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Nokia kommt ins Stocken, Rally bei Research in Motion

Eine meiner wesentlichen Grundregeln beim Trading lautet nicht mit der breiten Masse zu schwimmen, denn die hat nach meiner Erfahrung meistens nicht recht! Zumindest wenn es um spekulative Rebound-Kandidaten geht. In den letzten Tagen konnte man in nahezu allen Foren und einschlägigen Börsenmagazinen lesen wie hoch die Wahrscheinlichkeiten für eine deutliche Kurserholung der Nokia Aktie ist, wie ausverkauft das neue Flaggschiff Produkt Lumia 920 und wie wahrscheinlich nun sogar eine Übernahme des Unternehmens ist, etc. Die Phantasie der schreibenden Zunft scheint im Moment keine Grenzen zu kennen. Immer dann wenn alle sich auf ein Thema stürzen und die Spekulationen die wildesten Formen annehmen, sollte man sehr vorsichtig werden, denn nicht selten besteht ein gewisses Interesse der Schreiber an steigenden Kursen. Ich möchte hier auch ausdrücklich nicht damit sagen dass die Nokia Aktie nicht weiter steigen kann, denn die Wahrscheinlichkeiten sprechen wirklich für höhere Kurse – im Moment.

Gestern jedoch hat der Anstieg der Nokia Aktie aus meiner Sicht erste Kratzer bekommen. Die Aktie konnte nicht mehr von dem freundlichen Börsenumfeld profitieren, gab im Tagesverlauf wieder deutlich nach und notiert somit nur noch knapp über der 200-Tage Linie, die sich jetzt als erste ernsthafte Hürde erweisen könnte. Die Dynamik der Aufwärtsbewegung ist damit deutlich eingedampft worden. Stattdessen scheint die Musik nun an ganz anderer Stelle zu spielen…! Dazu aber später mehr. Insgesamt bleibt bei mir aufgrund der massiven medialen Unterstützung der Nokia Aktie eher der Eindruck einer inszenierten Hype als eines fundamental gerechtfertigten Anstiegs. Das wäre in der Branche ja nicht unüblich und wird gerne auch bei den Mitbewerbern wie Apple und Co. praktiziert. Ob die Verkaufszahlen wirklich so gigantisch sind wird das Weihnachtsgeschäft am Ende zeigen. Der heutige „Black Friday“ könnte erste Erkenntnisse liefern.

Letztlich bleibt der Erfolg des Lumia 920 nicht nur eine Wette auf einen Rebound sondern wohl auch auf das Überleben des Unternehmens ansich. Ganz ähnlich sieht es da bei Research in Motion aus, die mit ihrem Blackberry 10 ein fulminantes Comeback planen. Zu meinem persönlichen Bedauern kommt das Gerät aber erst nach Weihnachten auf den Markt. Der positiven Entwicklung der Aktie schadet dieser Umstand aber offenbar nicht. Unser Depotwert konnte bereits gestern Nacht an der Heimatbörse in Kanada noch einmal um  satte 18,50 Prozent zulegen. Der Umsatz in der Aktie betrug immerhin stolze 100 Millionen kanadische Dollar, was deutlich über dem normalen Wert liegt. Der Schlusskurs lag bei umgerechnet knappen 12,- US Dollar. damit ist die Aktie nun endgültig nach oben ausgebrochen. ich rechne in naher Zukunft mit Kursen um die 14,70 bis 15,- Dollar.

Selbstverständlich kann man im Moment nicht davon ausgehen das wir es mit einem „normalen“ Handel zu tun haben, weil die US gestern Börsen geschlossen waren und auch heute nur ein verkürzter Handel stattfinden wird. Dennoch sind die Ereignisse der letzten beiden Tage aus meiner Sicht zumindest bemerkenswert. Ich möchte hier wirklich nicht die Spaßbremse spielen, aber ein wenig Vorsicht kann aus meiner Sicht bei der Nokia Aktie nicht schaden. Denken Sie daran, immer da wo die breite Masse gerade nicht ist lassen sich die größeren Gewinne erzielen. Wie bei Research in Motion, die ich bereits bei 6,50 Dollar gekauft, und hier im Blog darüber berichtet habe.  Ein weiteres Paradebeispiel für eine solch unbeachtete Aktie mit hohem Potenzial schicke ich Ihnen in der neuen Ausgabe unseres Investors Inside Newsletters am Wochenende!

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In China fällt ein Sack Reis um ! – DAX jetzt Richtung 7.400 ?

Wer sich über die heutige Stärke im DAX wundert, der muss nicht lange suchen um die Ursache für den erneuten Kursanstieg zu finden. Chinas Wirtschaft kommt nach einer längeren Schwächephse nun wieder auf die Beine und weckt damit neue Hoffnungen auf den ewig währenden Boom in Asien. Zum ersten Mal seit 13 Monaten ist der chinesische Einkaufsmanager-Index  wieder über die so wichtige Expansionsschwelle von 50 Punkten gestiegen. Der heute Nacht gemeldete Wert lag bei 50,40 Punkten, (nach zuvor 49,50 Punkten) und liefert damit Hinweise auf weiters Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe. Dieser Anstieg könnte somit ein wichtiges Signal für die gesamte Weltwirtschaft sein, dass die Talsohle in China (sofern man überhaupt von einer solchen reden kann!) durchschritten wurde.

Die Aktienmärkte reagieren heute extrem erfreut auf die Konjunkturdaten aus China. Der DAX katapultiert sich mit der heutigen Bewegung wieder zurück in den vorerst „sicheren“ Bereich. Der oben abgebildete Chart ist eigentlich selbsterklärend. Das nächste Ziel wäre nun das Erreichen der oberen Begrenzung der aktuellen Trading-Range.bei knapp 7.400 Punkten. Das ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, stellt aber nach meiner Auffassung eine sehr wahrscheinliche Variante dar. Im ungünstigsten Fall könnte auch das heute morgen gerissene Gap zuvor noch geschlossen werden.

