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Commerzbank – Wird das Gap bei 1,623 Euro noch geschlossen?

Ausgelöst durch die gestrige Korrektur hat sich das Chartbild bei der Commerzbank Aktie gestern erneut drastisch verändert. Während andere Bankentitel sich in dem schwachen Umfeld noch vergleichsweise gut halten konnten gab die Commerzbank Aktie im gestrigen Handel erneut stark ab, und sank unter die wichtige Unterstützung bei 1,78 Euro. Auch zum Xetra Handelsschluss konnte die Marke zunächst nicht zurückerobert werden. Im weiteren Verlauf bröselte der Kurs dann in Frankfurt sogar bis auf 1,71 Euro ab, was ich bereits wieder für erste Käufe genutzt habe. Vorbörslich hat sich der Kurs nun um die 1,73 bis 1,75 Euro eingependelt. Und auch wenn heute erst einmal mit einer Stabilisierung der Börsen zu rechnen ist bleibt doch die Frage nach dem weiteren Weg des Aktienkurses der Commerzbank Aktie, den man in diesen Tagen vom sonstigen Marktgeschehen etwas losgelöst sehen muss.

Die Aktie nähert sich mit der aktuellen Kursbewegung nun bedenklich dem noch offenen Gap zwischen 1,623 und 1,65 Euro, dass es wohl doch noch zu schließen gilt. Zumindest sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür inzwischen als sehr hoch an. Die genannten Kurse müssen natürlich nicht zwingend erreicht werden, aber wenn dann wohl noch in dieser Woche. Genau wie beim letzten Mal, als die offene Kurslücke geschlossen wurde, sollte die Bewegung dann schnell ablaufen und der Aktienkurs anschließend wieder deutlich steigen. Für Anleger die noch in die Aktie Einstiegen wollen könnte das genannte Kursniveau also eine interessante Einstiegschance darstellen.

Der gestrige Kursrutsch sollte aber auch nicht unterschätzt werden. Denn auch ein weiteres Abrutschen der Aktie bis zur Unterstützung bei 1,51 Euro ist nun theoretisch wieder möglich. Spätestens hier muss sich die Aktie wieder fangen sonst droht ein erneuter Kursrutsch in Richtung 1,34 Euro. Zwar halte ich persönlich den Auslöser der aktuellen Kursturbulenzen für völlig übertrieben, (dazu später mehr) aber man sollte die Charttechnik in dieser Situation zumindest respektieren. Grundsätzlich hat sich meine Einstellung zu der Aktie nicht verändert, da sich auch seit gestern das makoökonomische Bild nicht verändert hat. Ich werde diesen Rücksetzer erneut nutzen um meine Position bei der Commerzbank Aktie wieder auszubauen.

Commerzbank – was ist die Bank wirklich wert ?

Bei der Commerzbank geht die Restrukturierung wie geplant weiter zügig voran. Heute wurde bekannt dass das am 23. Februar überraschend angekündigte Umtauschangebot von nachrangigen Anleihen in Aktien von den Anlegern in dem erhofften Umfang angenommen wurde. Die Bank berichtete das ihr Papiere im Wert von 965 Millionen Euro angedient worden seien. Durch den nun erfolgenden Umtausch kann die Commerzbank also ihr hartes Kernkapital um weitere 776 Millionen Euro stärken, und das Grundkapital um weitere sieben Prozent stärken. Soweit so gut, für mich waren diese Daten keine große Überraschung mehr.

Sie wissen, ich bin eher positiv für die Aktie gestimmt, und halte einen nachhaltigen Rebound in diesem Jahr für sehr wahrscheinlich, möchte Ihnen aber nicht vorenthalten dass es auch durchaus berechtigte und kritische Stimmen zu der CoBa Aktie bzw. der Bilanzierungsmethode der Bank gibt. In der aktuellen Ausgabe der ZEIT hingegen hat man sich etwas näher mit den Bilanzierungspraktiken vieler Unternehmen im Allgemeinen und der Commerzbank im Speziellen befasst, den ich Ihnen hier mit an die Hand geben möchte. Es ist eben nicht immer alles Gold was glänzt, und letztlich weiß man als Anleger eigentlich immer noch nicht an was man sich da genau beteiligt hat. Bitte lesen Sie hier weiter!

