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Commerzbank – ist das der Befreiungsschlag?

Wie gestern bereits bekannt wurde will sich die Commerzbank nun durch einige massive Maßnahmen aus der misslichen Lage befreien, in der sich die Bank bereits seit Monaten befindet. Man will nun Teile der Immobilien- und Staatsfinanzierunstochter Eurohypo an den erneut aufgelegten Bankenrettungs- ,oder  Sonderfinanzierungsfonds SoFFin abgeben, hieß es in diverse Zeitungsberichten. Wie wir bereits vor einigen Tagen berichtet haben wäre dies der Königsweg für die Bank, und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine völlige Neubewertung der Aktie zur Folge haben. Staatshilfen sollen dabei laut Aussagen der Commerzbank weiterhin nicht in Anspruch genommen werden. Wobei jedem klar sein dürfte dass dies eben doch – zumindest teilweise -der Fall wäre, aber eben über Umwege. Offenbar eine Praktik die sich unter Politikern in den letzten Tagen wachsender Beliebtheit erfreut!

Wichtig sei es laut den Aussagen eines Insiders, bei der potenziellen Transaktion sicher zu stellen, dass es sich dabei nicht um ein Geschenk für die Aktionäre handele. Denkbar ist somit auch, dass die Commerzbank für mögliche Verluste aus der Abwicklung der Eurohypo garantieren muss. Die Commerzbank würde dann die ganze Eurohypo, oder nur Teile, gegen einen bestimmten Betrag an den Staat verkaufen, müsste aber im Gegenzug entsprechende Verlustgarantien in die eigene Bilanz einstellen. Somit wäre n die neuen Eigenkapitalanforderungen wohl mit einem Schlag erfüllt und dies sollte etwas Verkaufsdruck aus der Aktie nehmen. Das Problem der Eurohypo bliebe dann zumindest zu einem Teil bei der Bank und wird nicht vollends auf die Steuerzahler umgelegt.

Gestern hat die Commerzbank AG ebenfalls bekannt gegeben, dass der in der letzten Woche verabschiedete Plan einer Rekapitalisierung der Bank aus eigener Kraft, konsequent umgesetzt wird. Insgesamt haben Investoren sogenannter Trust Preferred Securities, nun der Commerzbank Instrumente im Nominalvolumen von 1,27 Milliarden Euro gegen Barzahlung zum Verkauf angeboten. Die Commerzbank muss somit rund 643 Millionen Euro für den Kauf der hybriden Eigenmittelinstrumente aufwenden, und stärkt die Eigenkapitalbasis um knapp 700 Millionen Euro. Jetzt muss „nur“ noch eine verbleibende Kapitallücke von 4,6 Mrd Euro bis zum 30. Juni 2012 geschlossen werden.

Spätestens im Januar soll sich, nach einem Bericht in der Financial Times Deutschland, nun entscheiden ob und wie weit der Staat sich an der Restrukturierung des zweitgrößten Bankhauses Deutschlands beteiligen wird. Genug Zeit also sich mit der Bundesregierung und dem SoFFIn auf eine vernünftige Bad-Bank-Lösung zu einigen, oder bis Juni 2012 weiter den internen Plan zu verfolgen. So oder so haben sich die Chancen auf eine positiven Ausgang des Commerzbank Krimis in den letzten Tagen deutlich verbessert, und diese neue Hoffnung spiegelt sich seit gestern auch im Aktienkurs der Commerzbank wider.

Commerzbank – Angst vor dem Blitz-Stresstest?

Die Spekulationen um die Commerzbank fanden am Wochenende einen neuen Höhepunkt. Nachdem Konzernlenker Martin Blessing in der letzten Woche noch einmal beteuert hat dass man die notwendige Eigenkapitalaufstockung aus eigener Kraft schaffen werde, wurde in den Gazetten am Wochenende fleißiger denn je spekuliert. Es geht natürlich immer noch um die Spekulation über die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Verstaatlichung der Commerzbank. Und ich schreibe das bewusst hier so denn ein solcher Schritt ist keinesfalls sicher! Manche Medien spekulierten sogar über eine komplette Verstaatlichung der zweitgrößten Bank Deutschlands. Laut Medienberichten erwägt die Bundesregierung diesen Schritt wenn es die Commerzbank nicht aus eigener Kraft schaffen sollte.

Ich persönlich halte diese neuen Spekulationen für völlig überzogen und ein gutes weiter Beispiel dafür wie die Medien momentan zur allgemeinen Hysterie an den Kapitalmärkten, insbesondere bezogen auf die Commerzbank Aktie, beitragen. Weder steht zu diesem Zeitpunkt fest das die CoBa tatsächlich einen zusätzlichen Kapitalbedarf in Höhe von 5 Milliarden Euro hat, noch kann man davon ausgehen, dass dieser Betrag, wie hoch er letztlich auch sein möge, nicht deutlich reduziert werden kann wenn die jüngsten Pläne von Martin Blessing zügig umgesetzt werden. Der mögliche Verkauf der Eurohypo an den Staat würde wohl alle Probleme mit einem Schlag lösen..

Die Commerzbank ihrerseits konterte heute gegen diese Spekulationen indem offenbar nun zügig damit begonnen wurde die Pläne über die wir auch am Freitag  berichtet haben umzusetzen. So hat das Bankhaus im Rahmen des Kapitalmanagements heute das Angebot veröffentlicht, dass Investoren ausgewählter durch Gesellschaften des Commerzbank-Konzerns begebener hybrider Eigenmittelinstrumente (sogenannter Trust Preferred Securities) nun die Möglichkeit haben, diese Instrumente an die Commerzbank gegen Barzahlung zu verkaufen. Die Bank beabsichtigt, bis zu 600 Millionen EUR (‚Verfügbare Gesamtmittel‘) für die Annahme von Verkaufsangeboten für hybride Eigenmittelinstrumente aufzuwenden.