An den US Börsen wird heute aufgrund des Thanksgiving Festes traditionell nicht gehandelt. Sollten die Kursgewinne heute in Europa und Asien gehalten werden, dürften wir uns wohl heute Abend schon auf ein kleines Feuerwerk der US Indizes am Freitag (Achtung verkürzter Handel aufgrund des „Black Friday“!) freuen, spätestens aber am Montag, wenn die Zahlen aus dem US Einzelhandel als Gradmesser für das zu erwartende Weihnachsgeschäft veröffentlicht werden. Denn ich rechne trotz Krise und Fiscal Cliff mit guten Ergebnissen. Insbesondere auch bei Apple! Schauen Sie hierzu auch einmal in unseren Live Ticker!

DAX immer noch stark – K+S, VW, E.ON Leoni, Wacker Chemie und Rheinmetall im Fokus

Die kommende Woche dürfte mal wieder eine der spannendsten des Jahres zu werden. Ich bleibe verhalten optimistisch das wir eine kurzzeitige Wende zum Besseren sehen könnten, und bin entsprechend positioniert. Einige Setups, über die ich teilweise auch hier berichtet habe, finde ich bereits jetzt unter mittelfristigen Gesichtspunkten hochspannend. Hier ein kurzes Trading Update zu den wichtigsten Werten: Kali und SalzLeoni und Rheinmetall sollten langsam einen Boden gefunden haben, ebenso wie die Aktie des Spezialchemie Unternehmens Wacker Chemie. Auch wenn es hier zuletzt doch noch einmal unter die Marke von 42,- Euro ging ändert dies nichts an meiner grundsätzlichen Haltung zu dem Unternehmen und den langfristigen Perspektiven. Die Autobauer VW und Porsche haben sich in den letzten Tagen hervorragend geschlagen. Weitere Rekorde konnten verkündet werden. Ich gehe nicht davon aus, das in diesem Jahr hier noch etwas „anbrennt“. Die Jahreszahlen werden erneut spitze, was sich auch im Aktienkurs wiederspiegeln wird.

Die Aktien von HeidelbergCement sind in der letzten Woche noch einmal kräftig unter die Räder gekommen. ThyssenKrupp wird die Berichtssaison in der nun kommenden Woche traditionell abschließen und wahrscheinlich noch einmal Druck auf den Stahlsektor ausüben, denn ich rechne hier noch mit weiteren Belastungen aus den katastrophalen Führungsfehlern der Vergangenheit. Die Aktien bleiben auf der Watchlist, der Zeitpunkt für einen Einstieg ist aber aus meiner Sicht noch nicht gekommen. Ich hoffe Sie konnten auch von meiner rechtzeitigen Warnung vor den E.ON und RWE Zahlen profitieren, ebenso wie meiner eher skeptischen Haltung bei der Salzgitter Aktie. Insbesondere die schlechte Performance der beiden Energieversorger hat natürlich in der letzten Woche, aufgrund ihrer hohen Gewichtung, auch deutliche Spuren im Dax hinterlassen! Ich halte diese heftige Reaktion bei der E.ON Aktie inzwischen ehrlich gesagt aber für deutlich übertrieben….

 

 

Der DAX zeigte sich in den letzten Wochen vergleichsweise Robust gegenüber seinem amerikanischen Kollegen, dem S&P 500. Wenn sie diesen Chart mit dem > hier < vergleichen werden Sie feststellen dass es im Moment einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den beiden Märkten gibt. Dennoch wird sich auch der DAX einem weiteren Negativtrend bei den US Indizes nicht dauerhaft entziehen können. Einen ersten Vorgeschmack darauf was passieren könnten haben wir bereits gegen Ende der letzten Handelswoche erhalten. Der DAX hat die seit Mitte September abwärts gerichtete Trading Range nach unten verlassen! Ein weiterer Rücksetzer beim Dax wäre nun sehr gefährlich. Die wesentliche Unterstützung für den DAX verläuft aktuell bei 6.880 Punkten. Diese sollte auf keinen Fall deutlich unterschritten werden!

Gelingt hingegen ein Sprung zurück in die aktuelle Trading Range, hellt sich das Bild wieder deutlich auf. Dazu ist zunächst lediglich ein kleiner Bounce über 7.020 Punkte notwendig. Für den Montag rechne ich mit einer solchen Bewegung. Die Marke von 6.965 Punkten, die ich Ihnen in unserem letzten Newsletter als Ziel der Abwärtsbewegung genannt habe, wäre damit abgearbeitet worden. Eine Gegenbewegung könnte nun starten. Auch wenn ich davon ausgehe, dass der DAX zunächst etwas um die 7.000er Marke „rumeiern“ wird, bevor diese Entscheidung endgültig fällt….Natürlich dann am Nachmittag in den USA. Noch bin ich zuversichtlich dass wir einen starken Jahresausklang bei DAX sehen können! Gelingt die Wende in dieser Woche dann sind Kurse von knapp 7.400 Punkten im Dax bis zum Jahreswechsel wieder möglich, mehr wohl aber nicht !

Politische Börsen haben doch lange Beine !

