kognitive Dissonanzen oder „regret aversion“

In hoch schwankungsanfälligen Märkten spielt vor allem ein weiterer psychologischer Effekt bei Investoren eine Rolle: das Herdenverhalten. In einer Anleger-„Herde“ richten Investoren ihr Verhalten vor allem an dem Verhalten anderer Marktteilnehmer aus, weniger an rationalen Erwägungen.

Die Verhaltensforschung hat durch viele empirische Untersuchungen belegt, dass gerade in Crash- und Boomphasen auch ansonsten „vernünftige“ Menschen sich stark vom Herdentrieb mitreißen lassen. Dabei folgt man im Extremfall sogar dann der Masse der Anleger, wenn man die Handlungsweise rational bereits als falsch begriffen hat.

Der bekannteste Mechanismus dürfte die menschliche Technik zur Vermeidung „kognitiver Dissonanzen“ sein. Im Anlageverhalten schlägt sich dieser Mechanismus zumeist so nieder: Ein Aktienkauf wird im Nachhinein auch dann gerechtfertigt, wenn die Position deutlich ins Minus läuft. Verluste werden als „vorübergehend“ bewertet. Die Realität und die eigene Entscheidung sind wieder in Einklang gebracht, der „Seelenfrieden“ wieder hergestellt.

Wer aus Furcht vor Fehlentscheidungen lieber gar keine Entscheidung bei seiner Anlage treffen will, auf den trifft möglicherweise die in der Behavioral Finance als „Verhaltensanomalie“ bezeichnete „Regret aversion“ zu. Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass falsche Entscheidungen oft höher bewertet werden als richtige. In der Folge vermeiden Anleger Entscheidungen generell, egal ob sie bereits investiert sind oder nicht!

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