Natürlich hat die jüngste Kapitalerhöhung ihren Preis für die Altaktionäre. Die CoBa muss knapp 361 Millionen neue Aktien ausgeben um diesen Tausch auch bedienen zu können. Dies verwässert den Anteil der bisherigen Anteilseigner. Laut Unternehmensangaben wirkt sich die  Transaktion aber zumindest im ersten Halbjahr positiv auf das Ergebnis nach Steuern der Commerzbank aus. Man rechnet mit einem Einmaleffekt in Höhe von 87 Millionen Euro. Der Bund, als einer der Hauptaktionäre tauschte ebenfalls einen Teil seiner Stillen Einlagen in die neuen Aktien und ist somit weiter mit etwas mehr als 25 Prozent an der Bank beteiligt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist wohl auch das „alternativlos“…

Commerzbank – sind die Turbulenzen nun beendet?

Nachdem die Commerzbank Aktie zunächst von der Nachricht über den EZB Tender überhaupt nicht profitieren konnte zeigte sich die Aktie gestern wieder etwas stärker, und notierte am Ende des Tages mit 1,935 Euro wieder klar über der Unterstützung von 1,90 Euro. Viele Anleger dürften sich nun die Frage stellen, ob es das schon gewesen ist, mit der Korrektur beim deutschen Banken-Sorgenkind?

Aus charttechnischer Betrachtung bleibt das Bild nahezu unverändert. Der jüngste Rücksetzer innerhalb des Trends lässt weiterhin keine Rückschlüsse auf ein baldiges Abtauchen der Aktie zu. Viel mehr würde ich alleine die Nachrichten um die plötzliche Kapitalerhöhung als Ursache dafür sehen, die genauso schnell wieder verschwinden sollte wie sie aufgetaucht ist. Natürlich haben sich die Rahmenbedingungen für die Aktie damit auch geringfügig verändert, das große Bild bleibt aber intakt. Hinzu kommt für mich noch die zusätzliche Phantasie durch die mögliche Abwicklung der Eurohypo. Der „Rückbau der Bank“, wie Martin Blessing diesen Vorgang gerne nennt, sollte für die Commerzbank dann einem ultimativen Befreiungsschlag gleich kommen.

Es besteht also durchaus die Hoffnung dass die überraschenden Kapitalerhöhungs-Pläne von Martin Blessing und Co. nun im Kurs verarbeitet ist, auch wenn ich die Kapitalmaßnahme nicht unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme bezeichnen würde. Mir persönlich stellt sich auch immer noch die Frage ob diese zum jetzigen Zeitpunkt unbedingt erforderlich gewesen ist, denn der vorangegangene Plan zur Restrukturierung der Bank hatte mich, wie auch viele andere Anleger, eigentlich schon überzeugt. Ein weitere Kapitalbedarf der Bank war nicht zwingend erkennbar, und eine Kapitalerhöhung wurde bis vor kurzem von der Konzernspitze noch ausgeschlossen.

Wie dem auch sei, wenn es denn dazu dienen sollte der Commerzbank nun die nötige „Luft zum Atmen“ zu lassen, dann soll es mir recht sein. Denn eines steht für mich immer noch fest, gelingt der nachhaltige Turnarround der Bank dann sind weitaus höhere Kurse drin, bei denen diese zusätzliche Verwässerung nicht allzu sehr ins Gewicht fallen sollte. Dennoch kann erst wieder ab Kursen über 2,10 Euro eine gewisse Entwarnung gegeben werden. Heute läuft die Frist zur Ermittlung des durchschnittlichen Aktienkurses für die neuen Aktien ab. Es bleibt also vorerst noch abzuwarten ob der Kurs gerade wegen der anstehenden Kapitalerhöhung kurzfristig so stark ist, oder ob wir gestern den Beginn eines neuen und „echten“ Anstiegs gesehen haben. In der Xetra Schlussauktion wurden gestern noch einmal schnell 9,3 Millionen Aktien gekauft 😉 …Spätestens ab Montag wissen wir wohl mehr!

Gastkommentar: Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit, Bank of Ireland im Spannungsfeld der Offenmarktpolitik der EZB

Wie erwartet halten sich die Freudensprünge des Marktes, wegen des neu aufgelegten Tenders der EZB, heute einigermaßen in Grenzen. Rund 800 Banken und Kreditinstitute, darunter die Deutsche Bank, Commerzbank, Unicredit, Bank of Ireland u.a., haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Liquiditätsfähigkeit mit Hilfe der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter aufzustocken. Das Gesamtvolumen soll nach Angaben der EZB bei 529,5 Milliarden Euro gelegen haben, und ist mit einer Laufzeit von 3 Jahren auf einen absoluten Niedrigzinssatz von 1 % fixiert. Für Marktbeobachter und Analysten außergewöhnlich lange 3 Jahre. Die Offenmarktpolitik ist das wichtigste Instrument der Geldpolitik und aktuell sogar ein Standardinstrument, mit dem die Zentralbank die Geldschöpfung unmittelbar beeinflusst.

