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Commerzbank und Deutsche Bank – Ausbruch !

Die mit Spannung erwartete EZB Sitzung ist heute so ausgefallen wie erwartet. Der EZB Rat hat Maria Draghi grünes Licht für unbegrenzte Anleihekäufe der kriselnden Euro Länder gegeben und löste damit heute ein Kursfeuerwerk aus. Insbesondere profitieren konnten von dieser Entwicklung die Bankaktien, da sich deren Situation nun vorerst deutlich entspannt hat. Die Commerzbank Aktie macht heute einen Satz auf 1,31 Euro. Damit notiert die Aktie der zweitgrößten deutschen Privatbank über der enorm wichtigen charttechnischen Hürde von 1,30 Euro. Ob dieses Kursniveau heute gehalten werden kann bleibt aber erfahrungsgemäß erst einmal abzuwarten. Ich denke aber die Chancen stehen nicht schlecht dass es nun endlich zum nachhaltigen Befreiungsschlag bei der Commerzbank Aktie kommen kann. Nächste Kursziele wären dann die Marke von 1,38 und 1,465 Euro.

Viel wichtiger als der kurzfristige Kursanstieg könnte aber die Erkenntnis der Anleger sein dass sich die Situation der Banken Europas seit heute deutlich verbessert hat. Offensichtlich sehen institutionelle Investoren dies ebenso, denn laut Orderbuch haben wir heute einen deutlichen Überhang auf der Nachfrageseite. Die Situation bei der Deutschen Bank Aktie ist ähnlich und aus charttechnischer Sicht mindestens genauso interessant. Gelingt es heute oder in den nächsten Tagen die Aktie zum Handelsschluss über das letzte Hoch bei ca. 29,45 Euro zu hieven wäre der Ausbruch perfekt. Nächste Kusrziele liegen dann bei 31,70 und 33,50 Euro.

 

Fazit: Beide Aktien haben heute ein frisches und sehr kräftiges Kaufsignal generiert. In den US Indizes werden gerade neue Höchststände erreicht. Gelingt dort der Ausbruch (S&P 1.428 Punkte) dann besteht eine realistische Möglichkeit das wir demnächst deutlich steigende Börsen erleben werden. Morgen könnte somit also schon der Test der 7.200er Marke beim DAX anstehen. Bei den beiden deutschen Banken dürften wir hier in den kommenden Tagen also weitere Anschlusskäufe sehen. Bei der Commerzbank Aktie wäre dann theoretisch sogar ein kräftiger Short Squeeze möglich. Aber eben nur dann….! Denn, auch wenn ich grundsätzlich positiv eingestellt bin was den weiteren Verlauf der Märkte anbelangt, habe ich in den letzten Monaten zumindest gelernt dass bei der Commerzbank oftmals vieles anders ist als bei anderen Aktien 😉

Wenn gute Zahlen eigentlich schlechte Zahlen sind…

Der US Privatsektor hat im Juli mehr neue Stellen geschaffen als angenommen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Beschäftigten um 163.000 Stellen angewachsen und lag damit deutlich über den Marktschätzungen von 120.000 neu geschaffenen Stellen. Damit sind die Vorgaben für den Arbeitsmarktbericht am Freitag gar nicht mal so schlecht. Auch die sonstigen US Indikatoren haben sich in den letzten Wochen weiter aufgehellt. Insbesondere vom zuvor angeschlagenen US Häusermarkt gibt es immer weitere Signale dafür dass die Talsohle nun endlich durchschritten wurde. Der Leidensdruck der US Wirtschaft ist nicht mehr ganz so hoch wie noch vor ein paar Wochen. Somit sinkt auch nach Auffassung der meisten Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit dafür das Ben Bernanke heute Abend tatsächlich ein weiters Liquiditätsprogramm  a la QE3 ausrufen wird.

Nachdem zuvor die Aktienkurse aber in freudiger Erwartung dieses Ereignisses bereits deutlich gestiegen sind droht nun aus Sicht vieler Marktbeobachter kurzfristig deutliches Enttäuschungspotenzial für die Aktienmärkte. Die weit verbreitete Meinung ist, dass Bernanke sich diesen letzten und entscheidenden Schritt noch etwas aufheben dürfte. Denn insbesondere wenn sich die Euro-Krise weiter zuspitzt und  die Unternehmensdaten im dritten Quartal weiter verschlechtern sollten, könnte eine neue Geldspritze sinnvoller sein als heute. Man darf also durchaus gespannt sein was heute Abend passieren wird…

Nicht nur die  Lage sondern auch die Stimmung in Europa scheint sich hingegen weiter zu verschlechtern. Für das dritte Quartal erwartet die Industrie sowohl in Deutschland als auch für Gesamteuropa nicht allzu viel Gutes. Der Einkaufsmanager Index für die Euro Zone ist im Juli erneut gesunken und notiert somit inzwischen auf einem Drei-Jahres-Tief. Die weitere spannende Frage ist nun also ob die EZB am Donnerstag halten wird was Mario Draghi so vollmundig versprochen hat. Wenn nicht dürften die Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen wieder schneller am oberen Rand der Spanne notieren als den Ländern lieb sein kann, und die Aktienmärkte ebenfalls deutlich korrigieren.

Einen weiteren Faktor scheint der Markt aber in meinen Augen völlig verdrängt zu haben. Das Ringen um die Reformen in Griechenland und den Verbleib des Landes in der Eurozone geht offenbar in die entscheidende Phase. Die Anzeichen für einen baldigen Austritt Griechenlands verdichten sich immer mehr. Auch wenn die meisten Marktteilnehmer davon ausgehen dass dieses Ereignis schon lange in den aktuellen Preisen enthalten sein sollte, wäre es wohl geradezu fahrlässig sich darauf zu verlassen dass ein solches Ereignis völlig ohne Folgen bleiben kann. Auch das könnte nach meiner Ansicht ein mögliches Szenario sein für das sowohl die EZB als auch die FED ihr Pulver noch etwas trocken halten, ebenso wie das mögliche Scheitern des ESM in Karlsruhe am 12. September. Denn nur durch eine entsprechende konzertierte Aktion der Notenbanken wäre ein kurzfristiger Crash dann in beiden Fällen wohl noch aufzuhalten.

Welches Szenario Mario Draghi also gemeint haben könnte als er sagte die EZB werde alles tun…bleibt für mich aus diesem Blickwinkel erst einmal unklar. Ich gehe davon aus dass die FED heute nicht das gewünschte QE3 Programm liefern wird. Viel mehr wird Bernanke mit einer kleineren Maßnahme versuchen den Markt nicht völlig zu enttäuschen, bzw. bei Laune zu halten. Das kann beispielsweise eine Verlängerung der Nullzins Politik um ein Jahr sein. Und natürlich werden seine Aussagen zum weiteren Vorgehen wieder einmal in die Waagschale geschmissen und somit ganz entscheidend für die Reaktion des Marktes sein. Da Bernanke sich der Tragweite seiner Worte sehr wohl bewusst ist, rechne ich somit aber auch nicht mit einem Absturz im Anschluss auf die FED Sitzung. Mal sehen ob ich recht behalten werde… In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und werde mich jetzt den schönen Dingen des Lebens widmen, bis der Markt sich für eine Richtung entschieden hat…

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