Am Mittwoch will die EBA, die European Banking Authority, nun die neuesten Zahlen des sogenannten Blitz-Stresstests vorlegen, der beziffern sollen welchen Kapitalbedarf europäische Banken tatsächlich haben um den neuen Anforderungen der EBA gerecht zu werden. Insbesondere die Begründung dürfte dabei interessant sein, denn bislang hatte man eher so das Gefühl als würden die Zahlen im stillen Kämmerlein ausgewürfelt…Es verspricht also mal wieder eine äußerst spannende Woche für Bankaktien zu werden. Nach meiner Auffassung ist der vorbörsliche Abschlag bei der Commerzbank Aktie von knapp 5 Cent nicht gerechtfertigt. Wie bereits am Freitag geschrieben besteht hier nun eine sehr realistische Chance auf eine dauerhafte Trendwende bei der Aktie.

Commerzbank – Ausbruch!?

Die Commerzbank braucht keine Staatshilfe! Das dürfte für viele geschundene Anlegerseelen, die in den letzten Wochen herbe Buchverluste mit der Aktie hinnehmen mussten wohl die beste Nachricht seit langer Zeit sein. Wie heute in einem Bericht in der Tageszeitung „Die Welt“ zu lesen war will das Bankhaus die kürzlich ermittelte Kapitallücke in Höhe von 5 Milliarden Euro aus eigener Kraft schließen. Damit würde Herr Blessing nicht nur zu seinem Wort stehen und könnte seinen Job behalten, sondern wohl auch die ganzen Skeptiker positiv überraschen. Heute will der Vorstand die wesentlichen Maßnahmen, die die von der Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke schließen könnten, dem Aufsichtsrat präsentieren.

Laut dem Bericht will der DAX-Konzern bis zum 30. Juni 2012 rund eine Milliarde Euro an Gewinnen einbehalten. Unter den heutigen Gesichtspunkten dürften sich die Aktionäre mit dieser Maßnahme wohl einstimmig einverstanden erklären, da die Alternativen allesamt nicht rosig sind. Zudem will die Commerzbank vergebene Kredite in der Höhe von rund 30 Milliarden Euro abbauen, wodurch Kernkapital von etwa drei Milliarden Euro freigesetzt werden würde. Darüber hinaus will die Bank den  Kunden in strategisch weniger wichtigen Märkten, wie Tschechien, Ungarn, Russland, Frankreich und den USA anbieten, ihre Kredite vorzeitig zurückzuzahlen.

Das Neugeschäft bei der Problemtochter Eurohypo soll bis auf weiteres auf Eis gelegt werden, und allein fünf bis sechs Milliarden Euro an zusätzlichem Kernkapital gewonnen werden, indem sie Hybridkapital umwandelt. Bisher war hier nur von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

Die Commerzbank verzichtet mit diesen Maßnahmen natürlich in naher Zukunft auf gewinnbringende Geschäfte mit Krediten. Dies wird sich auch in den künftigen Bilanzen des Unternehmens niederschlagen. Dennoch hat man erkannt, das es im Moment nichts wichtigeres gibt als die Kernkapital-Quote des Unternehmens zu stärken. Nun darf man gespannt sein wie der Aufsichtsrat reagieren wird, und was letztlich aus den Plänen dann auch wird. Martin Blessing steht zu seinem Wort und tut offenbar alles was nun nötig ist. Der Commerzbank Aktie tut diese Nachricht heute gut. Mit dem Überschreiten der Marke bei 1,40 Euro wurde das starke Kaufsignal nun bestätigt. Nächstes Kursziel ist somit der Widerstand bei 1,52 Euro.

Befreiungsschlag bei der Commerzbank?

Die Gerüchteküche brodelt mal wieder. Die Commerzbank denkt nun laut darüber nach das defizitäre Tochterunternehmen, den Immobilienfinanzierer Eurohypo, mit Verlust an den Staat zu verkaufen. Laut Zeitungsberichten will das Bankhaus so ein erneutes Beihilfeverfahren der EU-Kommission verhindern, und sich aus der aktuell misslichen Lage befreien. Die „Financial Times Deutschland“ hat in der heutigen Ausgabe, ohne Angabe von Quellen, darüber berichtet, dass man seitens der Commerzbank in jedem Falle eine „marktwirtschaftliche Lösung“ zur Bekämpfung der aktuellen Probleme anstrebe, und nicht auf direkte staatliche Hilfen zurückgreifen will. Hierzu muss die Commerzbank in erster Linie weitere Risikopositionen abbauen, von denen die Eurohypo sicherlich die größte ist.

Da die Eurohypo laut Commerzbank-Chef Martin Blessing ohnehin schon lange nicht mehr zum Kerngeschäft der Bank gehört bietet sich der Verkauf der Tochter an. Ein Verkauf  würde die Commerzbank wieder in eine deutlich komfortablere Lage bringen, und wäre letztlich wohl in der aktuellen Situation der Königsweg aus der Krise und die bestmögliche Alternative für die Altaktionäre. Diese Bad Bank a la HypoReal Estate in staatlicher Hand würde zwar den Steuerzahler erneut eine Menge Geld kosten, die Commerzbank aber mit einem Schlag befreien, und Ruhe in das Thema Kapitalbedarf deutscher Banken bringen.

Die Commerzbank muss die Tochtergesellschaft bis Ende 2014 sowieso loswerden. Das sieht eine Bedingung der EU für ihre Zustimmung zu der staatlichen Hilfe vor, die das Institut während der Finanzkrise erhalten hatte. Zum verbliebenen Buchwert ihrer Tochter macht die Commerzbank zwar keine Angaben,  dieser wurde in der Vergangenheit aber bereits deutlich abgewertet sodass sich der bilanzierte Verlust in gewissen Grenzen halten sollte. Sollte die CoBa also auf diesem Wege die Eurohypo losschlagen können dürfte das den Aktienkurs der Commerzbank Aktie wohl endgültig aus dem tiefen Tal der Tränen befreien.