Bereits Ende 2011 statte die EZB die Finanzmärkte mit einer Liquiditätsspritze von 489 Milliarden Euro aus, ebenfalls zu den vorgenannten Konditionen von einem eher symbolischen Zinssatz von 1 %  und mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Ein sehr gutes Geschäft für die Banken und Kreditinstitute der EU, die das Kapital zu einem Teil in Staatsanleihen Italiens oder Spaniens, die mit hohen Zinsversprechen, umschichteten. Demzufolge hatten diese Länder weniger Probleme, sich frisches Kapital zu beschaffen. Auch andere Mitgliedstaaten im Euro-Währungsverbund, beispielsweise Irland und Belgien, mussten in der Folge weniger hohe Zinsen für ihre Staatstitel bieten.

Selbstverständlich kommen diese Mittel auch der Realwirtschaft zu gute, keine Frage, anders wäre die Dax-Rallye im Januar und Februar 2012 undenkbar gewesen. Anleger finden wieder zurück in die Aktienwerte der großen Unternehmen, Vertrauen wird sukzessive und mühsam wieder aufgebaut. Diese positive Stimmung an den Kapitalmärkten findet auch in den USA ihre Fortsetzung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss aktuell 0,2 % höher auf 13.005 Punkte und beendete erstmals seit Mai 2008 den Handel wieder über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Zählern.

Aber wie sieht es mit einzelnen Titeln aus? Kontrovers diskutiert wird beispielsweise die Performance der Commerzbank AG. Seit Ankündigung der Kapitalerhöhung hat die Commerzbank-Aktie in der Spitze bis zu 13 % verloren, beklagen einige Trader, die auf kurzfristige Effekte setzen. Die Unterstützungszone bei 1,80 Euro hat allerdings vorerst gehalten, bewerten einige Analysten die augenblickliche Lage. Die Kursentwicklung der nächsten Tage wird entscheidend für den Platzierungspreis der neuen Aktien sein. Der Stichtag fällt auf den kommenden Freitag.

In der Kontroverse steht die beabsichtigte Kapitalerhöhung um 10 % der Commerzbank, mit der Folge, das sie ihre Aktienanzahl um 10 % erhöhen wird. Der Platzierungspreis der neuen Aktien ergibt sich aus dem Durchschnitt des täglichen volumengewichteten XETRA Durchschnittskurses der Commerzbank-Aktie im Zeitraum vom 24. Februar bis zum 2. März 2012. Der volumengewichtete Durchschnittskurs wird berechnet, indem man die gehandelten Stücke durch das gehandelte Volumen dividiert. Jetzt kommt es also darauf an, welche Bewertung der Markt für fair erachtet.
Sandro Valecchi

Commerzbank Aktie mit Gap Close – jetzt kann es rauf gehen…!

Neue Nachrichten aus Griechenland beeinflussen heute erneut die Märkte. Hatte man gestern noch den Eindruck dass es sowieso niemanden mehr so richtig interessieren würde wie die Verhandlungen in Griechenland ausgehen, so stellte sich dieses Bild bereits heute wieder etwas anders dar. Nachdem auch heute Nacht keine finale Lösung erzielt werden konnte, wollen sich die EU Finanzminister nun am kommenden Mittwoch erneut zusammen setzten. Vorher wurden dem angeschlagenen Mittelmeerstaat noch ein paar „Hausaufgaben“ mit auf den Weg gegeben. Diese sollen nun bis zum nächsten Treffen zügig umgesetzt werden. Erst dann werden weitere Milliarden nach Athen fließen, hieß es seitens der verantwortlichen Personen. Kurzum, jetzt ist Schluss mit Lustig, man setzt den Griechen die Pistole auf die Brust. Der Markt nimmt diese Wende nicht sehr amüsiert auf, da nun weiterhin viele Fragen offen sind.

Die Commerzbank Aktie gehörte deswegen heute zur Börseneröffnung erneut zu den schwächsten Werten, ebenso wie andere Bankenwerte in Europa. Mit einem satten Minus von zwischenzeitlich über zehn Prozent dürften die meisten Marktteilnehmer wohl nicht mehr gerechnet haben, nachdem ja nun die schlimmsten Nachrichten hinter dem Geldinstitut liegen sollten. Ich würde den Kursrutsch auch nicht überbewerten, denn letztlich wurde nur das Gap bei 1,953 Euro heute geschlossen das der starke Anstieg am 08.02.12 hinterlassen hatte. Wie wir auch wissen sind solche Kurslücken nicht „gesund“ und sollten stets geschlossen werden. Dies ist heute geschehen, und das ist in jedem Falle positiv zu sehen, auch wenn die Bewegung an sich nicht unbedingt nervenschonend verlaufen ist und man sich sofort wieder an die panikartigen Zeiten des vergangenen Jahres erinnert fühlt…

