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Berlusconi – und wer hier wirklich verrückt spielt

Soeben vor wenigen Minuten konnten wir es wieder beobachten:

DAX bei 6070. Dann die Meldung: Berlusconi erhält Mehrheit für Rechenschaftsbericht und tritt (noch) nicht zurück. Kurz danach: DAX bei 5990, über ein Prozent tiefer.

Sie finden der Markt spielt verrückt ? Ich bin nicht der Meinung, die Reaktion ist noch zahm und die Hoffnung hat weiter die Oberhand. In Anbetracht von aktuell 6,7% für italienische Staatsanleihen, am Freitag waren es noch 6,2% – mit denen Italiens Schulden schon heute defacto nicht mehr refinanzierbar sind – agiert der Markt ausserordentlich konstruktiv. Man sieht, dass der Markt einfach nur hoch will. Und er würde es auch machen, wenn man ihn mal endlich lassen würde. Dafür braucht es „einfach“ nur berechenbare Politik und glaubwürdige, handelnde Personen. Aber Moment, das Wort „einfach“ war in diesem Zusammenhang natürlich falsch.

Zum dem Thema wer hier eigentlich die Ursache des Übels ist, gibt es einen hervorragenden Leitartikel vom Chefredakteur des Handelsblatt Gabor Steingart. Ich kann Ihnen diesen Artikel zum Angriff auf die Marktwirtschaft nur wärmstens zum Lesen empfehlen ! In meinen Augen ein seltener journalistischer Höhepunkt, den man nicht verpassen sollte.

Wer spielt hier also wirklich verrückt wie ich in der Überschrift frage ? Der Markt ist es in meinen Augen nicht, der agiert im Moment ganz rational und sehr konstruktiv, entlang der politischen Nachrichten.

Ich bleibe in meinen Aktionen am Markt daher so passiv, wie schon seit Wochen. Ich bin 60% Long, kontrollierte Offensive sozusagen. Und ansonsten lege ich die Hände in den Schoss und warte. Geduld ist in diesem Markt eine Tugend ! (HS)

PS: Es gibt nur eine Anlageklasse, die sich von den Dingen oben nicht irritieren lässt und (gerade deswegen) fröhlich hoch schiebt: Gold. Nach dem überzeugenden Ausbruch über 1700 USD sieht das sehr gut aus und ich bin persönlich seit dem Ausbruch signifikant (bezogen auf mein Portfolio mit 20%) Long in Gold, Goldminen und einigen wenigen Silber- und Platinminen. Ich habe vor, das bis zum Jahresende zu bleiben, wenn nicht Überraschendes passiert.

DAX 10000, Italien, Gold und Aixtron – lose Gedanken zum Sonntag

Über das Wochenende lese ich viel und mache mir auch Gedanken zu den Finanzmärkten.

An ein paar dieser Gedanken möchte ich die Leser heute teilhaben lassen. Ich betone, dass das weder Prognosen sind, noch vollständig durchdachte Analysen, es sind einfach lose Gedanken – die Ihnen aber vielleicht die eine oder andere Perspektive eröffnen.

DAX 10000 in 2012 ?

Mein Makrobild für 2012 sah schon seit Ende 2010 ziemlich düster aus. Ich erwartete eigentlich, dass 2012 ein sehr schwieriges Jahr wird, in dem wir neue Tiefststände ausloten würden. Nach einem ersten Absturz in 2011 – den wir gerade hinter uns haben – und einer Erholung zum Jahresende bis in den Januar 2012 hinein, rechnete ich damit, dass sich die Staatsschuldenkrise weiter verschärft und auch grössere Länder wie Italien oder selbst die US in 2012 auf den Radar der Märkte geraten. Denn strukturell ist weltweit nichts gelöst, sondern nur die Wunden mit weisser Salbe zugekleistert. An den Märkten würde das zu echter Panik führen, gegen die dieser August ein Kindergeburtstag war. Und der in meinen Augen unvermeidliche „Reset“ des Weltfinanzsystems würde näher rücken. Und China könnte in 2012 konjunkturell endgültig abknicken und es würde sich zeigen, dass die vermeintlich ach so tolle Staatswirtschaft dort im wesentlichen auch nur auf einem kreditfinanzierten Schneeballsystem beruht, bei dessen Platzen dann wieder Panzer zur „Beruhigung“ der Massen eingesetzt werden müssen. Zu guter Letzt verdichten sich sowieso die Signale, dass es mit der Ruhe um den Iran und mit Pakistan nicht mehr lange so weiter geht. Früher oder später hat Iran die Bombe und wird sie als Druckmittel einsetzen. Und vorher wird es sicher noch einen Angriff der Israelis mit amerikanischer Unterstützung geben. So weit mein düsteres Bauchgefühl für 2012, das ich schon das ganze Jahr 2011 mit mir herum trage. Ich betone, dass das nur ein Bauchgefühl ist und keinen Anspruch auf Wahrheit hat, ich kenne die Zukunft auch nicht. Unsichere Zeiten liegen aber wohl vor uns.

Nun finde ich dieses düstere Bild aber zunehmend in den Medien wieder. So schreibt die Wirtschaftswoche gerade, dass der DAX 2012 wohl bestenfalls im Bereich 5000-6500 schwanken wird und ein bekanntes Anlagemagazin für Otto-Normalverbraucher hat sogar den Crash 2012 auf dem Titelblatt.
Das macht mich skeptisch was das negative Szenario angeht, denn das was selbst Oma Büllerbeck erwartet, tritt selten ein, schon gar nicht an der Börse. Mr. Market hat dagegen die Fähigkeit genau das zu tun was keiner erwartet und damit den maximalen Schmerz zu verursachen. Und was erwartet absolut Niemand ? Genau: DAX 10.000 in 2012 !

Sie können sich das nicht vorstellen? Eben, das ist der Punkt. Denn wenn ich objektiv darüber nachdenke, ist die abstrakte Wahrscheinlichkeit einer derartigen Rally gar nicht so gering, wahrscheinlich im kleinen zweistelligen Prozentbereich. Die gefühlte Wahrscheinlichkeit ist aber aktuell 0%. Umgedreht ist das obige Katastrophenszenario für 2012 objektiv auch nicht viel wahrscheinlicher, gefühlt aber eher 50% und mehr – man könnte meinen es sei fast sicher.

Denken Sie mal darüber nach, was diese negative Erwartungshaltung der Marktteilnehmer für die Börse bedeutet.

Ruhe um Italien bis Februar 2012 ?

Ich habe gestern eine interessante Aufstellung gelesen, nach der Italien sich erst wieder ab Februar2012 bis April 2012 mit dann je rund 40 Milliarden € pro Monat signifikant am Kapitalmarkt refinanzieren muss. Umgekehrt bedeutet das, dass bis dahin relative Ruhe einkehren könnte. Hoffen und beten wir, dass Mr. Bunga Bunga bis dahin entweder ersetzt wurde oder das unvorstellbare Wunder geschieht und er vom Lichtstrahl des Verantwortungsbewusstseins getroffen wird.

Warum der 23. Januar für Gold ein wichtiges Datum ist.

Einer der Treiber für Gold ist der physische Bedarf aus den Schwellenländern in der zweiten Jahreshälfte. Indien ist hier schon länger bekannt. Aber nun wird China zunehmend zu einem gewaltigen Faktor auf dieser Rechnung. Der zunehmende Wohlstand einer neuen chinesischen Bürgerschicht steigert den Bedarf an Schmuck, aber in Anbetracht der gewaltigen Inflationsraten wird Gold auch als Wertaufbewahrungsmittel in China immer wichtiger. Gestern habe ich gelernt, dass Gold in China vor allem zum Neujahrfest erworben wird, dass in China heuer aber am 23. Januar 2012 ist ! Dieses Datum sollte man auf dem Radar haben !

Aixtron vor der Wende ?