Die Commerzbank und das Schneeballsystem der Staatsfinanzen

Ihre Frage: Was hat die Commerzbank eigentlich falsch gemacht, dass sie nun möglicherweise wieder Staatsgeld braucht ? Das waren doch bestimmt wieder so wilde Zockereien wie bei Lehman ?
Meine Antwort: Seit 2009 Nichts. Nichts seit Martin Blessing 2009 zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde.

Ihre Frage: Wenn Blessing nichts Wichtiges falsch gemacht hat, wie kann es denn dann sein, dass die Bank nun scheinbar wieder Staatsgeld braucht ?
Meine Antwort: Weil der Markt der Meinung ist, dass die Euro-Staaten das Geld nicht zurückzahlen können, das die Commerzbank ihnen geliehen hat.

Ihre Frage: Wie Bitte ? Die Commerzbank muss sich also von Ihren Schuldnern Geld holen, weil die Schuldner das Geld nicht zurückzahlen können ? Wie absurd ist das denn ?
Meine Antwort: Im Kern richtig. Das nennt man Staatsfinanzierung. Ich nenne das Schneeballsystem. Andere einen „faustischen Pakt“.

Ihre Frage: Das ist ja Wahnsinn. Und woher bekommen die Staaten dann das Geld, mit dem sie die Banken wie die Commerzbank nun rekapitalisieren wollen ?
Meine Antwort: Genau darauf gibt es nun keine stabile Antwort mehr. Von den Amerikanern und Asiaten auf jeden Fall nicht mehr, die ziehen Ihr Kapital gerade aus der Eurozone.

Was Ihnen dieses Frage und Antwort Spiel auf prägnante Art und Weise zeigen soll, ist das das System der Staatsfinanzierung in der Eurozone gerade gegen die Wand gefahren ist.

Denn die Commerzbank hat unter Blessing seit 2009 in meinen Augen tatsächlich nichts getan, was diese erneute Krise nun verursacht hätte. Im Gegenteil, Blessing hat einen guten Job gemacht und die Commerzbank erfolgreich und stabil mit ehrenwertem Geschäft aufgestellt und zwar ohne gewaltiges Investmentbanking ala Deutsche Bank. Mit Geschäft, wie es sich für eine klassische Bank gehört. Und dann hat er auch noch die Staatseinlage zurück gezahlt. Eigentlich ein vorbildlicher Job.

Die Commerzbank leidet schlicht unter dem Erwerb der Eurohypo aus 2005, den Blessings Vorgänger Müller noch eingefädelt hatte. Und das Problem der Eurohypo ist, dass sie als klassischer Hypotheken-Finanzierer mit grossem Staatsgeschäft jede Menge Staatsanleihen aus der Eurozone hält. Was ja eigentlich nichts Schlimmes ist und eher das Zeichen einer konservativen und seriösen Finanzierung war. Eben – WAR – bis Heute. Bis die Staatsschulden in der Euro Randzone eskalierten und die Politik das Problem zu lange verschleppt hat.

Die Commerzbank wird also gerade in den Boden gerammt, weil einige Schuldner der Commerzbank aus Sicht der Märkte defacto Pleite sind. Wäre ich als Privatmann der Schuldner, würde die Commerzbank mein Haus pfänden. Ist der Staat der Schuldner, pfändet er die Bank. Das ist die Realität des Jahres 2011.

Was man daran sieht ist, wie verfahren die Situation nun ist. Denn die Frage ist sehr berechtigt, wer soll denn nun die Staatsanleihen der Zukunft zeichnen und damit all die Schulden refinanzieren, die wir alle haben ? Auch Deutschland hat das Problem übrigens massiv. Damit wurde zu Brandts Zeiten angefangen und in Schmidts Amtsperiode erst zu richtiger Form aufgelaufen. Von Helmut Schmidt stammt sinngemäss der Satz „Lieber ein paar Prozent mehr Staatsschulden, als ein paar Prozent Arbeitslose“. Und das war seine Politik. In seiner Amtszeit wurde die Schuldenlast des Bundes ungefähr verdreifacht. Genau dieser Schmidt, der nun glaubt mit 92 jeden Tag Ratschläge geben zu müssen, die er sich mit 70 noch klugerweise verkniffen hat. Und alle Regierungen danach, egal welcher Coleur, haben auf dem Weg fröhlich weitergemacht. Bis heute, bis uns die Wand anstarrt und es nicht mehr weitergeht. Denn auch Deutschland ist eigentlich überschuldet, man merkt es im Moment nur nicht, weil wir noch die Einäugigen unter den Blinden sind.

Wer nimmt uns also in Zukunft unsere Staatsanleihen ab, die wir für all die Wohltaten der letzten 4 Jahrzehnte schon längst ausgegeben haben ? Amerikaner und Asiaten ziehen sich schon aus der Eurozone zurück. Die Banken und Versicherungen die bisher immer wild die Staatsanleihen gekauft haben, versuchen diese nun loszuwerden. Da ist also niemand. Was bleibt also ?

Zwei mögliche Antworten:

1. Wirtschaft und Privatleute. Wir also und unser Kinder und Enkel. Über Steuern, Zwangsanleihen (alles schon da gewesen) und andere Erfindungen, bei denen mit Sicherheit Begriffe wie „solidarisch“ oder „nachhaltig“ im Namen enthalten sind. Oder noch radikaler durch Enteignung via Schulden- bzw. Währungs-schnitt (auch schon da gewesen).

2. Niemand. Zunächst auf jeden Fall. Einfach in dem die Notenbank solange Geld „schöpft“ (= wie ein Alchemist aus dem Nichts erschafft) wie es noch Menschen gibt, die dieses Papier nehmen und für wert halten.

Das 2. nicht ewig geht ist wohl klar. Dann folgt wieder der Währungsschnitt. Alles auf Los. Das Schicksal allen Papiergeldes. Das ist die traurige Situation in der wir nun stecken. Gedankt sei allen die daran mitgewirkt haben, wir als Wähler der letzten Jahrzehnte ausdrücklich eingeschlossen.

