Hat Premiere fertig?

Alexander Teschner, Finanzvorstand von Premiere, hat sein Amt mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt CEO Mark Williams die Verantwortung für das Finanzressort. Das ist kein gutes Zeichen. Ich betrachte das Geschäftsmodell der Premiere AG ja schon länger skeptisch, und nach dem Georg Kofler die Premiere AG im vergangenen Jahr relativ überstürzt verlassen hatte nun das. Man hat es in der gesamten Unternehmensgeschichte niemals wirklich geschaft hier einen profitablen Pay-TV Sender hochzuziehen, und das liegt an mehreren Faktoren.

Der deutsche Zuschauer ist nicht bereit neben den GEZ Gebühren auch noch extra für das Fersehen Geld auszugeben, und dies speziell nicht in Zeiten einer Rezession in denen man mit derart steigenden Energiekosten zu kämpfen hat. Und man hat zig Millionen ausgegeben um Systeme zu schaffen mit denen das Schwarzsehen der angebotenen Sender in Zukunft nicht mehr möglich sein soll. Wie wir wissen wurde hier eine Menge Geld zum Fenster rausgeschmissen, da es immer ein paar pfiffige Köpfe geben wird die jeden Code knacken können. Nebenbei ist der Kundenservice verbesserungswürdig und man hätte hier mehr investieren sollen. Die Werbeausgaben sind nach wie vor extrem hoch, usw. Lange Rede kurzer Sinn…Premiere hat fertig und wird auch die nächsten Jahre kein Geld verdienen! Ab 2,50 Euro je Aktie kann man mal wieder hinschauen..

Für das Gesamtjahr 2008 beläuft sich die Prognose auf einen EBITDA-Verlust von 40 bis 70 Mio. Euro. Dieses erwartete Ergebnis berücksichtigt nicht mögliche positive Einmaleffekte aus dem weiteren Verkauf von Free-TV-Übertragungsrechten an der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Als Konsequenz der EBITDA-Prognose hat Premiere Gespräche mit ihren Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen und ist zuversichtlich, eine Einigung mit den Banken zu erzielen. Und genau hier dürfte das größte Problem liegen eine weiter Finanzierung zu bekommen. Dies dürfte auch der Grund sein warum man sich Rupert Murdoch mit ins Boot geholt hat. Zumindest ist dies noch eine Option für eine ansonsten nicht zustande kommende Finanzierung…

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