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DAX Einbruch – wohin geht die Reise?

Die letzte Woche war heftig, man kann es nicht anders sagen! Die von uns schon seit längerem erwartete Korrektur ist nun voll eingetreten, und die zuvor heile Welt der Börsianer wurde einmal mehr erschüttert. Nicht nur die teilweise beunruhigenden Nachrichten aus China sondern insbesondere das „Schreckgespenst Eurozone“, und die mangelnde Aussicht auf weitere Kapitalspritzen der Notenbanken sorgen erneut für fluchtartige Bewegungen, raus aus den Aktienmärkten. Offenbar haben Anleger wieder einmal von jetzt auf gleich in den Krisenmodus geschaltet. Die Angst ist zurück, und das ändert – zumindest auf der kurzfristigen Ebene – alles!

Während sich der amerikanische Aktienmarkt in den vergangenen Wochen noch sehr stabil präsentiert hatte begann diese Schwäche im DAX bereits vor geraumer Zeit, und mahnte zur Vorsicht. Insgesamt bleibt das übergeordnete Bild aber weiterhin positiv, auch wenn der Glaube daran, aufgrund der teilweise heftigen Verluste der letzten Woche, nun einer weiteren schweren Prüfung unterzogen wird. Die US Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht worden sind, werfen ihren Schatten nun auch in der neuen Woche voraus, und lassen zunächst weiter fallende Kurse erwarten. Ein kurzer Blick auf den DAX Chart verrät somit wohin die Reise kurzfristig wohl gehen wird.

Das vorrangige Ziel der Aufwärtsbewegung, den Kreuzwiderstand um die 7.200 Punkte zu überwinden, ist gescheitert. Die Abwärtsdynamik der aktuellen Bewegung ruft nun das untere Trading-Ziel auf den Plan. Auch mit einem Test der Unterstützungszone zwischen 6.500 und 6.400 Punkten muss somit wahrscheinlich gerechnet werden. Im günstigsten Fall kann die Abwärtsbewegung schon beim 38ger Fibonacci Retracement von 6.590 Punkten gestoppt werden. Damit ist nicht nur der steile Aufwärtstrend seit Dezember endgültig gebrochen, sondern auch der etwas flacher verlaufende Trend der letzten Wochen in Gefahr.

Jedoch kann noch keineswegs ausgeschlossen werden dass wir im Anschluss an diese Kursbewegung eine erneut stärkere Aufwärtsbewegung sehen, denn wie immer gibt es zwei Seiten einer Interpretation der vorangegangenen Ereignisse. Die Ankündigung Bernankes nun vorerst keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen um den Markt zu stimulieren könnte man durchaus auch dahingehend deuten, dass die US Konjunktur auf einem guten Wege ist die gesteckten Ziele nun aus eigener Kraft zu erreichen, zumindest lassen dies die jüngsten Daten vermuten. Die bislang geschaffene Liquidität sollte ihren Weg weiterhin in die Aktienmärkte finden, denn dies ist kein Prozess der von heute auf morgen einfach abreißen wird.

Spannend bleibt auch heute die Reaktion der US Märkte auf die Arbeitsmarktdaten. Während die Non Farm Gehaltsabrechnungen deutlich unter den Erwartungen geblieben sind konnte die Arbeitslosenquote in den USA dennoch von 8,3 auf 8,2 Prozent verbessert werden. Auch wenn die Futures also momentan auf einen sehr schwachen Markt hindeuten bleibt somit noch abzuwarten ob dies bis zum Handelsschluss auch so bleiben wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen erholsamen Ostermontag und morgen entsprechend gute Nerven um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Achtung bei Wacker Chemie – wird hier abgeladen?

Die Aktie der Wacker Chemie AG ist seit Tagen weiter unter Druck, Analysten haben ihre ursprünglichen Kursziele reihenweise kassiert und auch aus charttechnischer Sicht gibt es durchaus Anlass zu Sorge. Ich beobachte das Spiel nun inzwischen schon seit Tagen…in einen insgesamt deutlich steigendem Gesamtmarkt zeigt die Wacker Chemie Aktie anhaltende Schwäche. Gestern wurde die kritische Marke um die 67,- Euro erneut erreicht. An diesem Punkt hatte sich zuletzt im Dezember der Abwärtstrend beschleunigt. Urplötzlich wurde der Kurs aber dann um fast drei Euro nach oben gezogen, um in der Schlussauktion noch einmal 30.000 Aktien zu verkaufen. Das ist eigentlich das typische Verhalten einer Aktie bei der sich die Insider im größeren Umfang von dem Titel trennen. Abends wird der Kurs dann wieder hochgezogen um auch am nächsten Tag noch genügend Käufer zu ordentlichen Kursen zu finden…

Bereits am Tag zuvor wurde in der letzten Auktion ca 70.000 Aktien geschmissen, was für den Titel eine ungewöhnliche Größenordnung ist. Letztlich hat mich also der gestrige Kursverlauf, insbesondere die letzten Minuten vor der Xetra Schlussauktion, davon überzeugt, dass es hier wahrscheinlich sehr bald noch ein ganzes Stockwerk tiefer gehen wird. Auch charttechnischer Sicht hat die Aktie gestern kurz unter das letzte Tief bei 67,25 Euro am 06.03.2012 geschaut. Der Slow Stochastics Indikator hat wieder in den negativen Bereich gewechselt, dem MACD gelang es nicht nach dem positiven Signal Anfang März nach oben zu kreuzen. Ich gehe somit davon aus das die Aktie nun bald unter die Unterstützung bei 67,- Euro rutschen wird  – sobald der Verkäufer fertig ist.  Hier sollte dann eine dynamische Abwärtsbewegung folgen die die Aktie bis in den Bereich um die 58,- Euro oder gar 52,- führen kann. Hier ist also weiterhin Vorsicht geboten!

