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Es fehlt an Schwung..Warten auf den US Arbeitsmakt, und hoffen auf Ägypten

Seit Tagen pendeln die Indizes um die entscheidenden Marken herum. Zwar bildeten DAX und Co. auch neue Höchststände aus, so richtig überzeugen konnten die Kursbewegungen aber nicht. Im Gegenteil lassen sich bereits erste Ermüdungserscheinungen erkennen. Der amerikanische Technologiesektor zeigt bereits Schwäche. Dem Nasdaq 100 gelang es gestern nicht mehr an den Widerstand bei 2.335 Punkten heran zu laufen. In den vergangenen Monaten spielte der Index des öfteren eine Vorreiterrolle für den Gesamtmarkt. Nun muss weiter beobachtet werden wie sich der Technologiesektor in den kommenden Tagen verhält.

Der S&P 500 sowie der Dow Jones konnten gestern noch einmal über den wichtigen Marken von 12.000 und 1.300 Punkten schließen was erst einmal positiv gewertet werden sollte. Können diese Marken nun jedoch nicht nachhaltig überwunden werden ist eine Topbildung wahrscheinlich und somit steigt auch die Möglichkeit einer entsprechenden Korrektur. Nach wie vor bin ich nicht der Meinung, dass diese dann besonders heftig ausfallen sollte. Viel mehr könnten sich dann wieder sehr interessante Einstiegskurse für die nächsten Börsenmonate ergeben.

Die Krise im Nahen Osten scheint von der Börse und ihren Akteuren bereits abgehakt zu sein, obwohl sich diese offenbar doch als Flächenbrand entpuppt. Inzwischen gehen auch im Jemen und Jordanien die Menschen auf die Straße. Die Rückschläge an den Börsen waren zwar nur von kurzer Dauer jedoch sollte man sich davon nicht täuschen lassen, da die Stimmung jederzeit und schnell kippen kann wenn es zu weiteren Eskalationen kommen sollte. Die Bevölkerung in den beschriebenen Ländern leidet besonders stark unter den dort herrschenden Regimen und den steigenden Rohstoffpreisen, und macht weiterhin nun mobil. Ein Szenario, dass bereits von großen Schriftstellern vor Jahrzehnten dargestellt wurde..

Auch für uns wird eine Ausweitung dieser Krise Folgen haben. Mit dem Suez Kanal wäre einer der wichtigsten Welthandelswege blockiert und würde somit für eine weiter Teuerung unserer Produkte durch erhöhte Transportkosten sorgen. Europäische Unternehmen könnten deutliche Einbussen bei Umsatz und Gewinn verzeichnen weil Sie die für die Herstellung benötigten Rohstoffe und Bauteile nicht mehr rechtzeitig erhalten, und somit nicht produzieren können. Der Ölpreis ist seitdem wieder dramatisch gestiegen und heizt somit die Inflationsraten weiter an. Es ist also schon alleine aus diesem Grund falsch anzunehmen, das diese Krise weit weg ist. Einmal unabhängig von den schrecklichen Ereignissen, den Toten und Verletzten, geht uns alle dies politische Situation im Nahen Osten etwas an!

Das weitere Geschehen an den Börsen wird also auch davon abhängen wie sich die Lage im Nahen Osten weiter entwickeln wird. Die heutige Veröffentlichung der US Arbeitsmarktdaten könnte ebenfalls ein wenig Klarheit bringen wohin die Reise kurzfristig gehen wird. Obwohl die Statistik nicht wirklich aussagekräftig ist wird dieser weiterhin eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Viele Amerikaner dürften inzwischen nicht mehr bei der Zählung der Arbeitslosen erfasst werden weil sie die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz aufgegeben haben. Somit ist die Arbeitslosenstatistik zwar nicht objektiv, sieht aber eventuell momentan besser aus!

