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Amazon und Sandisk nachbörslich deutlich unter Druck

Mit einem satten Kursminus von 11 Prozent ging die Amazon Aktie gestern nachbörslich aus dem Handel, Trader sprachen von einem regelrechten“Schlachtfest“. Der Online Gemischtwarenhändler hatte mit einem Gewinn von 0,45 Dollar je Aktie für das abgelaufene Quartal die Erwartungen der Anleger herbe enttäuscht, Im Schnitt sind Analysten von einem Gewinn je Aktie von mindestens 0,54 Dollar ausgegangen. Insbesondere die operativen Kosten belasteten das Ergebnis bei Amazon, durch umfangreichen Marketingaktivitäten, gesenkte Preise und kostenlosen Versand. Dabei konnte Amazon seinen Umsatz im zweiten Quartal um 41 Prozent auf 6,6 Milliarden USD steigern.

Auch die  Aktien von SanDisk gerieten nachbörslich deutlich unter Druck und gaben 7,5 Prozent nach. Diese heftige Kursreaktion war aber in erster Linie wohl auf die Mitteilung zurückzuführen, dass Firmengründer und CEO Eli Harari zum Jahresende sein Amt aufgeben und aus dem unternehmen ausscheiden wird. Operativ konnte Sandisk einmal mehr überzeugen. Der Flash-Datenspeicherhersteller  hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um deutliche 390 Prozent gesteigert und damit die Wall-Street-Schätzungen übertreffen können.

Die Abschläge bei beiden Unternehmen erscheinen ein wenig heftig, somit könnte sich kurzfristig eventuell eine kleine Rebound-Spekulation lohnen.. Erst einmal sollte aber der heutige Handelsverlauf an den Börsen abgewartet werden. In Europa dürfte heute alles im Zeichen des Banken Stresstests stehen…

Dialog Semiconductor starke Zahlen, schwacher Ausblick

Das Halbleiter-Unternehmen Dialog Semiconductor konnte erwartungsgemäß im zweiten Quartal 2010 einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg verbuchen. So wuchsen die Erlöse um 52,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 68,5 Millionen US-Dollar, die Vorab-Schätzungen hatten bei 69 Millionen Dollar gelegen.

Dar Ertrag des unternehmens konnte somit ebenfalls kräftig von 3,9 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf 12,0 Millionen US-Dollar im aktuellen Berichtszeitraum verdreifacht werden. Der Gewinn kletterte von 3,3 Millionen US-Dollar auf 11,2 Millionen US-Dollar bzw. von 7 US-Cent je Aktie auf 19 US-Cent je Aktie.

Der Ausblick auf die kommenden Quartale wurde ebenfalls gleich mitgeliefert..Dialaog Semiconductor geht von einer weiter starke Nachfrage für seine Produkte aus, was wohl nicht zuletzt der Kooperation mit Apple zu verdanken ist,  und erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 72 und 77 Millionen US-Dollar was nur noch einer sehr moderaten Steigerung entsprechen würde. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2010 wurde bestätigt, wenn auch darauf verwiesen wurde, dass eine mögliche Angebotsknappheit bei Foundry- und Back-End-Prozessen den Umsatz und die Gewinne in naher Zukunft belasten könnte..

Alles in allem fielen die Zahlen somit so aus wie es von den meisten Marktteilnehmern erwartet worden ist. Die Phantasie könnte aber nun erst einmal raus sein aus der Aktie von Dialog Semiconductor. Wir rechnen nun eher mit nachgebenden Kursen, als mit weiteren Kurssteigerungen. Lesen Sie dazu auch unseren gestrigen Artikel! Besonders der Ausblick dürfte eher enttäuscht haben. Die Texas Instruments und IBM Zahlen sollten den Technologie Sektor ebenfalls heute belasten..

Gute Quartalszahlen von Apple und Dialog Semiconductor?