Wir immer möchte ich an dieser Stelle betonen dass es sich hierbei um meine ganz persönliche Sichtweise der Dinge handelt, die natürlich so nicht eintreten muss. Mein Fazit bleibt also dass die Wacker Chemie Aktie grundsätzlich immer noch ein interessantes Investment darstellt, die jüngsten Ereignisse mich aber auch zu diesen Kursen davon abhalten jetzt hier einzusteigen. Auf einem reduzierten Kursniveau werden ich mir die Aktie dann noch einmal etwas näher ansehen.

First Solar – der Niedergang eines ehemaligen Highflyers

Bereits vor einem halben Jahr habe ich hier prognostiziert das die Aktie des US Solar-Unternehmens First Solar in absehbarer Zeit auf 25,- Dollar fallen würde. Damals, ich erinnere mich noch genau, habe ich so einige Mails erhalten in denen mein Geisteszustand angezweifelt wurde. „Never catch a falling knife“ – ist eine der Börsenregeln die man in manchen Fällen wirklich beherzigen sollte. Nicht etwa dass ich der Meinung bin dass man grundsätzlich nicht in ein fallendes Messer greifen sollte, denn damit habe ich persönlich schon schöne Gewinne erzielt, sondern der Zeitpunkt ist wie immer entscheidend. Und wie bei fast allen Solarwerten schien der richtige Zeitpunkt, zumindest für mich persönlich, bei der First Solar Aktie noch nicht gekommen zu sein.

Die Aktie notiert aktuell nahe des 52 Wochen Tiefpunktes bei 26,- Dollar. Nachdem die FirstSolar Aktie gestern zur Handelseröffnung bereits 25,30 Dollar erreicht hat darf ich also mein Kursziel als erreicht betrachten. An diesem Punkt hatte ich mir eigentlich vorgenommen mit einer ersten Position in die Aktie einzusteigen. Ich bin aber inzwischen keineswegs mehr davon überzeugt dass der Zeitpunkt nun der richtige ist, bzw. kann mir auch durchaus vorstellen dass es mit der Aktie noch ein ganzen Stück tiefer gehen könnte.

Viele Faktoren sprechen im Moment dagegen. Zum einen wäre da die relativ hohe Short Quote die zur Vorsicht mahnt. In der kommenden Woche ist wiedermal Verfallstag und so würde ich gerne noch abwarten wie weit die Shorties diese Aktie bis dahin noch drücken wollen. Grundsätzlich stellt sich die Frage aber nach den Zukunftsaussichten der Firma und der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte von First Solar. Zumindest in diesem Punkt ist sich der Markt offenbar einig. Das Unternehmen hat es versäumt sich in den letzten Jahren weiter zu entwickeln und mit entsprechenden Innovationen auf sich aufmerksam zu machen. First Solar will nun neue Märkte erschließen und die Produktionskosten auf 0,67 Dollar je Watt weiter senken. Bis zum Jahr 2015 sollen die Produktionskosten dann weiter auf 0,52 Dollar pro Watt fallen, gleichzeitig soll der Wirkungsgrad der Dünnschichtmodule gesteigert werden. Ob die neue Strategie von Erfolg gekrönt sein wird bleibt also noch abzuwarten.

Eigentlich sollte die Marke um die 26,- Euro einen ersten soliden Boden bei der Aktie darstellen. Wegen der oben geschilderten „Sonderfaktoren“ allerdings ist es jederzeit Möglich dass auch diese Marke nicht halten wird. Aus charttechnischer Sicht wurde ebenfalls eine ABC Korrektur mustergültig abgearbeitet. Die Aktie ist massiv überverkauft und zumindest eine technische Gegenreaktion wäre mehr als überfällig. Die langfristigen Aussichten des Unternehmens am Markt kann ich beim besten Willen im Moment nicht einschätzen, und so bleibt mir nur mich an der Charttechnik zu orientieren und ggf. auf eine entsprechende technisch bedingte Gegenbewegung in Richtung 30,- Dollar zu setzen. Ich habe meinen Kaufkurs somit vorläufig weiter nach unten angepasst, und liege nun bei 23,50 Dollar auf der Lauer.

Commerzbank – Wird das Gap bei 1,623 Euro noch geschlossen?

Ausgelöst durch die gestrige Korrektur hat sich das Chartbild bei der Commerzbank Aktie gestern erneut drastisch verändert. Während andere Bankentitel sich in dem schwachen Umfeld noch vergleichsweise gut halten konnten gab die Commerzbank Aktie im gestrigen Handel erneut stark ab, und sank unter die wichtige Unterstützung bei 1,78 Euro. Auch zum Xetra Handelsschluss konnte die Marke zunächst nicht zurückerobert werden. Im weiteren Verlauf bröselte der Kurs dann in Frankfurt sogar bis auf 1,71 Euro ab, was ich bereits wieder für erste Käufe genutzt habe. Vorbörslich hat sich der Kurs nun um die 1,73 bis 1,75 Euro eingependelt. Und auch wenn heute erst einmal mit einer Stabilisierung der Börsen zu rechnen ist bleibt doch die Frage nach dem weiteren Weg des Aktienkurses der Commerzbank Aktie, den man in diesen Tagen vom sonstigen Marktgeschehen etwas losgelöst sehen muss.