Die letzten beiden Handelstage hatten schon etwas von einer typischen Kapitulation der Anleger vor dem anscheinend unaufhörlichen Abwärtstrend. Und ich persönlich kann diese Reaktion prinzipiell sehr gut verstehen, auch wenn diese teilweise doch etwas irrational erscheinen. Offenbar spielte es für viele Investoren auch keine große Rolle dass einige Aktien bereits auf einem Mehrjahrestief oder gar unter den Niveaus nach der Lehman Pleite notieren. Die Anleger haben weiter verkauft oder wurden klassisch abgefischt. Charttechnisch wichtige Unterstützungen wurden reihenweise, kurzzeitig unterschritten, und so ist es prinzipiell nur logisch und konsequent so vorzugehen. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht das gerade solche entscheidenden Marken sich immer wieder für den Einstieg mit einer ersten Position  bewährt haben. Auffällig waren aus meiner Warte auch die immer dünner werdenden Umsätze bei den Aktien. Die Zahl der Verkaufswilligen nimmt langsam ab, die der Kaufwilligen aber noch nicht wirklich zu. Vielleicht ändert sich das ja in der nun kommenden Woche wieder? Eine Zunahme der Umsätze sollte unbedingt beobachtet werden! Denn, wie ernst die aktuelle Lage ist verdeutlicht wohl dieser Chart:

Der S&P 500 hat inzwischen sämtliche Trends durchschlagen, die kurz- oder mittelfristig relevant waren. Am Donnerstag/Freitag wurde das 61,80er Fibo Retracement zweimal erfolgreich getestet, die anschließende Kursbewegung war aber noch viel zu schwach um nun ernsthaft von einem deutlichen Bounce ausgehen zu können. Aus technischer Sicht wäre dieser aber längst überfällig gewesen. Ein Minimalziel ist nun also ein schneller Rücklauf  über den in der letzten Woche beschriebenen „Point of no Return“ bei 1.365 Punkten und ein anschließender weitere Anstieg in die Zone um die 1,380 Punkte um einen weiteren Absturz zu verhindern.

Es bleibt dabei: Letztlich haben wir wiedermal eine überwiegend politisch motivierte Börse, wie ich Ihnen bereits im letzten Newsletter erläutert habe. Das sollte Sie immer bedenken. Schon die leiseste Andeutung einer Einigung in den USA dürfte zu einer massiven Verbesserung der Stimmung unter den Anlegern beitragen. Ein erneut zähes Ringen um Einfluss und politische Macht wird hingegen zur Folge haben das die Märkte weiter nachgeben oder gar abstürzen werden. So ist es eben, der Markt erzwing auf seine ganz spezielle Weise eine Entscheidung…! Griechenland dürfte da eher ein Nebenschauplatz bleiben. Saisonal betrachtet befinden wir und nun am Ende der Berichtssaison und am Anfang einer wieder stärkeren Börsenphase. Von einer Jahresendrally mag ich an dieser Stelle aber vorerst nicht mehr reden. Denn, die Situation im Nahen Osten ist auch wenig hilfreich in diesen Tagen. Eine weitere Eskalation und der Einmarsch der Israelis in den Gaza Streifen könnten die gesamte Region erneut destabilisieren. Hohe Ölpreise und weiter Unsicherheiten an den Kapitalmärkten wären dann die direkte Folge.

Finaler „Shake Out“? – K+S, Leoni, E.ON, RWE und Salzgitter im Fokus

Heute rappelt es mal wieder kräftig im Karton. Nachdem nun E.ON seine Zahlen vorgelegt hat und diese einen deutliche Kursrutsch von knapp 10 Prozent bei dem Versorger auslösten, konnte sich auch der zweite große Energieversorger RWE diesem negativen Trend nicht entziehen. Auch die RWE Aktie notiert heute mit einem Minus von bislang 4 Prozent. Sie erinnern sich sicherlich an unseren Artikel von gestern zu diesem Thema, den Sie > hier < noch einmal nachlesen können. Hinzu kommt heute noch die überaus schwache Performance der Kali und Salz Aktie, die – ebenfalls nach enttäuschenden Zahlen – deutlich unter Druck ist. Der Düngemittel- und Salzproduzent hat im dritten Quartal weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Der Gewinn ist um 14 Prozent auf 156,7 Millionen Euro gefallen, der Umsatz kletterte hingegen um sieben Prozent auf 916,6 Mio. Euro.

Bei Leoni gibt es eigentlich auch nichts Neues zu berichten. Ausser das die neuesten Zahlen aus meiner Sicht erneut bestätigen, dass es sich hier um ein hervorragend aufgestelltes Unternehmen handelt, dass auch in der Krise gutes Geld verdient. Von der aktuellen Börsenbewertung will ich hier ja gar nicht mehr schreiben…in den letzten neun Monaten lag der Umsatz mit 2,89 Mrd. Euro um 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das EBIT verbesserte sich auf 197,2 Mio. Euro, nach 183,6 Mio. und das um Einmaleffekte bereinigte EBIT lag mit 181,5 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 202,1 Mio. Euro. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 130,5 Mio. Euro, nach 115,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Und das trotz der massiven Anbsatzprobleme der südländischen Autohersteller wie Peugeot, Renault und Co!

