Solvenzkrise oder Jahrhundertkrise?

Der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan malt schwarz: Er hat die Finanzkrise als Jahrhundertkrise bezeichnet, er sprach gar von einer „Solvenzkrise“ statt einer Liquiditätskrise. Früher hätte er damit ein Erdbeben an den Börsen ausgelöst.

Während viele Banken die aktuelle Krise eher mit der Entwicklung von 1990/91 vergleichen, spricht Greenspan von einem „once-in-a-century-phenomenon“. Eine derartige Krise gäbe es also nur einmal pro Jahrhundert. Dieses Phänomen gehe über eine Liquiditätskrise hinaus, sagte der frühere Währungshüter der USA in dem CNBC-Interview vom Freitag. Die Krise sei eher das, was man eine „Solvenz-Krise“ nennt.

Solch pessimistische Ansichten hätte Greenspan früher nicht preis gegeben. Mehr als einmal hatte er während der Aktienblase in den Neunzigern und auch während der Immobilienkrise in diesem Jahrzehnt die Blase im Immobiliensektor heruntergespielt. Irgendwie verständlich, schließlich ist er durch seine Zinspolitik maßgeblich für die Lage am US-Immobilienmarkt verantwortlich. Umso beachtenswerter ist Greenspans Wort auch, als er aus seiner über 18-jährigen Amtszeit über große Erfahrungen verfügt und einige Krisensituationen und Rezessionen miterlebt hat.

Die US-Wohnimmobilienpreise würden noch weiter fallen. Sie seien nicht ansatzweise auf ihrem Boden angelangt. Der fortwährende Preisverfall hätte bereits das Immobilienvermögen von zwölf Millionen Immobilienbesitzern vernichtet.

Greenspan sagte außerdem, das Finanzministerium hätte keine andere Möglichkeit gehabt, als die beiden Hypothekenfinanzierer Fannie und Freddie zu unterstützen. Die endgültige Lösung wäre aber wohl die Verstaatlichung. Anschließend sollte man sie in fünf oder zehn separate Einheiten aufspalten und zurück in den Markt schicken.

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