Kann Markus Straub einen Kreis in den Schnee pinkeln?

Ich weiß nicht wie es Euch gehen wird wenn Ihr den folgenden Artikel lesen werdet, den ich aus der heutigen Ausgabe des Focus auszugsweise hier reinstelle, aber ich habe einen wirklich dicken Hals. Denn soviel Arroganz und Selbstherrlichkeit von  Markus Straub muss bestraft werden. Ich hoffe da ausnahmensweise mal auf unseren Rechtsstaat und die BaFin die dem Herrn ordentlich die Hölle heiß machen sollte.

Eine Klagewelle dürfte hier vorprogrammiert sein, und auch ich werde mich dem anschließen. Nicht weil ich Riesenverluste habe aber ein pssr Euro waren es auch. Mir geht es hier wirkllich nur ums Prinzip. Die Headline musste ich einfach aufgreifen, denn entweder hält sich Herr Straub für unfehlbar oder ist zu dumm einen Kreis in den Schnee zu pinkeln, wenn er glaubt das man mit so einer Nummer durchkommen kann.

Die bislang größte Vertrauenskrise in der Geschichte des zweitgrößten Anlegerschutzverbandes hat ein Mann namens Markus Straub ausgelöst. Er nutzte offenbar seine Stellung als Sittenwächter des Kapitalmarktes aus, um so die eigenen taschen zu füllen. Seine Story ist ein Mix aus Gier, Verrat und Zockerei, deren Folgen für die SdK verheerend sind: Die selbst ernannten Moralapostel, die jedes Jahr im „Schwarzbuch Börse“ die größten Skandale europäischer Unternehmen benennen, sind nun selber Mittelpunkt einer spektakulären Anleger-Affäre geworden. Ihr Image als unabhängige Instanz auf dem Börsenparkett ist mehr als ruiniert.

In der Affäre geht es um den Münchner Zahlungsverkehrsabwickler Wirecard. Die Geschäfte des TecDax-Unternehmens liefen mehr als ordentlich, die meisten Analysten fällten zuletzt ein positives Urteil. Dann plötzlich kam die SdK und bemängelte die Bilanz der Firma. Von fehlender Transparenz war dabei die Rede. Und die Meinung der SdK hat Gewicht. Prompt brach der Aktienkurs ein, eine gigantische Kapitalvernichtung. Seit Mitte Mai büßten die Wirecard-Aktien drei Viertel ihres Wertes ein.

„Finanziell trifft mich die Entscheidung praktisch nicht, da die Tätigkeit bei der SdK ein Ehrenamt war. Was ich mit der vielen freien Zeit machen werde, weiß ich noch nicht. Der Rücktritt vom Amt des stellvertretenden Vorsitzenden ermöglicht mir viele zusätzliche Freiheitsgrade. Ich habe zahlreiche Angebote und Optionen und auch das Gefühl, dass mein Name gelegentlich wieder in der Presse auftauchen wird. Eines ist jedoch sicher: Statt wie in den letzten Jahre den ganzen Januar im Büro zu sitzen, um das Schwarzbuch Börse zu schreiben, werde ich im nächsten Jahr Ski fahren gehen, auf einer Hütte ein paar Bier trinken und dann wahrscheinlich irgendwo in den Schnee pissen.“

One Comment;

  1. Andreas S. said:

    Bemerkenswert ist, dass Straubs Verwicklung in dubiose Aktiengeschäfte weit tiefer reicht als man das der Presse entnehmen kann.
    Bereits 2002 war er Thema eines ausführlichen Manager-Magazin Artikels in dem nichts wirklich Gutes über ihn zu lesen war:

    http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,214515,00.html

    Die Reaktionen die ein Aktienkurs auf Gerüchte der SdK entwickelt scheinen ihm damals wohl nachhaltig zu denken gegeben haben, denn das Vorgehen im Fall Wirecard (streuen von Gerüchten auf diversen Onlineportalen bis hin zur öffentlich Infragstellung der Bilanz) ähneln sich sehr, nur dass er in diesem Fall dann auch tatsächlich auf das Abstürzen des Kurses gewettet hat um richtig Kasse zu machen.
    So kann man es auch im Handelsblatt nachlesen:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/das-schwarzbuch-der-aktionaersschuetzer;2015056

    Alles in allem bleibt eigentlich nur die Frage ob ein Verein wie die SdK, die schon 2002 keinen sonderlich guten Ruf hatte, der sich nun weiter verschlechtert hat, überhaupt die Berechtigung hat sich Schutzgemeinschaft zu nennen.
    Auf eine Email von mir an den Pressesprecher der SdK ob man diese Schlammschlacht, insbesondere in Zeiten in denen der Markt ohnehin sehr volatil ist und die Nerven der Anleger gespannt sind, nicht besser hätte vermeiden sollen, weil absehbar gewesen wäre das der Kurs von Wirecard sofort einbricht, erhielt ich, wie sollte es anders sein – keine Antwort.

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