Ihre (ungeduldige) Frage, weil ich nun ins Allgemeine abschweife und zuviel rede : Und die Commerzbank Aktie ?
Meine Antwort: Ich finde das aktuelle Schweigen bestätigend und beredt. Die Commerzbank muss wohl wieder zum Soffin, ich denke sonst gäbe es schon längst laute Dementis. Und dann wird wohl Blessing zurücktreten. Und ob für die Aktionäre der Commerzbank dann noch etwas übrig bleibt, ist äusserst unklar. Denn aus Sicht des Stammtisches sind die Aktionäre ja die Bösen, sollen doch diese „Geldsäcke“ mal endlich bluten. Und die Politik hat ein Interesse an diesem Bild. Fühlt sich hier jemand als „Geldsack“ angesprochen ?

Ach wenn es nur so einfach wäre ….

Ihre abschliessende Frage: Und was bedeutet diese Situation für den Markt als Ganzes ?
Meine Antwort: Wenn diese Abwärtsspirale nicht ganz schnell durchbrochen wird, geht es weiter abwärts – und zwar deutlich, spätestens 2012. Wir haben eine massive Vertrauenskrise. Und in einer Vertrauenskrise gelten die normalen Regeln normaler Märkte nicht mehr, sonst wäre ich jetzt optimistisch für den Markt, auch mittelfristig. Trotzdem halte ich es kurzfristig für möglich, dass wir einen Bounce erleben, auch wenn er heute nicht so richtig kommen wollte. Meine Shorts habe ich heute Abend glatt gestellt und bin im Tradingdepot nun neutral.(HS)

PS: Auch ich habe übrigens mit der Commerzbank viel Geld verloren, weil ich zulange das positive operative Geschäft gewürdigt und diese Eskalation der Staatsanleihen-Krise nicht in aller Härte erkannt habe. Aber das ist vorbei, die Commerzbank ist in meinem Depot Geschichte. Eigentlich schade um eine Bank, die eine gute Aufstellung hatte.

Tagesupdate – Die Definition eines kaputten Marktes

Marktupdate 17:20 Uhr 22.11.11.

Wie definiert man einen kaputten Markt ?

– Wenn der DAX trotz extrem überverkaufter Markttechnik keinerlei Bounce hinbekommt.
– Wenn ein DAX Titel wie die Commerzbank um 17% abraucht.
– Wenn Blut auf den Strassen fliesst und alles tiefrot ist (bis auf Gold)

So ein Tag ist Heute am Tage des Herrn 22 November 2011. Wer jetzt noch aufrecht steht hat eindeutig Nehmer-Qualitäten.

Der Markt ist damit wieder an einem Punkt, wo er eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten hat:

(a) Eine brutale Rally aus dem Nichts. Keiner wird wissen woher sie kam und es wird auch keinen sichtbaren Grund dafür geben. Sie passiert weil einfach die Verkäufer ausgehen.

(b) Ein totaler Zusammenbruch der uns bis 5000 und darunter bringt – und das in aller kürzester Zeit !

Wenn Sie mich fragen woran ich glaube ?
Mein Kopf und meine Erfahrung sagt (a)
Mein Bauch und das Preisverhalten des Marktes sagt (b)

Wem trauen Sie mehr, Kopf oder Bauch ? Ich halte in solchen Momenten die Füsse still. Ich bin immer noch 40% Long im Investment-Depot nun mit grossem Teil in Gold und Goldminen und ansonsten hoch kapitalisierten Qualitätsaktien. Und Short im Tradingdepot mit sehr engen Stops.

Und ich versuche diesem Moment mit Ruhe und klarem Kopf zu begegnen. Ich habe keinen Einfluss darauf was der Markt macht, dafür aber um so mehr wie ich damit umgehe.

Ich wünsche allen viel Glück und Erfolg ! Wer diesen Markt ohne allzu schlimme Verluste überlebt, kann schon alleine deshalb auf sich stolz sein. (HS)

PS: Ich habe gerade gemerkt, dass ich bei den Tags durch einen Typo „Commerzbankl“ geschrieben hatte. Im Bayrischen eine Verniedlichungsform, die aber durchaus auf die Marktkapitalisierung der Commerzbank passt. Das nennt man wohl eine freudsche Fehlleistung 🙂

Commerzbank – wars das jetzt?

Liebe Leidensgenossen, es ist einigermaßen schwer geworden sich in diesen Tagen vorzustellen, dass die Aktien der zweitgrößten Bank Deutschlands nicht zum Pennystock verkommen wird. Dennoch möchte ich hier den Versuch unternehmen auch einmal die etwas positiveren Seiten zu beleuchten, bzw. zur erklären warum ich dennoch der Meinung bin, dass die Aktie der Commerzbank, wie viele andere auch, auf dem derzeitigen Niveau ein interessantes Investment darstellen könnte. Denn letztlich ist es nicht die Commerzbank Aktie die hier verrückt spielt sondern das gesamte Umfeld. Fernab allen „normalen“ Überlegungen an der Börse möchte ich somit ein paar einfache Gedanken mit Ihnen teilen.

Die permanenten politischen Tiefschläge bleiben in diesen Tagen bei vielen Substanzaktien nicht ohne Folgen, und so ist es wenig hilfreich sich fundamental begründete Gedanken zu den Aktien zu machen, denn letztlich bewegt nur noch die Psychologie der Massen die Märke. Ein gutes Beispiel für diese massenhafte Fehleinschätzung ist im Übrigen die K+S Aktie nach den heute gelieferten hervorragenden Zahlen. Aber das nur am Rande. Die Masse hat also gestern entschieden dass es jetzt reicht! Viele Anleger haben schlicht und ergreifend kapituliert, und vielleicht war genau das der Punkt der noch einmal erreicht werden musste.