Auslöser der überraschenden Rally von Aixtron am Freitag war wohl die Nachricht, dass auch China das Aus für die Glühlampe beschlossen hat. Dieser Prozess soll schon 2012 mit der 100 Watt Lampe losgehen. Auch von Subventionen der chinesischen Regierung war die Rede. Schon wird in diversen Publikationen das Ende des Absturzes der Aixtron Aktie ausgerufen. Das ist ja nicht ganz unlogisch, weil so das Durchsetzen der LEDs sicher beschleunigt wird. So weit so richtig. Aber wird Aixtron davon wirklich profitieren ?

Ich bin leicht skeptisch. Denn ein Mangel an potentiellem Marktvolumen war noch nie das Problem von Aixtron. Würde es danach gehen, hätte der Kurs nie abstürzen dürfen, denn auch ohne China ist das Marktpotential im LED Markt gewaltig. Grund für den Absturz waren Margenprobleme und vor allem schwächere Auftragslage. Und sollte China wirklich den LED Markt mit Subventionen pushen, ist es genau so gut möglich, dass damit erst eine subventionierte Konkurrenz für Aixtron heran gezüchtet wird, die die Marge endgültig zerstört. Das muss also keineswegs nur positiv sein. Bespiele in anderen Industrien gibt es ja zuhauf.

Ich tue mich daher schwer, das Thema China bei Aixtron richtig einzuordnen. Dieses Nachricht kann in Anbetracht der überverkauften Lage sicher noch ein paar Tage lang eine Hoffnungsrally auslösen. Ob das dann aber eine wirkliche Wende begründet, ist in meine Augen lange nicht so klar, wie es die Nachricht vermuten lässt.

Ich wünsche einen schönen Sonntag, geniessen Sie die Sonne ! (HS)

S&P500, DAX, MF Global und Co. – Marktupdate am Abend des 31.10.11

Den nun folgenden Kurzkommentar zum Markt am Ende des Oktober 2011 hatte ich ursprünglich als Kommentar auf Wunsch des Lesers „Nikolas“ geschrieben. Ich habe mich dann aber doch entschlossen, dass hier als Post zu veröffentlichen, da es auch für andere mglw von Interesse sein könnte.

Der DAX hat heute an einem schwachen Monatsende im nachbörslichen Handel die 6100 erreicht, das ist aber in meinen Augen nicht entscheidend, denn das ist nur ein Rechenwert und kein wirklicher Kurs, zumal das auf einem typischen Abverkauf in den letzten Minuten in den US beruht. Ein paar Minuten vorher waren wie im S&P500 noch ein Prozent höher.

Morgen der 01.11.11 wird aber wichtig. Wie schon vor ein paar Tagen geschrieben, halte ich die 6100 im DAX für die Wassermarke, die wir halten sollten. Dabei darf man diese Zahl nicht exakt nehmen, es beschreibt eine Zone, denn das war die Ausbruchszone aus der Range 5700-6100 vor der EU Entscheidung. Wir dürfen Morgen problemlos mal drunter schauen und Richtung 6000 gucken, dann sollte aber im Laufe des Tages wieder Kaufinteresse kommen und der Ausbruch bestätigt werden. Wenn dieses Kaufinteresse Morgen im Bereich 6000-6100 fehlen sollte, ist in meinen Augen Vorsicht geboten und der Markt hat möglicherweise wieder den Charakter geändert. Das muss man dann ernst nehmen, heute ist noch nichts entscheidendes passiert.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich die Schwäche gerade heute im Ausmass überrascht hat. Ich habe mit ihr am Freitag fest gerechnet, weil sie natürlich nach so einem Anstieg zwangsläufig ist. Am Freitag kam sie aber nicht und ich habe am Freitag etwas Geld mit Shorts verloren. Und ich habe für Morgen den Monatsersten mit Schwäche gerechnet, aber nicht heute, weil heute der Monatsabschluss ist und gute Zahlen im Oktober für Wallstreet wichtig sind. Aber so ist halt Mr. Market, auch für einen alten Fahrensmann wie mich hat er immer wieder eine Überraschung parat.

Nachbörslich habe ich dann aber den Grund für die Schwäche erkannt, der mir während der Session nicht bewusst geworden ist. Kurzauszug aus dem WSJ: “MF Global Files For Bankruptcy MF Global Holdings Ltd. filed for Chapter 11 bankruptcy protection in New York on Monday morning after an effort to sell itself to Interactive Brokers Group Inc. failed. The filing sent financial exchanges around the world scrambling to address the uncertainty swirling around the collapsed broker-dealer.” Oder mehr hier in der New York Times zu MF Global

Das ist also der Grund, warum die Börsen heute so besonders schwach waren. Das versöhnt mich auch wieder mit Mr. Market, weil es irritiert mich immer, wenn ich mit seiner Stimmung nicht in Sync bin wie heute. Aber das erklärt vieles, so etwas mag Wallstreet nun gar nicht. Und wenn ein Broker platt geht, bedeutet das auch massive Geldflüsse und panikartige Versuche Mittel abzuziehen. Das so ein Tag schwach wird ist nicht verwunderlich. Das bedeutet aber auch, die Wahrscheinlichkeit, dass das in Kürze vergessen ist, ist hoch. Solche Themen verursachen in der Regel nur kurze Marktschwächen.

Darüber hinaus war das Verhalten des US Marktes bis auf die letzten Minuten heute bei aller Schwäche recht konstruktiv. Insofern bleibe ich noch bei meiner Gelassenheit. Wachsamkeit ja, aber Gelassenheit, auch wenn es sich heute wieder nicht schön angefühlt hat. Derartige Korrekturen sind normal und ein Muss und die letzten Minuten darf man nicht überbewerten. Dass es im DAX heute wieder heftig gerappelt hat, ist halt das alte Spiel. Kommt Angst auf, geht das Geld wieder Richtung US und wird aus dem DAX abgezogen. Der DAX ist zum Optionsschein amerikanischer, institutioneller Anleger auf die Weltkonjunktur geworden. Mit den DAX Firmen und mit Deutschen hat das wenig zu tun.

Wir sind ja selber schuld, weil wir unser Geld lieber dem Staat für weniger als die Inflationsrate geben. Oder besser sollte ich sagen „unsere deutschen Mitbürger“, denn hier lesen ja die letzten Mohikaner mit, die sich in D noch für den Aktienmarkt interessieren. Genau genommen kann man die Deutsche Börse also gleich zumachen, weil aus Deutschland kommen die DAX Käufer sowieso nicht …. aber halt, das ist ja schon passiert. Wir fusionieren ja mit der NYSE und dann sind die deutschen Aktien endlich da, wo sie sowieso gehandelt werden. In Frankfurt bleiben all die schönen Derivate, ohne die die Finanzwelt ja untergehen würde. Das macht ja auch Sinn, weil Oma Büllerbeck hat die ja in der „nachhaltigen Garantie-Version“ im Depot. Der „unwichtige“ Aktienhandel geht dafür nach NewYork. Aber wen interessiert das schon, wer braucht schon Aktien. Und davon abgesehen, welche Firma braucht schon einen Aktienmarkt um Kapital aufzunehmen, wenn man seine Mittel für Investitionen bei so schönen Instituten wie der IKB als Kredit bekommen kann (oder auch nicht). Wer in diesem Absatz Sarkasmus findet, kann ihn behalten.

Also Fazit: abwarten und Tee trinken. Bis jetzt finde ich nichts so herausragend oder ungewöhnlich an diesem Rücksetzer, dass ich meine grundsätzlich positive Sicht aufs Jahresende in Frage stellen müsste. Morgen kann meine Sicht schon anders aussehen. (HS)

DAX, Eurostoxx, S&P500 & Co. – Ein Tag für die Geschichtsbücher !

Ich weiß, Sie erwarten nun tiefschürfende Analysen und Ausblicke, aber an diesem denkwürdigen Abend des 27.10.11 kann und will ich damit nicht dienen.