Die Aktie nähert sich mit der aktuellen Kursbewegung nun bedenklich dem noch offenen Gap zwischen 1,623 und 1,65 Euro, dass es wohl doch noch zu schließen gilt. Zumindest sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür inzwischen als sehr hoch an. Die genannten Kurse müssen natürlich nicht zwingend erreicht werden, aber wenn dann wohl noch in dieser Woche. Genau wie beim letzten Mal, als die offene Kurslücke geschlossen wurde, sollte die Bewegung dann schnell ablaufen und der Aktienkurs anschließend wieder deutlich steigen. Für Anleger die noch in die Aktie Einstiegen wollen könnte das genannte Kursniveau also eine interessante Einstiegschance darstellen.

Der gestrige Kursrutsch sollte aber auch nicht unterschätzt werden. Denn auch ein weiteres Abrutschen der Aktie bis zur Unterstützung bei 1,51 Euro ist nun theoretisch wieder möglich. Spätestens hier muss sich die Aktie wieder fangen sonst droht ein erneuter Kursrutsch in Richtung 1,34 Euro. Zwar halte ich persönlich den Auslöser der aktuellen Kursturbulenzen für völlig übertrieben, (dazu später mehr) aber man sollte die Charttechnik in dieser Situation zumindest respektieren. Grundsätzlich hat sich meine Einstellung zu der Aktie nicht verändert, da sich auch seit gestern das makoökonomische Bild nicht verändert hat. Ich werde diesen Rücksetzer erneut nutzen um meine Position bei der Commerzbank Aktie wieder auszubauen.

DAX – die finale Entscheidung steht noch aus !

Seit nunmehr fast sechs Wochen läuft die aktuelle Rally an den Börsen, die so harmlos als „Santa Claus Rally“ angefangen hat, und eigentlich bis zum ca. 10 Januar hätte auslaufen sollen. Inzwischen hat sich diese Kursbewegung nun zu einem waschechten Bullenmarkt entwickelt, der weiterhin Bestand hat. Wir befinden uns in einem Aufwärtstrendkanal, und so lange dieser nicht verlassen wird müssen wir davon ausgehen das die Kurse weiter steigen, auch wenn die Luft bei der ein oder anderen Aktie inzwischen etwas dünn zu werden scheint. Wie ich Ihnen in der letzten Ausgabe unseres Newsletters bereits geschrieben habe ist es aber, trotz aller Begeisterung über endlich wieder steigende Kurse, die oberste Pflicht eines jeden Anlegers sich gegen eventuell Rückschläge abzusichern – auch auf die Gefahr hin eventuell unglücklich ausgestoppt zu werden… !

An dieser Stelle möchte ich noch einmal kurz auf den Chart aus unserem letzten Börsen Newsletter vom 22.01.2012 eingehen, den ich hier gerne noch einmal einstelle. Die Zielzone wurde nun erreicht, auf Schlusskursbasis konnte diese aber nicht überwunden werden. Die Umsätze sind nach wie vor eher dünn, das heißt das die Marktbewegung (noch) nicht vom großen Geld mitgetragen wird. Viel mehr ist anzunehmen dass viele institutionelle Investoren diese Rallye bislang schlicht verpasst haben, und immer noch auf einen guten Einstieg warten. Diese Theorie würde dadurch unterstrichen, dass in den letzten Tagen jede kleine Schwäche des Marktes sofort wieder gekauft wird.

Entweder wird also das Big Money nun weiter scheibchenweise einsteigen, oder man wartet auf den großen Knall. Kommt dieser nicht werden institutionelle Anleger sich irgendwann dieser Rally anschließen müssen, ob sie wollen oder nicht. Aus charttechnischer Betrachtung gibt es also genügend Aktien die immer noch extrem interessant sind und weitere Kursgewinne versprechen. Die grundsätzliche Richtung stimmt nun wieder, weil Anleger offensichtlich das Gefühl haben, dass Politiker nun wissen was zu tun ist um das Vertrauen der Märkte zurück zu gewinnen.

Potenzial für eine heftige Kursbewegung nach unten ist aber ebenfalls genügend vorhanden. Zwar wurde die überkaufte Situation in den Indizes nun wieder einigermaßen abgebaut, und somit ist der Korrektur-Druck etwas geringer, aber die aktuellen politischen Ereignisse haben allesamt das Potenzial für eine solche Bewegung. Die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes und deutliches Abtauchen des DAX um 1.000 Punkte oder mehr ist in meinen Augen nun aber etwas gesunken, eine Korrektur um 300 bis 400 Punkte aber immer noch jederzeit möglich. Wahrscheinlich werden die Märkte aber nun zunächst in eine abwartende Seitwärtsbewegung übergehen, bis klare Signale aus Griechenland kommen.