Für mich persönlich war dies der richtige Zeitpunkt meine Position nun weiter zu erhöhen. Ich habe bereits am 08.02 nach Handelsschluss eine entsprechende Order in das System eingegeben, da ich dieses Szenario für sehr wahrscheinlich gehalten habe. Nun sind die sogenannten Zittrigen wieder raus gespült worden, und es kann weiter nach oben gehen. Für diejenigen die es heute erwischt hat ist das natürlich erst einmal ärgerlich, auch wenn die meisten wohl mit Gewinn ausgestoppt wurden. Aber so ist die Börse, und so wird sie immer sein. Wer diese Regeln nicht nur verstanden sondern auch verinnerlicht hat, der wird langfristig zu den Gewinnern solcher Situationen gehören. Heute wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit der eigentliche Boden für die Commerzbank Aktie bereitet. Zum Handelsschluss sollte die Aktie über der Widerstandzone zwischen 2,06 und  2,12 Euro notieren, somit wäre aus charttechnischer Betrachtung der Bodenbildungsprozess dann abgeschlossen.

Commerzbank: Griechenland ist nicht zu retten, lieber gleich Schluss machen!

Wie bereits gestern geschrieben werden die Stimmen gegen eine Rettung Griechenlands immer lauter. Das eigentlich erstaunliche dabei ist dass sich nun verstärkt die betroffenen Kreditinstitute dafür aussprechen den Mittelleerstaat aus der Währungsunion zu entlassen. So hat sich der Aufsichtsratschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, nun offiziell für den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ausgesprochen, und auch von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann sind zunehmend eher kritische Töne zur mittelfristigen Zukunft der Griechen in der Eurozone zu hören. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Griechenland einer massiven Abwertung bedarf, die es innerhalb des Euros nicht vornehmen kann. Wir können das durch Ausgleichszahlungen auch nicht ausgleichen“, sagte Müller kürzlich im Deutschen Anleger Fernsehen. Griechenland sei innerhalb des Euros nicht zu retten.

Im weiteren Interview spricht mir Herr Müller offen aus was viele denken. Die betroffenen Banken sollten ihr Griechenland-Engagement nach Müllers Ansicht direkt abschreiben, und damit war wohl eine 100 prozentige Abschreibung gemeint um nun endlich einen finalen Schnitt zu machen. Das weitere Rumgeeiere um eine offensichtliche und naheliegende, aber schmerzhafte Lösung wird den gesamten Euroraum nicht weiter bringen. „Wenn sie bei 70 bis 80 Prozent sind, und wahrscheinlich nochmals nach schießen müssen, dann können sie auch fragen, ob sie nicht gleich Schluss machen, also komplett abschreiben“, so Müller.

Klaus-Peter Müller rechnet in der Folge dann eher positiven Reaktionen an den Märkten. Seitens der Commerzbank ist man sich offenbar sicher dass man dies Problem auch zu 100 Prozent schultern könnte, und es zu keinen weiteren Ansteckungseffekten kommt. Die Märkte werden den Austritt Griechenlands verstehen, und sich nicht gleich auf den nächsten schwächelnden Eurostaat konzentrieren prognostiziert Müller. Da bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher. Wenn man sich die Renditen der Staatsanleihen Portugals ansieht so wurde bereits gestern neue Euro- Geschichte geschrieben….In diesem Sinne es wird mal wieder eine spannende Woche für Commerzbank Aktionäre.

Commerzbank und Deutsche Bank – da geht noch mehr !

Die Aktie der Commerzbank macht, nach der langen Leidenszeit, inzwischen richtig Spaß. Heute wurden die Aktienkurse europäischer Banken erneut durch gute Nachrichten beflügelt. Davon können Commerzbank und Deutsche Bank ebenfalls stark profitieren. Deutschland und Frankreich setzen sich für eine schnelle Lockerung der Kapitalregeln ein. Laut einem Bericht in der FTD wollen Finanzminister Wolfgang Schäuble und Francois Baroin schon am morgigen Dienstag konkrete Pläne bezüglich einer Lockerung der Eigenkapitalvorschriften (Basel III) präsentieren. dabei soll es im Kern darum gehen den europäischen Banken mehr Zeit einzuräumen. Die für 2015 geplante Veröffentlichung des Verschuldungsgrades, in der  Anteil an Fremdkapital detailliert aufgeschlüsselt werden muss, soll für die Banken nun erst im Jahr 2018 Pflicht werden.