Ich finde an so einem Abend sollte man einfach mal nur die Zahlen für sich sprechen lassen und diese damit für die Nachwelt konservieren. Ich greife einfach mal ein paar herausragende Bewegungen heraus. Die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf den letzten mir verfügbaren Kurs, teilweise also von 20Uhr, teilweise also von 22Uhr, teilweise aus den Futures-Märkten:

DAX +6%
Eurostoxx 50 +6%
S&P 500 +3,5%
Silber +5%
EUR/USD + 2%

Commerzbank + 16%
Deutsche Bank + 15%
Volkswagen + 10%
Heidelberg Cement + 8%
Arch Coal +8%
Freeport McMoran +10%
Rio Tinto +10%

Diese Zahlen sprechen für sich, mehr muss man zum 27.10.11 nicht sagen. Finanzaktien, Konjunkturaktien und Rohstoffe, das waren die ganz großen Gewinner des Tages. Glücklich kann sein, wer dabei war.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie diesen Ausbruch mitgenommen haben. Gestern, vor der Entscheidung, waren wir im DAX noch im definierten Band von 5700-6100 und haben intraday sogar noch einmal Richtung 5900 geschaut. Ich hatte letzten Sonntag ->hier-< in einem Marktausblick geschrieben, dass wir nach dem Ausbruch aus dem Band je nach politischer Nachricht und damit Richtung ganz schnell die 6300 oder 5500 sehen werden. Das war offensichtlich noch untertrieben, denn nun sind wir 7% höher als beim Tief gestern, das nenne ich denkwürdig !

Und wer jetzt unbedingt von mir noch einen Ausblick will, für den habe ich noch 4 kurze Punkte zur Erinnerung an alte Börsenregeln:

1. Wenn der Markt einmal so ein Momentum entwickelt wie aktuell, dann ist es ganz schwierig diese Stampede wieder zu drehen, wie bei einer Stampede 4-beiniger Bullen mit Hörnern auch. Sprich es ist nun in meinen Augen unwahrscheinlich, dass der Markt von sich aus einfach so auf dem Fuß und ohne Ankündigung wieder nachhaltig nach unten dreht. Denn viele haben diese Bewegung verpasst und werden nun aufspringen und so die Kurse weiter treiben. Wenn der Markt wieder dreht, dann kündigt Mr. Market das in der Regel erst einmal in Form einer länger dauernden Topbildung an. Eine Jahresendrally Richtung 7000 im DAX ist nun also wahrscheinlich geworden und die Reflexe die beim Absturz im August / September richtig waren – sprich jeden Gewinn schnell mitzunehmen – dürften in den nächsten Wochen wohl nicht mehr gültig sein.

2. Auch wenn die aktuelle Bewegung mittelfristig die Börsenampeln wieder auf Grün gestellt hat, geht so eine Bewegung kurzfristig nicht tagelang so weiter und es wird definitiv schon in Kürze Gewinnmitnahmen geben, die bei diesem Hub den Markt auch mal schnell um 2-3% Intraday drücken. Solange wir aber im DAX die 6100 nicht wiedersehen, sehe ich das ganz entspannt und nutze diese Rücksetzer als „Buy the Dip“.

3. Wie immer bewegen sich die hoch kapitalisierten Bluechips in den Indizes am schnellsten, weil zunächst dort das Geld der Marktteilnehmer hinein fliesst. Wir haben alle nur zwei Hände um Kauforders einzugeben und die grossen Titel werden als erste ins Depot geworfen. Die vergleichbaren Titel der zweiten Reihe in MDAX und SDAX hängen etwas nach, das ändert sich bei jedem Bullenmarkt dann aber in der zweiten Phase. Hier liegen Chancen für die, die bei dieser Bewegung zu spät gekommen sind.

4. Die obigen 3 Sätze stehen nach wie vor unter dem Vorbehalt der Politik. Wir dürfen nie vergessen, dass wir es eben nicht mit einem „normalen“ Markt zu tun haben, der frei nach seinen eigenen Stimmungen schwingt. Wir haben immer noch einen hoch politischen Markt, der durch entsprechende Äusserungen und Taten ganz schnell und unvorhersehbar die Richtung ändern kann. Bei aller Euphorie und Hoffnung auf eine schöne Rally zum Jahresende dürfen wir das nie vergessen !

Und jetzt mache ich ein Flasche Wein auf, für mich war es – was meine Depots angeht – der beste Tag des Jahres 2011. Ein Prost auf den 27.10.2011 ! (HS)

DAX Marktausblick auf nächste Woche – Das Wort zum Sonntag

Am Sonntag ein kurzer Ausblick auf den Anfang der kommenden Woche.

Die Presse produziert negative Schlagzeilen zum EU Gipfel, ich bin aber nicht sicher ob Mr. Market das auch so sieht.

Denn der Markt würdigt nun schon seit einigen Tagen, dass die EU endlich bei den wirklich harten Entscheidungen angekommen ist und zeigt dabei deutlich bullische Markttechnik. Und auch dieses Wochenende bestätigt bei allen Problemen das Bild, dass man endlich nicht mehr nur rumschwätzt, sondern bereit ist wirklich zu handeln – auch schmerzhaft. Niemand hat ernsthaft erwartet, dass ernste und harte Entscheiungen die von 17 bzw 27 Regierungschefs abgenickt werden müssen, in einem netten Treffen am Nachmittag mal eben durchgewunken werden. Das es nun hakt, ist also eher der Beweis das es endlich ernst wird. Und das ist gut so !

Diesen Ernst bei der EU honoriert der Markt mit Hoffnung und wird das in meinen Augen auch weiter tun, bis endlich die Fakten auf dem Tisch liegen und die Hoffnung entweder enttäuscht oder bestätigt wurde. Dann – möglicherweise Mittwoch – wird der DAX je nach Nachrichtenlage nach oben oder unten aus der Range 5700-6100 deutlich und mit Momentum ausbrechen. Diese Bewegung will ich nicht verpassen ! Vorher werden wir je nach Nachricht auch hin und her schwingen und es kann gut sein, dass Montag eher schwach wird, zumal es nach dem starken Freitag als Gegenbewegung fällig ist – zu einer dauerhaften Bewegung wird das aber nach meiner Erwartung wohl nicht und die 5700 sollten weiter halten. Das Hin- und Her bis zur Entscheidung ist weiterhin das „weisse Rauschen“ der Politik, das man nicht wirklich traden kann.

In welche Richtung der Ausbruch dann kommt und auf Basis welcher Fakten, weiss heute nur der liebe Gott – ich auf jeden Fall nicht und wahrscheinlich heute noch nicht einmal die Regierungschefs. Es ist auch nicht zwingend nötig sich vorher zu positionieren, weil man sowieso nur raten kann und raten führt nicht zum Erfolg am Markt. Viel entscheidender ist dagegen, die Bewegung danach richtig zu spielen – das kann man wirklich beeinflussen, das kann man heute planen und vorbereiten und da wird dann das Geld gemacht oder verloren. Wenn sich aber jemand trotzdem schon vorher positionieren will, würde ich persönlich die Long-Seite bevorzugen.

Denn Faktum ist auf jeden Fall, dass Mr. Market nun mit aller Macht an das „Gute“ glauben will und deutlich bullische Markttechnik zeigt. Man muss ihm dafür nun nur ein überzeugendes Argument liefern, dann wird er das mit einer beeindruckenden Rally um mehrere hundert Punkte im DAX belohnen. Genügend Shorts sind auf jeden Fall noch im Markt, um einen schönen Squeeze zu befeuern. Mal schauen, ob die EU genügend Entschlusskraft hat, um die harten und klaren Entscheidungen zu treffen, die zu dieser Rally führen könnten. Umgedreht würde eine deutliche Enttäuschung wohl zu einem ganz üblen Abverkauf führen. Nur eines ist sicher: wir werden es erleben …. (HS)

Climbing the Wall of Worry…?