Das Problem bei solchen nicht unbedingt nachvollziehbaren Kursbewegungen ist nicht selten die Berichterstattung in den Medien. Während also von medialer Seite aus verschiedensten Richtungen seit längerem z.B. auf Leoni eingeprügelt wird, wurde die Salzgitter Aktie zuletzt immer wieder gepusht. Ich persönlich habe hier ein völlig anderes Bild. Das Umfeld für Salzgitter ist nicht gerade rosig, die jüngsten Nachrichten aus China eher beunruhigend (Strafzölle!), die Bewertung auf KGV Basis dramatisch hoch, etc. Bei Leoni hingegen haben wir eine völlig gegensätzliche Situation…extrem günstige Bewertung, gutes Geschäftsmodell (Marktführer!) breit aufgestellt und solide Zahlen, etc. Ich möchte das gar nicht im Einzelnen hier erneut aufdröseln…denn es gibt so viele weiter Beispiele, wie z.B. Rheinmetall und Hochtief. Mein Rat an dieser Stelle ist aber: „Machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken, analysieren Sie die Fakten und treffen Sie eine Entscheidung, unabhängig von dem medialen Rummel“ Die Salzgitter Aktie fängt gerade an zu rutschen…

Die deutlichen Abschläge bei den drei DAX Schwergewichten E.ON, RWE und K+S hinterlassen heute tiefe Spuren bei der heutigen DAX-Performance. Der Leitindex hat heute im frühen Handel somit erneut die wichtige Unterstützung bei 7.100 Punkten getestet. Offensichtlich befinden wir uns nun in einer Börsenphase in der viele Anleger entnervt das Handtuch werfen, denn die heutigen Reaktionen bei den oben genannten Aktie darf ich persönlich zumindest als übertrieben empfinden. Eigentlich wurde heute jeweils nur das bestätigt was der Markt bereits seit längerem befürchtet hatte. Leoni hat mich gar positiv überrascht. Sieht man sich die Aktienkurse der letzten drei Monate an, wird deutlich dass hier bereits seit längerem schon schlechte Nachrichten eingepreist wurden.

Die spannende Frage ist nun also ob es sich bei der heutigen Kursbewegung um den sogenannten finalen Sell-Off gehandelt hat und man antizyklisch agieren sollte?  Die Antwort könnte bereits heute Nachmittag in den USA folgen, denn die US Indizes befinden sich mal wieder an einem sehr entscheidenden Punkt! Die Nervosität an den Märkten steigt heute mal wieder deutlich spürbar.

Commerzbank Aktie – Aua!

Die Commerzbank Aktie gehört nach der gestrigen Pressekonferenz und den schwachen Zahlen, ebenso wie dem ernüchternden Ausblick, heute einmal mehr zu den großen Verlierern an der deutschen Börse. Die öffentliche Diskussion um einen Führungswechsel bei der Bank und die standhafte Weigerung Martin Blessings seinen Posten zu räumen tun ihr Übriges um weitere Verunsicherung unter den Anlegern zu verbreiten. Die Folge – ein jäher Absturz der Aktie von zuvor 1,58 Euro auf inzwischen 1,35 Euro. Damit sind die gesamten Bemühungen der Bullen seit Anfang September wieder nahezu vollständig ausradiert worden. Der Blick auf den Chart lässt zudem nicht viel Gutes erwarten. Mit der heutigen Kursbewegung ist die Aktie nun unter den mittelfristigen Aufwärtstrend gefallen. Auch die Unterstützung bei 1,375 Euro wurde zunächst wie Butter mit einem heißen Messer durchschnitten. Wie wichtig diese Marke ist verdeutlicht der Chart:

 

Sollte es heute also nicht gelingen wieder in den Aufwärtstrend zurück zu finden oder zumindest möglichst über der Unterstützung bei 1,375 Euro zu bleiben droht den Anlegern wohl weiters Ungemach. Die kommenden Kursziele lassen sich dann nur noch erahnen. Ich habe hier dennoch mal kurz den Versuch unternommen. Die wahrscheinlichste Variante wäre aus meiner Sicht dass dann der starke Anstieg Anfang September noch einmal als Ausgangslage für eine technische Gegenreaktion dienen könnte. Bei 1,303 Euro wäre demnach ein „solider“ Boden zu sehen. Weitere Unterstützungen findet man bei 1,223 und 1,162 Euro. Ich gehe aber wie schon erwähnt davon aus dass diese nicht mehr erreicht werden. Idealerweise sehen wir also heute noch einen Bounce der die Aktie wieder über 1,375 Euro führt, oder die Region um die 1,30 Euro, die dann für Trader einen guten Einstieg bieten dürfte…

 

Stada vor Kurssprung?

Die internationalen Börsen wirken im Moment ein wenig als hätte man ihnen Schlaftabletten verabreicht. Wenig Schwung und deutlich geringere Umsätze als erwartet. Auch der neue Schwung durch die Rückkehr der Marktteilnehmer in den USA aus ihrem wohlverdienten Urlaub ist bislang ausgeblieben. Gestern war der Tag mit dem zweitgeringsten Börsenumsatz des laufenden Jahres. Wie ich Ihnen bereits am Wochenende in unserem Newsletter geschrieben habe eiert der DAX erwartungsgemäß um die runde Marke von 7.000 Punkten herum und kann sich nicht für eine klare Richtung entscheiden. Kurzum, alle Welt wartet nur noch auf Ben Bernanke und sein Statement zu einem möglichen QE3 Programm in Jackson Hole. Wir müssen uns wohl darauf einstellen dass sich bis dahin nicht mehr allzu viel bewegen wird. Dennoch gibt es auch heute wieder ein paar interessante Setups bei einzelnen Aktien auf die ich gerne hinweisen möchte.

Anfangen möchte ich heute mit der Stada Aktie, die zuletzt ordentlich verprügelt worden ist. Ob diese Kursbewegung fundamental gerechtfertigt ist oder nicht sei einmal dahin gestellt. Ich möchte mich heute lediglich auf die Charttechnik konzentrieren. Und da deutet alles auf einen baldigen Bounce hin. Der MACD ist unmittelbar davor ein kräftiges Kaufsignal zu generieren. Der Slow Stochastics Indikator hat bereits gedreht. Es würde mich also nicht wundern wenn wir in dieser Woche noch einen kräftigen Kurssprung bei der Stadt Aktie sehen, eventuell sogar schon heute Nachmittag, vorausgesetzt die Schwäche im DAX wird auch heute wieder gekauft.