Ebenso erleichternd für die Märkte wirkt auch der Plan der beiden Politiker Banken, die Besitzer von Versicherungsunternehmen sind, künftige weniger in die Pflicht zu nehmen. Deren Kapital soll nur noch einmal insgesamt und nicht für die beiden Unternehmenszweige getrennt bilanziert werden. Diese Veränderung würde die Situation vor allem für einige französischen Großbanken deutlich entspannen. Das Umfeld für Bankaktien bleibt weiterhin hervorragend. Einzig die Unsicherheiten bezüglich einer finalen Lösung der Griechenland Problematik, und der tatsächlichen Höhe des Schuldenschnitts könnten in den kommenden Tagen noch einmal belasten.

Gerade wurde auch unser nächstes Kursziel für die Commerzbank Aktie mit 1,86 Euro überschritten. Ich gehe weiterhin davon aus das das Umfeld für Banken im Allgemeinen und die Commerzbank im Speziellen freundlich bleiben wird. Die nächsten Chartmarken liegen nun bei 1,92 Euro sowie 2,12 Euro. Gelingt es auch diese Marke zu überschreiten dürfte der Weg dann endgültig frei nach oben sein. Das lange Leiden der Commerzbank Aktionäre dürfte nun erst einmal vorbei sein. Das zuletzt von den Analysten der Deutschen Bank ausgegebene Kursziel von 2,70 Euro rückt damit bald in greifbare Nähe. Für den Branchenprimus ist nun die Marke bei 33,80 Euro sehr entscheidend. Kann die Aktie der Deutschen Bank darüber schließen dürfte auch die Zone um die 36,- Euro schnell wieder erreicht werden. Lassen Sie die Gewinne laufen!

Commerzbank viel besser als gedacht! – Ausbruch und Shortsqueeze

Endlich mal richtig gute Nachrichten von der Commerzbank. Das Bankhaus hat das Core-Tier-1-Kapital aus eigener Kraft bereits bis Ende 2011 um 57 % gestärkt, und somit die wesentlichen EBA-Eigenkapitalanforderung erfüllt. Mit den getroffenen Maßnahmen hat die Commerzbank damit das Potenzial, ihr Kernkapital bis zum Stichtag 30.Juni 2012 um insgesamt rund 6,3 Milliarden Euro aus eigener Kraft zu stärken, hieß es in der heutigen Meldung. Damit steigen die Chancen, dass der Bankenriese die Rekapitalisierung aus eigener Kraft schaffen kann deutlich!

Die drei wesentlichen Bestandteile dieses Maßnahmenpakets sind fortgesetztes RWA-Management (Core-Tier-1-Entlastung rund 1,5 Milliarden Euro), die weitere Reduzierung der regulatorischen Kapitalabzüge (Volumen: rund 0,35 Milliarden Euro)sowie eine geplante Gewinnthesaurierung in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Darin enthalten sind geplante zusätzliche Sachkosteneinsparungen im ersten Halbjahr 2012 in Höhe von rund 150 Millionen Euro.

Weiter heißt es in der offiziellen Meldung: Auf Basis der gegenwärtigen Geschäftsplanung und vorbehaltlich keiner weiteren Verschlechterung der volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere auch keiner weiteren Verschärfung der Staatsschuldenkrise, erwartet die Commerzbank somit weitere positive Effekte zur Deckung des EBA-Kapitalbedarfs in Höhe von bis zu 3,3 Milliarden Euro. Nach Abschluss aller Maßnahmen plant die Commerzbank, zum 30. Juni 2012 eine Core-Tier-1-Quote von mehr als 11 % auszuweisen.

Die Commerzbank Aktie springt nach der Meldung kräftig an und kann bis auf 1,62 Euro zulegen. Hier scheint nun ein harter Kampf zwischen Bullen und Bären statt zu finden. Die offenen Short Positionen stehen nach der Kursbewegung im Feuer. Ich rechne damit das diese mal die Bullen den Kampf gewinnen werden, und wir spätestens am Nachmittag nach US Börseneröffnung weitere Shorteindeckungen sehen werden, die den Kurs nun über unserem kürzlich ausgegebenen Ziel von 1,56 Euro stabilisieren werden. Aus charttechnischer Sicht liegen die nächsten Ziele nun bei 1,69 und 1,86 Euro.