Der DAX macht nun wieder einen sehr stabilen Eindruck, und zeigte zuletzt deutliche Stärke im direkten Vergleich zu anderen europäischen Indizes. Nachdem nun die 61,80 Fibonacci Linie mehrfach getestet wurde, gehe ich davon aus dass diese in Kürze überwunden werden kann. Somit wäre das nächste Kursziel für den Dax, nach der 6.100er Marke, der Bereich um die 6.300 bis 6.330 Punkte (50ger Fibonacci). Damit wäre dann auch die Bodenbildungsphase im Deutschen Leitindex endgültig abgeschlossen. Auch beim S&P 500 hat sich das Bild nun wieder deutlich aufgehellt. Gelingt ein Anstieg über die Marke von 1.240 Punkten, gilt der Bärenmarkt bereits wieder offiziell als beendet. An den genannten Marken dürfte es allerdings noch einmal zu härteren Auseinandersetzungen zwischen Bullen und Bären kommen, und der Sieger steht keinesfalls schon fest!

Am Freitag gelang es den Indizes, diesseits und jenseits des Atlantiks, wieder auf Kursniveaus zu schließen, die nun durchaus sogar wieder die Erwartungen an eine mögliche Jahresendrally zulassen. Anleger die bislang an der Seitenlinie gestanden haben werden nun mehr und mehr gezwungen sein sich der Rally anzuschließen, um eine weitergehende Erholung nicht vollends zu verpassen. Dieser Umstand könnte auch in den nächsten Handelstagen für weiteren Kaufdruck sorgen. Es scheint nun dass, neben der Hoffnung auf baldige Besserung, die schlechten Nachrichten immer mehr ignoriert werden. Dieses Phänomen kann man oftmals nach einer Bodenbildung beobachten.

Das Bärenlager dürfte nun also zunehmend nervös werden, und immer mehr Short-Positionen eindecken, was zusätzlichen Kaufzwang auslöst. Zudem dürften die Nachrichten, dass die EZB mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Jahresende wieder ihre Zinsen senken wird, und Ben Bernanke sich ebenfalls kurzfristig weitere stimulierende Maßnahmen vorbehält, für weiteren Druck auf die Bären sorgen. All dieser Umstände sollten sich in den kommenden Wochen unterstützend auf die Aktienmärkte auswirken. Die nächsten politischen Großereignisse wie das Treffen der EU Spitzen und das G20 Treffen Anfang November bergen aber auch große Gefahren für beide Lager.

Dieser zunehmende Pessimismus bei der Mehrzahl der Marktteilnehmer, und die immer noch niedrigen Umsätze an den Börsen passen ebenfalls sehr gut zu dieser Theorie. Viele Marktteilnehmer trauen sich nicht wieder in den Markt, oder warten auf den nächsten starken Rücksetzer, der aber erst einmal nicht kommt. Wie Ken Fischer, die Investmentlegende aus den USA in einem Interview einmal gesagt hat, handelt es sich hier um ein immer wiederkehrendes Phänomen an den Börsen. Er nennt es „markets climb the wall of worry“ Eine bereits sehr alte Theorie die auf den Ergebnissen der “Verhaltensforschung” von Mark Hulbert basiert.

Seit 1980 beobachtet Hulbert dabei die Performance und aktuelle Markteinschätzung von über 160 US Börsenbriefen. Letztendlich leitet Hulbert dann anhand der Performance und der „Stimmungslage“ des einzelnen Börsenbriefes, sowie deren Prognosen, einen Indikator ab. Diese bilden, zusammen mit allen anderen Börsenbriefen einen – meistens antizyklischen – Stimmungs-Indikator. Vereinfacht gesagt ist dieser Indikator eine einfache Darstellung massenpsychologischer Phänomene, die aber für die Börse extrem aussagekräftig ist. Auch hierzulande kann man diese Stimmungsschwankungen anhand einzelner Börsenbriefe gerade wieder sehr schön beobachten.

Letztlich bleibt also auch von uns das Fazit, selbst nach genauer Abwägung aller Wahrscheinlichkeiten, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine seriöse Prognose für die kommenden Wochen nicht möglich ist. Es bleibt dem Anleger nichts anderes übrig als täglich zu überprüfen ob die eingeschlagene Strategie noch richtig ist. Der Markt wird uns – wie immer – die Richtung weisen! Aber für den Moment sieht es sehr danach aus dass die Kurse an der Mauer der Angst hochklettern, was typischer Weise für das erste Drittel einer neuen Hausse sprechen würde. Wie weit diese neue Bewegung dann tatsächlich tragen kann bleibt abzuwarten. Achten Sie also auf die oben erwähnten Marken!

Marktupdate DAX und S&P 500 – Ampeln auf Gelb !

Hier ein kurzes Marktupdate zur Eröffnung am heutigen Mittwoch.

Nachdem wir nun eine Woche lang jeden Tag in den Indizes hoch geschoben sind, steigt nun das Risiko eines kurzfristigen Rücksetzers erheblich. Denn bei aller Euphorie darüber, dass der DAX endlich mal wieder einen kraftvollen Anstieg gezeigt hat, dürfen wir nicht vergessen, dass wir im S&P 500 immer noch in der Trading-Range sind. Es ist also noch nichts Entscheidendes passiert.

Weitere Warnsignale sind aktuell:
– Eine deutlich überkaufte Markttechnik
– Das Scheitern des S&P500 an der 1200er Marke gestern
– Ein sehr deutliches „Selling on Strength“ Signal im S&P 500 gestern – das Signal, dass die grossen Marktteilnehmer eher auf der Verkaufsseite waren

Ich richte mich daher nun gedanklich auf einen Rücksetzer ein, der uns im S&P 500 wieder in Richtung 1150 und im DAX Richtung 5500 bringen könnte. In Anbetracht des Momentums des Marktes nach oben sollte man dieses Signal aber nur als Warnsignal verstehen, mehr nicht. Es ist keineswegs unmöglich, dass wir von hier weiter hochschieben.

Wie es dann nach einem Rücksetzer bis 1150 bzw 5500 weitergeht ist unklar. Nach meiner Analyse ist der Anstieg der letzten Tage aber Markttechnisch signifikant und unterscheidet sich im DAX positiv von allen Bewegungen , die wir seit dem Start des Absturzes Ende Juli gesehen habe. Insofern besteht eine gute Chance, dass ein derartiger Rücksetzer im Sinne „Buy the Dip“ eine Kaufgelegenheit ist. Ich neige auch eher zu dieser Sicht, werde aber aufgrund dieses reinen Bauchgefühls keinen Positionen eingehen, sondern die Frage erst entscheiden, nachdem der Rücksetzer einen Boden gefunden hat. Im S&P 500 ist die Lage sowieso unklarer als im DAX. Dort ist ein Fallen bis zum unteren Ende der Trading Range bei ca. 1120 alles andere als unmöglich.

Für Heute und die nächsten Tage gilt also: bei aller Freude über steigende Kurse darf nun die Defensive auf keinen Fall vernachlässigt werden !

Noch ein Faktor, den man im Auge behalten sollte. Nachdem die Märkte auf die Aussagen der Politik zur Rekapitalisierung der Banken der Eurozone so positiv reagiert haben, sollte die Politik nun aber auch liefern. Sollte beim anstehenden EU Gipfel nur ein typisch wackelweicher Kompromiss heraus kommen, ist mit einer deutlichen „Sell the News“ Reaktion zu rechnen.