Denn, eine mögliche Insolvenz Griechenlands ist zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs vom Tisch, und wäre wahrscheinlich ein solches Ereignis dass einen entsprechenden Kursrutsch auslösen könnte. Die Stimmen nach einem solchen Schritt werden immer lauter, und sogar die betroffenen Kreditinstitute sind nicht mehr abgeneigt dem „Final Cut“ zuzustimmen. Der Imageverlust für den Euroraum wäre dann wohl nur von kurzer Dauer, die Verwerfungen an den Kapitalmärkten wahrscheinlich auch. Griechenland hätte hingegen danach wieder eine echte Chance auf nachhaltige Restrukturierung, und der Rest Europas die Option mit einer Einmalzahlung aus dieser Ehe aus zusteigen. Die Geldschleusen der FED und der EZB sind inzwischen weit geöffnet sodass wohl das Schlimmste verhindert werden sollte. Bankhäusern wurde genügend Zeit eingeräumt sich auf einen Hair Cut oder ähnliche Szenarien vor zu bereiten…

Für das Gesamtjahr bin ich hingegen inzwischen sehr optimistisch. Nicht nur das eine alte Börsenweisheit besagt, dass der Verlauf des Januars bestimmend für das Gesamtjahr sein wird, und wir mit einem Plus von 11,2 Prozent im DAX somit sehr gut im Rennen liegen. Viel mehr die Tatsache das nun offensichtlich eine Beruhigung der Märkte, und das trotz immer wieder schlechter Nachrichten, eingekehrt ist, lässt auf wieder bessere Börsenzeiten hoffen. Dennoch kann und werden die Börsen nun nicht wie an der Schnur gezogen weiter nach oben laufen. Der Markt muss auch mal wieder etwas Luft ablassen, und das wird er. Die Frage ist nur wann? Denken Sie bitte im Jahresverlauf immer wieder mal an die beiden letzten Newsletter zum US Präsidentschaftszxklus und dem zuletzt stark eingebrochenen Baltic Dry Index. Vieles spricht für einen deutlichen Rücksetzer im zweiten Quartal dieses Jahres. Wie heißt es doch so schön: „Die Börse ist keine Einbahnstraße! “ Denken Sie bitte immer daran!

Bis dahin wünsche ich uns allen aber erst einmal weiterhin schöne Gewinne, und den Mut diese dann zum richtigen Zeitpunkt auch zu sichern!

viele Grüße, Ihr

Lars Röhrig

 

P.S Ich hatte Ihnen in unserem Blog kürzlich ein paar Goldaktien vorgestellt, die Sie sich unbedingt noch einmal ansehen sollten. Denn Goldaktien gehören seit den letzten Aussagen der FED, weiterhin billiges Geld zur Verfügung zu stellen, nun wieder zu den Lieblingen an der Wallsstreet. Diese Bewegung dürfte gerade erst so richtig angefangen haben. Letztlich sind die genannten Werte auch aus charttechnischer Sicht so weit „unten“ dass das Risiko entsprechend überschaubar sein sollte. Die Maßnahmen der FED werden natürlich auch die Inflation weiter befeuern. Gold bleibt somit auch im Jahr 2012, und wahrscheinlich weit darüber hinaus, noch ein beliebter Inflationsschutz.

Der DAX hat die Zielzone erreicht – wie gehts weiter?

Liebe Leser, wir befinden uns nun wohl in einer sehr entscheidenden Phase des noch jungen Börsenjahres 2012. Die von uns genannte Zielmarke von 6.400 Punkten wurde erreicht und sogar mehrfach überschritten, die 6.500er Marke konnte hingegen noch nicht erreicht werden. Die aktuelle Situation im Deutschen Leitindex ähnelt in vielerlei Hinsicht der im Oktober des vergangenen Jahres. Auch damals konnte sich der Markt von seinen Tiefsständen stolze 1.300 Punkte nach oben bewegen, und hat dabei diverse Widerstandslinien mit einer gewissen Leichtigkeit überwunden. Der MACD-Indikator stieg noch weiter an, während aber der Stochastik-Indikator bereits eine deutliche Divergenz ausgebildet hatte, ebenso wie heute! Letztlich konnte der Ausbruch Ende Oktober dann nicht gehalten werden, und es kam zum einem deutlichen Rückgang von über 1000 Punkten. Soweit zur Geschichte, wir werden in den kommenden Tagen sehen ob sich diese wiederholt…

Der DAX befindet sich nun schon seit dem 20.Dezember 2011 in einem kontinuierlichen Anstieg ohne wirklich nennenswerte Rücksetzer. Mit dem Überwinden der 6.200-Punkte-Marke wurde nun endlich die wichtige Hürde genommen. Bei ca. 6.476 Punkten befindet sich nun die Marke des 38,20 Fibonacci Retracements, ebenso wie bei 6,432 Punkten das Oktober Hoch 2011. Zusätzlich müsste der DAX bei einem weiteren Anstieg nun das Fukushima-Tief aus dem März 2011 hinter sich lassen. Widerstände sind also auf kurze Sicht genügend vorhanden. Die Zielzone von 6.432 bis 6.513 Punkten dürfte sich somit nun als harte Nuß erweisen, die es zu überwinden gilt. Wird auch diese Marke noch überschritten, käme es zu einem bedeutenden charttechnischen Kaufsignal, das den DAX theoretisch bis zur Marke bei 6850 Punkten steigen lassen könnte.

Bei den US Indizes sieht die Situation im Moment recht ähnlich aus. Der S&P 500 konnte mit dem Überwinden der 1.300er Marke nun neues Potenzial freisetzen. Allerdings wird dieser Aufschwung nach meinen Beobachtungen nicht von allen Branchen getragen, Insbesondere eine „Normalisierung“ im Finanz- und Bankensektor sorgte in den letzten Tagen für freundliche Stimmung. Während sich beispielsweise der Transportsektor geradezu dramatisch negativ entwickelt hat. Ob diese erneut liquiditäts- getriebene Rally also dauerhaft Bestand haben wird bleibt in meinen Augen noch abzuwarten. In der kommenden Woche geht die US Berichtssaison in Ihre heiße Phase, größere Enttäuschungen sind bislang ausgeblieben. Das könnte im kommenden Berichtszeitraum aber schon wieder ganz anders aussehen! Lesen Sie dazu auch bitten den vorangegangenen Artikel…

Für den Moment sieht übergeordnete Trend unverändert stark aus, aber man sollte allmählich etwas vorsichtiger werden!