Reihenweise wurde einfach auf den Verkaufsknopf gedrückt ohne weiter darüber nachzudenken, weil die Martteilnehmer schlichtweg erschöpft sind. Ich nehme mich da nicht aus, ich bin ebenfalls müde, teilweise frustriert, und wütend über soviel Unfähigkeit europäischer Staatsführer. Die Wochen seit Anfang August gehören somit sicherlich zu der intensivsten Börsenphase die ich bislang erlebt habe, und man muss sich die Frage stellen ob es sinnvoll ist sich jeden Tag dieser politischen Willkür auszusetzen. Dennoch habe ich den Verkaufsknopf (noch) nicht gedrückt. Warum?

Weil genau solche Bewegungen meistens einen Wendepunkt markieren, an dem die Aktien von den schwachen in die starken Hände gewandert sind. Nicht selten passiert genau nach solchen Tagen etwas an das eben die breite Masse nicht mehr geglaubt hat. Diese kognitive Intelligenz hat gestern einmal mehr in den „Panik Modus“ geschaltet, und das kann angesichts der mangelnden Entschlusskraft der Griechen und Italiener auch nicht weiter verwundern. Italienische Staatsanleihen notieren auf absoluten Krisenniveau, und schüren erneut Ängste dass Italien, nun ebenso wie Griechenland, gerettet werden muss. Natürlich hätte dies auch fatale Folgen für die europäischen Banken.

Dabei ist Italien keineswegs mit Griechenland zu vergleichen, zumindest nicht aus dem wirtschaftlichen Blickwinkel, bei der politischen Führung des Landes bin ich mir da nicht so sicher! Italien ist in mehrfacher Hinsicht ein sehr reiches Land. Und (Nord)-Italien ist im Gegensatz zu Griechenland voller hervorragender Unternehmen mit Weltgeltung, die Italien zu einer relevanten Wirtschaftsmacht machen und dem Land daher eine echte Perspektive verschaffen, aus den Schulden heraus zu wachsen. Beispielhaft seien Benetton, Prysmian, Ferrari (Fiat), Pirelli oder Parmalat genannt. Das einzige was dem Land fehlt ist politische Stabilität und eine fähige Regierung die Potenziale des Landes zu nutzen. Lesen Sie dazu bitte auch den Artikel „Das tragische an Italien„, den wir gestern veröffentlicht haben.

Das größtmögliche Problem für die Commerzbank wäre also eine Schieflage des zweiten und wesentlich größeren Mittelmeerstaates. Wenn es der italienischen Führung nun aber gelingt, wie angekündigt bis zum Wochenende, einen glaubhaften Plan für die Sanierung des Landes vorzulegen, und die Griechen nun endlich Ihren neuen Übergangs-Häuptling gewählt haben, dann sieht die Börsenwelt schlagartig wieder ganz anders aus. Mit beiden Ereignissen rechne ich persönlich bis spätestens kommenden Montag. Und genau an diesem Tag wird auch meine persönliche Entscheidung über das weitere Vorgehen bis zum Jahresende fallen, nicht vorher.

Der Markt will endlich Klarheit, und in Europa weiß man das man nun liefern muss, denn sonst ist alles verloren für das in den letzten Monaten gekämpft wurde. Ich gehe davon aus, dass man dies nicht zulassen wird. Zumindest solange nicht bis es einen durchdachten Plan B gibt der uns langfristig aus dieser Misere befreien kann. Bankaktien werden dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer deutlichen Erleichterungs-Rally ansetzen, ebenso wie natürlich auch die anderen Sektoren. Wie ich Ihnen bereits in unserem letzten Newsletter geschrieben habe, ist das Beste was Sie momentan tun können sich nicht zu irgendwelchen spontanen Handlungen hinreißen zu lassen.

Erst wenn das letzte Fünkchen Hoffnung auf einen positiven Ausgang erloschen ist, ist die Zeit gekommen sich zu verabschieden. Bis dahin birgt der Markt enorme Chancen, und das gilt auch auf mittlere Sicht für die Commerzbank Aktie. Heute morgen dürfte somit ein guter Einstiegszeitpunkt für Mutige gewesen sein! Für diejenigen die sich diesem ganzen Wahnsinn nicht mehr aussetzten wollen habe ich das allergrößte Verständnis!

Commerzbank, MAN, BMW, K+S, Eon und RWE – die Woche der Wahrheit

In der kommenden Woche werden diverse Unternehmen ihre Zahlen zum letzten Quartal offenlegen, und man darf bei einigen Vertretern durchaus gespannt sein wie diese ausfallen werden. Insbesondere das Zahlenwerk der Commerzbank dürfte im Fokus der Anleger stehen. Ist es der zweitgrößten deutschen Bank, trotz aller Unwägbarkeiten und Turbulenzen an den Finanzmärkten gelungen die 0,05 Euro Gewinn, der erwartet wird, zu erreichen, oder gar zu übertreffen? Das Ergebnis zum dritten Quartal ist insofern sehr bedeutsam für die Aktionäre, als das nun eine gute Chance besteht, die Aktie weiter nach oben zu treiben, und endlich über die wichtige Hürde bei 2,12 Euro zu hieven, sollte die Commerzbank positiv überraschen können. Dann wären weitere Anschlusskäufe sehr wahrscheinlich.

Gute, bis sehr gute Zahlen sind wohl von BMW zu erwarten, nachdem bereits VW und Daimler solide Daten vorgelegt haben. VW hat schon fast erwartungsgemäß erneut eine ordentliche Schippe darauf gelegt und die Aktionäre begeistert. Diese honorierten die Zahlen dann auch mit einem kräftigen Kursplus bei der Aktie der Wolfsburger. Bei Daimler waren die Ergebnisse wie gesagt solide, Analysten zeigten sich aber ebenfalls reihenweise angetan und stuften die Aktie hoch. Auch der Sportwagenbauer Porsche konnte seinen Gewinn und Umsatz deutlich zweistellig steigern, und plant weitere Rekorde im kommenden Jahr. Die Bayern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls noch einmal beim Umsatz und Gewinn zulegen können, die Zahlen kommen am Donnerstag.