Noch ein Hinweis in ganz anderer Sache. Nachdem Chinas Aktienmärkte seit Monaten schwach sind, hat dort die Politik vor Kurzem mit der Absicht über den Staatsfonds Bankaktien zu kaufen ein Signal gegeben, das gestern schon an den Märkten angekommen ist. Es könnte also sein, dass die Schwäche des chinesischen Marktes nun zu Ende geht. Ich empfehle daher, diesen Markt nun unbedingt im Auge zu behalten ! (HS)

Automobil- und Stahl- und Rohstoffaktien im Fokus

Aus unserem Börsenbrief vom Wochenende: Die Börsen zeigten sich in der vergangenen Woche nach anfänglicher Schwäche mal wieder von Ihrer freundlichen Seite. Und das obwohl es aus Europa durchaus zwiespältige Signale zu vernehmen waren. Immer mehr deutet darauf hin, dass sich die Politik nun endlich doch mit einer möglichen Pleite Griechenlands beschäftigt. Zwar wurde dieses Szenario stets ausgeschlossen, die Forderung der EU Finanzminister an die Bankenaufsicht, die europäischen Banken einem erneuten Stresstest zu unterziehen, um festzustellen wie hoch die möglichen Wertberichtigungen bei griechischen Staatsanleihen der einzelnen Finanzhäuser sind, sprechen aber eine deutliche Sprache. Die alles entscheidende Frage der nächsten Wochen wird also sein, ob wir uns nun einer finalen Lösung der Schuldenproblematik nähern, und somit noch die berechtigte Hoffnung auf eine Jahresend.Rally besteht, oder wir anderenfalls noch einmal deutlich tiefere Kurse sehen werden?

Ebenso auffällig wie der neu ausgerufene Banken Stresstest und die Reaktivierung des SoFFin, sind die erneuten zahlreichen Herabstufungen der US Ratingagenturen in der vergangenen Woche. Besonders deutlich wurde Italiens Kreditwürdigkeit am Donnerstag gleich im mehrerer Stufen nach unten gesetzt. Am Freitag folgte dann eine Abstufung der portugiesischen und britischen Banken durch Moodys, und Fitch nahm sich Italien und Spanien vor. Überall war in der Begründung für diesen Schritt von schwachem Wirtschaftswachtum, hoher Schuldenlast und einer möglichen Rekapitalisierung von Banken, zu lesen. An dieser Stelle möchte ich aber ausdrücklich betonen dass Fitch die spanischen Staatsanleihen weiterhin als sicher eingestuft hat! Leider gerät aber mit Belgien nun ein weiteres europäisches Land in den Fokus der US Ratingagenturen. Der gefürchtet „Flächenbrand“ in Form der Herabstufungen, und deren direkten Auswirkungen ist also zumindest in vollem Gange..

Die Nachrichten dürften ja im einzelnen ja bekannt sein, und wurden ja von den Medien auch flächendeckend transportiert…Ich wage aber zu behaupten dass all dies nun (endlich) einen Grund und ein Ziel haben könnte. Wie wir alle schon seit längerer Zeit wissen ist Griechenland höchstwahrscheinlich nicht mehr zu retten, und es wäre -auch für die Griechen- sicherlich der beste Weg sich, zumindest zeitweise, aus der Gemeinschaft zu verabschieden, um dann über eine eigene Währung abzuwerten, wieder zu gesunden, und gestärkt in einigen Jahren zurück zu kehren. Ich habe den Eindruck dass dieser Gedanken nun endlich auch in den Köpfen der Politiker angekommen ist, und man sich nun gezielt darauf vorbereitet, oder dies zumindest nicht mehr kategorisch ausgeschlossen wird. Der Markt hat eine Insolvenz Griechenlands sowieso seit längerem schon eingepreist. Die Prämien für 5-jährige griechische Ausfallversicherungen preisen seit ungefähr einem Monat eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 100 Prozent ein.

Banken haben somit auch seit einigen Wochen damit begonnen immer mehr Liquidität bei den Zentralbanken zu parken. Sowohl bei der FED als auch der EZB haben die Bankeneinlagen in den letzten Wochen dramatisch zugenommen, was natürlich auf der anderen Seite bedeutet, dass nicht mehr genügend Liquidität für Kredite an die Realwirtschaft vorhanden ist, die zuletzt sowieso nur noch sehr zögerlich vergeben wurden. Zusätzlich dazu nehmen immer mehr Banken weitere deutliche Abschreibungen auf griechische Engagements in die Bücher, um das Risiko eines Schuldenschnitts Griechenlands entsprechend abzupuffern. So hat beispielsweise die Deutsche Bank nach 155 Mio. Euro im Vorquartal weitere 250 Mio. Euro im III. Quartal auf ihre Engagement in Griechenland abgeschrieben.

Unabhängig von der speziellen Situation bei den Bankenwerten mehren sich aber die Zeichen, dass sowohl in den USA, als auch in China die konjunkturellen Daten auf eine baldige Besserung hindeuten. Bislang wurden die Rezessionsbefürchtungen in keiner Weise bestätigt, im Gegenteil, es deutet vieles darauf hin, das dieses Thema überwiegend mediengetrieben war, denn alle Stimmungsbarometer zeigen wieder verhalten optimistisch nach oben. Zuletzt hielt sich der ISM Index zum zweite Mal in Folge auf einem stabilen Niveau, die Nachrichten vom US Häusermarkt werden allmählich besser, und die jüngsten Arbeitsmarktdaten deuten auf eine Erholung US Wirtschaft hin. Auch Ben Bernanke verstand es einmal mehr durch wage Andeutungen den Markt zu beruhigen…Dieser neue Optimismus zeigte sich dann auch am 04.10.2011 im späten US Handel und löste die starke Erholungsbewegung der letzten Tage aus. Sehen Sie sich dazu noch einmal den eindrucksvollen Kursverlauf der US Indizes vom Dienstag an dem wir einen ausführlichen Artikel gewidmet haben:

In der kommenden Woche startet nun die Berichtssaison zum dritten Quartal, die für neue Impulse sorgen sollte. Die harten Fakten deuten auf weiterhin solide Ergebnisse in den Unternehmen hin. Allerdings werden die Marktteilnehmer insbesondere dem weiteren Ausblick eines jeden Unternehmens eine besondere Bedeutung beimessen. Hier muss sich nun zeigen ob es einen konjunkturellen Einbruch geben wird oder nicht. In dieser Woche gelang es insbesondere den zyklischen Werten aus der Stahlbranche als auch den Automobilherstellern wieder an die Performance der letzten Wochen anzuknüpfen. Dieser Trend sollte sich in einem positiven Börsenumfeld auch weiter fortsetzen. Insbesondere die Rheinmetall Aktie sowie ThyssenKrupp konnten bei den Stahlwerten wieder kräftig anziehen. Gold und Silber bleiben hochvolatil. Eine Entscheidung über die weitere Richtung der Edelmetalle steht wohl ebenfalls unmittelbar bevor.

Für den DAX könnte bereits die kommende Woche die Entscheidung bringen. Die Marke von 5.675 Punkten wurde mehrfach überschritten und konnte auch zum Freitag gehalten werden. Die nächste entscheidende Marke bei 5.700 Punkten wurde bereits mehrfach getestet. Gelingt es diese Marke nachhaltig zu überwinden würde sich weiteres Potenzial bis in den Bereich von 6.000 – 6.100 Punkten ergeben. Fällt der Deutsche Leitindex hingegen wieder unter die Marke von 5.500 Punkten befinden wir uns erneut in der seit Wochen existenten Trading-Range. Dann wäre sogar ein erneuter Test der 5.000er Marke möglich. Insgesamt bleibt aber das positive Bild im DAX erhalten, der sich nun wieder im direkten Vergleich zu den US Indizes deutlich stabiler präsentiert. Investoren kehren offenbar, nach der Erkenntnis dass die Politik nun entschlossen handeln will, wieder an den Marktplatz Deutschland zurück.