Jetzt wird es spannend – gelingt der finale Ausbruch?

Jetzt wird es spannend! Die Meinungen über die weitere Richtung der Aktienmärkte könnten im Moment unterschiedlicher nicht sein. Während das eine Lager der Fachleute immer mehr davor warnt dass es bald zu einer deutliche Korrektur kommen müsste, scheint der Optimismus der Anleger im Moment keine Grenzen zu kennen. Auch gestern legten die US Indizes, nach den positiven Vorgaben und Nachrichten aus Europa wieder kräftig zu. Mit einem Schlussstand im S&P 500 von 1.308,04 Punkten wurde auch unsere Ziel von 1.304 Punkten nun erreicht. Somit hat der Index nun – zumindest theoretisch – Luft für einen weiteren Anstieg in Richtung 1.330 Punkte. Für den DAX gilt ähnliches Die Zielzone von 6.400 bis 6.500 Punkten könnte heute schon erreicht werden. Zumindest gehe ich von einem Test der 6.400er Punkte Marke aus. Hier wird sich nun entscheiden, ob es sich um ein klassisches Fehlsignal handelt, oder die Aktienmärkte wirklich genügend Stärke besitzen um weiter durch zu starten.

Genügend Liquidität für eine weitere Bewegung sollte durch die jüngsten Maßnahmen vorhanden sein. Fast schon kommt es einem so vor als ob es einen echten Anlagenotstand bei Anleger gibt, und deswegen die Kurse permanent steigen. Angeblich kehrt allmählich das Vertrauen in Europa zurück und somit auch das Geld ausländischer Investoren….Es gibt viele Theorien die versuchen den Anstieg an den Aktienmärkten zu erklären, letztlich gewinnt man aber den Eindruck dass alle Erklärungsversuche nur aus irgendwelchen Lehrbüchern stammen, und auch die hoch bezahlten Analysten nur im Trüben fischen. Ich mache es kurz, mir ist es egal! Ich akzeptiere und respektiere was der Markt mir sagt. Ich orientiere mich weiterhin an der Charttechnik, denn das ist der einzig verlässliche Indikator der letzten Monate gewesen. Und die Charts sagen einstimmig weiter long.

Auch wenn ich die Nachrichten natürlich nicht völlig ignorieren kann, und es gab in den letzten Tagen so einige Nachrichten die mir etwas zu denken geben. Das Bild kann sich sehr schnell wieder ändern, und dann sollte man auch entsprechend schnell reagieren. Ich möchte Ihnen in der nächsten Newsletter Ausgabe am Wochenende ein paar Gedanken zu möglichen Risikofaktoren aufzählen, möglichst ohne eine eigene Wertung mit einzubringen. Denn letztlich sollte jeder selber seine Schlussfolgerungen daraus ziehen können, oder zumindest danach wissen wo er in den nächsten Tagen und Wochen etwas genauer hinsehen muss. Für heute wünsche ich Ihnen erst einmal einen erfolgreichen Handelstag!

Mornincall – ruhiger Handel in Asien und Europa am Martin Luther Kings Day

Der Dax ist am Freitag erneut an der wichtigen Hürde von 6.200 Punkten gescheitert, und hat damit die Wichtigkeit dieser Marke für den weiteren Verlauf in diesem Jahr untermauert. Natürlich wurden die jüngsten Kursbewegungen von der „überraschenden“ Abstufung diverser Euro-Länder durch Standard & Poors ausgelöst, somit ist der letzte Anlauf auf die 6.200er Marke nicht unbedingt aus technischer Sicht gescheitert und ein baldiges Überwinden weiterhin möglich. Die Ratingagentur hat insgesamt 14 Länder mit negativem Ausblick versehen. Ein erneuter Rundumschlag aus den USA. Wir hatten in der Wochenendausgabe unseres kostenlosen Newsletters ausführlich darüber berichtet. Der DAX schloss daraufhin am Freitag mit einem verhältnismäßig geringem Minus von 0,58 Prozent bei 6.143 Punkten.

Heute sind die europäischen Börsen ganz auf sich gestellt, denn in den USA ist, bedingt durch den Martin Luther Kings Day,  ein landesweiter Feiertag, und die dortigen Börsen bleiben geschlossen. Welche tatsächlichen Auswirkungen also die Ratings von S&P haben werden, und wie die Finanzwelt diese Abstufung Europas sieht werden wir wohl erst am Dienstag Nachmittag erfahren. In Asien kann man die Verluste heute morgen als durchaus moderat bezeichnen, sodass zumindest für den Montag wohl kein weiterer dramatischer Rücksetzer im DAX zu erwarten ist. Die Marke von 6.100 Punkten sollte zunächst eine solide Unterstützung darstellen. Der RSI hat angesichts der negativen Performance vom Freitag wieder etwas Abstand vom überkauften Bereich genommen, und gibt somit theoretischen Spielraum für eine Bewegung nach oben.