Morgen erwarte uns die Zahlen der Cash Maschine Apple sowie der, vielleicht für deutsche Anleger noch interessantere, Quartalsbericht der Dialog Semiconductor AG. Nach der Hype der vergangenen Wochen muss der Titel nun beweisen, dass die Vorschusslorbeeren als Apple Lieferant nun auch gerechtfertigt waren. Diese Euphorie sollte sich also nun in den Zahlen zum abgelaufenem Quartal wiederfinden. Was mich ein wenig nachdenklich stimmt, ist, dass eigentlich niemand, sowohl bei Apple, als auch bei Dialog Semiconductor  von einer möglichen Enttäuschung bei den Quartalszahlen ausgeht. Normalerweise hat dies dann denn unangenehmen Effekt den Aktienkurs unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen erst einmal gen Süden zu schicken. Gerade bei solchen „sicheren“ Titeln kommen bestimmte Börsenregeln gerne mal zu Einsatz, und die heißt in diesem Fall „Sell on good news“ Mit dem kräftigen Anstieg im Vorfeld der Zahlen zeigen sich die Dialog  Anleger heute bereits sehr optimistisch. Der erzielte Umsatz wird auf ca. 67 Millionen Dollar geschätzt, und der zu erwartende Gewinn laut Flüsterschätzungen bei ca 6 Millionen Dollar liegen. Bedenken sollten Anleger, dass die Belieferung von Apple inzwischen über 40 Prozent des gesamten Umsatzes ausmacht. Wechselt Apple den Lieferanten, kann es irgendwann auch ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen.

Im Gegensatz zur Dialog Aktie neigte die Apple Aktie in den vergangenen Tagen eher zur Schwäche. Ob es nun an der Aussage von Steve Jobs lag, der den Aktienkurs des eigenen Unternehmens kürzlich als „surreal“ bezeichnet hat, oder an der allgemeinen Marktschwäche, ist schwer zu sagen. Festzustellen ist eher, dass die Apple Aktie sich bislang immer sehr resistent gegenüber starken Marktschwankungen gezeigt hat, zuletzt aber auch deutliche Rückschläge hinnehmen musste. Natürlich haben auch die Berichte über mögliche „Rückrufaktionen“ des iPhone 4 nicht unbedingt zur guten Stimmung beigetragen. Apple versucht das Problem nun mit einer billigen Plastikabdeckung zu lösen, ich bin gespannt ob dies von der breiten Masse akzeptiert wird. Für den Preis möchte man doch eher auch die volle Haptik des Gerätes mit kaufen, aber das ist nur meine persönliche Meinung.. Eine Rückrufaktion des iPhone 4 würde auch die Bilanz von Apple wohl kurzzeitig deutlich belasten. Momentan befindet sich die Aktie am unteren Ende des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals bei ca. 250,- Dollar, fällt sie darunter droht ein weiterer Rückgang bis 230,- oder 220,- Dollar. Apple Fans dürfen gespannt sein..

Boeing, UAL Corp., Halliburton, IBM. Philips, Texas Instruments und Goldman Sachs..

Boeing, UAL Corp., Halliburton, IBM. Philips und Texas Instruments, alle sechs Schwergewichte werden, natürlich neben einigen anderen Unternehmen,  in heute ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Philips machte heute bereits den Anfang, und der konnte sich wirklich sehen lassen. Der Gewinn kletterte von 45 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf nunmehr 262 Millionen Euro., eine Verfünffachung also…Damit übertrafen die Niederländer klar die Markterwartungen von 241 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verdiente Der Elektronik-Konzern 527 Millionen Euro nach 118 Millionen Euro vor einem Jahr, Analysten hatten hier mit 486 Millionen Euro gerechnet. Analysten sehen dieses Ergebnis bereits als sehr positiven Vorboten für die Siemens Zahlen, die am 29. Juli veröffentlicht werden. Man sollte mit solchen Aussagen aber vorsichtig umgehen, denn Siemens hat bereits einen Vorab-Einblick in seine Bücher gewährt. Somit dürfte der Raum für positive Überraschungen hier eher begrenzt sein.