Mornincall, Die Luft wird dünner, Neuer Ärger für die Commerzbank

Der gestrige Handelstag verlief für die europäischen Indizes sehr erfreulich. Der Dax konnte nun endlich den Widerstandsbereich zwischen 6.200 und 6250 Punkten überwinden, der Schlusskurs lag bei 6.326 Punkten. Getrieben durch positive Nachrichten von der Konjunkturfront konnten insbesondere zyklische Werte erneut stark zulegen. Einer der Haupttreiber dürfte, neben den guten Nachrichten aus China, dabei der deutlich besser als erwartete ZEW Konjunkturindex gewesen sein. Dieser verbesserte sich gegenüber dem Dezember deutlich von minus 53,8 auf minus 21,6 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Juli 2011, und zugleich der stärkste Anstieg seit Aufzeichnung dieser Daten überhaupt. Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung befragt jeden Monat rund 300 Analysten und institutionelle Anleger nach ihrer Konjunktureinschätzung.

Ein erneut bewegter Tag könnte es für Commerzbank Aktionäre werden. Die Ratingagentur Moody´s prüft laut neuesten Berichten die Bonitätseinstufung der Commerzbank. Moody’s senkte die Bewertung ohne die Einbeziehung von Staatshilfe (Standalone) der Bank auf „D+“ von zuvor  „C-„. Auch die Einstufung der vorrangigen Schulden, die derzeit mit „A2“ bewertet werden, prüft Moody’s auf eine mögliche Abstufung. Insbesondere die Aussagen der Bank an der Tochter Eurohypo festhalten zu wollen, und diese nicht an den Staat abzugeben, haben wohl zu dieser Neueinschätzung geführt. Moody´s verwies darauf dass die Eurohypo deutlich anfällig für weitere Verwerfungen an den Märkten sei, und somit auch den Mutterkonzern belasten könne. Nichts was wir nicht schon gewusst hätten, aber Moody´s hält das offenbar für besonders erwähnenswert.

Der gestrige Handelsverlauf an den US Börsen stimmt mich etwas nachdenklich. Hier wurde ein Großteil der Gewinne in den letzten zwei Stunden wieder abgegeben. Zwar konnten die Indizes zum Handelsende noch einmal leicht anziehen, dennoch ist es nicht gelungen die wichtige Hürde von 1.304 Punkten im S&P zu überwinden. Wie bereits am Freitag gelang es nicht den Index zum Handelsschluss über die Widerstandsmarke von 1.293 Punkten zu heben. Am Freitag ist kleiner Verfallstag für Optionen, und offenbar will man den S&P Index bis dahin unter der wichtigen Marke von 1.300 Punkten halten. Schaut man sich die für Freitag gültigen Optionsbestände etwas näher an, findet man ab 1300 Punkten eine starke Widerstandszone, die bis den Bereich 1330 reicht.

Die gute Nachricht ist dass sich der Index weiterhin in einem intakten Aufwärtstrend befindet, wenn auch inzwischen an der unteren Begrenzung. Insbesondere die schwachen Werte aus den Bereichen Kohle und Finanzen ebenso wie die nachgebenden Goldaktien belasteten. Der Euro hingegen kann sich nach den gestrigen Daten weiter erholen. Während die Stimmung für DAX & Co. also weiterhin gut bleibt, muss man bei einigen Sektoren in den USA gerade etwas vorsichtiger werden. Doch dazu später mehr…!

Commerzbank – ja was denn nun?

Es dürfte eine sehr entscheidende Woche für Commerzbank Aktionäre werden. Am Freitag den 20. Januar 2012 will das Bankhaus nun den endgültigen Plan für die Beschaffung des bis zum Sommer benötigten Eigenkapitals vorlegen. Somit entscheidet sich diese Woche wohl auch welche Richtung der Aktienkurs nun endgültig einschlagen wird, und ob der Staat der Bank noch einmal unter die Arme greifen muss oder nicht. Zuletzt konnte man der Presse entnehmen dass die Pläne der Commerzbank inzwischen sehr weit voran geschritten sind. Hauptaktionär Allianz könnte nun ebenfalls seinen Beitrag dazu leisten, somit wären fast vier Fünftel des Kapitalbedarfs gedeckt. Neue Presseberichte besagen nun dass der DAX-Konzern nun offenbar auch darüber nachdenkt seine Mitarbeiter an der Rettungsaktion zu beteiligen.

Anstelle der geplanten Boni sollen Vergütungen nun in eigenen Aktien ausgezahlt werden. Dadurch könnte der Bankenriese auch einen höheren Gewinn für das abgelaufene Jahr ausweisen, und das Eigenkapital entsprechend erhöhen. Geschätzt könnte es hierbei um eine Summe von weiteren ca. 500 Millionen Euro gehen. Somit wären aber grob über den Daumen gepeilt immer noch weitere 500 bis 700 Millionen Euro ungedeckt. So genau kann das wohl im Moment keiner sagen…aber es wäre für eine Bank dieser Größenordnung ein überschaubarer Betrag, den man sicherlich an der ein oder anderen Stelle noch „zusammenkratzen“ könnte. Am Freitag wissen wir dazu sicherlich mehr.

