um die Anforderungen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen, Anleger und Analysten befürchten aber wegen dieser schwachen Quote weiterhin eine Kapitalerhöhung. Die Konzernleitung setzt hingegen darauf die Kapitalanforderungen durch den Abbau von Risikopositionen und die erzielten Gewinne zu stärken. So wurde heute bekannt dass man das Engagement in spanischen Staatsanleihen im letzten Quartal von 1,4 Milliarden auf nun 873 Millionen Euro reduziert hat. Auch in den übrigen Krisenländern Portugal, Irland, und Griechenland wurde das Engagement weiter zurückgefahren. Einzig in Italien hat die DB in den letzten drei Monaten die Investitionen von 2 auf 2,5 Milliarden Euro erhöht.

Im Fokus stehen heute aber zunächst einmal die Geschäftszahlen des deutschen Branchenprimus. Die Deutsche Bank musste heute einen geradezu dramatischen Gewinneinbruch im Investmentbanking bekannt geben. Demnach brach der Vorsteuergewinn um satte 63 Prozent gegenüber  dem Vorjahr, auf nur noch 357 Millionen Euro ein. Die Eurokrise würde weiterhin hohe Belastungen für das Unternehmen mit sich bringen, hieß es in dem Pressebericht. Eine gravierende Verbesserung der Situation erwarten die beiden neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen in nächster Zeit nicht.

Angesichts der weiteren Kapitalanforderungen die auch aus den Gewinnen (welchen?) der Deutsche Bank realisiert werden sollen und den sehr wahrscheinlichen Strafzahlungen aus dem Libor Skandal, die demnächst auf das Unternehmen zukommen werden, scheint mir das Polster der Bank inzwischen sehr dünn zu sein. Eine baldige Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank sollte man wohl aus diesem Grunde nicht mehr kategorisch ausschließen. Die Commerzbank hingegen mausert sich weiterhin zu einem soliden Bankhaus im klassischen Sinn, auch wenn der eigeschlagene Weg noch etwas steinig bleiben dürfte. Letztlich haben beide Banken die Erwartungen damit verfehlt. Insgesamt gewinne ich aber inzwischen den Eindruck dass die Truppe um Blessing etwas solider und schneller restrukturiert als die um Fitschen und Jain und das dürfte in diesen Zeiten ein ganz wesentlicher Faktor sein…!

Meistgesucht

  • commerzbank vs deutsche bank

Deutsche Bank nach Gewinneinbruch weiter abwärts

Zu den größten Verlierern gehört heute einmal mehr die Aktie der Deutschen Bank. Wie ich schon am Montag vor den Zahlen geschrieben habe gehe ich davon aus dass sich die Aktie des deutschen Branchenprimus nun zügig dem letzten Tief bei 20,78 Euro nähern dürfte. Heute verliert der Titel nach der Börseneröffnung bereits weitere 3,3 Prozent und notiert bei 22,70 Euro. Die Schuldenkrise ebenso wie die schwäche des Euro haben der DB die Bilanz im zweiten Quartal kräftig verhagelt. Von April bis Juni verdiente das Geldhaus nur noch 700 Millionen Euro nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden im Vorjahresquartal. Nicht berücksichtigt sind in dieser Rechnung entsprechende Rückstellungen die sich aus Strafzahlungen wegen des Libor Skandals ergeben würden. Somit kann sich dieses Ergebnis im Falle einer Verurteilung der Deutschen Bank auch noch einmal dramatisch nach unten verändern.

Das Ergebnis vor Steuern ging im zweiten Quartal von 1,8 auf nur noch eine Milliarde Euro zurück. Einzig positiver Aspekt war die Erhöhung der Kernkapitalquote  nach Core Tier1 um 0,2 Prozent auf nun 10,2 Prozent. Die neue Geschäftsleitung um Anshu Jain und Jürgen Fitschen gab für das Gesamtjahr aufgrund der weiteren Unsicherheiten aber keinen Ausblick auf das Gesamtjahr ab, was wohl auch für weitere Unsicherheit unter den Anlegern sorgen dürfte. Am kommenden Dienstag will die Deutsche Bank den Zwischenbericht veröffentlichen. Demnach ist für das erste Halbjahr wohl mit einem deutlichen Gewinneinbruch um bis zu 44 Prozent zu rechnen. Analysten erwarten ein Vorsteuergewinn von nur noch einer Milliarde Euro nach 1,8 Milliarden im Vorjahr. Bislang hatte man mit 1,4 Milliarden Euro gerechnet.

Ich bleibe somit bei meiner Einschätzung dass wir bei der Deutschen Bank Aktie noch tiefere Kurse zu erwarten haben. Ganz entscheidend für die weitere Kursentwicklung ist die Marke um die 22,- Euro, wird diese unterschritten geht es zügig zum Jahrestief. Und denken Sie immer daran der Re-Test eines Tiefs ist zwar ein guter Punkt für einen soliden Boden aber keinesfalls eine Garantie dafür dass die Kurse hier auch zwingend drehen müssen…!

