ProSiebenSAT 1 kauft eigene Aktien zurück

Mit einem satten Aufschlag von 32% ging die ProSiebenSAT 1 Aktie am Freitag aus dem Rennen. Ursache für die Rally ist die Ankündigung des Unternehmens bis zu 4,9 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien über die Börse zurückkaufen zu wollen. Damit sollen in erster Linie die Aktienoptionen der Führungsriege von KKR und Permira bedient werden – die beiden Finanzinvestoren sind die Mehrheitseigner von ProSiebensSat1.

Analysten äußerten sich skeptisch zu dem Rückkaufprogramm. Zwar seien Aktienrückkäufe allgemein als ein positives Signal zu betrachten, die immer für eine kurzfristige Erholung der entsprechenden Titel sorgen. Zudem profitiere die Aktie von der auf dem G 20-Gipfel beschlossenen Bereitstellung zusätzlicher Geldmittel. Da ProSiebenSat1 mehrheitlich von Finanzinvestoren kontrolliert wird, hoffen die Anleger jetzt, dass eine Normalisierung der Finanzmärkte auch den Zugang zu neuen Krediten erleichtern dürfte, so ein Händler.

Analyst Marcus Sander von Sal. Oppenheim betrachtet den Aktienrückkauf allerdings mit Skepsis. Angsichts der hohen Verschuldung von ProSiebensSat1 sei es fraglich, ob es nicht auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die Anreize für die Manager zu steigern. Er bewertet daher die Titel weiter mit „Neutral“. Dennoch hat der angekündigte Aktienrückkauf ProSiebenSat1 am Vormittag zu einem Kursfeuerwerk verholfen. Die Papiere kletterten in der Spitze um mehr als 22 Prozent und setzten sich damit an die Spitze des MDax. Für längerfristige Anleger jedoch hat sich die ProSieben-Aktie als Wertvernichter erwiesen. Im vergangenen Jahr stürzten die Titel von 15 Euro auf einen Euro ab.

Die Schuldenlast der Sendergruppe ist zwar erdrückend, das operative Geschäft dürfte sich schon bald wieder deutlich erholen. Aus der Internetbranche sowie aus klassischen Medien wie Print gibt es schon wieder erste deutlich positive Anzeichen. Dennoch sollte die ProSieben Aktie nur noch als Zock betrachtet werden. Die Großinvestoren den letzten Jahre haben Ihr Geld (meistens) verdient und dabei den Konzern extrem geschröpft. Ach wie schön war die Zeit als Leo Kirch noch das Ruder in der Hand hatte.

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