Bei uns stehen auch die beiden Schwergewichte Kali & Salz sowie MAN unter besonderer Beobachtung. Beide Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls ihr Zahlenwerk präsentieren. Bei der K+S Aktie könnte es positive Überraschungen geben, nachdem sich die Analysten zuletzt etwas skeptisch gezeigt hatten. Der weltgrößte Düngemittelproduzent Potash hat am Freitag bereits vorgelegt und eine Gewinnverdoppelung bekannt gegeben! Die weiter hohe Nachfrage und steigende Preise sorgten für einen Umsatzanstieg um 47 Prozent, auf 2,3 Milliarden Dollar bei dem amerikanischen Konkurrenten. Das lässt auch bei K + S auf deutlich bessere Werte hoffen.

Bei MAN wird ein Gewinn von 1,57 Euro für das letzte Quartal erwartet. Das operative Geschäft sollte gut gelaufen sein, und die Vorgaben sind erreichbar. Die Konzernführung versprühte zuletzt wieder etwas mehr Optimismus, mehrere Großaufträge konnten verkündet werden. Viel spannender als die eigentlichen Zahlen könnte aber die Nachrichtenlage sein. Denn noch immer steht ein Übernahmeangebot durch VW im Raum. Die Gerüchte mehren sich dass hier bald etwas konkretes passieren könnte, und genau das könnte den Aktienkurs der MAN Aktie, neben guten Zahlen, über charttechnisch wichtige Marken befördern. Hier besteht also gleich mehrfach Phantasie für höhere Kurse. In diesem Zusammenhang wäre dann noch die Aktie des Baustoffzulieferers HeidelbergCemet zu nennen, die ebenfalls am Donnerstag berichten. Auch diese Aktie ist einer unserer Favoriten für eine Jahresenrally, und sollte nach den Q3-Zahlen weiter zulegen können.

Bei den Energieversorgern E.on und RWE dürfte es auch ziemlich spannend werden, wahrscheinlich aber eher im negativen Sinne. Genau kann wohl niemand im Moment beurteilen wie sich die politischen Entscheidungen in diesem Jahr auf die Bilanzen der beiden Konzerne ausgewirkt haben. Mit positiven Überraschungen rechne ich aber persönlich eher nicht. Alles in allem dürfte und eine erneut sehr spannende Woche ins Haus stehen die dann wohl letztlich auch die Frage beantworten wird ob die Hausse weiter geht, oder vorübergehend gestoppt wird. Diese Woche wird wohl auch ersichtlich ob das ganze Rezessions-Gerede der letzten Wochen begründet war oder nicht. Ich wünsche Ihnen erfolgreiches Trading und gute Entscheidungen!

DAX, Eurostoxx, S&P500 & Co. – Ein Tag für die Geschichtsbücher !

Ich weiß, Sie erwarten nun tiefschürfende Analysen und Ausblicke, aber an diesem denkwürdigen Abend des 27.10.11 kann und will ich damit nicht dienen.

Ich finde an so einem Abend sollte man einfach mal nur die Zahlen für sich sprechen lassen und diese damit für die Nachwelt konservieren. Ich greife einfach mal ein paar herausragende Bewegungen heraus. Die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf den letzten mir verfügbaren Kurs, teilweise also von 20Uhr, teilweise also von 22Uhr, teilweise aus den Futures-Märkten:

DAX +6%
Eurostoxx 50 +6%
S&P 500 +3,5%
Silber +5%
EUR/USD + 2%

Commerzbank + 16%
Deutsche Bank + 15%
Volkswagen + 10%
Heidelberg Cement + 8%
Arch Coal +8%
Freeport McMoran +10%
Rio Tinto +10%

Diese Zahlen sprechen für sich, mehr muss man zum 27.10.11 nicht sagen. Finanzaktien, Konjunkturaktien und Rohstoffe, das waren die ganz großen Gewinner des Tages. Glücklich kann sein, wer dabei war.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie diesen Ausbruch mitgenommen haben. Gestern, vor der Entscheidung, waren wir im DAX noch im definierten Band von 5700-6100 und haben intraday sogar noch einmal Richtung 5900 geschaut. Ich hatte letzten Sonntag ->hier-< in einem Marktausblick geschrieben, dass wir nach dem Ausbruch aus dem Band je nach politischer Nachricht und damit Richtung ganz schnell die 6300 oder 5500 sehen werden. Das war offensichtlich noch untertrieben, denn nun sind wir 7% höher als beim Tief gestern, das nenne ich denkwürdig !

Und wer jetzt unbedingt von mir noch einen Ausblick will, für den habe ich noch 4 kurze Punkte zur Erinnerung an alte Börsenregeln:

1. Wenn der Markt einmal so ein Momentum entwickelt wie aktuell, dann ist es ganz schwierig diese Stampede wieder zu drehen, wie bei einer Stampede 4-beiniger Bullen mit Hörnern auch. Sprich es ist nun in meinen Augen unwahrscheinlich, dass der Markt von sich aus einfach so auf dem Fuß und ohne Ankündigung wieder nachhaltig nach unten dreht. Denn viele haben diese Bewegung verpasst und werden nun aufspringen und so die Kurse weiter treiben. Wenn der Markt wieder dreht, dann kündigt Mr. Market das in der Regel erst einmal in Form einer länger dauernden Topbildung an. Eine Jahresendrally Richtung 7000 im DAX ist nun also wahrscheinlich geworden und die Reflexe die beim Absturz im August / September richtig waren – sprich jeden Gewinn schnell mitzunehmen – dürften in den nächsten Wochen wohl nicht mehr gültig sein.