Commerzbank vs. Deutsche Bank – Tiefstände als Doppelboden?

Der Kursverlauf der Commerzbank Aktie hat schon etwas faszinierendes… Gestern ist die Aktie der zweitgrößten deutschen Privatbank auf ein neues Tief gefallen und drohte damit noch weiter abzukippen. Heute kann sich die Aktie wieder etwas erholen. Grundsätzlich bleibt aber bei den Anlegern wohl die Frage offen warum die CoBa Aktie in den letzten Wochen von keiner positiven Nachricht profitieren konnte (und die gab es aus meiner Sicht durchaus!), die schlechten Nachrichten aus dem Umfeld aber immer voll mit einpreist.

Gemeint ist hier insbesondere der Kursverlauf der Deutschen Bank Aktie in den letzten Tagen. Die Aktie des deutschen Branchenprimus steht unter Verdacht im Libor Skandal kräftig mitgemischt zu haben, der Aktienkurs ist darauf hin noch einmal kräftig eingebrochen. Wie man heute lesen kann rechnet man bei der DB mit einer Strafzahlung in diesem Zusammenhang in Höhe von 300 Millionen bis zu einer Milliarde US Dollar. Heute war zu lesen dass die Deutsche Bank trotz der Aufforderung durch die BaFin noch keine Rückstellungen hierfür gebildet hat, was weiterhin für hohe Unsicherheit unter den Anlegern sorgen dürfte. Auch aus charttechnischer Sicht wäre es durchaus im Bereich des Möglichen dass die Deutsche Bank Aktie demnächst noch eimal das Jahrestief bei 20,78 Euro testet. Diese Marken haben nicht selten eine extreme Anziehungskraft, da ein erfolgreicher Retest dann oftmals einen soliden Boden markiert.

Grundsätzlich muss man sich auch die Frage stellen warum die Aktie der Commerzbank an sogenannten starken Tagen weniger von dem positiven Umfeld profitieren kann als beispielsweise spanische oder italienische Banken und warum Kursgewinne bei der CoBa mit am schnellsten wieder abverkauft werden. Das Bankaktien generell nicht gerade „en voque“ sind wissen wir ja, dass die nachweislich angeschlagenen Branchenvertreter aus dem Süden aber besser performen als die Commerzbank, die bereits weitreichende Restrukturierungs-Maßnahmen eingeleitet hat, ist mir persönlich etwas fremd. Letztlich bleibt die Aktie auch weiterhin hochspekulativ. Mit dem Erreichen der Tiefstmarke gestern hat die CoBa Aktie nun aber eine realistische Chance den Boden ein zweites Mal gefunden zu haben. Von hier aus könnte nun eine technisch bedingte Gegenbewegung starten. Sollte diese wieder über die Marke von 1,18 Euro führen, stehen die Chancen für eine Fortführung der Bewegung in den Bereich um die 1,38 Euro nicht schlecht.

Starke Zahlen bei JP Morgan und Wells Fargo – Können Commerzbank und Deutsche Bank mithalten?

Die Vorgaben für den heutigen Handelstag sind weiterhin positiv, nachdem auch die US Börsen am Freitag kräftig angezogen haben. Damit stiegen die US Indizes erneut über wichtige charttechnische Marken an, bzw. verteidigten diese wichtigen Zonen, was man durchaus als sehr bullishes Zeichen deuten kann. Wie bereits in unserem Artikel vom Freitag angedeutet gibt es nun mehrere Faktoren die für den baldigen Beginn einer Sommerrally sprechen würden. Neben den saisonalen Faktoren und üblichen Zyklen in US Wahljahren steht natürlich die aktuelle US Berichtssaison nun wieder verstärkt im Fokus der Anleger. Bislang verlief die Berichtssaison ohne größere Störfeuer. Die Ergebnisse waren unterm Strich besser als erwartet.

Auffällig war auch, dass insbesondere die US Finanzwerte am Freitag kräftig zulegen konnten. JP Morgan Chase erwirtschaftete trotz des Handelsskandals in dem das Investmenthaus kürzlich 4,4 Milliarden Dollar, und damit doppelt soviel wie ohnehin schon erwartet (!), verbrannt hat immer noch einen satten Gewinn von 5 Milliarden Dollar. Der Rückgang des Quartalsgewinns beträgt gerade einmal sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Natürlich wurde dieses Ergebnis auch durch diverse Bilanztricks erreicht, aber das ist ja bei Bankbilanzen keine Seltenheit! Dennoch, diese gelieferten Ergebnisse von JPM und Wells Fargo unterstützt auch meine hier vor Wochen aufgestellte These dass insbesondere die Finanztitel in den letzten Monaten nahezu unverschämt viel Geld verdient haben und möglicherweise einmal mehr die großen Gewinner in dem Spiel um das ganz große Geld sind. Die Aktie von JP Morgan gewann nach der Veröffentlichung der Quartaslzahlen fast 6 Prozent hinzu, die Bank of America 4,55 Prozent und die Citigroup 5,42 Prozent.