Die gelieferten Unternehmenszahlen sind also weiterhin top, exklusive der Zahlen aus der Bankenbranche natürlich, die bei genauerer Betrachtung immer noch nicht wirklich Anlass zu Freude geben. Bei den Banken dürfte es in dieser Woche noch einmal richtig spannend werden. Am Freitag müssen alle großen Banken in Europa ihre Ergebnisse des sogenannten Stresstests bekannt geben. Morgen dürften sich Anleger der Branche aber zunächst einmal auf die Veröffentlichung der Zahlen von Goldman Sachs freuen. Nach den eher turbulenten Wochen für das Unternehmen stellen sich Marktteilnehmer die Frage welche Auswirkungen dies auf die Bilanz des Unternehmens gehabt haben könnte, bzw. natürlich auch in welcher Höhe die Risikovorsorge für mögliche Schadensersatzklagen etc. getroffen wurde. Die Fülle aller Informationen die es in dieser Handelswoche zu verarbeiten gilt dürfte also durchaus für Spannung sorgen..

General Electric, Intel top! – Bank of America, JP Morgan und Citigroup nicht wirklich..

Die Märkte spielen mal wieder Weltuntergang. Der Kursverlauf an den US Börsen am Freitag war alles andere als erfreulich, und zwingt natürlich auch uns die aktuelle Situation wiedermal komplett neu zu beleuchten. Was erwartet uns in der kommenden Handelswoche? Die Unternehmensdaten aus den USA waren überwiegend deutlich besser als dies vom Markt erwartet worden ist. Wir gehen davon aus, dass dies auch so bleiben wird. Besonders aussagekräftig sind hier wohl die ebenfalls am Freitag gelieferten Quartalszahlen von General Electric. Der amerikanische Mischkonzern, der von Kraftwerken über Kühlschränke bis Computertomographen so gut wie alles herstellt und darüber hinaus über ihre Finanzsparte einer der größten Finanzierer der Vereinigten Staaten ist, meldete einen Gewinn pro Aktie von 0,30 Dollar. Der Umsatz war zwar mit minus vier Prozent leicht rückläufig, dies konnte aber durch die eingeleiteten Sparmaßnahmen kompensiert werden. Der Ausblick auf steigenden Gewinnen und, eine höheren Dividende für das laufende Jahr sollten den Aktienkurs weiter beflügeln. GE gilt ähnlich wie allgemein als Gradmesser für den Gesamtzustand der amerikanischen Wirtschaft, ebenso wie Intel die Messlatte für die weltweite Computerindustrie darstellt.

Die Zahlen der US Großbanken waren allerdings nur auf den ersten Blick sehr gut. Zwar schrieben die Bank of America und JP Morgan wieder deutliche Milliardengewinne, diese waren aber überwiegend buchhalterischer Natur. Durch entsprechende Umbuchungen bei der Kreditvorsorge und Verkäufen von Unternehmensanteilen konnten also die gewünschten Zahlen erreicht werden, ob dies langfristig auch durch operative Gewinne untermauert werden kann bleibt weiter abzuwarten. Irgendwann wird auch das Tafelsilber ausgehen, und spätestens dann ist die zeit der Wahrheit gekommen. Das Wallstreet-Sorgenkind Citigroup machte seinem Image mal wieder alle Ehre. Die Einnahmen gingen stark zurück, trafen aber die Analystenschätzungen. Sie sanken von 33,1 auf 22,1 Milliarden Dollar. Die Prognosen lagen bei 22,16 Milliarden. Zurückzuführen war dieser Rückgang vorrangig auf die Citi Holdings, wo nur noch 4,9 Milliarden Dollar statt zuvor 16,8 Milliarden eingenommen wurden. Zusammenfassen kann mal wohl sagen, dass die produzierenden Konzerne deutlich besser laufen als angenommen, die Finanzkonzerne, aber noch lange nicht über den Berg sind.

