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Nach LinkedIn und Groupon nun auch das Facebook-Debakel?

Aktien der neuen Internet Wunderkinder standen noch im Sommer ganz hoch im Kurs. Zuerst wagte sich LinkedIn an die Börse und konnte einen fulminanten Start hinlegen. Wenig später kam dann die Ernüchterung für die Aktionäre. Heute kostet die Aktie nur noch knapp 60,- Dollar was angesichts einer Marktkapitalisierung von knapp sechs Milliarden Dollar immer noch deutlich zu teuer sein dürfte. Ich hatte unseren Lesern bereits damals dazu geraten die Aktien unmittelbar nach der Erstnotiz zu shorten. Ähnlich, nur noch etwas schneller ist der Kursverfall beim hoch gepriesenen Schnäppchen Portal Groupon. Vor Kurzem musste man noch fast 20,- Euro für eine Aktie des Unternehmens bezahlen, inzwischen bekommt man diese für knapp 11,- Euro hinterher geschmissen. Tendenz weiter fallend. Aber auch auf diesem Niveau wird Groupon noch mit satten acht Milliarden Euro bewertet!

Der direkte Vergleich mit den Bewertungsmodellen im damaligen, und schon fast sagenumwobenen Neuen Markt ist nicht von der Hand zu weisen. Ganz im Gegenteil, die heutigen Bewertungsmodelle scheinen noch deutlich ambitionierter zu sein als damals. Die Spitze des Wahnsinns stellt in meinen Augen der geplante Börsengang von Facebook dar. Heute ist zu lesen dass die Mutter der sozialen Netzwerke ihren Börsengang nun doch schneller als geplant vollziehen will. Warum dürfte offensichtlich sein. 10 Milliarden Dollar soll er bringen, der Börsengang, und den Börsenwert des Unternehmens auf 100 Milliarden Dollar aufblasen. Zum direkten Vergleich, die Erstnotiz von Google brachte damals 1,9 Milliarden Dollar.

Wie auch beim letzten Artikel zu diesem Thema kann ich nur noch einmal darauf hinweisen, dass man von diesen Aktien tunlichst die Finger lassen sollte. Die Zeit der großen Emissionsgewinne, wie damals im Neuen Markt, ist vorbei, wenn man nicht bereits im Vorfeld investiert ist. Für mich persönlich eignet sich hier einzig und alleine die Gegenrichtung, sprich der Aufbau von Short Positionen nach vollzogenem Börsengang als lohnendes Investment. Wer dennoch nicht die Finger von den Aktien lassen kann, der sollte wenigstens warten bis sich die erste Euphorie gelegt hat…

US Börsengang – LinkedIn legt über 170 Prozent am ersten Tag zu

Jetzt drehen alle wieder komplett durch war mein erster Gedanke –  Die Erstnotiz des Social Networks- LinkedIn legt über 170 Prozent am ersten Tag zu. Natürlich habe auch ich gestern der Börsengang von LinkedIn verfolgt und konnte nicht so recht glauben was ich da gesehen habe. Genau genommen geht mir das heute auch noch so! Wie in den guten alten Zeiten des Neuen Marktes – bevor dieser niederging – scheinen Internetaktien ein furioses Comeback zu erleben. Über die wahnsinnigen Bewertungsmodelle bei Facebook,  Groupon und Konsorten hatte ich ja bereits berichtet, und ehrlich gesagt hat sich an meiner persönlichen Meinung dazu auch nichts geändert..wir befinden uns bereits wieder mitten in der nächsten Internetblase!!

Zu den Fakten. Die Aktie von LinkedIn kam gestern zu 45,- Dollar und damit deutlich am oberen Ende der Bookbuilding Spanne den den Markt. Kurz nach der Handelseröffnung hatte sich dieser Wert nahezu verdoppelt um dann nicht ganz zwei Stunden später bei 122,69 Dollar das Tageshoch zu bilden. Satte 170 Prozent Aufschlag auf einen eh schon teuren Ausgabepreis, und das unter riesigen Umsätzen. Wow!!!

Zu genau diesem Zeitpunkt als die Aktie die 120,- Dollar überschritten hatte suchte ich fieberhaft nach einer Short Möglichkeit für diesen Wahnsinn – weil man so etwas einfach spielen MUSS! Leider habe ich nichts passendes in der kurzen Zeit gefunden. Wenn einer unserer Leser einen Tipp für mich hat – immer gerne und bloß her damit, denn auch beim Schlusskurs von dann nur noch 94,25 Dollar würde ich hier short gehen. natürlich nicht blind und nur mit Spielgeld, da ja bekanntlich solche wahnsinnigen Ereignisse seltsame Blüten treiben können. Für mich ist LinkedIn nach der gestrigen Eröffnung aber einer der interessantesten Short-Kandidaten der letzten Monate..

BYD geht an die chinesische Börse – Warren Buffet bleibt treu!

Der größte chinesische Batterie- und Elektroauto-Hersteller BYD plant ein baldiges Listing an der Heimatbörse. BYD beabsichtigt 79 Millionen A- Sahres, oder 3,4 Prozent des Aktienbestandes, an die Shenzhen Stock Exchange zu platzieren. Dabei wird ein Erlös von 337 Mio. USD erwartet, mit dem das Tochterunternehmen Shenzhen BYD Lithium Battery ausgestattet werden soll. Grund für diese Kapitalmaßnahme ist ein Großauftrag in Höhe von ca. 830 Millionen Dollar, den es kurzfristig zu finanzieren gilt. Offenbar leidet das Unternehmen immer noch unter Liquiditäts-Engpässen, und will sich somit aus dieser Not befreien. Der geplante Schritt unterstützt heute die BYD Aktie die erst vor ein paar Tagen ein neues Tief markiert hatte. Wir haben uns nun mit einer weiteren Position der Aktie eingedeckt, da wir den Börsengang, der zwar noch durch die Regulierungsbehörde geprüft werden muss, grundsätzlich positiv sehen.

Das Interesse für die Aktie von Build Your Dreams dürfte damit in Zukunft deutlich zunehmen. Erst kürzlich konnte man lesen, dass Warren Buffet/Berkshire Hathaway, die hier maßgeblich beteiligt sind, die langfristigen Perspektiven von BYD auch weiterhin positiv einschätzt. das ist sicherlich kein Garant für eine künftige Performance der Aktie, hat aber eine gewisse Aussagekraft. Die Aktie sollte in den kommenden Wochen genauer beobachtet werden. Auf dem aktuellen Niveau sehen wir eine gute Chance für einen Turnarround. Kann demnächst die Marke von 2,50 Euro wieder überwunden werden hellt sich auch das Chartbild wieder etwas auf. Die Aktie bleibt aber grundsätzlich nur für Langfristinvestoren mit der nötigen Geduld eine gute Wahl…

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