Heute wird die Citigroup ihre Bücher öffnen und man darf durchaus gespannt sein ob das Bankhaus an die Erfolge der letzten Quartale anschließen kann. Die Schätzungen der Analysten liegen bei 0,89 Dollar Gewinn je Aktie, die Flüsterschätzungen des Marktes nur einen Cent darunter. Am Mittwoch ist dann die Bank of America an der Reihe. Auch hier werden durchaus kräftige Steigerungen beim Ergebnis erwartet….Insgesamt dürften also Bankaktien von dem freundlichen Umfeld in den kommenden Tagen profitieren.

Auch für die beiden großen deutschen Bankhäuser, Deutsche Bank und Commerzbank sind die Grundvoraussetzungen für einen Anstieg der Aktien damit –  zumindest theoretisch – gegeben. Allerdings kämpfen beide Aktien inzwischen mit wichtigen charttechnischen Marken und der deutsche Branchenprimus mit wirklich schlechten Nachrichten. Presseberichten zufolge ist die Deutsche Bank auch in den Libor Skandal verwickelt. Das Geldhaus will nun als Kronzeuge bei den Ermittlungen auftreten um sich ggf. Strafmilderung zu verschaffen. Der Aktienchart der Deutschen Bank sieht inzwischen gar nicht mehr gut aus. Kräftige Abschläge haben den Titel in der vergangenen Woche bis auf 25,40 Euro abrutschen lassen. Wird nun auch noch die Marke von 24,90 Euro unterschritten drohen weitere Verkäufe bis in den Bereich um die 24,- bzw. 22,- Euro. Zur Erinnerung: Das Jahrestief lag bei 20,78 Euro, und könnte ebenfalls noch einmal getestet werden…

Die Commerzbank hingegen will nach einem Bericht in der „Wirtschaftswoche“ bald weiter Personal abbauen. Auch der Aufsichtsrat soll verkleinert werden. Der Commerzbank Chef Martin Blessing hatte Ende Juni weitere Schritte beim Konzernumbau angekündigt. „Wir müssen die Risiken konsequent reduzieren und uns auf das Geschäft konzentrieren, das nachhaltig profitabel ist“, erklärte er damals. Grundsätzlich bleibt die eingeschlagene Strategie damit aus meiner Sicht richtig und auch der geplante Stellenabbau nur konsequent, auch wenn die Berichte darüber nicht vom Unternehmen bestätigt wurden. Aus charttechnischer Sicht kämpft die Commerzbank Aktie weiterhin mit der Marke von 1,24 Euro, die zuvor als Unterstützung fungiert hat. Kann diese Marke demnächst überschritten werden ist der nächste Widerstand bei 1,38 Euro zu finden und wäre das nächste Ziel.

Am Ende müssen aber beide Unternehmen bei der nächsten Vorlage der Quartalszahlen überzeugen, ebenso wie die amerikanischen Kollegen. Denn in einem solchen Markt wie wir ihn aktuell vorfinden zählen nur noch die harten Fakten! Weiterhin gute Daten aus den USA sollten aber dabei helfen können die Aktienkurse der Deutschen Bank und Commerzbank auf diesem Niveau zumindest zu unterstützen.

 

Commerzbank Aktie – im Abwärtssog der Deutschen Bank

Im Moment sieht es mal wieder gar nicht gut aus für Commerzbank Aktionäre. Seit Tagen zeigt die Aktie erneut deutliche Schwäche, mit dem Kursrutsch gestern auf knapp 1,54 Euro wurde auch das letzte Tief vom 26.04 erneut unterschritten. Es steht nun zu befürchten dass die nächste Zielmarke erneut der Tiefpunkt des Monats April bei 1,48 Euro sein wird. Fundamental hat sich bei der CoBa nichts geändert. Die zuletzt positiven Nachrichten konnten den Aktienkurs allerdings nicht in die richtige Richtung bewegen, was erst einmal kein besonders gutes Zeichen ist. Zudem leidet die Commerzbank natürlich weiterhin unter dem schlechten politischen Umfeld, und der seit Tagen bestehenden deutlichen Schwäche bei der Aktie des „großen Bruders“, der Deutschen Bank.

Wir hatten darüber berichtet dass sich die Deutsche Bank Aktie in einer aus charttechnischer Sicht sehr kritischen Situation befindet. Letztlich ist die Aktie nun wie erwartet abgetaucht, was nicht viel Gutes für die nächsten Tage erwarten lässt. Im Sog dieser Kursentwicklung leidet auch der Aktienkurs der Commerzbank Aktie erneut mit, und das obwohl der Titel bereits im Vorfeld dieser Entwicklung knapp 30 Prozent abgegeben hat. Wer hat gesagt das die Börse rational ist? Fällt die Aktie der Deutschen Bank also nun auf 28,- oder gar 26,- Euro zurück, dürfte das auch nicht ohne Folgen für die Commerzbank Notierungen bleiben, ganz unabhängig vom tatsächlichen Wert des Unternehmens.