Nicht vergessen sollte man natürlich dass sich die Stada Aktie bereits seit Mitte 2010 in einem langfristigen Abwärtstrend befindet. Das mögliche Potenzial der Aktie erscheint somit vorläufig etwas begrenzt zu sein. Bis 25,90 Euro wäre aber theoretisch Platz nach oben, was einem ordentlichen Anstieg von über 20 Prozent bezogen auf die heutigen Kurse bedeuten würde. Eine massive Hürde warte auf die Aktie bei 22,70 Euro, in Form der 200 Tage Linie. Diese muss überwunden werden, dann sind kurzfristig wieder Kurse von 24,- oder  mehr zu erwarten.

Commerzbank Aktie – starker Rebound oder erneuter Schwächeanfall?

Inzwischen sind die Analysten schon deutlich verhaltener geworden wenn es um die kurzfristigen Kursziele der Commerzbank Aktie geht. Und das ist wohl angesichts des erneuten Kursverfalls bei europäischen Banken auch nicht weiter verwunderlich. Wie gestern schon geschrieben bewegen wir uns in aussergewöhnlichen Zeite,n in denen Bewertungen von Assets oder die Ausgabe von Kurszielen nahezu sinnlos geworden ist. Dennoch möchte ich heute den Versuch unternehmen die Entwicklung bei der Commerzbank Aktie etwas näher zu beleuchten, da ich weiß das ein großes Interesse der Anleger an dieser Aktie vorhanden ist.

Inzwischen notiert der Titel wieder im deutlich überverkauften Bereich. MACD und Slow Stochastics Indikator signalisieren noch kein neues Kaufsignal, was sich aber bereits nach einem guten Handelstag wieder deutlich ändern könnte. Nach unten scheint die Aktie nun einen kurzfristigen Boden bei 1,53 Euro ausgebildet zu haben, der gestern zweimal getestet wurde und gehalten hat. Sollte auch diese Marke allerdings in den nächsten Tagen unterschritten werden dann liegen die nächsten Zielmarken der Aktie bei 1,45 und 1,35 Euro. Spätestens hier gehe ich aber von einem nachhaltigen Wendepunkt bei der Aktie aus. Fundamental betrachtet, mit einem etwas längeren Anlagehorizont, wäre die Aktie bereits auf dem heutigen Niveau wohl ein echtes Schnäppchen.

Das kurzfristige Minimalziel für den Rebound der Commerzbank Aktie liegt bei 1,60 Euro. Erst über dieser Marke gerät dann der nächsten Widerstand bei 1,75 Euro wieder in den Fokus der Anleger. Hier verläuft inzwischen nun auch die wichtige 200 Tage Linie, die es letztlich zu überwinden gilt. Wichtig wäre somit in den kommenden Tagen die Rückeroberung der 1,65 Euro,um ein weiteres Abrutschen der Aktie vorerst zu verhindern, und einen neuen Anlauf auf diese wichtige Hürde vorzubereiten.

Alle genannten Marken sollten in den nächsten Tagen genau beobachtet werden. Spekulativ orientierte Anleger versuchen diese Chartmuster gezielt zu spielen, konservative Anleger warten einfach ab bis der Trend nachhaltig gedreht hat, um dann erste Positionen wieder aufzubauen. Grundsätzlich bleiben wir bei unserer positiven Haltung zu der Commerzbank Aktie. Heute sollte die Aktie wieder etwas Boden gut machen können, was auch aus den oben genannten Gründen sehr wichtig wäre. Die politischen Turbulenzen in Europa sind allerdings nicht wirklich kalkulierbar, und so bleibt jede Analyse im Moment graue Theorie. Das aufgezeichnete Szenario stellt eher eine Einschätzung unter „normalen“ Bedingungen dar.

Trading Update VW, Daimler, Porsche und Continental – Comeback der Autobauer?

…Und natürlich die Autobauer! Die Korrektur der letzten Woche musste ich einfach nutzen. Daimler, VW und Porsche wurden gekauft ebenso wie die Continental Aktie. Der kurzzeitige Abverkauf bei den Automobilaktien war zu erwarten, und ich denke es sollte eine gute Idee sein nach einem deutlichen Rücksetzer von 7 bis 9 Prozent nun wieder auf eine Gegenbewegung zu setzen. Wie letzte Woche in unserem Newsletter schon beschrieben sind die Gewinner der letzten Wochen höchstwahrscheinlich auch die Gewinner des Gesamtjahres, auch wenn Herr Dudenhöffer da offensichtlich anderer Meinung ist, oder vielleicht gerade deswegen!

Automobilaktien wurde zudem gerade erneut mehrfach heraufgestuft. Unter anderem hat Goldman Sachs seine Einschätzung noch einmal deutlich nach oben geschraubt. Nicht das ich damit rechnen würde dass die zuletzt genannten Kursziele von 237,- Euro für die VW Vz. , 72,- Euro für Daimler, 66,- für Porsche oder 122,- Euro für Conti, in nächster Zeit erreicht werden, aber ich gehe davon aus dass dies den Sektor zusätzlich weiter unterstützen sollte. Die Wahrheit wird am Ende wiedermal irgendwo in der Mitte liegen.

Bricht der Autoabsatz also in diesem Jahr nicht wie von Herrn Dudenhöffer erwartet ein, oder kann dieser gar in einem der wichtigsten Absatzmärkte wie den USA deutlich gesteigert werden, dann wäre auch der leichte Rückgang in Europa locker zu verkraften, und deutliche höhere Kursziele gerechtfertigt. Auch Martin Winterkorn, der VW Chef, erwartet als Minimalziel für dieses Jahr mehr verkaufte Autos, mehr Umsatz und mindestens ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Im Zweifel traue ich dieser Aussage deutlich mehr greifbaren Inhalt zu…Mit einem KGV zwischen 7 und 9  sind die genannten Automobilaktien gerade wieder zum Schnäppchenpreis zu haben. Bei Porsche dürfte die Bewertung noch wesentlich günstiger sein!

