Riesenpaty oder Katerstimmung?

Das wird die spannende Frage in der kommenden Woche sein. 700 Milliarden Dollar will die US-Regierung für ihren geplanten Rettungsfonds für faule Kredite bereitstellen. Damit soll die notleidende Finanzbranche entlastet und ein noch schlimmeres Ausufern der Krise verhindert werden. Ob damit eine nachhaltige Wende gelingen kann bleibt abzuwarten. Sicherlich dürfte es vorübergehend für etwas Linderung sorgen. Das Gesetz soll diese Woche verabschiedet werden. Doch nach der ersten euphorischen Reaktion der Märkte gibt es durchaus auch skeptische Stimmen.

„Unter dem Strich befasst sich das Programm nicht mit der Wurzel des ganzen Problems, das immer noch vom Immobilienmarkt kommt“, sagte Chef-Marktstratege Bill Strazzullo von Bell Curve Trading. „Es behandelt die Symptome, nicht die Ursachen. Die Hauspreise werden weiter sinken, und das bedeutet weitere faule Kredite, weitere Abschreibungen, weiteren Druck auf die Bankbilanzen.“

Der Jubel an den Börsen wird daher nicht lange vorhalten. „Am Markt herrscht die Hoffnung, dass dies der Befreiungsschlag ist“, sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg mit Blick auf die mögliche Bildung einer staatlichen Auffanggesellschaft für riskante Papiere und faule Kredite. „Die Erwartungshaltung ist groß. Aber man darf sich nichts vormachen: Die Krise ist damit noch nicht vorbei.“

Ein anderer Börsianer argumentiert ähnlich. „Schließlich werden die Eigenheime der Amerikaner jetzt nicht über Nacht wieder mehr wert. Es wird lediglich ein Auffang-Netz eingezogen, um Schlimmeres zu verhindern. Aber man gewinnt Zeit, um sich den eigentlichen Problemen zu widmen und Strukturen zu verändern.“

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