Dieses Phänomen der Sippenhaft konnte man in den letzten Monaten des öfteren beobachten. Leider funktioniert dies aber offenbar nur in eine Richtung. Während die CoBa Aktie den vorangegangenen Anstieg der Deutschen Bank Aktie nur bedingt mitgemacht hat, wurden die schwächeren Tage immer direkt nachvollzogen. Dass die Deutsche Bank wegen eigener interner Probleme nun schwächer tendiert spielt dabei offenbar eine untergeordnete Rolle.

Insgesamt kann man auch feststellen dass das Interesse der Anleger an der Commerzbank Aktie in den letzten Tagen deutlich abgenommen hat. Anleger die auf einen Rebound gesetzt haben geben offenbar entmutigt ihre Stücke in den Markt, was ich wirklich gut verstehen kann. Inzwischen gleicht die CoBa Aktie viel mehr einer Wette auf das Ende der Krise als einer Beteiligung an einem Unternehmen. Das nachlassende Interesse könnte sich als positiver Faktor erweisen, der allmählich zu einer gewissen Beruhigung bei der Aktie führen sollte.

Ein Blick auf den Chart verrät dass die nächste Unterstützung bei der Aktie bei 1,52 Euro zu finden ist, danach bleibt die Marke von 1,45 Euro im Fokus der Anleger. Spätestens hier sollte der Aktienkurs der Commerzbank wieder drehen. Nach oben muss unbedingt die 1,60 bzw. 1,65 Euro Hürde zurück erobert werden. Zwischen diesen genannten Marken befinden wir uns weiterhin im Niemandsland.

Trading Update VW, Conti, Daimler, Rheinmetall und Wacker Chemie

In der Woche vor der Wahl in Frankreich stehen aber zunächst wieder alle Zeichen auf weiter steigende Kurse. Insbesondere die teilweise hervorragenden Quartalszahlen einige Unternehmen sollten für eine gute Unterstützung des neu eingeschlagenen Trends sorgen. Echte Highlights in der abgelaufenen Woche waren die Bilanzen von Apple und Volkswagen, die einmal mehr sämtliche Markterwartungen geradezu pulverisiert haben. Mit einem satten Plus von über 12 Prozent gehörten die VW Aktien, ebenso wie die der Tochter Porsche, zu den absoluten Top Performern der letzten Woche. Bankaktien wie die Commerzbank  standen weiterhin unter Druck. Die Schuldenkrise, insbesondere die Entwicklungen in Spanien, sind für den gesamten Bankensektor weiterhin Gift. Bei der Deutschen Bank kamen zusätzlich negative Nachrichten in Form von unerwartet schlechten Quartalsergebnissen hinzu, und drückten die Aktie auf ein inzwischen aus charttechnischer Sicht bedenkliches Niveau. Wir haben im Blog darüber berichtet…!

Erfreuliches gabe es aber von nahezu allen anderen Depotwerten zu berichten. So konnte beispielsweise Continental alle Erwartungen mit den Quartalszahlen übertreffen, worauf hin der Aktie nun endlich der Ausbruch über die Hürde bei 73,- Euro gelungen ist. Der Continental-Konzern hat seinen Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zweistellig auf 8,3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) liegt mit 766 Millionen Euro deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums.  Continental will auch im Gesamtjahr 2012 um mehr als fünf Prozent weiter wachsen. Die nächsten Kursziele bei 77,40 und 79,80 Euro sind nun in greifbarer Nähe. Gelingt sogar der Sprung über die 80ger Marke dann sind 85,- Euro kurzfristig drin. Zunächst einmal werden die Aktien am morgigen Montag EX-Dividende gehandelt. Sie sollten sich also nicht wundern wenn der Kurs erst einmal um die ausgeschütteten 1,50 Euro nachgibt.

Daimler konnte ebenfalls operativ weiter deutlich zulegen und überraschte somit positiv, allerdings konnte der Aktienkurs am Freitag nicht wirklich davon profitieren. Der wahre Grund dieses Kursverlaufes ist noch nicht erkennbar, aber es gibt diverse Spekulationen über die Hintergründe. Wie auch auf Investors Inside.de berichtet scheinen die Anleger etwas verunsichert über die Zusammensetzung der künftigen Aktionärsstruktur  zu sein. Hier gibt es allerdings auch deutlich positive Varianten, die der Markt offenbar noch gar nicht auf dem Radar hat. Letztlich dürfte die Aktie nachdem nun ein Großteil der Investitionskosten im ersten Quartal „verarbeitet“ wurden, bald wieder kräftig durchstarten. Eine Restrukturierung der verlustreichen Bussparte ist nach Unternehmensangaben bereits in Arbeit, und sollte künftig weniger belasten.