Die Börsen bleiben dennoch weiterhin extrem nachrichtengetrieben und volatil. Ein Schuldenschnitt Griechenlands würde mit hoher Wahrscheinlichkeit kurzzeitig zu weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten führen. Letztlich bin ich mir aber relativ sicher dass die Märkte eine finale Lösung in der Griechenland-Frage mit einer Erleichterrungs-Rally quittieren würden, denn dies wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir stehen wahrscheinlich unmittelbar vor einer solchen Entwicklung, zumindest deuten die jüngsten Ereignisse genau darauf hin. Auch wenn die Aktienmärkte sich in der abgelaufenen Woche wieder sehr freundlich gezeigt haben bleibt das allgemeine Marktumfeld anfällig für schlechte Nachrichten, denken Sie immer daran!  Zudem sprechen die „normalen“ saisonalen Muster eher für einen turbulenten Börsenmonat. Der Dax Volatilitätsindex steht mit 43,15 Punkten immer noch im roten Bereich und deutet auf Angst und nervöses Agieren unter den Anlegern hin.Es ist also nach wie vor ratsam vorsichtig zu bleiben, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, und bestehende Positionen relativ eng abzusichern.

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Über Demut, Flexibilität und den richtigen Zeithorizont – zwei Lehren aus dem 04.10.11

Der gestrige Tag mit seiner beeindruckenden Rally in den letzten 45 Minuten der Handelszeit an der Wallstreet, hat für uns zwei wichtige Lehren parat, die wir uns alle unbedingt vergegenwärtigen sollten. Damit beantworte ich indirekt auch ein paar Fragen und Kommentare.

Lehre 1 – Gedankliche Flexibilität und opportunistische Haltung

Gestern um 21.15 Uhr war die Welt mit meiner alten, kurzfristigen Strategie noch völlig im Reinen. Es sah alles, wirklich alles nach dem Absturz bis ca. 1000 im S&P500 aus. Der Markt konnte die 1100 nicht halten und näherte sich den Tagestiefständen, die 1080 waren schon erreicht. Im DAX war alles blutrot mit -10% bei großen Werten. In all den Tagen davor, war die letzte Stunde besonders schwach. Viel sprach also dafür, dass der Markt nun zusammen bricht. Und unzählige Profis hatten aggressive Short Wetten im Markt. Dann kam dieses gewaltige Kaufprogramm und als Folge davon wurden alle diese Shorts aus ihren Positionen gepresst und wir hatten einen gewaltigen Shortsqueeze der uns 4% in 45 Minuten nach oben bewegt hat. Dazu hier noch einmal das eindrucksvolle Chartbild der US Indizes:

Es ist völlig egal was das Kaufprogramm ausgelöst hat, möglicherweise hat ein klug programmierter Algorithmus eines der BigBoys diese Menge an Shorts gesehen, eine Gelegenheit erkannt und mit genügend Kapital versucht, genau diesen Squeeze auszulösen. Möglicherweise hat ein dumm programmierter Algorithmus eine Headline aus Europa getradet, obwohl es eigentlich gar nichts zu traden gab. Völlig egal. Aber sobald sich der Wurm gedreht hatte und nach oben ging, mussten alle Marktteilnehmer mit und haben diese Bewegung möglich gemacht. Um 21.15 Uhr hatte ich also eine kurzfristige Strategie. Um 21.45 Uhr, als ich sah mit wie viel Momentum wir durch die 1100 durch gingen, habe ich diese Strategie ohne zu zögern fallen gelassen. Und um 22.15 Uhr gestern war mir klar, dass eine Bewegung dieser Dynamik das Potential hat kurzfristig zu weiteren Käufen zu animieren, die Rally also heute und morgen noch Potential hat.

Ich habe also innerhalb einer Stunde meine kurzfristige Sicht auf den Markt um 180 Grad gedreht. Nicht weil meine Analyse vorher falsch war, die würde ich jederzeit wieder so machen, sondern weil mir der Markt einen klaren Hinweis gegeben hatte. Und ich habe gelernt auf diese Hinweise demütig und unverzüglich zu reagieren. Ein weniger erfahrener Marktteilnehmer würde in dieser Situation dazu neigen, seine alte Position gedanklich zu verteidigen und daran festzuhalten. Und als Folge dabei viel Geld verlieren. Und wenn er dann endlich nach Tagen bereit ist die veränderte Welt zu akzeptieren, dann dreht Mr. Market schon die nächste Pirouette die einen wieder auf dem falschen Fuß erwischt. Ich denke wir alle haben das schon mal genau so erlebt, oder ?

Die Lehre ist also, große gedankliche Flexibilität ist ein Muss ! Und eine opportunistische Haltung, die demütig akzeptiert, was uns Mr. Market vorsetzt und nicht versucht zur Befriedigung des eigenen Egos die eigene Meinung zu verteidigen. Wenn Mr. Market eine solche Rally hinlegt, dann hat das Folgen. Schon alleine weil nun andere versuchen an den Folgetagen auch auf den Zug zu springen. Genau das passiert heute und wahrscheinlich auch Morgen. Und es kann gut sein, dass die Rally sachlich ohne Grund, ungerechtfertigt und einfach nur Ausbund des psychopathischen Verhaltens von Mr. Market ist. Das ist aber völlig egal und keinen Gedanken wert. Die Rally ist da und deshalb real. Wer Geld verdienen will, muss sich schnell anpassen oder der Markt walzt ihn platt.

Das ist auch die Schwierigkeit von öffentlichen Voraussagen in so Blogs wie hier. Und deswegen mache ich sie sehr ungern ! Wer das gestern nicht direkt erlebt hat, kann nicht verstehen, warum ich innerhalb einer Stunde meine Sicht anpasse. Gestern hat der Hari noch von S&P500 bei 1000 geredet und heute von 1150 – der spinnt doch. Und wie hätte ich jemanden warnen sollen, dass sich meine Sicht geändert hat ? In den 45 Minuten in denen auch ich nur damit beschäftigt war meine Positionen anzupassen ? Wer das verstanden hat, wird mich nicht mehr fragen was ich morgen vom Markt erwarte. Denn der weiß, dass meine Meinung schon eine Stunde später anders sein kann. Wer erfolgreich sein will, muss lernen eine eigene Meinung zu entwickeln. Anders geht es nicht. Immer schön gedanklich flexibel bleiben!

Lehre 2 – Zeithorizont

Damit sind wir auch beim zweiten typischen Fehler den zu Viele an der Börse machen. Sie sind sich nicht über den Zeithorizont im klaren in dem sie agieren ! Mit schrecklichen Folgen für das eigene Depot. Denn man muss ja gar nicht so kurzfristige Richtungswechsel mitmachen wie ich. Man kann auch langfristig denken und kann dann solche Tage wie gestern einfach ignorieren. Nur dann muss man auch langfristig handeln !

Typisches Szenario: Max Müller liest in einer Anlegerpostille einen Artikel, der eine Aktie als unterbewertet und „Schnäppchen“ anpreist. Das überzeugt Max Müller, unter anderem weil es viele gute langfristige Argumente gibt, warum das Geschäftsfeld zukunftsträchtig ist und langfristig wachsen wird. Max Müller kauft also, ohne sich mit der kurzfristigen Markttechnik des Titels zu beschäftigen, er könnte das auch gar nicht, weil ihm die Techniken dafür fehlen. Genau 24 Stunden lang fühlt sich Max Müller nun wie Warren Buffet und als kommender „Value-Investor“. Dann, am nächsten Tag, fällt der Titel um 5%. Am Tag darauf wieder um 4%. Und so weiter. Zunächst wird Max Müller es nicht glauben, aber nach 20% Verlust und einer Woche später dann entnervt verkaufen und seiner Frau sagen: die Börse spinnt doch, ich rühre keine Aktie mehr an. Erkennt sich jemand wieder ? Ich mich schon, diese Fehler habe ich Anfang der 90er Jahre auch gemacht.