Insgesamt bleibt damit auch die Continental Aktie  eine der interessantesten Werte aus dem Sektor Automobil. Denn nicht nur dass das Unternehmen im klassischen Geschäft hervorragend aufgestellt ist, sondern auch die zusätzliche Phantasie durch die geplanten Aktivitäten aller Autobauer in Sachen E-Mobilität, sollten der Continental AG für die kommenden Jahre weiter wachsende Umsätze garantieren. Morgan Stanley hat das Kursziel für die Aktie gerade auf 90,- Euro angepasst und den Titel auf „Overweight“ gestuft, was ich für dieses Jahr als realistisch betrachten würde.

Der DAX im Korrekturmodus – Endlich !

Endlich!..werden sich einige Noch-Nicht-Anleger gestern gedacht haben. Der Markt korrigiert und die Hoffnung auf deutlich günstigere Kurse zum Einstieg steigt. Während so mancher Bulle gestern auf dem falschen Fuß erwischt wurde wittern die Bären nun zum ersten Mal in diesem Jahr wieder Morgenluft. Lange und breit wurde in den letzten Wochen immer wieder über die nahezu grenzenlose Liquidität gesprochen und geschrieben, die eine solche Kursbewegung eigentlich nahezu unmöglich machen sollte. Wie man aber schon in den letzten Tagen sehen konnte wartete ein Großteil dieser neuen Liquidität wohl aber auf bessere Kurse. Denn dem DAX fehlte zuletzt offensichtlich die Kraft sich weiter nach oben zu bewegen. Nachdem der Index mehrfach an der 7.000er Marke gescheitert war musste man also kurzfristig vorsichtiger werden.

Wir haben ebenfalls in der letzten Ausgabe unseres Newsletters am Wochenende schon darauf hingewiesen dass die Luft für weiter steigende Aktienkurse nun erst einmal dünner werden sollte, und uns dementsprechend neu ausgerichtet. Neben der aktuellen Nachrichtenlage sprechen auch zyklische Faktoren dafür das wir nun schwächere Kurse sehen werden. Insgesamt ist dieser Rücksetzer in dem von uns geschilderten Rahmen aber noch als durchaus gesund zu bezeichnen. Die spannende Frage dürfte aber trotzdem nun sein ob die Anleger, die der fulminanten Rallye bislang von der Seitenlinie zusehen mussten, nun bald ihre Chancen suchen werden und der Abverkauf dementsprechend schnell auch wieder zu Ende ist? Oder ob wir uns nun unmittelbar vor einer echten Korrektur befinden?

Natürlich besitze ich keine Glaskugel die mir die richtige Antwort nun serviert, Dennoch möchte ich ihnen gerne mein bevorzugtes Szenario hier mit Ihnen teilen. Ein kurzfristiger Bounce, also eine rein technisch bedingte Erholung, sollte heute in den ersten Handelsstunden zunächst einmal die Aktienkurse etwas freundlicher aussehen lassen. Dann aber könnte bereits am Nachmittag erneuter Druck aufkommen der sich bis in die späten Handelsstunden hineinzieht. Ich persönlich rechne zumindest damit dass die Schwäche noch bis zum Donnerstag anhalten könnte. Eventuell sogar bis Freitag wenn die US Arbeitsmarktdaten schlechter als erwartet ausfallen sollten, oder Montag, wenn am Wochenende weitere Meldungen zum Thema Griechenland zu erwarten sind.

Bitte verstehen Sie das jetzt nicht falsch, das geschilderte Szenario hat keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit. Genauso gut ist ein erneute starker Rebound bei vielen Aktien vorstellbar. Es gibt wohl niemanden der das momentan wirklich beurteilen kann. Etwas anders zu behaupten wäre unseriös. Es handelt sich hierbei lediglich um meine persönliche Sicht auf die nächsten Tage. Wie immer in solchen Situationen sollte man auch genauestens verfolgen was der Mainstream hierzu für eine Meinung hat um entsprechend antizyklisch zu agieren. Denn wie so oft liegt auch in diesem Falle die breite Masse meistens falsch. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Tag…

DAX, S&P 500 und Co. – Ist das die Wende ?

Ist das heute die Wende und der Beginn einer kleinen Rally zum Jahresende, von der ich hier in diesem Post erst letzten Mittwoch geschrieben habe ? Erleben wir gerade die Wiederholung des 04.10.11, die ich in dem genannten Artikel skizziert habe ?

Kann sein, muss aber nicht. Vergessen Sie bitte nicht, dass viel wichtiger als die dynamische Bewegung des heutigen Tages die Bestätigung Morgen sein wird. Denn hier sind nun drei Dinge im Spiel. Auf der einen Seite eine extrem überverkaufte Markttechnik, die nach einem Bounce geradezu „gebettelt“ hat, worauf ich ja in den letzten Tagen hingewiesen habe. Auch die beiden „Buying on Weekness“ Tage im SPY hatte ich ja erwähnt und diese haben sich wiederum als guter Vorlauf-Indikator für solche Wendepunkte bewährt.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch jede Menge positive Hoffnungen, die in die diversen politischen Gerüchte rund um die Euro-Zone hinein interpretiert werden und die Lars hier in diesem Post ja beschrieben hat. Und zu guter Letzt die guten Daten aus den Kaufhäusern, nicht nur in den USA, sondern durchaus auch in Deutschland, die das Bild einer unmittelbaren Rezession in Frage stellen.

