Tag Archives: Conergy

Conergy – wie gehts weiter?

Das hochverschuldete Solarunternehmen Conergy bleibt offenbar von einer Pleite verschont, und wird laut einem Zeitungsbericht voraussichtlich bald von mindestens zwei Hedge-Fonds kontrolliert. Der „Financial Times Deutschland“ zufolge soll es sich dabei um die beiden Investoren York Capital und Sothic Capital handeln. Die Hauptgläubiger des offenbar angeschlagenen Solarunternehmens hätten sich im Grundsatz darauf geeinigt, ihre Kredite demnächst in entsprechende Aktienpakete umtauschen zu können, berichtete die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Freitagausgabe. Ziel sei es eine drohende Pleite des Konzerns unter allen Umständen zu verhindern, hieß es weiter.

Bereits seit Wochen gibt es Gespräche mit dem größten Kreditgeber und gleichzeitig dem größten Anteilseigner, der Commerzbank, die rund 30 Prozent der Conergy-Aktien hält. Auch die Deutsche Bank, die Experten zufolge im größeren Umfang Verbindlichkeiten von anderen Gläubigern übernommen hatte, dürfte hier wohl mit am runden Tisch sitzen. Sowohl Conergy selbst als auch die Commerzbank als Hauptaktionär wollten die aktuellen Entwicklungen nicht kommentieren.

Conergy hatte nach den ersten neun Monaten dieses Jahres eine Nettoverschuldung von 261,7 Mio EUR. In diesem Zeitraum machte das Unternehmen nach Steuern 5 Mio EUR Verlust – bei einem Umsatz von 665 Mio EUR. Der Solarkonzern hatte sich erst im Juli mit mehreren Banken auf Kredite in Höhe von 250 Millionen und Bürgschaften im Volumen von 200 Millionen Euro geeinigt, um das weitere Überleben zu sichern. Allerdings geschah dies damals nur unter der Prämisse, dass der Kapitalbedarf damit nun gedeckt sei…

Die Übernahme durch die beiden Hedgefonds muss zwar  nicht zwangsläufig Personalabbau oder eine Zerschlagung zur Folge haben, die Befürchtung darf man aber zumindest als Angestellter der Firma haben. Auch wenn Fachleute glauben dass die Fonds nach etwa zwei Jahren versuchen werden, Conergy mit Gewinn wieder zu verkaufen, und bis dahin der Konzern als Ganzes erhalten bleibt, weiß man ja das in solchen Fällen auch nicht gerade selten die Filetierung des Unternehmens die lukrativere Alternative ist. Zurück bleibt dann oftmals ein leerer Mantel ohne nennenswerte operative Leistung..

Bleibt zu hoffen, dass die Ganze Story um den einstigen Highflyer Conergy im Sinne aller Beteiligten noch ein positives Ende findet. Die Banken und HedgeFonds werden Ihre Schnitte wohl noch machen, bei den Mitarbeitern bin ich mir da nicht so sicher. Die Aktionäre verlieren hier bereits seit Jahren, und das dürfte sich bis auf ein paar gelegentliche Zocks um ein paar Cent wohl so schnell auch nicht ändern.

Q-Cells erinnert an Conergy…

Weiter abwärts heißt es insbesondere für die Q-Cells Aktie. Der Solarsektor ist immer noch deutlich unter Druck, allen voran die Aktie von Q-Cells. Manche Analysten prophezeien der Aktie nun schon ein künftiges Dasein als Pennystock wie beim Branchenkollegen Conergy. Das halte ich zwar für etwas übertrieben, aber man kann so etwas ja bekanntlich an der Börse niemals ausschließen. Die Aktie rutscht heute erneut um fast sechs Prozent ab und notiert nur noch bei 2,25 Euro. Damit liegen die nächsten Unterstützungen bei 2,14 und 1,80 Euro wenn man hier überhaupt noch von Unterstützungsmarken reden kann. Weiterhin würden wir die Finger von dem „Wert“ lassen, da ein Ende der Talfahrt weit und breit nicht in Sicht ist.

Die Q-Cells Aktie ist wohl ein weiterer trauriger Beweis dafür, das man sich niemals in eine Aktie verlieben sollte, auch wenn man von deren Story überzeugt ist. Noch vor drei Jahren notierte der Titel bei 80,- Euro. Für Anleger die dem Titel treu geblieben sind endet dieses Abenteuer wohl mit einem katastrophalen Verlust. Bei Kursen um die 1,80 Euro kann man als spekulativ orientierter Anleger hier eventuell mal ein Tänzchen wagen, und auf einen Rebound setzen, oder zumindest eine kurzzeitige technische Erholung…

Ausverkauf bei Q-Cells und Solarworld?