Ebenfalls in dieser Woche berichtet haben wir über die Aktie der Wacker Chemie AG, die am Freitag einen wahren Freudensprung von über zehn Prozent hinlegen konnte, und sich damit zunächst sehr überzeugend aus der charttechnisch schwierigen Lage befreit. Die Chancen auf einen nachhaltigen Kurswechsel stehen hier jetzt nicht schlecht. Der Grund für den plötzlichen Anstieg der Aktie waren Aussagen des Firmenchefs das sich die Nachfrage nach Polysilicium in den ersten drei Monaten des Jahres nun wieder deutlich belebt habe. Insgesamt haben die Umsätze in dem zuvor schwächelnden Bereich wieder um über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum angezogen. Konzernchef Rudolf Staudigl zeigte sich sehr optimistisch für den weiteren Verlauf des Jahres, und hat die Prognose erneut bestätigt. Auch charttechnischer Betrachtung ergibt sich zudem ein optimales Bild für eine Umkehrformation, über die wir am Dienstag ebenfalls berichtet haben. Ich hoffe Sie haben sich getraut…

Zum Abschluss würde ich heute noch gerne kurz auf die Aktie von Rheinmetall eingehen. Das Unternehmen hat durchwachsene Zahlen, insbesondere im Rüstungsgeschäft, bekannt gegeben. Der Aktienkurs konnte sich am Freitag aber, nach einem anfänglichen Minus von über drei Prozent, wieder in den (fast) positiven Bereich vorarbeiten. Und das nicht ohne Grund, denn die Zahlen waren bei weitem nicht so schlecht wie es der momentane Aktienkurs simuliert. Bei der Rheinmetall Aktie ist nach wie vor etwas Geduld gefordert. Sobald Einzelheiten oder ein konkreter Plan zum Börsengang der Automobiltochter an die Öffentlichkeit dringen, wird der Aktienkurs deutlich anspringen. Hinzu kommt aus meiner Sicht noch dass insbesondere eine Firma wie Rheinmetall mit ihren Produkten, von der Umstrukturierung diverser Armeen dieser Welt, hin zu kleineren schlagkräftigen Spezialtrupps, langfristig deutlich profitieren wird. Die Zahlen sind nun raus und somit der Zeitpunkt für einen Einstieg aus meiner Sicht günstig.

Für die Deutsche Bank Aktie wird es jetzt eng…!

Die Bankaktien gehören heute einmal mehr zu den großen Verlierern an den Börsen. Weiterhin belasten die Unsicherheiten um die europäische Schuldenkrise. Für die Deutsche Bank kommt heute noch ein zusätzlich unschöner Faktor hinzu. Deutschlands Branchenprimus hat bei den Zahlen zum abgelaufenen Quartal gepatzt. Damit endet auch die Ära Josef Ackermann etwas unrühmlich. Der Noch-Deutsche-Bank-Chef wollte ursprünglich ein Rekordergebnis präsentieren, aber daraus wurde leider nichts. Mit einem Vorsteuergewinn von nur 1,9 Milliarden Euro blieb die Deutsche Bank weit hinter den Erwartungen des Marktes zurück, nachdem das Geldhaus im Vorjahres-Zeitraum noch einen Vorsteuer-Ertrag in Höhe von drei Milliarden Euro erwirtschaftet hatte.

Insbesondere Sonderbelastungen aufgrund von Vergleichszahlungen beim Verkauf des verlustreichen Pharma-Unternehmens Actavis hatten den Frankfurtern die Bilanz verhagelt. So musste die Deutsche Bank auf Actavis im ersten Vierteljahr 2012 Abschreibungen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro tätigen. Aber auch hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten waren für das ernüchternde Ergebnis verantwortlich. Das Ergebnis aus der Sparte Investmentbanking hingegen konnte mit einer Rendite von 26 Prozent aufwarten, was nahezu unglaublich ist. Der Gewinn aus diesem Segment trug somit knapp zwei Drittel zum Konzernergebnis bei. Leider zeigt dies wohl auch den künftigen Weg des Geldhauses…Die Tier 1 Kernkapitalqoute von zehn Prozent kann sich im internationalen Vergleich ebenfalls sehen lassen.

Die Aktie der Deutschen Bank war nach diesen Nachrichten heute kräftig unter Druck und tauchte zeitweise sogar bis auf 32,- Euro ab. Das ist insofern bemerkenswert als dass die Aktie damit sogar noch unter das Tief vom 24.04 gerutscht ist, und sich aus charttechnischer Betrachtung nun in einer äusserst schwierigen Lage befindet. Sollte der Titel in den kommenden Tagen weiter unter Druck geraten, und die Unterstützung bei ca. 31,75 Euro nachhaltig unterschreiten, wäre damit weiterer Abwärtsdruck zu befürchten. Hier verläuft auch die Trendlinie des seit September bestehenden Aufwärtstrends. Ebenso kann man sehen dass die Nackenlinie einer möglichen SJS Formation damit bereits kurzzeitig unterschritten wurde.

Für heute rettet sich die Aktie mit einem Minus von 3,3 Prozent und einem Kurs von knapp über 33,- Euro noch einmal in den minimal positiven Bereich. Die Gefahr ist damit aber keineswegs gebannt und sollte nicht unterschätzt werden. Ein Bruch der Nackenlinie könnte die Aktie bis in den Bereich um die 28,- Euro führen. Der Aufwärtstrend wäre damit dann vorläufig gebrochen…!

