Pressestimmen zu Griechenland

Münchner Merkur“ zu Griechenland:

„Böse Zungen definieren modernes Investmentbanking als legalisierte Form des erpresserischen Raubes. Im Fall des Defizitsünders Griechenland hat sich die Branche selbst übertroffen: Dieselben Banken, an ihrer Spitze Goldman Sachs, die Griechenland erst beim Tricksen und Fälschen der Bilanzen halfen, rufen jetzt lauthals nach Staatshilfen für Hellas ­ aus Angst um ihre eigenen Milliardenschulden an Griechenland, Portugal und andere Adressen, die im Zuge einer neuen Finanzkrise faul werden könnten. Gierig und dumm sind die Investmentbanken: Gierig, weil sie den Schuldenländern beim Betrug helfen, und dumm, weil sie den Betrügern auch noch Geld leihen. Noch dümmer aber sind die Regierungen der Partnerländer, die sich das gefallen lassen. Wenn Hilfen für Griechenland schon unumg änglich sind, dann bitte von den Banken, die das Schlamassel mitangerichtet haben!“

„Handelsblatt“ zu Griechenland:

„Griechenlands rote Zahlen markieren bloß die Spitze eines riesigen europäischen Schuldenbergs. Fast alle EU-Regierungen stöhnen unter der schweren Last, und alle müssen sie spätestens ab 2011 wieder loswerden. Der Zeitpunkt ist nicht gerade günstig. Denn nach der Finanzkrise ist die mögliche Wachstumsrate in Europa auf ein Nachkriegstief abgerutscht. Deshalb steht die EU nun vor einer wirtschaftspolitischen Herausforderung von wahrhaft historischer Dimension: Sie muss die Staatsfinanzen sanieren und gleichzeitig das Wachstum ankurbeln. Zu schaffen ist das nur, wenn endlich alle Staatsausgaben systematisch einem Wachstumstest unterzogen werden. Längst nicht alle Leistungsgesetze und Etatposten werden diese Prüfung bestehen. Viele dürften sogar glatt durchfallen.

„Badisches Tagblatt“ zu Griechenland:

„Zunächst ist es nötig, die offenkundig dubiosen Methoden bei der Darlehensbeschaffung  wie etwa durch die Verschiebung von Zinszahlungen in die Zukunft, um neue Schulden zu verschleiern  aufzudecken. Erst dann wird man das tatsächliche Ausmaß der Misere kennen. Danach muss eine rigorose Entschuldung beginnen. Das bedeutet Steuererhöhungen und Ausgabekürzungen  soziale Spannungen sind da programmiert. Deshalb muss die EU den politischen Druck erhöhen, etwa durch die Drohung des Ausschlusses aus der Euro-Zahlungszone. Nur so kann man die Regierung in Athen wirksam bei der Durchsetzung schmerzlicher Sparmaßnahmen unterstützen.“

„Ostsee-Zeitung“ zu Griechenland:

„Griechenland ist zu einem Finanz-Protektorat der Europäischen Union degradiert. Das Land ist nicht lä ;nger frei in seiner Haushaltspolitik und seit gestern ultimativ aufgefordert, sein Defizit in nur vier Wochen um rund 30 Prozent zu senken. Wer die obrigkeitstrotzende Tradition des Landes kennt, der weiß: dies ist ein Ding der Unmöglichkeit, das Ultimatum ein Witz. Es sei denn, Athen frisiert seine Statistiken erneut. Nein, Europa muss sich auf ein Worst-Case-Szenario einstellen. Und das bedeutet: Rauswurf der Griechen aus der Euro-Zone. Auch um den Preis, dass Banken milliardenschwere Forderungen abschreiben müssen. Das ist Berlin den Steuerzahlern schuldig.

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