Grundsätzlich sollte man nun wieder etwas vorsichtiger werden. Die Stimmung kann nun schnell wieder kippen, und das zarte Pflänzchen der Erholung durch eine entsprechend dynamische Bewegung nach unten wieder zerstören. Die US Berichtssaison kommt in dieser Woche ebenfalls so richtig auf Touren. Unter anderem müssen diverse US Großbanken und Investmenthäuser ihre Daten zum letzten Quartal des Jahres 2011 vorlegen. JP Morgan hat bereits in der letzten Woche gepatzt. Ein weiterer Anstieg der Indizes in dieser Woche wären hingegen ein sehr starkes bullishes Signal dafür dass schlechte Nachrichten nun allmählich vom Markt ignoriert werden. Happy Trading!

Asian Bamboo im Rally Modus

Ich verweise an dieser Stelle noch einmal gerne auf unseren Artikel vom 12.10.2011 über den chinesischen Baumbussprossen-Produzenten Asian Bamboo. Damals hatten wir die Aktie als TopTipp für Risikobewusste vorgestellt. Heute nicht ganz einen Monat später hat die Aktie bereits 45 Prozent zugelegt und notiert wieder nahe der 14,- Euro Marke. Bereits seit zwei Tagen herrscht erneut starkes Kaufinteresse bei dem Wert, und die Asian Bamboo Aktie ist in den Rally-Modus übergegangen. An unserer grundsätzlichen Einschätzung zu dem Wert hat sich nichts geändert. Hier noch einmal das abschließende Fazit zur Erinnerung.

„Wir trauen dem Titel nun eine schnelle Rückkehr bis in den Bereich um die 15,- Euro zu, anschließend wäre ein weiterer Anstieg bis in den Bereich um die 18,- Euro möglich. Mittelfristig gehen wir aber von deutlich höheren Kursen bei der Aktie aus, wenn das Unternehmen die selbst gesteckten Ziele erreicht.“

Der Drei-Jahres-Chart zeigt deutlich auf in welche Situation sich die Aktie befindet, wo die Chancen und die Risiken liegen. Man kann zusammenfassend sagen, dass die Chancen hier wohl deutlich höher sind.  In der ersten Jahreshälfte 2001 hat Asian Bamboo den Nettogewinn im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 18,4 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 27 Prozent auf 49,2 Millionen Euro. Zuletzt veröffentlichte Asian Bamboo das Zahlenwerk für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahrs. Dabei wurde ein Wachstum von 28 Prozent auf 71,4 Millionen Euro erzielt. Auch im Quartalsvergleich sind die Umsätze also im dritten Quartal in allen Geschäftsbereichen weiter gestiegen.

Unser Fazit bleibt also : Mit Asian Bamboo kann man sich als spekulativ orientierter Anleger auch heute noch einen interessanten Wert ins Depot legen der hohes Gewinnpotenzial verspricht. Die Rally dürfte gerade erst begonnen haben. Wie immer bei chinesischen Werten schwingt natürlich auch hier eine gewisse Portion Unsicherheit mit.

Aixtron – Das war gar nix!

Bereits im Vorfeld der heute veröffentlichten Zahlen bei dem Spezialmaschinenhersteller Aixtron zeichnete sich die Aktie durch besondere Schwäche aus. Der Titel verlor in den letzten 12 Monaten mehr als zwei Drittel an Wert, und notiert inzwischen nur noch bei ca 10,- Euro. Zwischenzeitlich wurde sogar die Marke von 9,- Euro deutlich unterschritten. Aixtron gab heute bekannt, dass das Unternehmen von Juli bis September dramatisch schlechter als im entsprechenden Vorjahreszeitraum abgeschnitten hat. Der Umsatz brach geradezu dramatisch von 212,7 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 89,8 Millionen ein. Das Ebit ist nach von 82,6 Millionen Euro im Vorjahr nun mit 0,6 Millionen Euro gerade noch so im positiven Bereich. Die Dramatik dieses Gewinneinbruches dürfte wohl einigen Marktteilnehmern im Vorfeld bekannt gewesen sein, oder zumindest ließ die Kursentwicklung der letzten Wochen darauf schließen, dass hier etwas im Argen ist.

Der Vorstand des Unternehmens sieht diese Entwicklung nur als vorübergehende Delle in der ansonsten soliden Entwicklung seines Unternehmens, und betonte noch einmal die vielversprechenden Zukunftsaussichten der LED Branche. „Niemand zweifelt daran, dass der nächste Investitionszyklus für LED-Beleuchtung kommt und dass dieser Zyklus die bislang größte Marktchance bietet, die unsere Branche bislang gesehen hat.“ Die Frage laute nicht „ob“ die LED-Beleuchtung komme, sondern „wann“. Daher werde Aixtron auch weiterhin in die Forschung und Entwicklung neuer Anlagen investieren, hieß es in der heutigen Meldung. Diese Meinung kann man teilen, muss man aber nicht. Letztlich wird die entscheidende Frage dann sein wer das Rennen um die Marktführerschaft in dem Segment macht, und wie sich die Margen entwickeln werden. Eine ähnliche Situation wie bei den Solarwerten ist hier mittelfristig zumindest vorstellbar.

