Japanische Lebensversicherung Yamoto Seimei ist pleite.

Yamato Seimei bat zugleich um Anwendung eines Gesetzes aus dem Jahr 2000, das die schnelle Rekapitalisierung von gescheiterten Finanzinstitutionen mit Staatshilfe ermöglicht. Die Nachricht beschleunigte am Freitag im Tokioter Handel den Absturz sämtlicher Finanzaktien. „Die Insolvenz von Yamato Seimei ist ein Spezialfall und liegt nur an deren eigener Schwäche“, versuchte Finanzminister Kaoru Yosano die Märkte zu beruhigen.

Die Finanzkrise kommt in diesen Tagen mit einiger Verzögerung auch bei Japans Finanzinstituten an. Im Schnitt stehen sie wesentlich besser kapitalisiert da als ihre westlichen Gegenstücke. Doch auch sie sind nicht immun gegenüber der weltweiten Erosion von Bilanzwerten. „Auch in Japan greift Kreditunsicherheit um sich“, sagt Analyst Tsuyoshi Segawa von Shinko Securities. Versicherungsaktien gehören weltweit zu den größten Verlierern.

Vor der Firmenzentrale von Yamato Seimei in Tokio bildeten sich Schlangen von Kunden, die nach dem Schicksal ihrer Einlagen fragen wollten. Das Unternehmen reagierte, indem es die Türen abschließen ließ. „Auch an der Telefonhotline geht keiner mehr ran“, ärgert sich eine Kundin. Bei Yamato stehen Schulden von 270 Milliarden Yen (zwei Milliarden Euro) den Kundeneinlagen von 283 Milliarden Yen gegenüber. Es ist also praktisch kein Geld da, um die Forderungen der Versicherungsnehmer zu bedienen.

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