Die Börse spinnt aber keineswegs, Max Müller ist einfach nur unfähig. Er kauft eine Aktie aus langfristigen Erwägungen, springt dann aber nach Tagen raus, weil ihn ein kurzfristiger Verlust überrascht, über den er sich vorher keine Gedanken gemacht hat. Das kann nicht gut gehen ! Wenn man sicher gehen will in der nächsten Woche nicht 10% zu verlieren, muss man sich zwingend auch mit kurzfristigen Fragen auseinandersetzen und die Techniken dafür beherrschen.

Und damit sind wir wieder beim 04.10.11 und der Frage an mich, wie ich die weitere Entwicklung sehe. Ich kann diese Frage so nicht beantworten. Ich gebe die Antwort daher auf meine Weise:

Kurzfristig hat diese Rally Potential uns noch weiter nach oben zu bringen. Morgen (Donnerstag) könnte auch noch gut werden, dann dürfte der Schock-Effekt dieser Rally langsam auslaufen und die Bären langsam wieder ihre Krallen wetzen.
Mittelfristig sind wir immer noch in einem Abwärtstrend. Nichts hat sich daran bisher geändert. Es ist immer noch wahrscheinlich, dass wir noch neue Tiefststände sehen.
Langfristig haben wir in vielen Aktien Kaufkurse. Langfristig ist es egal, ob man VW für 87 oder 93 gekauft hat, es sind beides wohl gute Kurse.

Das ist meine Sicht heute 05.10.11 um 21.15 Uhr während ich das schreibe. Aber bitten erwarten Sie nicht, dass ich diese Sicht auch zwingend in 24 Stunden noch habe. Gerade die kurzfristige Sicht kann sich schnell ändern. Die wichtige Lehre ist also: man sollte unbedingt den Zeithorizont seines Handelns mit dem Zeithorizont der Anlagestrategie in Einklang bringen. Wer das vergisst, wird Geld verlieren.

Mr. Market interessiert sich nicht für unser Ego. Und uns sollte es auch nicht interessieren. Wir sind an der Börse um Erfolg zu haben, nicht um Recht zu behalten !

DAX und S&P 500 Marktausblick – Der Tag der Wahrheit

Ein kurzes Update zum Abend, weil wir an einer äusserst wichtigen Wegsscheide stehen….

Der S&P 500 hat mit 1099 knapp unter der 1100er Marke geschlossen ! Damit scheint mein hier beschriebenes Szenario einzutreffen und wir scheinen in Richtung 1000 abzustürzen. Die Fallhöhe beträgt also noch ca. 10% !

Allerdings wäre es nicht das erste Mal, dass Mr. Market so eine Marke unbedingt sehen will, nur um dann wieder zu drehen. Es besteht also durchaus die Chance, dass wir Morgen von der 1100 abprallen. Allerdings sehe ich derzeit absolut keinen Indikator, der für morgige Stärke sprechen würde. Technisch zeigen alle mir bekannten mittelfristigen Signale nach unten, auch wenn wir sicher kurzfristig überverkauft sind ! Trotzdem sollte man die Fähigkeit von Mr. Market respektieren uns auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Morgen ist also der Tag der Wahrheit. Denn entweder geht die Schwäche weiter, dann werden unterhalb 1100 im S&P 500 unzählige Stops getriggert, die uns dann Morgen ganz schnell um mehrere Prozent nach unten treiben. Oder wir drehen doch, dann sollte sich eine kleine Intraday Rally anschliessen.

Auf jeden Fall sollte sich keiner einer Illusion hingeben. Wenn der S&P 500 die 1000 erreicht – was nun wahrscheinlich ist – dann notiert der DAX unter 5000, wahrscheinlich auch unter 4800. Meine persönliche Untergrenze für den DAX liegt erst bei 4500. Denn mit dieser Bewegung nach unten würden die letzten Optimisten aus dem Markt geschüttelt, die fest daran geglaubt haben, dass wir mit 5000 den Boden schon gesehen hatten. Dann, bei 4500, ist der DAX für mich wahrscheinlich ein Kauf und die Chance einer Jahresendrally da.

Und übrigens, falls sich einige fragen was gerade an den Märkten gespielt wird ….. Primär nicht Griechenland, sondern China und Konjunktur ! Man kann es an den Rohstoffpreisen und Minenwerten wunderbar beobachten, hier geht es primär nicht mehr um Griechenland. Der Markt preisst eine weltweite Rezession ein, verbunden mit Problemen in China. Die letzten Konjunktursignale aus China waren negativ. Deshalb ist der Markt so schwach. Die Krise frisst sich nun von den Finanzwerten in die konjunktursensiblen Bereiche durch.

All Hands : Brace for Impact !

(HS)

DAX – die Woche der Entscheidung

In der Wochenendausgabe unseres Newsletters haben wir folgenden Chart analysiert. Mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit wird der DAX wieder in den abwärts gerichteten Trendkanal zurückfallen nachdem es in der letzten Handelswoche nicht gelungen ist aus diesem Trendkanal nach oben auszubrechen. der kurzzeitige Anstieg über die Marke von 5.600 Punkten wurde sofort wieder abverkauft. Aus charttechnischer Betrachtung ist der Index damit nicht nur am Trendkanal abgeprallt, sondern hat auch das 50ger Fibonacci Retracement, bei aktuell 5594 Punkten, mustergültig getestet. Ein erneutes Abtauchen des Dax in den kommenden Tagen wäre somit die nun logische Folge.

Am heutigen Montag sind die Vorgaben nach dem relativ unspektakulären Verfallstag am Freitag erwartungsgemäß schwach. Die asiatischen Märkte befinden sich ebenfalls allesamt im Minus, und der Euro dürfte weiter korrigieren. Die erneut aufgeschobene Entscheidung des Bundestages über den Eurorettungsschirm, sowie das – vorsichtig formuliert –  eher unterkühlte Treffen der EU-Finanzminister mit ihrem US-Kollegen, Timothy Geithner am Wochenende dürfte heute Spuren an den Finanzmärkten hinterlassen. Weiterhin ist keine praktikable Lösung in Sicht, dafür scheint aber die politische Zerrissenheit bald einen neuen Höhepunkt zu finden. An eine globale Lösung ist nicht zu denken.

Aber es gibt auch durchaus berechtigte Hoffnungsschimmer in dieser Handelswoche. Am 20.und 21. September findet die nächste große FED Sitzung statt von der sich nicht wenige Anleger im Ergebnis eine erneute Lockerung der US Geldpolitik erhoffen. Sollte Ben Bernanke sich also ein weiteres Mal klar zu einer solchen Maßnahme entschließen, würde dies die Märkte sicherlich erneut befeuern, und die Indizes nach oben ausbrechen. Doch Vorsicht, nicht selten spielen die Börsen ein erwartetes, positives Ergebnis bereits im Vorfeld des eigentlichen Ereignisses durch, um dann die tatsächliche Nachricht bereits wieder zu verkaufen. Bleibt das Ereignis gar komplett aus ist das Endtäuschungspotenzial entsprechend groß.

Für den DAX dürfte dies eine weitere Woche der Entscheidung sein, man möchte fast „Schicksalswoche“ schreiben..Gelingt der Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend mit einem anschließenden Anstieg bis über den Trendwiderstand bei 5.783 Punkten so ist der Weg bis zu 6.000er Marke frei. damit könnte dann auch die Bodenbildung bereits abgeschlossen sein. Fällt der Index hingegen wieder zurück bis unter die Marke von 5.320 Punkten dürfte die Kreuzunterstützung im Bereich 5.136 bis 5.215 Punkte schnell wieder erreicht sein. Bislang bietet die runde Marke von 5.000 Punkten noch einen guten Halt. Richtig kritisch würde es erst bei einem nachhaltigen Unterschreiten der Marke bei 4.885 Punkten. Wir favorisieren (leider) das zweites Szenario, und gehen in der Folge von einem erneuten Test der Tiefststände aus.