Commerzbank – jetzt kaufen !??

Während die italienische UniCredit die Bankenkrise kürzlich bereits als offizielle beendet erklärte sieht Deutsche Bank Chef Josef Ackermann weitere Risiken für die Branche am Horizont. Er hält ein Überschwappen auf andere europäische Länder für nicht ausgeschlossen. Die Gefahr eines solchen Szenarios haben sich zwar in den letzten Wochen weiter reduziert, sei aber noch lange nicht vom Tisch, war der Grundtenor. Nun sei die Zeit gekommen den eingeschlagenen Weg  konsequent zu verfolgen und noch weitere fundamentale Aufgaben zu lösen, sagte Josef Ackermann gestern Abend auf n-tv. Abschließend  prognostizierte des Deutsche Bank Chef: „Wenn wir in fünf Jahren alles gelöst haben, das wäre das eine ganz, ganz tolle Leistung.“

Das halte ich auch grundsätzlich für einen realistischen Zeitraum. Man darf sich nichts vormachen! Die Krise wird noch eine ganze Weile andauern. Noch wissen wir nicht wie stabil das ganze Gefüge in Europa, vor allem aber auch in den USA, ist. Jederzeit kann es zu neuen Einschlägen kommen die natürlich dann auch die Börsen und insbesondere die Bankaktien immer wieder erschüttern werden. Und auch bei einer vermeintlichen Lösung, wie im Falle Griechenland, wird es immer wieder mal zu  Nachbeben kommen. Für den Moment wurde dieser Baustelle geschlossen, auch wenn alle Beteiligten wohl ein mulmiges Gefühl dabei haben und jederzeit damit rechnen schon bald wieder helfend eingreifen zu müssen.

Für die Bankaktien bleiben die nächsten Jahre somit weiterhin wohl die spannendsten in der jeweiligen Firmengeschichte. Helfen sollte bei der Stabilisierung aber neben den jeweiligen Restrukturierungsmaßnahmen insbesondere auch die Strategie des billigen Geldes der Notenbanken. Erst gestern signalisierte der FED Chef Ben Bernanke dass sich auch in den USA in nächster Zeit nicht viel diesbezüglich ändern werde, und beflügelte damit einmal mehr die Märkte. Marktbeobachter legten die Aussagen Bernankes sogar teilweise dahingehend aus, dass es bald ein drittes Liquiditätsprogramm a la QE3 geben könnte. Aber was heißt das jetzt für die Commerzbank Aktie?

Wieder einmal befindet sich die Aktie der Commerzbank in einer sehr entscheidenden Phase. Wieder einmal näher sich der Titel nach den guten Vorgaben aus Übersee der wichtigen Marke von 2,- Euro, oder besser gesagt der Hürde bei 1,98 Euro. Denn diese konnte beim letzten Anlauf nicht überwunden werden, und das obwohl die Aktie in einem klaren Kaufsignal die 200-Tage-Linie überschritten hatte. Auch ich war etwas enttäuscht darüber wie saft- und kraftlos die Aktie, selbst bei guter charttechnischer Lage und guten Nachrichten, reagiert. Letztlich hat sich aber an meiner grundsätzlichen Sichtweise nicht viel geändert, ausser das es wohl doch noch etwas dauern könnte bis die Aktie richtig nach oben ausbricht. Es bleibt also weiterhin Geduld gefragt, die am Ende auch belohnt wird, da bin ich mir sicher!

Gelingt es heute die Aktie über die Marke von 1,98 Euro zu hieven dann dürften auch die alten Kursziele von 2,03 und 2,08 Euro schnell erreicht werden. Mein erstes Kursziel liegt nach wie vor bei 2,30 Euro und später 2,70 Euro. Nicht vergessen sollte man  dass sie CoBa Aktie alleine im ersten Quartal dieses Jahres von 1,12 Euro auf 1,98 Euro gestiegen ist! Wir haben Quartalsende und wie schon mehrfach hier, und in unserem Börsen Newsletter geschrieben werden zum Ende dieser Periode verstärkt die Gewinner in die Depots institutioneller Investoren aufgenommen. Verlierer hingegen werden möglichst aus den Depots entfernt! Für die CoBa war das erste Quartals von deutlichen Kursaufschlägen geprägt, somit könnte die Aktie zum Ende dieser Woche ein „MUST HAVE“ unter Fondsmanagern sein…!

Auf dem aktuellen Kursniveau und unter Berücksichtigung des Chance/Risiko Verhältnisses könnte der Zeitpunkt also durchaus schlechter sein um erneut auf einen Ausbruch zu spekulieren! Mittelfristig wird es wohl auch bei einer CoBa Aktie auf dem Weg zum Ende der Krise immer wieder zu Rückschlägen kommen, aber unter längerfristigen Gesichtspunkten scheint sich die Bank nun, durch die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen, zu einer soliden Hausbank zu entwickeln auf die man in Zukunft wieder setzen kann. Also Kunde und als Anleger! Dennoch ist die Aktie bis zur Bestätigung einer „echten“ Trendwende wohl nur etwas für spekulativen Naturen.