Ich persönlich gehe immer noch von einem positiven Ausgang des Commerzbank Krimis aus. Die Chancen der CoBa, die von der europäischen Bankenaufsicht EBA ermittelte Kapitallücke von ursprünglich 5,3 Milliarden Euro zu schließen, stehen inzwischen sehr gut. Zudem dürfte den europäischen Banken nach den jüngsten Berichten noch etwas mehr Zeit von der EBA eingeräumt werden, um den Kapitalbedarf zu decken. Die Turbulenzen um die Kapitalerhöhung der UniCredit scheinen inzwischen vollständig vom Markt verarbeitet worden zu sein. Andere Berichte hingegen haben die Risiken für die Bank wieder etwas erhöht, und sollten in die Investmententscheidung mit einbezogen werden.

Schliddert Griechenland nun letztlich doch noch in die Pleite, oder wird  ein höherer Haircut auf griechische Staatsanleihen fällig, würde dies das Ergebnis der Commerzbank natürlich noch einmal erheblich belasten. Weitere Risiken schlummern in den Renditen der Anleihekurse anderer hoch verschuldeter Eurostaaten wie etwa Portugal, Irland, Spanien oder Italien. Letztlich bleibt einem als Anleger nicht viel übrig als sich für oder gegen einen positiven Ausgang dieser harten Prüfung für Deutschlands zweitgrößtes Bankhaus zu entscheiden. In beiden Fällen ist davon auszugehen dass sich der Aktienkurs entsprechend schnell und stark in eine Richtung bewegen wird.

Ich habe mich hier bereits klar positioniert…und verspreche Ihnen dann auch erst einmal deutlich weniger über die Commerzbank zu schreiben, wenn die Aktie in etwas ruhigeres Fahrwasser gekommen ist. Auch wenn unsere Berichte zu der Aktie sich in letzter Zeit gehäuft haben, bleibt die CoBa eine der interessantesten Storys des Jahres 2012, und verdient entsprechende Aufmerksamkeit!

UniCredit Kapitalerhöhung schickt Commerzbank und Deutsche Bank in den Keller

Auch die erste Handelswoche des neuen Jahres war für Commerzbank Aktionäre eher turbulent. Neue Gerüchte schickten die Aktie des zweitgrößten Bankhauses Deutschlands erneut in den Keller. Aber auch die Deutsche Bank Aktie wird kräftig abgestraft, nachdem die italienische Unicredit eine Kapitalerhöhung angekündigt hat um den künftigen Eigenkapital-Anforderungen gerecht werden zu können. Der Markt geht offenbar davon aus, dass dies nun für nahezu  alle europäischen Institute gelten könnte. Medien berichteten seit Freitag reihenweise über mögliche Kapitalerhöhungen bei der Deutsche Bank und der Commerzbank. Das blieb natürlich auch nicht ohne Folgen für die Aktienkurse…! Ich muss ehrlich sagen diese einseitige Berichterstattung geht mir langsam auf die Nerven! Ich kann es nicht mehr lesen, und möchte eigentlich auch nicht mehr darüber schreiben. Dennoch bleibt es ein aktuelles Thema und man kann es leider auch nicht ignorieren.

Beide Institute hatten in den letzten Wochen immer wieder betont, dass sie ohne weitere Fremdmittel auskommen, und die geforderten Kriterien bis zum Sommer erfüllen werden. Während das bei einer Deutschen Bank durchaus glaubhaft klingt, darf diese Aussage bei der Commerzbank zumindest kritisch hinterfragt werden. Dennoch, die Commerzbank scheint auf einem guten Wege zu sein, die Weichen für eine bessere Zukunft werden gerade gestellt. Bei der Restrukturierung des Konzerns schreitet man weiterhin zügig voran. Ein Verkauf der Eurohypo an den Staat dürfte dabei nach wie vor der Königsweg sein, eine Kapitalerhöhung wie bei den Italienern wäre wohl mit Suizid gleichzusetzen, das weiß spätestens seit Freitag auch Martin Blessing. Die missglückte Kapitalmaßnahme der UniCredit ist alles andere als nachahmenswert, vorher sollten wohl alle anderen Optionen ausgeschöpft werden.

Der Commerzbank Lenker ist weiterhin bemüht seinen klaren Worten nun auch Taten folgen zu lassen, er hätte es verdient dass der Markt, und die Medien, ihm diese Chance nun auch einräumt. Operativ scheinen sich die ersten hoffnungsvollen Verbesserungen abzuzeichnen. So versprühte kürzlich u.a. Cezary Stypulkowski, der Chef der polnischen Commerzbank Tochter BRE Bank, durchaus Zuversicht für die kommenden Jahre, und rechnet mit Gewinnen.