Unabhängig davon ist die Aixtron Aktie auf dem jetzigen Niveau, und bei der Nachrichtenlage, für uns allenfalls eine Halteposition. Das Potenzial nach oben dürfte auch in den kommenden Wochen begrenzt sein, denn bereits bei 12,- Euro wartet ein massiver Widerstand bei der Aktie. Zwischen 9,70 und 9,20 Euro finden sich auf der anderen Seite erste mögliche Haltemarken. Darunter wäre zunächst nur das Tief bei 8,68 Euro vom 21. Oktober die aktuelle Unterstützung. Fällt die Aktie hingegen unter diese Marke würden das Kursziel von ca 6,65 Euro aktiv. Wir würden hier erst einmal eine nachhaltige Belebung des LED Marktes abwarten, die sich natürlich auch in den nächsten Quartalsberichten bei Aixtron widerspiegeln sollte. Parallel dazu sollte auch immer wieder besonderes Augenmerk auf die erzielten Margen der LED Hersteller gerichtet werden…Heute dürfte die Aktie in dem allgemeinen Börsenumfeld aber mit dem Markt steigen!

 

Commerzbank, Deutsche Bank – ist das die Wende?

Die Vorzeichen für die beiden Banken waren heute eigentlich eher schlecht, denn die europäische Führungsebene erwartet nun eine deutlich höhere Beteiligung der Commerzbank und der Deutschen Bank an einem Schuldenschnitt Griechenlands. Die ursprüngliche „freiwillige“ Beteiligung von ca 21 Prozent, die die beiden Geldhäuser auf Ihre Griechenland Engagements hätten abschreiben müssen, sollen nun, laut den jüngsten Aussagen nach dem EU Gipfel, auf 50 bis 60 Prozent unfreiwillige Beteiligung, anwachsen. Es ist aber stark anzunehmen, dass sich die Bankenvertreter nicht ohne anderweitige Forderungen darauf einlassen werden. Dementsprechend hoch könnte auch das positive Momentum sein wenn die Beteiligung der Banken letztlich geringer ausfallen sollte.

Näheres dazu werden wir eventuell bereits am kommenden Mittwoch erfahren. Ich persönlich will eben noch nicht so recht daran glauben dass hier nun seitens der Politik hart durchgegriffen wird. Und selbst wenn dann wird man höchstwahrscheinlich wieder einen Weg finden der, nach außen gut aussieht, die Banken aber im Innenverhältnis weitestgehend verschont. Josef Ackermann wird erneut vor die Kameras treten und mit traurigem Dackelblick verkünden wie hart seine Bank von diesen politischen Entscheidungen getroffen worden sei…Wir kennen das ja bereits.

Wer also geglaubt hat, dass die Bankenaktien heute nach diesen politischen Ankündigungen kräftig in die Knie gehen, der sollte sich irren. Eventuell sehen haben wir heute sogar den Wendepunkt bei beiden Aktien gesehen, der sich ja bereits am Freitag angekündigt hatte, als der Plan unserer Bundesregierung einer deutlich höheren Beteiligung an der Umschuldung Griechenlands bekannt wurde. Letztlich sind die politischen Wirren und die damit verbundenen Kursbewegungen bei Bankaktien für den Ottonormalanleger schon lange nicht mehr nachvollziehbar.

Noch ist es auch deutlich zu früh von einem echten Ausbruch zu sprechen, die Chancen auf eine Beruhigung der Situation bei den Bankenwerten stehen aber nicht schlecht, wenn nun endlich Klarheit herrscht. Feststehen dürfte auch dass sich die beiden deutschen Geldhäuser seit Monaten intensiv auf genau diese Situation vorbereitet, und ihr Risiko weitestgehend minimiert haben. Die geplanten Schritte werden also nicht spurlos an den beiden Banken vorübergehen, deutlicher wird dies aber beispielsweise die französischen Kreditinstitute treffen. Grund genug also heute mal wieder etwas genauer hinzusehen, denn wir haben spätestens seit Freitag eine geänderte Situation bei beiden Aktien.

Die Commerzbank-Aktie hat den Handel am Freitag mit 1,70 Euro, und damit mit einer kräftigen Gegenbewegung von 7,44 Prozent abgeschlossen. Nach einigen Fehlversuchen zuvor konnte nun endlich der Widerstand bei 1,65 Euro überwunden werden. Gelingt nun ein weiterer Anstieg sollte die genannte Marke also künftig als Unterstützung fungieren. Kann die Commerzbank Aktie über den Widerstand bei 1,82 bis 1,85  Euro klettern, so wäre erneut die wichtige Marke bei 2,12 Euro im Visier, die immer noch den möglichen Ausgangspunkt für eine „echte“ Erholung der Commerzbank Aktie darstellt. Sollte also in den kommenden Tagen dieser entscheidende Punkt wieder überschritten werden sind dann Kurse über 3,- Euro durchaus wieder realistisch. Ein Rutsch unter 1,62/1,66 Euro dagegen würde die Unterstützung bei 1,46/1,54 Euro in den Blickpunkt rücken.

Bei der Aktie der Deutschen Bank sieht das Bild ähnlich aus, obwohl das Aufwärtspotenzial hier nicht so deutlich sein dürfte wie bei der Commerzbank. Nach dem kräftigen Anstieg vom Freitag notiert die Aktie nun wieder über der wichtigen Marke von 28,- Euro. Sollte sich der positive Trend weiter fortsetzen wäre ein erneuter kurzfristiger Test der runden Marke bei 30,- Euro das Ziel. Der eigentliche Widerstand liegt im Bereich um die 31,30 Euro, diesen gilt es zu überwinden. Gelingt dies hingegen nicht, und die Aktie fällt unter 26,50 Euro oder gar 25,40 Euro zurück, muss auch noch einmal mit einem Test der Jahrestiefstände gerechnet werden.