Während viele Analysten und bekannte Börsenmagazine in den vergangenen Wochen immer wieder die Aktien von Q-Cells und Solarworld zum Kauf empfohlen haben, waren wir da eher skeptisch, und dies wohl angesichts der heutigen Kurse, insbesondere bei der Q-Cells Aktie, zu recht. Charttechnisch ist der Wert inzwischen extrem angeschlagen. Auch der heutige Kursverlauf zeigt wieder deutlich, dass der einstige Highflyer wohl so schnell nicht wieder auf die Beine kommen wird. Auch die Analystenhäuser sehen die Entwicklung der Aktie zunehmend skeptischer.

Mit dem heutigen Rutsch unter die wichtige Unterstützung bei 5,70 Euro könnte nun der Leidensweg der Aktionäre noch einmal deutlich beschleunigt werden. Leichte Unterstützung dürfte nun noch die Marken bei 5,20 und 4,80 Euro bieten. Danach ist lange keine vernünftige Unterstützung mehr auszumachen. Die Q-Cells Aktie notiert inzwischen auf dem tiefsten Stand seit dem Börsengang. Ein wenig erinnert uns dieser Kursverlauf inzwischen an die Conergy Aktie, die sich aber zuletzt, dank guter Quartalszahlen, wieder etwas fangen konnte.

Bei Solarworld sieht der Chart nur unwesentlich besser aus. Auch hier wird seit Wochen weiter abverkauft und die Aktie droht nun weiter abzurutschen. Im Bereich von 8,30 Euro oder sogar 7,50 Euro könnte sich der Titel dann wieder fangen. Beide Unternehmen konnten bislang nicht ausreichend von dem gefallenen Euro profitieren um sich gegen die starke chinesische Konkurrenz durchzusetzen. Zwar rechnen wir damit, dass dieser Faktor in den kommenden Quartalen positiv zum Ergebnis beitragen könnte, dennoch dürften die beiden Aktien momentan höchstens für sehr spekulativ orientierte Anleger geeignet sein.

Sollte nun also der Gesamtmarkt noch einmal kräftig nachgeben, womit derzeit täglich gerechnet werden muss, droht nun also eventuell noch einmal ein finaler Ausverkauf bei den deutschen Solarfirmen.

Wunschanalyse Conergy AG

Conergy AG (WKN 604 002, ISIN DE0006040025, Marktkapitalisierung: ca. 290,6 Mio. Euro)


Firmenlogo Conergy AG

Heute haben sich die Sharewise Mitglieder also eine Analyse der Conergy AG gewünscht. Obwohl die Conergy AG lange nach dem Ende des Neuen Marktes an die Börse gekommen ist, würde die Geschichte des Unternehmens gut zum Neuen Markt passen. Warum, dass werden wir gleich sehen…

1.) Fundamentale Analyse

Von der Gründung im Jahr 1998 bis zum Börsengang im Jahr 2005

Die Conergy AG wurde im Jahr 1998 von Hans-Martin Rüter gegründet. Am 17. März 2005, ca. 7 Jahre nach der Gründung des Unternehmens, folgte dann der Börsengang. Begleitet wurde die Neuemission von den beiden Konsortialführern Commerzbank AG und Deutsche Bank AG sowie den beiden weiteren Konsortiumsmitgliedern Berenberg Bank sowie HSBC Trinkaus & Burkhardt AG. Dabei wurden 4 Mio. Aktien (+550.000 Aktien als sogenannter „Greenshoe“; 1,3 Mio. Aktien davon aus einer Kapitalerhöhung) in einer Bookbuildingspanne zwischen 48,00 Euro und 54,00 Euro zur Zeichnung angeboten und aufgrund einer 29fachen Überzeichnung (auch dies „Neuer Markt Dimensionen“) schließlich am oberen Ende der Bookbuildingspanne zum Ausgabepreis von 54,00 Euro platziert. Der erste Börsenkurs am 17. März 2005 lag dann mit 71,00 Euro mehr als 30% über diesem Ausgabepreis, so dass die Conergy AG im Jahr 2005 eine der besten Neuemissionen seit langer Zeit war. Und das obwohl Conergy einst im Jahre 2001 in einer Preisspanne zwischen 10,00 Euro und 14,00 Euro den Sprung auf das Börsenparkett nicht geschafft hatte und seinen für den 9. April 2001 geplanten Börsengang kurzfristig am 6. April 2001 absagen musste.

(mehr …)

Top