Könnte Continental bald Schaeffler übernehmen?

Die endlosen Diskussionen über die gescheiterte Porsche – VW Übernahme haben mich veranlasst mal etwas intensiver über das zweite Übernahme-Pärchen Conti Schaeffler nachzudenken. Was wäre wenn? Könnte auch in der Automobil-Zulieferindustrie ein Reverse-Takeover anstehen? Oder wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario? Die Presseberichte der vergangenen Tage sprechen eine deutliche Sprache. Die beiden Parteien sind sich – auch wenn sie gelegentlich versuchen Harmonie zu demonstrieren – alles andere als wohl gesonnen.

Während die Schaeffler Führung offensichtlich immer noch den Ernst der Lage umrissen hat und den Wert des eigenen Unternehmens trotz der enormen Schuldenlast bei mindestens 10 Milliarden Euro zu sehen scheint produziert man bei Conti schon wieder Gewinne und arbeitet intensiv an Strategien die den Weg aus der Misere ebnen sollen. Schaeffler dürfte nach wie vor ein massives Finanzproblem haben und die Zinsen durch die Verbindlichkeiten jeden möglichen Gewinn aufzehren. Die finanzierenden Banken haben wahrscheinlich ein großes Interesse ihr Risiko zu minimieren und eine schnelle Einigung herbei zu führen. Was liegt da näher als dem stärkeren der beiden Unternehmen ein wenig unter die Arme zu greifen?

Continental, die sich zu keinem Zeitpunkt mit dem die Regeln dehnenden Überraschungsangriff von Schaeffler im vergangenen Jahr anfreunden konnte, denkt angeblich daran, selbst eine Kapitalerhöhung vorzunehmen. Gemäß den deutschen Gesetzen kann der Autozulieferer bis zu 58,6 Mill. Aktien begeben, ohne dafür die Zustimmung von Schaeffler einholen zu müssen. Wenn es Continental gelingt, 1,5 Mrd. Euro einzusammeln, wäre das Unternehmen auf einem guten Weg, die erste größere Schuldenhürde – im August 2010 – zu nehmen.

Darüber hinaus würde eine Eigenkapitalemission den Anteil von Schaeffler verwässern, da das Familienunternehmen nicht genug Cash vorzuweisen hat, um sich daran zu beteiligen. Bei einem Abschlag von 30 Prozent gegenüber dem derzeitigen Aktienkurs würde eine Bezugrechtsemission den Anteil der Franken von 89,9 Prozent auf nur noch 60 Prozent verringern. Die Beteiligung, über die Schaeffler effektiv verfügen kann, würde zwar weiterhin bei 49,9 Prozent liegen, aber das Unternehmen hätte dann noch weniger Einfluss, um eine Fusion zu erzwingen.

Sollte es also letzten Endes doch zu einer Übernahme, oder zumindest zu einer Teil-Übernahme, beispielsweise der Automotive Sparte von Schaeffler durch Conti kommen kann man sich leicht ausrechnen was dann mit dem Aktienkurs der Continental Aktie passieren wird. Der dann bezahlte Preis dürfte nur einem Bruchteil dessen entsprechen was man noch vor zwei Jahren dafür bezahlen musste. Conti wäre damit wohl der zweitgrößte Automobil-Zulieferer dieser Welt und hätte nahezu freie Bahn in einem neu erstarkten europäischen Automarkt. Wie das alles gelingen könnte ist derzeit noch etwas wage und unklar, aber man sollte zumindest die Augen und Ohren in den kommenden Wochen diesbezüglich offen halten.

Ich möchte betonen das diese Gedanken wirklich reine Spekulation sind und der Ausgang dieser gescheiterten Übernahme wohl bis zum Schluss in beide Richtungen offen ist, auch wenn ich die geschilderte Variante persönlich für die weitaus sinnvollere und wahrscheinlichere erachte. Nächsten Donnerstag ist wiedermal AR-Sitzung und vielleicht gibts ja da mal was neues über die Zukunft von Conti und Schaeffler zu berichten..

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