Die überverkaufte Markttechnik wird aber spätestens Übermorgen verschwunden sein. Damit fällt die Unterstützung durch die Markttechnik dann weg. Und dann wird sich zeigen, ob hinter den Gerüchten um die EU Zone mehr als nur eine verzweifelte Hoffnung ist. Erst dann, Morgen, spätestens Übermorgen, wird diese Rally den wahren Test erfahren.

In dieser Lage und an diesem entscheidenden Wegpunkt, möchte ich daher noch einmal ein paar wichtige Gedanken in Erinnerung rufen. Vieles davon haben wir in den letzten Tagen schon verschiedentlich gesagt, hier aber noch einmal gebündelt:

1. Wenn man von diesen dynamischen Gegenbewegungen profitieren will, muss man sehr früh und massiv aufspringen. Wer heute Morgen bei DAX 5580 den Mut hatte, wurde Intraday immer noch mit 3% belohnt. Und kann seine Stops in die Komfortzone ziehen und das weitere Geschehen ohne grosses Risiko beobachten.

2. Typischerweise wird sich Morgen am Vormittag eine erneute Chance eröffnen, wenn es kleine Gewinnmitnahmen auf die Rally von Heute geben könnte. Mglw passiert das auch schon heute. Auch diese Chance kann man in meinen Augen mitnehmen, aber nur mit sehr, sehr engen Stops, denn der Test dieser Rally wird definitiv kommen und zwar spätesten Übermorgen.

3. Im Moment haben wir alle Signale eines V-Bottoms wie am 04.10.11. Der Markt hatte in den letzten Monaten einige solcher V-Rebounds, insofern ist das gar nicht mal unüblich. Das liegt auch an den immer mehr dominierenden Algos, die Bewegungen verstärken und verlängern. Was nach dem 04.10.11 passierte – eine wochenlange Rally – wissen wir ja. Auch heute neige ich in Anbetracht der Dynamik und des Momentums des Rebounds eher dazu, der Rally mehr als nur einen Tag zu geben. Ich vermute da „geht“ noch was und halte es für wahrscheinlicher, dass das der Beginn einer umfangreicheren Bewegung ist, als das der Markt Morgen schon wieder wegbröselt. Trotzdem ist auch das „Bröseln“ sehr gut möglich.

4. Sollte die Rally den Test Morgen oder Übermorgen bestehen und weiter hochschieben, wird der Performance-Druck der Institutionellen zum Jahresende extrem stark werden und immer wieder Geld in den Markt fliessen und damit die Rally befeuern. Um den Test zu bestehen, sollte der DAX die 5700er Zone Morgen im Wesentlichen halten können. Fallen wir deutlich und dauerhaft wieder unter 5650, würde ich den Test als verfehlt betrachten. Besteht der Markt aber den Test, dann ist die Jahresendrally da und ich vermute dann werden viele erstaunt über die Brutalität der Aufwärtsbewegung bis Weihnachten sein, denn wenn Geld so kurzfristig in „Torschlusspanik“ in den Markt schiebt, dann gibt es massive Übertreibung nach oben. Dann sind die 6400 vom Oktober und etwas mehr wieder schnell in Reichweite.

5. Sollte die Rally kommen, sollte man diese definitiv mitnehmen, sich aber für 2012 davon nicht blenden lassen ! Gerade wenn es eine Art „Torschlusspanik“ gibt, werde ich diese Stärke nutzen um zum Jahreswechsel neutral positioniert zu sein. Und dann warte ich erst einmal ab, wie sich die Grosswetterlage weiter entwickelt.

6. Bei aller Markttechnik, wir dürfen nie vergessen: Dominiert wird das alles aktuell durch die Politik und eine falsche Nachricht und alles fällt in sich zusammen ! Jeder der diese Rally spielt, sollte sich dieses Risikos bewusst sein.

Ich wünsche allen ein gutes Händchen. Wenn es noch eine Jahresendrally geben sollte, dann ist das hier *die* Chance. Nun ist also äusserste Aufmerksamkeit gefragt ! Zögerlichkeit wird hier nach meiner Ansicht nicht zum Erfolg führen ! Eher beherztes Zupacken, verbunden mit konsequenter Absicherung nahe am Einstiegspreis. (HS)

DAX – Bounce, seitwärts oder weiter abwärts?

Die Horrorwoche im DAX ist am Freitag noch etwas versöhnlich ausgegangen. Somit bleibt nun etwas Zeit erst einmal durch zu atmen, die Lage neu zu sondieren und sich einen Schlachtplan für die kommenden Wochen zurecht zu legen. Wir auch in der letzten Woche geht es nicht darum Recht zu behalten, sondern viel mehr sich zwei mögliche Szenarien zu überlegen, an denen man sich orientieren kann, um nicht erneut auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Natürlich sind diese ermäßigten Kursniveaus nun äußerst interessant für lang- bis mittelfristig orientierte Anleger, und natürlich stellt sich jeder Investor nun die Frage ob es das schon gewesen ist…Auf der anderen Seite sitzt der Schock bei den meisten Anlegern noch tief, und die Angst erneut Geld zu verlieren ist größer als die Angst etwas verpassen zu können. Dies ist aber aus rein psychologischer Sicht die optimale Voraussetzung für eine Stabilisierung der Märkte!

