Solar Millennium – mit neuer Kennziffer – „Betriebsleistung“

Nach den Zahlen ist vor den Zahlen – Solar Millennium veröffentlicht heute die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009/2010 und liegt damit leicht über den angepassten Prognosen vom Oktober 2010. Aktionäre zeigten sich positiv überrascht, die Aktie legt heute wieder deutlich zu. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/2010 ein Konzern-Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von etwa 700.000,- Euro nachdem im Vorjahr noch  52,3 Millionen erwirtschaftet wurden. Der bereits angekündigte EBIT-Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus einem verschobenen Finanzierungsabschluss für zwei geplante US-Kraftwerksprojekte in Blythe, der nun in der laufenden Berichtsperiode erwartet wird.

Solar Millennium wird künftig unter der „Betriebsleistung“ den Verkauf von Genussrechten an Fonds als eigene Position „sonstige betriebliche Erträge“ ausweisen, um eine bessere Transparenz der Zahlen zu gewährleisten. Bisher flossen diese in die Gesamtsumme der Umsatzerlöse mit ein. Die Betriebsleistung setzt sich insgesamt zusammen aus den Positionen Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge, Bestandsveränderung, aktivierte Eigenleistungen und übrige betriebliche Erträge. Die Positionen werden jeweils separat ausgewiesen.

Oliver Blamberger, Finanzvorstand der Solar Millennium AG, erläutert die neuen Einordnungen im Jahresabschluss: ‚Mit der Kennzahl Betriebsleistung erhöhen wir die Transparenz unserer Berichterstattung und verbessern die Vergleichbarkeit zwischen den Berichtsperioden. Die Betriebsleistung spiegelt die Geschäftsentwicklung des Unternehmens wesentlich besser wider als der reine Umsatz. So beinhaltet sie zum Beispiel auch die aktivierten Projektentwicklungsarbeiten in Spanien und den USA, die zwar schon geleistet wurden, aber aufgrund der ausstehenden Anteilsverkäufe an große Investoren noch nicht umsatzwirksam abgerechnet werden konnten.‘

Quelle: Solar Millennium AG

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3 Comments

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  2. Ramsi said:

    Die Risikofaktoren dieses Investments schmelzen dahin. Anfang 2010 stand noch ein massiver Vorwurf der Bilanzmanipulation im Raum, der die Aktie rund 33% einbrechen ließ. Dieser Vorwurf wurde mittlerweile (mit Ausnahme eines Bilanzierungsfehlers) durch die Wirtschaftsprüfung Deloittes entkräftet. Der zweite Absacker, in der Spitze 50% Wertverlust betragend, war der Abgang Utz Claasens, der mit dem Vorwurf der Manipulation in Zusammenhang gestellt wurde. Durch die Einstellung der Vorermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth schwindet auch hier der Boden für Zweifel. Das Management, das mit groben Prognosefehlern teils für Aufsehen sorgte, wurde nun größtenteils ausgetauscht (Gladen und Meyer sind gegangen). Das Chance-Risiko-Profil Solar Millenniums hat sich dadurch nun im Jahresvergleich mehr als deutlich verbessert. Die Aktie hingegen notiert nahe dem 52-Wochen Tiefstand. Ob diese Bewertung nun als gerechtfertigt zu erachten ist, sollte jedem selbst überlassen sein. Dreh- und Angelpunkt für die operative Entwicklung des Unternehmens wird wohl die anstehende Frage nach der Finanzierbarkeit der US-Projekte sein, die in den nächsten Monaten beantwortet werden sollte. Bei positivem Ausgang ist jedoch, auch objektiv betrachtet, jeder Kurs unter 30 Euro eine absolute Fehlbewertung.

    • Lars said:

      Hi Ramsi, „Das Chance-Risiko-Profil Solar Millenniums hat sich dadurch nun im Jahresvergleich mehr als deutlich verbessert. Die Aktie hingegen notiert nahe dem 52-Wochen Tiefstand“ das ist genau der spannende Punkt. Fundamental gebe ich Dir natürlich Recht, aber das interessiert die Anleger momentan nicht. Wer kann es Ihnen verdenken? Die Informationspolitik war grottig und muss besser werden. Die neue Kennziffer soll zwar Vertrauen schaffen, die Frage wird sein ob dies damit bereits gelingt. Letztlich müssen überzeugende Zahlen her die die tollen Zukunftsaussichten auch belegen.

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