Für mich persönlich hat sich die Charttechnik als der zuverlässigste Begleiter der letzten zehn Wochen erwiesen, und mich verhältnismäßig gut durch diese Krise gebracht. Und auch im Falle der Commerzbank sowie der Deutschen Bank Aktie würde ich mich noch am ehesten auf die Lehre der Linien, Unterstützungen, Widerstände und Chartformationen verlassen. Achten Sie auf die genannten Marken! Beide Aktien haben am Freitag ein frisches Kaufsignal generiert. Der S&P 500 notiert gerade wieder auf einem Niveau auf dem der Bärenmarkt, aus technischer Sicht, offiziell bereits wieder als beendet gilt. Das heißt natürlich nicht das der Markt nun in einem Strich weiter hoch laufen wird, jedoch ist das Nachholpotenzial der Bankaktien entsprechend hoch, wenn am Mittwoch die richtigen Weichen gestellt werden.

Climbing the Wall of Worry…?

Der DAX macht nun wieder einen sehr stabilen Eindruck, und zeigte zuletzt deutliche Stärke im direkten Vergleich zu anderen europäischen Indizes. Nachdem nun die 61,80 Fibonacci Linie mehrfach getestet wurde, gehe ich davon aus dass diese in Kürze überwunden werden kann. Somit wäre das nächste Kursziel für den Dax, nach der 6.100er Marke, der Bereich um die 6.300 bis 6.330 Punkte (50ger Fibonacci). Damit wäre dann auch die Bodenbildungsphase im Deutschen Leitindex endgültig abgeschlossen. Auch beim S&P 500 hat sich das Bild nun wieder deutlich aufgehellt. Gelingt ein Anstieg über die Marke von 1.240 Punkten, gilt der Bärenmarkt bereits wieder offiziell als beendet. An den genannten Marken dürfte es allerdings noch einmal zu härteren Auseinandersetzungen zwischen Bullen und Bären kommen, und der Sieger steht keinesfalls schon fest!

Am Freitag gelang es den Indizes, diesseits und jenseits des Atlantiks, wieder auf Kursniveaus zu schließen, die nun durchaus sogar wieder die Erwartungen an eine mögliche Jahresendrally zulassen. Anleger die bislang an der Seitenlinie gestanden haben werden nun mehr und mehr gezwungen sein sich der Rally anzuschließen, um eine weitergehende Erholung nicht vollends zu verpassen. Dieser Umstand könnte auch in den nächsten Handelstagen für weiteren Kaufdruck sorgen. Es scheint nun dass, neben der Hoffnung auf baldige Besserung, die schlechten Nachrichten immer mehr ignoriert werden. Dieses Phänomen kann man oftmals nach einer Bodenbildung beobachten.

Das Bärenlager dürfte nun also zunehmend nervös werden, und immer mehr Short-Positionen eindecken, was zusätzlichen Kaufzwang auslöst. Zudem dürften die Nachrichten, dass die EZB mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Jahresende wieder ihre Zinsen senken wird, und Ben Bernanke sich ebenfalls kurzfristig weitere stimulierende Maßnahmen vorbehält, für weiteren Druck auf die Bären sorgen. All dieser Umstände sollten sich in den kommenden Wochen unterstützend auf die Aktienmärkte auswirken. Die nächsten politischen Großereignisse wie das Treffen der EU Spitzen und das G20 Treffen Anfang November bergen aber auch große Gefahren für beide Lager.

Dieser zunehmende Pessimismus bei der Mehrzahl der Marktteilnehmer, und die immer noch niedrigen Umsätze an den Börsen passen ebenfalls sehr gut zu dieser Theorie. Viele Marktteilnehmer trauen sich nicht wieder in den Markt, oder warten auf den nächsten starken Rücksetzer, der aber erst einmal nicht kommt. Wie Ken Fischer, die Investmentlegende aus den USA in einem Interview einmal gesagt hat, handelt es sich hier um ein immer wiederkehrendes Phänomen an den Börsen. Er nennt es „markets climb the wall of worry“ Eine bereits sehr alte Theorie die auf den Ergebnissen der “Verhaltensforschung” von Mark Hulbert basiert.

Seit 1980 beobachtet Hulbert dabei die Performance und aktuelle Markteinschätzung von über 160 US Börsenbriefen. Letztendlich leitet Hulbert dann anhand der Performance und der „Stimmungslage“ des einzelnen Börsenbriefes, sowie deren Prognosen, einen Indikator ab. Diese bilden, zusammen mit allen anderen Börsenbriefen einen – meistens antizyklischen – Stimmungs-Indikator. Vereinfacht gesagt ist dieser Indikator eine einfache Darstellung massenpsychologischer Phänomene, die aber für die Börse extrem aussagekräftig ist. Auch hierzulande kann man diese Stimmungsschwankungen anhand einzelner Börsenbriefe gerade wieder sehr schön beobachten.

Letztlich bleibt also auch von uns das Fazit, selbst nach genauer Abwägung aller Wahrscheinlichkeiten, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine seriöse Prognose für die kommenden Wochen nicht möglich ist. Es bleibt dem Anleger nichts anderes übrig als täglich zu überprüfen ob die eingeschlagene Strategie noch richtig ist. Der Markt wird uns – wie immer – die Richtung weisen! Aber für den Moment sieht es sehr danach aus dass die Kurse an der Mauer der Angst hochklettern, was typischer Weise für das erste Drittel einer neuen Hausse sprechen würde. Wie weit diese neue Bewegung dann tatsächlich tragen kann bleibt abzuwarten. Achten Sie also auf die oben erwähnten Marken!

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