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Weitere Turbulenzen im Dax und S&P zu erwarten – Krisenschutz mit den richtigen Aktien

Aus unserem letzten  Börsenbrief: Mit der erneuten Schwäche des US Marktes am Freitag wurden alle Kaufsignale wieder negiert. Insbesondere bei einigen BlueChips hat sich dieser letzte Handelstag der Woche extrem negativ ausgewirkt. Aus kurz zuvor generierten Kaufsignalen wurden umgehend wieder Verkaufssignale.  Somit befinden wir uns nun erneut wieder im charttechnischen Nirwana ohne klare Richtung, allerdings nun wieder mit deutlich negativer Tendenz. Die alte Tradingrange im S&P  zwischen 1100 – 1185 im S&P500 ist nun wieder aktiv, und es ist davon auszugehen, dass die technische Gegenbewegung in den USA bereits zu Ende sein könnte. Für den DAX heißt dies, nachdem der Index von der Erholung nahezu gar nicht profitieren konnte, dass hier nun weiteres deutliches Abwärtspotenzial besteht. Man sollte nicht verwundert sein, wenn das deutsche Börsenbarometer noch in diesem Jahr die 5.000 Punkte Marke deutlich unterschreitet.

Natürlich sind auch zwischenzeitliche Erholungen jederzeit möglich. Die Marktteilnehmer warten weiterhin gespannt auf das nächste Treffen der FED am 20. und 21. September. Nach den zuletzt katastrophalen Arbeitsmarktdaten, und einem historisch niedrigem Verbrauchervertrauen gehen nicht wenige Marktbeobachter davon aus, dass Ben Bernanke nun fast schon gezwungen sein könnte demnächst wieder die große Gelddruckmaschine an zuschmeißen. Das US Konsumentenvertrauen befindet sich inzwischen auf dem Tiefpunkt der letzten 25 Jahre und somit noch deutlich unter dem Niveau der Lehmann Pleite. Die FED könnte also mit einem QE3 Programm oder ähnlichem kurzfristig für Linderung sorgen. Langfristig wird aber auch diese Maßnahme das eigentliche Problem nicht lösen können, wie wir alle bereits wissen.

Ich persönlich bin noch nicht ganz davon überzeugt das wir in der kommenden FED-Sitzung etwas wirklich Konkretes hören werden. Viel mehr wird der FED Chef einmal mehr versuchen mit irgendwelchen Floskeln weiterhin Zeit zu gewinnen, und die Hoffnungen aufrecht zu halten. Wie auch die letzten Male könnte Ben Bernanke versuchen alles Weitere so zu verkaufen dass es vom Markt positiv aufgenommen wird. Ob dies allerdings erneut gelingen kann ist fraglich, auch wenn der Amerikaner darin offensichtlich deutlich geschickter ist als europäische Politiker. Bernanke sprach von weiteren Konjunktur stützenden Instrumenten, diese wird er nun zumindest konkretisieren müssen. Liefert die FED auch dieses mal nichts handfestes dürfte sich das sehr negativ auf die Märkte auswirken, und könnte einen weiteren Abwärtsschub auslösen.

Auch die Rede von Barack Obama am kommenden Donnerstag dürfte ein Ereignis sein auf das der Markt kurzfristig wetten könnte. Obama will den US Arbeitsmarkt reformieren und bis zu einer Million neue Arbeitsplätze schaffen. Die Rede wird mit Spannung erwartet, allerdings muss der US Präsident wohl schon ein ganz besonderes weißes Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, da die Republikaner mit hoher Wahrscheinlichkeit versuchen werden diesen Plan massiv zu torpedieren. Wie wir in den letzten Wochen gesehen haben reicht Obama keine gute Idee mehr um etwas zu bewegen, nachdem die Mehrheit im Parlament verloren ging. Ebenso wie Europa muss sich die USA aus dem politischen Stillstand befreien und das Machtgerangel auf Kosten der Allgemeinheit beenden. Erst dann können Reformen auch sinnvoll umgesetzt werden, und wieder positive Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben!

Insgesamt bleibt die Stimmung am deutschen Aktienmarkt weiterhin sehr nervös. Morgen wird bedingt durch den Labour Day, ein Tag ohne Handel an den US Börsen sein. Somit wird es interessant sein zu sehen, wie sich der DAX ohne die Amerikaner, und nach wirklich schlechten Vorgaben, schlagen wird. Ich gehe davon aus das die Unterstützung bei 5.400 Punkten oder gar 5.350 Punkten noch einmal getestet wird. Der weitere Weg des Deutschen Leitindex ist somit sehr ungewiss. In jedem Fall dürfte der September 2011 ein bedeutender Monat werden. Die unglückliche Debatte um die Verabschiedung des zweiten Rettungspakets im Bundestag, die weitere Diskussion über die Lösung der Euro-Krise, und die offensichtliche Uneinigkeit der Regierungen im Euroraum, sowie das Notenbanktreffen der Fed und die Rede Obamas werden die Masse der Anleger weiterhin abwartend agieren lassen. Seit dem Wahlergebnis in Mecklenburg Vorpommern gestern ist auch ganz offensichtlich klar geworden was das deutsche Volk von der Handlungsunfähigkeit der aktuellen Regierung hält…

Ebenfalls mit weiterhin deutlichen Bewegungen muss man wohl am Devisenmarkt rechnen. Der Euro zeigte zuletzt deutliche Schwäche, was anhand der politischen Verwerfungen auch nicht weiter verwunderlich ist. Hierzu möchte ich Ihnen heute einen Langfrist-Chart Euro/Dollar aus einem amerikanischen Blog präsentieren, den ich durchaus sehr aussagefähig finde. Sollte es Europa nicht gelingen wieder Vertrauen für den Euro zu schaffen, und die amerikanischen Investoren zurück in den DAX zu „locken“, halte ich das unten gezeichnete Szenario für sehr wahrscheinlich. Ein Kursverfall gegenüber dem Dollar bis hin zu Parität könnte die Folge sein.

Zum Abschluss noch ein erneuter Hinweis auf den einzigen echten Bullenmarkt im Moment. Nicht nur Gold/Silber sind heute wieder um 3 bzw 4% gestiegen, sondern auch die Minen haben einen eindeutigen Ausbruch aus einer monatelangen Konsolidierung vollzogen. Während ich bei Gold immer noch von einer baldigen Korrektur ausgehe erscheinen einige Minenwerte jetzt durchaus interessant zu sein. Das ist zusätzlich eine hervorragende Möglichkeit seine sonstigen Aktienpositionen zu hedgen, und die Verluste in einem weiter fallenden Markt zu kompensieren. Lesen Sie dazu bitte auch die kürzlich im Blog erschienenen Artikel, zu Rohstoff- und Krisenaktien, in denen wir unserem Lesern interessante Aktien vorgestellt haben. Zusätzlich haben wir Über fundamental günstige High-Tech Schwergewichte berichtet, ebenso wie hochinteressante, internationale Spezialwerte.

Auch die letzten Insidertransaktionen können aber ein guter Hinweis darauf sein bei welchen Aktien kurzfristig mit einem Rebound zu rechnen ist. Es bleibt dabei, in dieser Martphase muss man extrem schnell reagieren, und ständig bereit sein die Meinung und Sichtweise der Dinge spontan zu ändern. Wir haben uns nun ebenfalls entschieden vorerst nur noch kurzfristig zu agieren. Insbesondere die Bankenaktien sind im Moment als hochspekulativ einzuschätzen. Wer hätte das noch vor wenigen Monaten von einer Deutschen Bank Aktie gedacht…?

Ich wünsche Ihnen allen eine erfolgreiche Börsenwoche und stets die richtigen Entscheidungen! Wenn auch Sie in Zukunft von unserem kostenlosen Börsen Newsletter profitieren wollen melden Sie sich bitte jetzt hier unverbindlich an!

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