Auch von konjunktureller Seite gab es mal wieder deutliche Störfeuer, die wohl letztendlich auch der Auslöser für den Kurssturz am Freitag gewesen sind. Allen voran war der von der Uni Michigan und Reuters ermittelte US-Verbraucherindex wohl das Zünglein an der Waage, von 76,0 Punkten im Juni fiel der Index überraschend stark auf 66,5 Punkte. Ein derart dramatischer Rückgang des Verbrauchervertrauens innerhalb nur eines Monats lässt nicht viel Gutes für den weiteren Verlauf der Konjunktur in den USA erwarten. Die Angst der Anleger vor einer deutlichen Verlangsamung des US Wachstums, oder gar dem erneuten Abtauchen in eine Rezession ist damit wieder allgegenwärtig. Wie soll man sich nun in den kommenden Tagen verhalten? Eine eigentlich sehr positive Situation hat sich an nur einem Handelstag in eine wiedermal sehr angespannte verwandelt. Charttechnisch befinden wir uns nun wieder im Niemandsland, sowohl ein erneuter Ansteig, als auch ein Abtauchen der Indizes ist nun wieder möglich.

Ich rechne am Montag spätestens nach dem Handelsbeginn in den USA mit einer technischen Gegenbewegung. Der Dax sollte nach Möglichkeit nicht wieder nachhaltig unter 6.000 Punkte fallen. Je nachdem wie stark oder schwach diese ausfallen wird, müssen wir dann unsere Swing Trading Strategie konsequent umsetzen..

viele Grüße Ihr

Lars Röhrig

Intel – Gradmesser für die Hightech-Branche

Gestern Abend hat auch Intel sein Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorlegen. Mit großer Spannung schaut die ganze Welt auf die ersten Zahlen aus der Halbleiter-Industrie. Die Nachfrage nach Speicherchips, die so ziemlich in allen elektronischen Geräten stecken, ist nicht nur Gradmesser für die Hightech-Branche, sondern vielmehr auch sehr aussagekräftig was die gesamtwirtschaftliche Lage anbelangt. Fachleute erwarteten einen Umsatz in Höhe von 10,25 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie wird im Schnitt bei 43 Cents je Aktie gesehen. Diese Ziele sind wie immer sehr ambitioniert und bedeuten letztlich einen Zuwachs von 25 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres 2009. Dennoch verglichen mit den schlechten Zahlen aus dem Krisenjahr 2009 sollte Intel mal wieder glänzen können, und dürfte wohl auch dieses mal auch wieder positiv überraschen.

Besonders die Nachfrage aus den Emerging Markets wie China und Indien treibt das PC Geschäft weiter an. Ebenso kann auch die Intel Aktie als Hauptlieferant für Apple MacBook, iMac, usw. von der Apple Hype profitieren. Weltweit stecken in drei von vier Computern Intel Chips! Mit einer satten Bruttomarge von 67 Prozent gehören die Intel Produkte immer noch zu den margenstärksten im gesamten Sektor. Tatsächlich erwirtschaftete Intel sogar einen Gewinn von 0,51 Dollar pro Aktie und übertrifft damit die hoch gesteckten Erwartungen von Wall Street um 8 Cent noch einmal deutlich. Der Umsatz klettert sogar gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 34,6 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Für das aktuelle dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 11,2 bis 12,0 Milliarden Dollar in Aussicht, was ebenfalls sehr deutlich über den aktuellen Konsensschätzungen liegt.

Alcoa Zahlen – deutlich besser als erwartet!

Der Aluminium-Riese Alcoa verdiente im zweiten Quartal des Geschäftsjahres  0,13 Dollar pro Aktie, 1 Cent besser als dies von Analysten erwartet wurde . Der Umsatz steigt gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 22,8 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar, was ebenfalls über den Konsensschätzungen der Analysten von 5,05 Milliarden Dollar liegt. In den vergangenen drei Monaten war der Preis für eine Tonne Aluminium scharf von 2.400 Dollar auf rund 2.000 Dollar gefallen

Höhere Auftragsvolumen, eine verbesserte Produktion, geringere Energiekosten und positive Währungseffekte konnten die sinkenden Preise für Aluminium kompensieren, so das Management. Der Nettogewinn lag demnach mit 136 Millionen Dollar deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres, damals musste Alcoa noch einen Verlust von 454 Millionen Dollar wegstecken. Ein gelungener Auftackt in die US Berichtssaison…mal sehen ob die Börse dies auch positiv umsetzen kann..

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