2. Auch wenn die aktuelle Bewegung mittelfristig die Börsenampeln wieder auf Grün gestellt hat, geht so eine Bewegung kurzfristig nicht tagelang so weiter und es wird definitiv schon in Kürze Gewinnmitnahmen geben, die bei diesem Hub den Markt auch mal schnell um 2-3% Intraday drücken. Solange wir aber im DAX die 6100 nicht wiedersehen, sehe ich das ganz entspannt und nutze diese Rücksetzer als „Buy the Dip“.

3. Wie immer bewegen sich die hoch kapitalisierten Bluechips in den Indizes am schnellsten, weil zunächst dort das Geld der Marktteilnehmer hinein fliesst. Wir haben alle nur zwei Hände um Kauforders einzugeben und die grossen Titel werden als erste ins Depot geworfen. Die vergleichbaren Titel der zweiten Reihe in MDAX und SDAX hängen etwas nach, das ändert sich bei jedem Bullenmarkt dann aber in der zweiten Phase. Hier liegen Chancen für die, die bei dieser Bewegung zu spät gekommen sind.

4. Die obigen 3 Sätze stehen nach wie vor unter dem Vorbehalt der Politik. Wir dürfen nie vergessen, dass wir es eben nicht mit einem „normalen“ Markt zu tun haben, der frei nach seinen eigenen Stimmungen schwingt. Wir haben immer noch einen hoch politischen Markt, der durch entsprechende Äusserungen und Taten ganz schnell und unvorhersehbar die Richtung ändern kann. Bei aller Euphorie und Hoffnung auf eine schöne Rally zum Jahresende dürfen wir das nie vergessen !

Und jetzt mache ich ein Flasche Wein auf, für mich war es – was meine Depots angeht – der beste Tag des Jahres 2011. Ein Prost auf den 27.10.2011 ! (HS)

Commerzbank, Deutsche Bank – ist das die Wende?

Die Vorzeichen für die beiden Banken waren heute eigentlich eher schlecht, denn die europäische Führungsebene erwartet nun eine deutlich höhere Beteiligung der Commerzbank und der Deutschen Bank an einem Schuldenschnitt Griechenlands. Die ursprüngliche „freiwillige“ Beteiligung von ca 21 Prozent, die die beiden Geldhäuser auf Ihre Griechenland Engagements hätten abschreiben müssen, sollen nun, laut den jüngsten Aussagen nach dem EU Gipfel, auf 50 bis 60 Prozent unfreiwillige Beteiligung, anwachsen. Es ist aber stark anzunehmen, dass sich die Bankenvertreter nicht ohne anderweitige Forderungen darauf einlassen werden. Dementsprechend hoch könnte auch das positive Momentum sein wenn die Beteiligung der Banken letztlich geringer ausfallen sollte.

Näheres dazu werden wir eventuell bereits am kommenden Mittwoch erfahren. Ich persönlich will eben noch nicht so recht daran glauben dass hier nun seitens der Politik hart durchgegriffen wird. Und selbst wenn dann wird man höchstwahrscheinlich wieder einen Weg finden der, nach außen gut aussieht, die Banken aber im Innenverhältnis weitestgehend verschont. Josef Ackermann wird erneut vor die Kameras treten und mit traurigem Dackelblick verkünden wie hart seine Bank von diesen politischen Entscheidungen getroffen worden sei…Wir kennen das ja bereits.

Wer also geglaubt hat, dass die Bankenaktien heute nach diesen politischen Ankündigungen kräftig in die Knie gehen, der sollte sich irren. Eventuell sehen haben wir heute sogar den Wendepunkt bei beiden Aktien gesehen, der sich ja bereits am Freitag angekündigt hatte, als der Plan unserer Bundesregierung einer deutlich höheren Beteiligung an der Umschuldung Griechenlands bekannt wurde. Letztlich sind die politischen Wirren und die damit verbundenen Kursbewegungen bei Bankaktien für den Ottonormalanleger schon lange nicht mehr nachvollziehbar.

Noch ist es auch deutlich zu früh von einem echten Ausbruch zu sprechen, die Chancen auf eine Beruhigung der Situation bei den Bankenwerten stehen aber nicht schlecht, wenn nun endlich Klarheit herrscht. Feststehen dürfte auch dass sich die beiden deutschen Geldhäuser seit Monaten intensiv auf genau diese Situation vorbereitet, und ihr Risiko weitestgehend minimiert haben. Die geplanten Schritte werden also nicht spurlos an den beiden Banken vorübergehen, deutlicher wird dies aber beispielsweise die französischen Kreditinstitute treffen. Grund genug also heute mal wieder etwas genauer hinzusehen, denn wir haben spätestens seit Freitag eine geänderte Situation bei beiden Aktien.

Die Commerzbank-Aktie hat den Handel am Freitag mit 1,70 Euro, und damit mit einer kräftigen Gegenbewegung von 7,44 Prozent abgeschlossen. Nach einigen Fehlversuchen zuvor konnte nun endlich der Widerstand bei 1,65 Euro überwunden werden. Gelingt nun ein weiterer Anstieg sollte die genannte Marke also künftig als Unterstützung fungieren. Kann die Commerzbank Aktie über den Widerstand bei 1,82 bis 1,85  Euro klettern, so wäre erneut die wichtige Marke bei 2,12 Euro im Visier, die immer noch den möglichen Ausgangspunkt für eine „echte“ Erholung der Commerzbank Aktie darstellt. Sollte also in den kommenden Tagen dieser entscheidende Punkt wieder überschritten werden sind dann Kurse über 3,- Euro durchaus wieder realistisch. Ein Rutsch unter 1,62/1,66 Euro dagegen würde die Unterstützung bei 1,46/1,54 Euro in den Blickpunkt rücken.

Bei der Aktie der Deutschen Bank sieht das Bild ähnlich aus, obwohl das Aufwärtspotenzial hier nicht so deutlich sein dürfte wie bei der Commerzbank. Nach dem kräftigen Anstieg vom Freitag notiert die Aktie nun wieder über der wichtigen Marke von 28,- Euro. Sollte sich der positive Trend weiter fortsetzen wäre ein erneuter kurzfristiger Test der runden Marke bei 30,- Euro das Ziel. Der eigentliche Widerstand liegt im Bereich um die 31,30 Euro, diesen gilt es zu überwinden. Gelingt dies hingegen nicht, und die Aktie fällt unter 26,50 Euro oder gar 25,40 Euro zurück, muss auch noch einmal mit einem Test der Jahrestiefstände gerechnet werden.