Commerzbank – Ausbruch mit Ansage ?

Ich möchte heute zum Wochenabschluss dann doch noch einmal kurz auf die Commerzbank Aktie zu sprechen kommen, da ich die aktuelle Chartsituation geradezu dramatisch spannend finde. Der heutige Hexensabbat brachte bislang auch keine neuen Erkenntnisse über den weiteren Verlauf der Aktie, jedoch mehren sich aus meiner Sicht nun die Zeichen dass wir uns unmittelbar vor einen deutlichen Ausbruch nach oben befinden könnten. Bereits seit Tagen hangelt sich die Aktie an der 200-Tage Linie lang ohne aber nennenswert darüber schauen zu wollen. Anscheinend traut der Markt dem Braten also immer noch nicht so richtig. Der MACD hingegen nähert sich jeden Tag weiter der Ausbruchslinie und der Slow Stochstics Indikator befindet sich weiterhin im positiven Terrain. Um kurz vor 12:00 Uhr starteten die Bären mal wieder einen neuen Angriff, scheiterten aber sofort wieder. Auch wenn wir heute schon recht ordentliche Umsätze in der Aktie gesehen haben konnte also noch keine Entscheidung herbei geführt werden…Gerade sind knapp 25 Millionen Aktien über den Tisch gegangen !

Das sollte sich aber bald ändern, denn aus charttechnischer Sicht sind wir damit nur noch einen Wimpernschlag von der Entscheidung entfernt. Bankenwerte gehören nun insgesamt wieder zu den interessantesten Aktien am Markt, und während die Aktie der Deutschen Bank beispielsweise schon recht gut gelaufen ist und auch US Schwergewichte wie die Bank of America nun die Trendwende vollzogen haben, hinkt die Commerzbank Aktie dieser Entwicklung weiterhin hinterher. Ich persönlich halte das Risiko bei einer Commerzbank inzwischen für überschaubar, die Chancen hingegen sind im Vergleich zu den Aktien der Mitbewerber überproportional hoch. Für spekulativ orientierte Anleger könnte dieses Setup also wohl einer der günstigsten Zeitpunkte seit langem sein, um auf eine nachhaltige Wende bei der Commerzbank Aktie zu setzen.

Gastkommentar: Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit, Bank of Ireland im Spannungsfeld der Offenmarktpolitik der EZB

Wie erwartet halten sich die Freudensprünge des Marktes, wegen des neu aufgelegten Tenders der EZB, heute einigermaßen in Grenzen. Rund 800 Banken und Kreditinstitute, darunter die Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit, Bank of Ireland u.a., haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Liquiditätsfähigkeit mit Hilfe der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter aufzustocken. Das Gesamtvolumen soll nach Angaben der EZB bei 529,5 Milliarden Euro gelegen haben, und ist mit einer Laufzeit von 3 Jahren auf einen absoluten Niedrigzinssatz von 1 % fixiert. Für Marktbeobachter und Analysten außergewöhnlich lange 3 Jahre. Die Offenmarktpolitik ist das wichtigste Instrument der Geldpolitik und aktuell sogar ein Standardinstrument, mit dem die Zentralbank die Geldschöpfung unmittelbar beeinflusst.

Bereits Ende 2011 statte die EZB die Finanzmärkte mit einer Liquiditätsspritze von 489 Milliarden Euro aus, ebenfalls zu den vorgenannten Konditionen von einem eher symbolischen Zinssatz von 1 %  und mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Ein sehr gutes Geschäft für die Banken und Kreditinstitute der EU, die das Kapital zu einem Teil in Staatsanleihen Italiens oder Spaniens, die mit hohen Zinsversprechen, umschichteten. Demzufolge hatten diese Länder weniger Probleme, sich frisches Kapital zu beschaffen. Auch andere Mitgliedstaaten im Euro-Währungsverbund, beispielsweise Irland und Belgien, mussten in der Folge weniger hohe Zinsen für ihre Staatstitel bieten.

Selbstverständlich kommen diese Mittel auch der Realwirtschaft zu gute, keine Frage, anders wäre die Dax-Rallye im Januar und Februar 2012 undenkbar gewesen. Anleger finden wieder zurück in die Aktienwerte der großen Unternehmen, Vertrauen wird sukzessive und mühsam wieder aufgebaut. Diese positive Stimmung an den Kapitalmärkten findet auch in den USA ihre Fortsetzung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss aktuell 0,2 % höher auf 13.005 Punkte und beendete erstmals seit Mai 2008 den Handel wieder über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Zählern.

Aber wie sieht es mit einzelnen Titeln aus? Kontrovers diskutiert wird beispielsweise die Performance der Commerzbank AG. Seit Ankündigung der Kapitalerhöhung hat die Commerzbank-Aktie in der Spitze bis zu 13 % verloren, beklagen einige Trader, die auf kurzfristige Effekte setzen. Die Unterstützungszone bei 1,80 Euro hat allerdings vorerst gehalten, bewerten einige Analysten die augenblickliche Lage. Die Kursentwicklung der nächsten Tage wird entscheidend für den Platzierungspreis der neuen Aktien sein. Der Stichtag fällt auf den kommenden Freitag.