Inzwischen hat man offenbar seitens der Politik auch bemerkt dass man mit den neuen Eigenkapitalvorgaben der europäischen Bankenaufsicht EBA vielleicht ein wenig zu schnell, und zu heftig geschossen haben könnte, was das eigentliche Problem in den europäischen Banken kurzfristig deutlich verschlimmert, und nicht wie gehofft die Stabilität in der Eurozone verbessert. Europäische Banken geraten gerade durch diese geforderten Maßnahmen immer mehr in Schieflage. Mittelfristig machen die neuen Eigenkapitalforderungen durchaus Sinn, und langfristig sollte man diese wohl noch weiter nach oben schrauben, kurzfristig wirken diese aber, in einer Situation in der die Finanzinstitute sowieso schon angeschlagen sind, eher kontraproduktiv. Ich gehe davon aus das man letztlich einsehen wird dass der gesteckte Zeitrahmen zu knapp bemessen wurde…

Heute treffen sich Merkozy nun erneut um über das wieder aufkeimende Griechenland-Problem, und die Einführung einer Finanz-Transaktionssteuer zu beraten. Ungarn schickt sich hingegen an fast schon grob fahrlässig der nächste Unruhestifter in Europa zu werden. Alles in allem also immer noch ein Gemisch aus belastenden Nachrichten insbesondere für die Banken…Man darf gespannt sein ob der europäische Markt sich durch das eher positive Sentiment in den USA am Nachmittag beeinflussen lässt, und ob es Merkel und Sarkozy erneut gelingt die Märkte etwas zu besänftigen.

Die Rebound Kandidaten des Jahres 2012 – Commerzbank, Deutsche Bank, Bank of America?

Auch im Deutschen Leitindex gab es im abgelaufenen Jahr so einige wirkliche Verlierer. Einsamer Spitzenreiter, mit einem Minus von fast 70 Prozent ist die Aktie der Commerzbank. Das Papier der zweitgrößten deutschen Bank dürfte alleine aus diesem Grund schon aus diversen Portfolios von institutionellen Investoren verschwunden sein. Gerade zum Jahresende bereinigen Fondsmanager gerne mal Ihre Depots um die schlechten Positionen, um diese dann in der Jahresbilanz gar nicht mehr aufführen zu müssen. Somit stehen die Chancen dass die Aktie der Commerzbank nun allmählich den Boden gesehen haben könnte gar nicht mal so schlecht.

Da der Titel aber bei vielen Anlegern als Turnaround-Kandidat gehandelt wird, dürften bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres einige Investoren durchaus wieder beherzt zugreifen und die Commerzbank in ihre Depots zurückkaufen. Auch wir sind durchaus immer noch positiv gestimmt, dass die CoBa Aktie einer der besten Rebound Kandidaten des Börsenjahres 2012 werden könnte. Ebenso chancenreich, aber natürlich nicht mit Vervielfachungspotenzial ist die Aktie der Deutschen Bank zu sehen. Viele der negativen Nachrichten dürften inzwischen schon im Aktienkurs des Geldhauses eingepreist sein. Gelingt es der Eurozone einen dauerhaften Ausweg aus der Schuldenkrise zu finden und weitere Turbulenzen für die Zukunft zu vermeiden dürfte der Bankensektor davon überproportional profitieren können.

Bei der Bank of America, die nun offiziell als schlechteste Aktie unter den Blue Chips der USA im Börsenjahr 2011 feststeht, kann man sich da hingegen nicht ganz so sicher sein. Ihr Börsenwert hat sich angesichts eines Kursverlusts von knapp 58 Prozent im Jahr 2011 deutlich reduziert. Analysten erwarten von dem Finanzwert in Zukunft große Sprünge ,ihr durchschnittliches Kursziel übertrifft liegt bei 10,20 Dollar, was im Vergleich zum aktuellen Aktienkurs einer Steigerung von mehr als 87 Prozent entsprechen würde. Ob diese Prognosen gerechtfertigt sind bleibt abzuwarten. Dennoch besteht auch bei der BAC Aktie, im Falle eines positiven Ausgangs der Schuldenkrise, sicherlich ordentliches Nachholpotenzial…

Bei allen drei Aktien ist natürlich auch weiteres Rückschlagpotenzial gegeben, sollte die Krise weiter eskalieren! Als guter Einstiegszeitpunkt für vorsichtige Anleger könnten sich die Sommermonate anbieten, dann dürfte auch klarer sein ob und wie der Euroraum überleben wird.

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