K+S wirft gar nichts auf den Markt…!

Ich muss mich heute noch einmal ganz kurz zu der Aktie von Kali und Salz melden, da am Wochenende merkwürdige Meldungen zu dem Unternehmen die Runde gemacht haben, die ich so einfach nicht glauben konnte. Die Rede ist von der dpa-AFX Meldung am Samstag gegen 21:00 Uhr in der zu lesen war dass die K+S AG ihren eigenen Stimmrechteanteil verringert hat. Dabei wurde sowohl die Meldeschwelle von 5 als auch die von 3 Prozent unterschritten. Somit hält der Konzern nach Abschluss der Transaktion noch 2,17 Prozent der Anteilsscheine oder 922285 Stück an der eigenen Gesellschaft…Das Datum für den Abschluss der Transaktion wurde mit 13.08.2003 angegeben…!

Erstens fand ich es doch eher ungewöhnlich, dass eine solche Ad.Hoc Mitteilung über die Veränderungen von Stimmrechten am Samstag veröffentlicht wird und zweitens darf man eine Veröffentliche einer Ad-Hoc Mitteilung fast 10 Jahre danach doch zumindest etwas komisch finden! Auch die genaue Definition einer gesetzlichen „Meldefrist“ müsste damit wohl noch einmal etwas überarbeitet werden…Ich hielt die Meldung zum dem Zeitpunkt erst einmal für gravierend falsch und habe heute Morgen bei Kali und Salz angerufen…

Ein sehr netter Mitarbeiter aus der Investors Relations Abteilung hat mich dann darüber aufgeklärt, dass es sich hierbei um einen Präzidenzfall handelt, den es so offenbar noch nicht gegeben hat. Den Aussagen zufolge hat ein eifriger BaFin Mitarbeiter sich offenbar die Mühe gemacht, die Transaktionen der Vergangenheit etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und dabei dann festgestellt dass diese Meldung damals irgendwie „untergegangen“ ist. Die K+S AG wurde somit nun aufgefordert die Transaktion nachzumelden, was dann auch tatsächlich am Samstag erfolgt ist. That´s it!“ Dieser Schritt ist zwar eher unüblich und wie schon gesagt auch neuartig, aber keinesfalls besorgniserregend.

An dieser Stelle sei vielleicht auch noch darauf hingewiesen dass die Transaktion erfolgt ist bevor die K+S Aktie überhaupt in den Jahren 2007 und 2008 zum Highflyer an der Börse mutierte. Das ist also wirklich Schnee von gestern und hat keinerlei Auswirkungen auf die heutige Entwicklung der Aktie. Der Herr aus der Investors Relations Abteilung bei K+S hat mir auch noch einmal versichert, dass alle Angaben auf der Homepage, einschließlich der schon länger bekannten Verteilung der Stimmrechtanteile, auf dem aktuellen Stand sind.

Die mediale Aufbereitung dieser Ad-Hoc ist also absolut überflüssig und in der gelesenen Form sowieso falsch. Vielleicht hätte sich einer der Damen und Herren Journalisten mal die Mühe machen sollen ebenfalls bei der K+S AG anzurufen, bevor man darüber schreibt!  Ich hoffe ich konnte damit die ohnehin schon nervösen Gemüter wieder etwas beruhigen. (…und den Shorties, die hier meiner Meinung nach seit Wochen drücken und Gerüchte streuen, etwas ins Handwerk pfuschen…) Von der Presseabteilung des Unternehmens würde ich mir aber dann dennoch eine entsprechende Klarstellung zu der Ad-Hoc vom Samstag wünschen!

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5 Comments

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 22. Juli 2013 | Die Börsenblogger

  2. Peter Fahrenholz said:

    Hi, danke fuer diese Klarstellung. Das Problem ist aber auch dass die meisten einfach nicht richtig lesen. Ich fand es schon OK eine solche Meldung zu einer Zeit abzusetzen bei der man erstmal die Möglichkeit hat darüber nachzudenken. Eine Pressemeldung dazu waere wohl zuviel des Guten! Aber man sollte sich mal bei der BaFin Gedanken machen wozu man die Unternehemn drängt. Das haette man sich echt schenken koennen.

    • Lars said:

      Hallo Peter,

      das Timing für die Meldung war sicherlich nicht falsch gewählt, wer weiß was an einem normalen Börsentag hier passiert wäre. Warum allerdings eine so einfache und banale Erklärung für diesen ungewöhnlichen Vorgang nicht mitgeliefert wurde, bleibt für mich fraglich.

      Die neue Vorgehensweise der BaFin muss man grundsätzlich wirklich kritisch betrachten, Der „Mehrwert“ einer solch erzwungenen Meldung die 10 Jahre alt ist darf zumindest angezweifelt werden. Ich persönlich bin auch der Meinung dass die BaFin weissgott andere Aufgaben erfüllen sollte wie z.B. den grauen Kapitalmarkt besser zu regulieren und Anleger wirklich vor teilweise vorsätzlichem Geldverlust zu bewahren, aber das steht auf einem anderen Blatt Papier…

  3. Michael Schulte said:

    Gut gemacht und Danke Lars, ich fand die Meldung auch sehr merkwürdig und unschlüssig und habe deshalb erst einmal abgewartet, ob bald eine Korrektur kommt.

    Ein Schaden ist aber nun doch entstanden, man muss sich fragen, ob die bei K+S in der IR Abteilung eigentlich wissen was sie tun und das sie mit ihrem Handeln riesige Gelder bewegen. Denn man hätte so eine Meldung problemlos besser kommentieren können und die Verwirrung wäre gar nicht aufgetreten.

    • Lars said:

      Hallo Michael, ja das ist wirklich ein Punkt und ich habe mich auch nicht zurückgehalten dem netten Herrn aus der IR Abteilung mal meine Meinung zu der Informationspolitik des Unternehmens aufzudrängen 😉 Gerade wenn es schon so viele Gerüchte gibt und der Aktienkurs seit Monaten nur eine Richtung kennt muss man da doch etwas mehr tun….Mal schaun ob da heute noch was kommt…!

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