Ägyptischer Korrekturmodus und die Charttechnik

Die Börsen befinden sich seit Freitag im Korrekturmodus. Zum einen liegt dies wohl an der aktuellen Situation in Ägypten. Nach den Unruhen in Tunesien ist die Revolutionswelle nun auch auf andere Nationen übergeschwappt, und man fragt sich zwangsläufig ob es das nun schon gewesen ist. Der Sudan bereitet sich auf eine Teilung des Landes in einen nördlichen und einen südlichen Sudan vor. Nach über 20 Jahren Bürgerkrieg soll nun Ruhe einkehren. Man darf gespannt sein..! Eine Eskalation der Lage in den genannten Ländern könnte die gesamte Region destabilisieren, und das ist sicherlich ein Umstand den man genau beobachten sollte.

Die arabischen Börsen befinden sich seit Ausbruch der Krise in Ägypten kräftig unter Druck. Die Unruhen in haben die Börse in Kairo regelrecht abstürzen lassen. Der Leitindex EGX-30 verlor am Donnerstag 663 Punkte oder 10,5 Prozent auf 5.646 Punkte. In Dubai verlor der Index am Sonntag 4,3 Prozent und beendete den Handel damit auf einem Sechs-Monats-Tiefstand. Auch an den anderen Börsen auf der arabischen Halbinsel gaben die Kurse kräftig nach. In Katar verlor der Leitindex drei Prozent, in Kuwait sanken die Kurse um 1,8 Prozent.

Ich hatte ja in der letzten Woche bereits darauf hingewiesen, dass wir uns auch charttechnisch in einer extremen spannenden Situation befinden. Die US Indizes haben mit 12.000 Punkten im Dow Jones und 1.300 Punkten im S&P 500 sehr relevante Punkte erreicht. Es war nicht anzunehmen, dass diese im ersten Anlauf genommen werden können. Auch die Konstellation im Dax war ähnlich. Die Hürde von 7.200 Punkten, auf die offensichtlich jeder zu warten scheint, erweist sich als harte Nuss. Nach dem Anstieg der letzten Wochen und Monate ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch der Deutsche Leitindex mal wieder etwas Luft ablassen muss, bevor sich dieser zu neuen Höhen aufschwingt. Die Korrektur ist also grundsätzlich willkommen und als gesund zu bezeichnen!

Die Umstände sind also alles andere als gut für einen weiteren Anstieg der Aktienmärkte. Zunächst muss abgewartet werden wie sich der Konflikt in Ägypten entwickelt, und die arabischen Börsen weiter darauf reagieren werden, bevor eine sinnvolle Prognose für die kommenden Tage möglich ist. Einzelne Unternehmen wie beispielsweise Leoni trifft die politische Lage in Nordafrika hart, da dort Bauteile produziert werden. Ich bleibe erst einmal an der Seitenlinie und schaue mir das an. Bis auf Solar Millennium, die heute Ihre Zahlenwerk zum abgelaufenen Geschäftsjahr präsentiert hat, Solarhybrid die einfach viel zu günstig sein dürften, sowie die Position in der Bwin Aktie, bei der wir derzeit eine interessante Sondersituation vorfinden haben wir alle Positionen bei unseren deutschen Aktien vorerst glatt gestellt.

Die Grundtendenz bleibt weiter bullish. Es ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei der gerade laufenden Korrektur um eine nachhaltige Trendwende an den Aktienmärkten handelt. Viel mehr sollten Sie es als Chance sehen vielleicht noch einmal zu deutlich günstigeren Kursen in vorrangig deutsche Qualitätsaktien investieren zu können, bevor die oben beschriebenen Marken endgültig geknackt werden. Ich gehe immer noch davon aus, das wir nicht nur neue Höchststände in allen relevanten Indizes in diesem Jahr sehen werden, sondern viel mehr eine Fortführung der laufenden Hausse bis in Regionen die sich die wenigsten wohl noch vor einem Jahr hätten vorstellen können. In den kommenden Tagen sollte man aber etwas vorsichtiger agieren, auch wenn politische Börsen bekanntlich kurze Beine haben.

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