High-Toxic-Assets

Im Bankensektor könnte es heute nach den schlechten Nachrichten von Merill Lynch nochmal richtig unruhig werden.  Der „Kapitulationsverkauf“ und die daraus resultierende Kapitalerhöhung wird kurzfristig weitere Trübsal für die Merrill-Aktionäre bringen sowie den gesamten Bankensektor belasten fürchten Analysten.

Mit dem Portfolio-Verkauf eines Großteils seiner „High-Toxic-Assets“ hat die US-Investmentbank Merrill Lynch ein wichtiges Signal geliefert. Denn die Bewertung von einer Mixtur aus Asset Backed Securities und CDOs mit rund 22% liegt nach Aussage von Michael Cloth, Bankanalyst bei der Dresdner Bank, deutlich unter den bisher durchgeführten Bewertungen. Damit werde deutlich, dass viele Analysten mit ihren Prognosen für weitere Wertberichtigungen noch zu optimistisch seien. Aus diesem Grund stünden auch in Europa die Banken unter Druck, dieser Entwicklung könnte der US-Bankensektor am Nachmittag folgen.

Die Entwicklung bei Merrill Lynch kommt für Cloth überraschend, nachdem Merrill-Chef Thain in einer Telefonkonferenz mit Analysten zum Ergebnis des 2. Quartal noch erklärte, die Bank sei derzeit mit ihrer Kapitaldecke in einer komfortablen Situation. Der Verkauf mit einem Abschlag von 80% belege, dass Merrill Lynch das Risiko eines weiteren Verlustes von 20% nicht mehr auf den Büchern tragen wolle. Der Restbestand von 8,8 Mrd US in länger bestehende und damit sichereren CDOs stehe mit 1,6 Mrd USD in den Büchern und stelle damit ein überschaubares Exposure dar.

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