Letzte Woche schrieb ich Ihnen in unserem Börsen Newsletter: „Im Dow Jones liegt ein mögliches Kursziel nun für die kommende Woche beim gleitenden Durchschnitt auf der Marke von ca. 10.900 Punkten, für den S&P 500 könnte sich dann noch kurzzeitig ein Kursziel unter 1.156 Punkten ergeben, eventuell sogar 1.100 Punkte. Für den Dax würde das in jedem Falle eine weitere Abwärtsbewegung bedeuten die unter die Marke von 6.000 Punkten führen dürfte. Ein mögliches Ziel wäre hier die Unterstützung bei 5.915 Punkten. Letztlich halten wir es nun für durchaus möglich das in den nächsten Wochen auch noch die nächste Marke bei 5.625 getestet werden kann, oder gar das Tief aus dem Februar 2010 bei ca 5.500 Punkten, bevor dann wieder eine neue “echte” Aufwärtsbewegung starten kann.“

Wie wir heute wissen wurde also die massive Unterstützung bei 5.500 Punkten im DAX, ebenso wie die 1.100 Punkte im S&P 500, bereits jetzt sehr schnell und dynamisch getestet. Das Gute daran ist, das sich beide Marken zum einen vorläufig als wichtige Unterstützungen etabliert haben, und dass diese beiden Marken gleich mehrfach getestet worden sind,  sich also somit hier ein Doppelboden ausgebildet hat. Alle weiteren Annahmen sollte man also nun auf dieser Basis treffen.

Auch wenn aufgrund des übertriebenen, und äußerst heftigen Ausverkaufs an den Märkten nun richtig Luft abgelassen wurde, was auch technischer Sicht durchaus gesund ist, bleibt also die Frage ob man nun kurzfristig auf einen Bounce setzen sollte, oder lieber die weitere Entwicklung abwartet. Niemand dürfte momentan eine wirklich fundierte Antwort auf diese Frage parat haben, auch ich nicht! Letztlich muss man sich in solchen Phasen fragen ob die ursprüngliche Strategie, die man vor der Krise hatte, auch gut genug ist um auch in solchen turbulenten Phasen zu bestehen. Die erste und wichtigste Frage dürfte dabei sein: War meine Risikokontrolle, bzw. mein Risikomanagement ausreichend. Meistens beantwortet ein kurzer Blick in das eigene Depot diese Frage sehr schnell und gnadenlos ehrlich!

Die zweite Frage ist die nach der richtigen Auswahl der Depotwerte. Passt dieses Depot noch zur aktuellen Lage unter der Annahme das wir a.) wirklich in eine erneute Rezession schliddern, c.) wir nun für einen längeren Zeitraum in eine Seitwärtsphase übergehen, oder c.) dies alles nur ein kurzer gesunder Rücksetzer war der, ebenso wie nach dem Erdbeben in Japan, schnell wieder gekauft wird. In den kommenden Tagen werden wieder einige konjunkturelle und politische Ereignisse auf dem Markt einwirken, deren Reaktion des Marktes wohl nicht mehr vorher zu sehen ist. Auch vermeintlich positive Ereignisse müssen in solchen Phasen nicht zwingend einen positiven Effekt auf die Kapitalmärkte haben! Solange die Börsen sich also in einer solchen irrationalen Phase befinden ist grundsätzlich alles möglich, auch das vorher Undenkbare!

Denken Sie also bitte immer daran, und bleiben Sie weiterhin vorsichtig!

Ich persönlich gehe momentan (und das schreibe ich ganz bewusst so, weil sich meine Meinung diesbezüglich morgen schon wieder geändert haben kann!) nicht davon aus, dass wir eine starke Erholungsbewegung sehen werden, die uns wieder in den Bereich um die 7.000 Punkte im Dax führen wird. Viel mehr sehe ich nun erst einmal eine Seitwärtsphase auf uns zukommen, in der sich der Deutsche Leitindex, im Kern,  zwischen 5.700 und 6.300 Punkten bewegen wird. Die obere Begrenzung dürfte dabei nun das Fukushima -Tief bei 6.488 Punkten und die untere der besagte Doppelboden bei 5.500 Punkten bilden. In den nächsten Tagen kann es also durchaus sinnvoller sein sich zunächst auf kurzfristige Aktivitäten zu beschränken, und die beschriebene Trading-Range gezielt zu nutzen! Zunächst muss erst einmal die Hürde bei 6.130 Punkten im DAX wieder überwunden werden…

Eine vorsichtig optimistische Grundhaltung dürfte aber eine gute Strategie für die kommenden Wochen sein! Einen Rat möchte ich Ihnen aber gerne noch mit auf den Weg geben. Analysieren Sie bevor Sie sich wieder in den Markt wagen welche Fehler Sie kürzlich gemacht haben, und wo Sie – aus welchen Gründen auch immer – die falschen Entscheidungen getroffen haben. Ziehen Sie Ihre Schlüsse und Konsequenzen daraus, und Sie werden wesentlich besser durch die Turbulenzen der kommenden Wochen und Monate kommen. Treten Sie einmal einen Schritt zurück und beobachten Sie aus einer neutralen Position Ihr eigenes Handeln. Machen Sie auch mal eine Pause wenn Sie momentan nicht investiert sind, beschäftigen Sie sich mit anderen Dingen, und versuchen Sie dann mit neuer Kraft gezielt die Chancen zu nutzen die sich Ihnen durch diese erneute Krise bieten werden!

Achtes Sie dabei insbesondere auf Aktien die sich am Donnerstag und Freitag kräftig erholen konnten sowie Titel die hoffnungslos über verkauft waren, oder es noch sind. Wir hatten in der letzten Woche ja bereits auf diese Situationen beispielsweise bei VW, Porsche, Bauer und Klöckner & Co. in unserem Börsenblog aufmerksam gemacht…Seitdem konnte die Bauer AG Aktie bereits um knapp 25 Prozent zulegen, Klöckner um ca. 20 Prozent, Porsche und VW jeweils knapp 15 Prozent.

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