In der Kontroverse steht die beabsichtigte Kapitalerhöhung um 10 % der Commerzbank, mit der Folge, das sie ihre Aktienanzahl um 10 % erhöhen wird. Der Platzierungspreis der neuen Aktien ergibt sich aus dem Durchschnitt des täglichen volumengewichteten XETRA Durchschnittskurses der Commerzbank-Aktie im Zeitraum vom 24. Februar bis zum 2. März 2012. Der volumengewichtete Durchschnittskurs wird berechnet, indem man die gehandelten Stücke durch das gehandelte Volumen dividiert. Jetzt kommt es also darauf an, welche Bewertung der Markt für fair erachtet.
Sandro Valecchi

Leo Kirchs später Sieg über die Deutsche Bank…und was ich dazu unbedingt noch sagen möchte!

Medienzar Leo Kirch erzielt posthum einen seiner größten Erfolge. Gestern wurde bekannt, dass die Deutsche Bank nun offenbar bereit ist den Jahrelangen Streit mit Leo Kirch bzw. dessen Erben zu beenden. Eine Vergleichssumme von knapp 800 Millionen Euro will die Deutsche Bank an die Erben des kürzlich verstorbenen Leo Kirch nun zahlen, um den lästigen Kläger los zu werden. Josef Ackermann hatte kürzlich verkündet die Bank einigermaßen „lastenfrei“ an seine Nachfolger übergeben zu wollen. Zu den Altlasten gehören offenbar auch diverse Rechtsstreitigkeiten des Deutschen Geldhauses. In diesem speziellen Fall geht es um den unsäglich unbedachten Ausspruch des damaligen Deutsche Bank Chefs Rolf Breuers, der nach meiner Meinung letztlich dazu geführt hatte dass das Medienimperium Leo Kirchs zerbrach.

Am 4. Februar 2002, vor genau zehn Jahren, gab Rolf Breuer das auch für mich (dazu später mehr) verhängnisvolles Fernsehinterview. Auf die Frage an Breuer ob man der  Mediengruppe Kirch weiterhin Geld leihen könne, antwortete Breuer damals sehr ungeschickt, und offenbar ohne die daraus resultierenden Folgen bedacht zu haben: „Das halte ich für relativ fraglich. Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Gemeint war das Die Kirch Gruppe nicht mehr vertrauens- oder kreditwürdig sei, zumindest interpretierte der Markt dies so.

In der direkten Folge aus dieser Äußerung wurde bei der Kirchgruppe und auch allen verbundenen Unternehmen massiv der Rotstift angesetzt. Stellen wurden abgebaut, Ausgaben drastisch gekürzt, Unternehmensberater engagiert, die dann immer weitere Einsparungen vorgenommen haben, und auch gute und langjährige Partnerschaften mit Subunternehmern und Lieferanten einfach gekappt. Zu der letzte Kategorie gehörte dann auch tragischer Weise ich, bzw. meine damalige Firma. In den vorangegangenen Boom Jahren der deutschen TV Branche belieferte mein Unternehmen insbesondere die ProSieben Sendergruppe mit nahezu allen Druckerzeugnissen die benötigt wurden, und das waren eine ganze Menge, glauben Sie mir! Bis zu dem besagten Tag, der alles ändern sollte…

Ohne hier zu sehr auf Einzelheiten einzugehen wurde eine zehnjährige Partnerschaft, als indirekte Folge der Aussagen Breuers, zwischen ProSiebenSAT1 und meinem Unternehmen, ohne Angabe wirklich glaubhafter Gründe, wenig später beendet. Letztlich hatte dies zur Folge dass ich den Geschäftsbetrieb knappe zwei Jahre später einstellen musste, meine Mitarbeiter suchten sich einen neuen Job, und ich begann den neuen Lebensabschnitt als hauptberuflicher Trader. Nun weiß ich nicht ob ich immer noch sauer darüber sein soll dass meine Mitarbeiter und ich so undankbar behandelt wurden, obwohl wir immer einen tadellosen Job gemacht hatten, oder ob ich letztlich froh darüber sein sollte dass mir einen persönliche Entscheidung, die sowieso irgendwann getroffen werden musste, letztlich durch höhere Gewalt abgenommen wurde.

Vielleicht sollte ich auch mal bei der Deutschen Bank anrufen und auch höflich anfragen ob ich ein paar Millionen entgangener Gewinne als kleine Entschädigung haben könnte? Letztlich freue ich mich für Leo Kirch und seine Erben, denn genau wie in meinem Fall wurde hier eine Lebenswerk vernichtet. Das von Leo war sicherlich wesentlich bedeutender für die Gesellschaft, meines hatte aber zum damaligen Zeitpunkt , zumindest für mich persönlich, einen ähnlich hohen Stellenwert – vielen Dank Herr Breuer!

Top