Für mich persönlich hat sich die Charttechnik als der zuverlässigste Begleiter der letzten zehn Wochen erwiesen, und mich verhältnismäßig gut durch diese Krise gebracht. Und auch im Falle der Commerzbank sowie der Deutschen Bank Aktie würde ich mich noch am ehesten auf die Lehre der Linien, Unterstützungen, Widerstände und Chartformationen verlassen. Achten Sie auf die genannten Marken! Beide Aktien haben am Freitag ein frisches Kaufsignal generiert. Der S&P 500 notiert gerade wieder auf einem Niveau auf dem der Bärenmarkt, aus technischer Sicht, offiziell bereits wieder als beendet gilt. Das heißt natürlich nicht das der Markt nun in einem Strich weiter hoch laufen wird, jedoch ist das Nachholpotenzial der Bankaktien entsprechend hoch, wenn am Mittwoch die richtigen Weichen gestellt werden.

Befreiungsschlag für Commerzbank und Deutsche Bank?

Die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank dürften heute besonders im Fokus der Anlegers stehen. Gestern konnten die US Indizes erneut stark zulegen, und befinden sich nun einmal mehr an ganz entscheidenden Marken. Haupttrieber waren insbesondere die US Bankenaktien, die überproportional zulegen konnten. So gewann beispielsweise die Bank of Amerika im gestrigen Handel satte 10,12 Prozent hinzu, die Citigroup fast sieben Prozent und JP Morgan knappe sechs Prozent. Grund für den gestrigen Anstieg waren offenbar Ein Bericht in der britischen Zeitung „The Guardian“ nachdem der den Rettungsschirm EFSF nun auf ein bis zwei Billionen Euro aufblasen will. Einigermaßen bemerkenswert finde ich die Aussagen das dies alles ohne weiteres Risiko für die Bürger passieren soll.

Die selben Politiker, die die Börsen Anfang dieser Woche in den Keller schickten, weil sie keine finale Lösung der europäischen Schuldenkrise, am kommenden Wochenende, erwarten, haben nun das ultimative wirtschaftliche Perpetuum Mobile erfunden. Respekt!! Einen gewissen Unterhaltungswert kann man der Kabarett-Truppe in Berlin zumindest nicht absprechen. Allerdings muss man dazu sagen, das dieser Plan noch nicht von offizieller Seite bestätigt wurde.

Wie dem auch sei, Bankenaktien weltweit danken es den Finanzministern, und sollten auch hierzulande heute kräftig zulegen können. Ob es sich dabei dann wieder nur um eine kurzzeitige Erholung handelt, oder dies den endgültigen Wendepunkt bei Bankaktien darstellt, wird man erst im Nachhinein beurteilen können. Es besteht aber eine gute Chance darauf dass auch die Kurse der Deutschen Bank Aktie und der Commerzbank Aktie heute kräftig zulegen, und das sollte  man auf jeden Fall spielen.

In der offiziellen Pressemeldung hieß es heute dazu dass sich Deutschland und Frankreich auf einen Rekapitalisierung von Banken geeinigten hätten. Diese sollten nun künftig eine Eigenkapitalquote von neun Prozent haben. Die Kosten dafür würden sich auf insgesamt rund 100 Milliarden Euro belaufen. In EU-Kreisen erwarten man demnach nicht, dass hierfür Unterstützungen durch einzelne Staaten oder den EFSF notwendig werden…

Commerzbank und Deutsche Bank – jetzt gehts los!

In unserer letzten Analyse über die beiden Banken haben wir von einer möglichen Trendwende bei den Aktien der Commerzbank sowie der Deutschen Bank berichtet. Bereits in der vergangenen Woche sah es so aus, als ob das Schlimmste bei den beiden deutschen Großbanken, der Commerzbank und der Deutschen Bank, vorüber sein könnte. Beide Aktien konnten sich deutlich von den Tiefständen lösen und legten, getrieben durch positive Nachrichten, wieder zu. Mit dem Überschreiten der wichtigen Widerstandsmarke bei 1,86 Euro wurde bei der Commerzbank Aktie ein starkes Kaufsignal generiert, und führte die Aktie heute nun erneut über die 2,- Euro Marke. Sollte es nun gelingen auch noch die Marke von 2,12 Euro demnächst zu überwinden stehen die Chancen auf einen ordentlichen Short Squeeze nicht schlecht.  Nach den schweren Wochen als Aktionär der CoBa sollte man jetzt wohl unbedingt dabeibleiben, und sich das Schauspiel nicht entgehen lassen.

Die Deutsche Bank Aktie konnte zuletzt ebenfalls deutlich zulegen und notierte gestern bereits wieder um die 28,50 Euro Marke. Beim Deutschen Branchenprimus häufen sich zudem die positiven Analystenkommentare die allesamt ein deutlich höheres Kursziel für die Deutsche Bank Aktie prognostizieren. Der Ausbruch über den Widerstand bei 26,- Euro ist also gelungen, und damit macht die Aktie insgesamt den Eindruck dass sich nun ein stabiler Boden gebildet hat. Die Marke von 31,35 Euro bleibt der Widerstand den es zu überschreiten gilt, um diese Bodenbildung letztlich komplett abzuschließen. Für beide Titel sind wir aufgrund der in Kürze zu erwartende Nachrichtenlage aus Europa und der Charttechnik weiterhin sehr positiv. Wie in unserem kostenlosen Börsenbrief kürzlich erwähnt gehen wir davon aus, dass ein charttechnischer Ausbruch der Börsen nach oben vom Finanzsektor angeführt werden dürfte…

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